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FD Philosophieren mit Kindern

Fachdidaktik Philosophieren mit Kindern

Philosophieren mit Kindern versteht sich als ein Ansatz, der die Kinder zur kritischen Urteils- und Reflexionsfähigkeit führen soll und dabei sowohl das logische Denken als auch die Empathie und die Kreativität des Kindes fördert. Das philosophische Gespräch mit Kindern lässt sich fachübergreifend anwenden. Vor allem im Ethikunterricht in der Grundschule ist ihm jedoch große Bedeutung beizumessen, da die Kinder durch das selbstständige Nachdenken über verschiedene Wertvorstellungen moralische Orientierung gewinnen können.

Im Bereich der Lehre werden Seminare und Vorlesungen angeboten, welche sowohl die fachdidaktischen als auch die fachwissenschaftlichen Grundlagen vermitteln. Die Lehre umfasst die die Grundlagen der praktischen und theoretischen Philosophie, die Theorie und Didaktik des Philosophierens mit Kindern sowie die Theorie der kindlichen Entwicklung.
Dadurch sollen die Studierende auf die Lehrtätigkeit im Fach Ethik/Philosophie in der Grundschule vorbereitet werden.

Im Bereich der Forschung liegen die Schwerpunkte in der Grundschuldidaktik des Philosophierens mit Kindern. Ein besonderer Fokus richtet sich auf den Erwerb der moralischen Reflexionsfähigkeit, das kindliche Denken und das Philosophieren mit Kindern im internationalen Vergleich.


Inhaberin der Professur

Portrait: Prof. Dr. Minkyung Kim
Prof. Dr. Minkyung Kim
  • Telefon:
    +49 371 531-34431
  • Fax:
    +49 371 531-834431
  • E-Mail:
  • Adresse:
    Straße der Nationen 12, 09111 Chemnitz
  • Raum:
    1/R224
  • Sprechstunde:
    12. Aug. 2020 10-12 Uhr,
    01. Sep. 2020 14-16 Uhr
    07. Sep. 2020 14-16 Uhr,
    und nach Vereinbarung. Ich bitte um vorherige Anmeldung.

 

Wissenschaftlicher Werdegang    

Seit 02/2020 Professorin der Fachdidaktik Philosophieren mit Kindern im Zentrum für Lehrerbildung der TU Chemnitz

10/2014 - 01/2020

Juniorprofessorin der Grundschuldidaktik Philosophieren mit Kindern im Zentrum für Lehrerbildung der TU Chemnitz

2013 – 2014

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Juniorprofessur Grundschuldidaktik Philosophieren mit Kindern im Zentrum für Lehrerbildung der TU Chemnitz

2009 – 2013    

Promotionsstudium in Graduate School of Humanities (Klasse “Bildung und Kultur”) an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

2003 – 2009

Magisterstudium in Pädagogik, Soziologie und Schulpädagogik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

 

Forschungsschwerpunkte

  • Anthropologie des Kindes (Theorie der Kindheit, Moralentwicklung von Kindern)
  • Philosophieren mit Kindern/ Didaktik der Ethik und der Philosophie
  • Interkulturelle Bildung (Vorurteile und Rassismus bei Kindern, Toleranzbegriff, Theorie des interkulturellen Lernens)
  • Philosophie der Bildung
  • Vergleichende Erziehungswissenschaft (Moralerziehung in Korea und Deutschland)

Lehre

  • Theorie und Didaktik des Philosophierens mit Kindern
  • Anthropologie des Kindes
  • Theorie der philosophischen Bildung
  • Didaktik des interkulturellen Lernens
  • Toleranz und Interkulturalität

Publikationen

  • Kim, M. (2020): Grundriss einer guten Grundschullehrerbildung im Fach Ethik/Philosophieren mit Kindern. In: Torkler, René (Hrsg.): Reihe „Ethik & Bildung“. Verlag Springer VS
  • Kim, M. (2019): Elterliche Rechte und Pflichten. In: Schweiger, G.; Drerup, J. (Hrsg.): Handbuch Philosophie der Kindheit. Stuttgart: J.B. Metzler Verlag. S.319-325.
  • Kim, M. (2019): Heimat und die Ethik der Integration. In: Althans, B.; Sorgo, G.; Zirfas, J. et al. (Hrsg.): Flucht und Heimat. Weinheim und Basel: Beltz.
  • Kim, M. & Marsal, Eva (Hrsg.) (2018): Philosophieren mit Kindern als Methode der Kindheitsforschung. Ein wissenschaftlicher Diskurs. Münster: Lit Verlag.
  • Kim, M. (2018): Möglichkeiten und Grenzen des Philosophierens mit Kindern als Methode der Kindheitsforschung. In: Kim, M. & Marsal, Eva (Hrsg.): Philosophieren mit Kindern als Methode der Kindheitsforschung. Ein wissenschaftlicher Diskurs. Münster: Lit Verlag.
  • Kim, M. (2018): Country Report: Teaching Philosophy/Ethics in South Korea. In: Journal of Didactics of Philosophy. Vol. 2, Nr. 2
  • Kim, M. (2018): Eintauchen in die virtuelle Freundschaft – Miteinander kommunizieren anhand digitaler Medien. In: Dausend, H. (Hrsg.): Digital unterrichten. Apps & Co im Grundschulunterricht gezielt einsetzen. Fertige Stundenentwürfe. Cornelsen.
  • Kim, M. (2016): Rezension über Ethik entdecken mit Philo. In: ZDPE, 4. S.117f.
  • Kim, M. (2016): Philosophieren mit Kindern über das Thema Konsumismus. In: ZDPE, 3. S.32-38.
  • Kim, M. & Lee, I. (2016): Zur Entwicklung des Faches. Internetethik im südkoreanischen Curriculum - Eine Darstellung am Beispiel des Cyberbullyings. In: Ethik & Unterricht. 3. S.54-55.
  • Kim, M. (2016): Botanischer Garten. In: Brade, J.; Krull, D. (Hrsg.): 45 Lern-Orte in Theorie und Praxis. Außerschulisches Lernen in der Grundschule für alle Fächer und Klassenstufen. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren. S.35-38.
  • A. Goebels & M. Kim (2016): Philosophieren mit Grundschulkindern. Herausforderungen für die Philosophiedidaktik und die Lehrerbildung. In: Information Philosophie. 2. S.116-119.
  • Kim, M. (2016): Was macht Kinder tolerant? - Der Beitrag des Philosophierens mit Kindern. In: ZDPE, 2. S.46-55.
  • Rudolph, U. & Kim, M. (2015): Einstellung (soziale). In: Kopp, J.; Steinbach, A. (Hrsg.): Grundbegriffe der Soziologie. Wiesbaden: VS Verlag. S.57-60.
  • Kim, M. (2015). Offenheit fördern - Philosophieren mit Kindern über Stereotype, Vorurteile und Implicit Bias. In: ZDPE, 2. S.46-54.
  • Kim, M. (2014). „Der Beitrag des Philosophierens mit Kindern für Toleranz und ethische Reflexionsfähigkeit" In: A. Goebels; T. Nisters: „Philosophie - ein Kinderspiel? Zugänge zur Philosophie in der Primarstufe.“S.51-61. (http://www.pedocs.de/volltexte/2014/9994/pdf/Goebels_Nisters_2014_Tagungsband_Philosophie_ein_Kinderspiel.pdf)
  • Kim, M.(2013). Philosophieren mit Kindern als Möglichkeit des interkulturellen Lernens. LIT Verlag. (Dissertation)

Vorträge

11/2019 „Sollten Eltern Bilder ihrer Kinder auf sozialen Netzwerken teilen dürfen? – Über elterliche Rechte und Pflichten zum Schutz kindlicher Privatheit“ – Vortrag an der Jahreskonferenz „Aufwachsen in überwachten Umgebungen – Wie lässt sich Datenschutz in Schule und Kinderzimmer umsetzen?“ des Forum Privatheit – selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt in Berlin (Gemeinsam mit Dr. T. Grote)
09/2019 „Sollten Eltern Bilder ihrer Kinder auf sozialen Netzwerken teilen dürfen? - Über elterliche Rechte und Pflichten zum Schutz kindlicher Privatheit“ – Vortrag im Workshop des Netzwerks "Philosophie und Kindheit" an der Tagung für Praktische Philosophie der Universität Salzburg, Österreich (Gemeinsam mit Dr. T. Grote)
09/2019 „Fairnessverhalten bei den Kleinkindern –  Eine kulturvergleichende Studie in Deutschland und in Südkorea (Gruppenmanipulation)“ – Vortrag an der paEpsy Tagung (Tagung der Fachgruppen Entwicklungspsychologie und Pädagogische
Psychologie 2019) an der Universität Leipzig
06/2019 „Interkulturelle Bildung durch das Philosophieren mit Kindern“ – Vortrag an der Tagung "Mit anderen Augen: Inter-/Kulturelle Bildung im Philosophie- und Ethikunterricht an der Europa-Universität Flensburg
03/2019 „Über welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sollten Grundschullehrkräfte im Fach Ethik/Philosophie verfügen?“ – Vortrag an der Arbeitstagung "Philosophie in der Grundschule - Konzepte zu Unterricht, Lehre und Forschung" am Philosophischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
03/2019 „Privatheit als Thema des Philosophierens mit Kindern - Ein Beitrag zur philosophischen und demokratischen Bildung“ – Vortrag an der 6. Arbeitstagung Philosophiedidaktik an der bergischen Universität Wuppertal
09/2018 „Über die Ziele der moralischen Bildung“ – Vortrag am Workshop des Netzwerks „Philosophie & Kindheit“ an der Tagung für Praktische Philosophie an der Universität Salzburg
09/2018 „Fairnessverhalten bei den Kleinkindern – Kulturvergleichende Studie in Deutschland und in Südkorea“ – Vortrag am Symposium „The development of social cognition and behavior in interpersonal and intergroup contexts“ am DGPs-Kongress in Frankfurt a. M.
06/2018

„Der Einfluss konfuzianistischer Werte auf die moralische Erziehung“ – Vortrag im Forschungskolloquium des Leipziger Forschungszentrums für frühkindliche Entwicklung (LFE) in Leipzig

05/2018 „Philosophieren mit Kindern zur Demokratie- und Toleranzerziehung“ – Vortrag an der zentrale Fachberatertagung der Fachberaterinnen und Fachberater im Grundschulbereich in Sachsen in Dresden
03/2018 아동의 선입견 형성과 원인 („Wie bilden sich Vorurteile bei den Kindern?“) – Gastvortrag im Kolloquium der Pusan National Universität in Südkorea
11/2017 Die Verletzlichkeit von Jugendlichen – Grundzüge einer normativen Theorie von Jugend – Vortrag am Workshop "Verletzlichkeit und Kindheit"  an der V. Tagung für Praktische Philosophie an der Universität Salzburg (16.-17.11.2017)
11/2017 Rechte und Pflichte von Eltern und Kindern aus konfuzianistischer
Perspektive
- Vortrag in der Fachtagung Kind und Moral 2017 an der TU Chemnitz (02.-04.11.2017)
10/2017 Demokratie- und Toleranzförderung durch das Philosophieren mit Kindern - Vortrag an der Universität Leipzig
10/2017 Der Wert der Kindheit, eine Betrachtung aus konfuzianischer Perspektive – Vortrag am DFG-Netzwerktreffen "Normative Grundlagen des Kindeswohls" an der LMU München (09.-11.10.2017)
09/2017

Die spezifischen Güter der Jugend - Grundzüge einer normativen Theorie von Jugend - Vortrag in der Jahrestagung der Kommission Pädagogische Anthropologie der Sektion Allgemeine Erziehungswissenschaft der DGfE "Jugenden" an der Alpina-Aldrina Universität Klagenfurt, Österreich (28.-30.09.2017)

09/2017 Kleine Rassisten? - Vorurteile bei Kindern gegenüber Fremden – Vortrag im Symposium "Moral in der Mache – Moralische Entwicklung bei Kindern im Vor- und Grundschulalter" für die gemeinsame Tagung der Fachgruppen Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (11.-14.09.2017)
07/2017

When parents love their children too much – on the ethics of helicopter parenting
- Vortrag an der Tagung Philosophy and Childhood an der Uni Salzburg, Österreich (13.-14.07.2017) (Gemeinsam mit Dr. T. Grote)

07/2017 Die Brücke von Theorie und Praxis – Grundschullehrerbildung im Fach Ethik/Philosophieren mit Kindern – Vortrag an der 2. internationalen Arbeitstagung für Didaktik der Philosophie und Ethik „Was bedeutet gute Lehrerausbildung im Fach Ethik/Philosophie?“ an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (30.06.-02.07.2017)
06/2017 Toleranz als Bildungsziel – Der Beitrag des Philosophierens mit Kindern für ein friedliches Miteinander - Vortrag an der 30. Tagung des Forums Friedenspsychologie “No Justice, no Peace?“ Friedenspsychologische Perspektiven auf soziale Ungleichheit an der TU Chemnitz (16.-17.06.2017)
05/2017 Vorurteilsbildung bei den Kindern – Gastvortrag am IZEW an der Uni Tübingen 
05/2017

Wahlheimaten und die Ethik der Integration - Vortrag auf dem Workshop "Ethik der Integration- Reflexionen zum Umgang mit kultureller Heterogenität" an der TU Chemnitz (12.-13.05.2017)

04/2017 Philosophieren mit Kindern über die digitale Welt - Vortrag an der 4. Arbeitstagung Philosophiedidaktik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (07.-08.04.2017)
04/2017 무엇이 어린이와 청소년을 취약하게 만드는가? (Was macht Kinder und Jugendliche so vulnerabel?) - Gastvortrag an der Sangmyung Universität in Seoul, Südkorea 
03/2017 어린이와 철학하기를 통한 민주시민교육 (Der Beitrag des Philosophierens mit Kindern zur demokratischen Bildung) - Gastvortrag an der Sangmyung Universität in Seoul, Südkorea 
11/2016

„Die sind gefährlich“ – Stereotype und Vorurteile bei Kindern - Vortrag an der Fachtagung Kind und Moral an der TU Chemnitz (03.-05.11.2016)

10/2016 Kalte Asiaten und warme Europäer? Zur Rolle von Emotionen auf Stereotype und der pädagogische Umgang mit ihnen - Vortrag an der internationalen Tagung "Bildung und Emotion" an der Universität Wien (21.-22.10.2017)
10/2016 Heimat und die Ethik der Integration - Vortrag an der DGfE-Jahrestagung der Kommission Pädagogische Anthropologie „Flucht und Heimat“ an der Leuphana Universität Lüneburg (06.-08.10.2016)
09/2016 Kindheit – jenseits von Biologie und Kultur - Vortrag am Workshop "Was ist Kind?" in der Tagung für Praktische Philosophie an der Universität Salzburg (gemeinsam mit T. Grote) (29.-30.09.2016)
06/2016

Vorurteile und Rassismus bei den Kindern – neue Herausforderung für den Ethikunterricht in der Grundschule - Gastvortrag an der Universität Bayreuth

09/2015  Ethikunterricht in deutschen Grundschulen und Didaktik des Philosophierens mit Kindern - Gastvortrag an der Seoul National University of Education (SNUE)
09/2015  Theorie und Praxis des interkulturellen Lernens in Deutschland. Ein Vergleich zum interkulturellen Lernen in Korea - Gastvortrag an der Seoul National University of Education (SNUE)

03/2015 

Macht Philosophieren offen? Zur Möglichkeit der Förderung von Offenheit und Toleranz durch das Philosophieren mit Kindern - Arbeitstagung Fachdidaktik Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

06/2014  

Grundprobleme des interkulturellen Lernens - Forum Pädagogik an der TU Chemnitz

04/2014 

Aktuelle fachdidaktische Entwicklungen und Diskussionen in Ethik/ Philosophie (Philosophieren mit Kindern) - Impulsvortrag im Fachgespräch im Sächsischen Staatsministerium für Kultus (SMK) in Dresden

01/2014 

Philosophieren mit Kindern als Weg zur interkulturellen Bildung - Fachtagung an der Stiftung Universität Hildesheim „Philosophieren mit Kindern als pädagogische Grundhaltung und Unterrichtsprinzip. Standpunkte und Forschungsperspektiven

 

Workshops

06/2017

Wissenschaftliche Wege nach der Promotion - die Postdoc-Phase - Graduate School of the Humanities an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Gemeinsam mit Dr. T. Grote)

07/2015

In der Uni nach der Promotion - Einblick in das Berufsleben einer Juniorprofessorin - Graduate School of the Humanities an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

11/2014 

Staunen und Fremderfahrung – Theorie und Praxis - Fachtagung Philosophieren mit Kindern über das Eigene und Fremde im ZLB der TU Chemnitz

 

Sekretariat

MitarbeiterInnen

Portrait: Sophia Peukert
Sophia Peukert
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt DigiLeG
  • Telefon:
    +49 371 531-29943
  • E-Mail:
  • Adresse:
    Straße der Nationen 12, 09111 Chemnitz
  • Raum:
    A30.241

Sekretariat

Portrait: Doritt Haugk-Scholz
Doritt Haugk-Scholz
Sekretariat

Wissenschaftliche Hilfskräfte

Portrait: Lisa Franke
Lisa Franke
Wissenschaftliche Hilfskraft

Studentische Hilfskräfte

Portrait: Elisa Fischer
Elisa Fischer
Studentische Hilfskraft

ehemalige MitarbeiterInnen

NEUERSCHEINUNG

Am 6. September erscheint der Sammelband "Werte im Ethikunterricht. An den Grenzen der Wertneutralität" im Verlag Barbara Budrich. Die Beiträge befassen sich mit der Frage, ob und in welcher Form Werteerziehung im Ethikunterricht stattfinden darf oder sollte und thematisieren die sich daraus ergebenden Herausforderungen für die Lehrenden.

 

 


Call for Papers „Chancen und Risiken der digitalen Lehre in der Philosophie“

Aufgrund der COVID-19-Pandemie mussten die Universitäten im zurückliegenden Semester abrupt auf die digitale Lehre umstellen. Die Dozierenden konnten – bzw. mussten – wegen dieser Umstellung viele Erfahrungen mit digitalen Lehrformen sammeln. Diese gesammelten Erfahrungen wollen wir nutzen, um über die Chancen und Risiken der digitalen Lehre speziell für das Fach Philosophie zu reflektieren. Angesichts der vermehrten Verwendung digitaler Lehrformen im Fachbereich Philosophie ergeben sich die folgenden Fragen:

  • Welche Elemente der digitalen Lehre stellen eine Bereicherung dar?
  • Welche digitalen tools sind für welche didaktischen Zielsetzungen geeignet?
  • Welche Elemente der Präsenzlehre können/sollten durch die digitale Lehre nicht ersetzt werden?
  • Welche Hybridmodelle verbinden Präsenzlehre auf gewinnbringende Weise mit digitalen Lehrformen?
  • Haben bestimmte Formen der digitalen Lehre einen (positiven oder negativen) Einfluss auf das Verständnis (der Studierenden) von Philosophie?
  • Welche digitalen Lehrformen haben sich als besonders produktiv erwiesen?
  • Welche digitalen Lehrformen weisen besondere didaktische Probleme auf? Welche Problemlösungsmaßnahmen wurden ausprobiert?
  • Welche Rückmeldungen der Studierenden kamen zu bestimmten digitalen Lehrformen?
  • Wie viel größer (oder kleiner) ist der Zeitaufwand für die digitale Lehre und was für Folgen hat das für die Lehre?
  • Sind mit digitalen Lehrformen besondere Probleme der Gerechtigkeit verbunden (z.B. aufgrund der Heterogenität der Studierenden oder technischer Voraussetzungen)?
  • Welche besonderen Risiken birgt die Digitalisierung der Lehre in der Philosophie?

Wir bitten um die Einsendungen von Beiträgen in deutscher Sprache mit einer Länge von ca. 40.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen). Die Beiträge können auch „best-practice“-Beispiele der digitalen Lehre vorstellen oder Vorschläge zur Aktivierung der Studierenden im Rahmen der digitalen Lehre abbilden. Die Beiträge werden in einem Sammelband in der Reihe „Philosophische Bildung in Schule und Hochschule“, hrsg. v. Bettina Bussmann und Markus Tiedemann, im Metzler-Verlag erscheinen. Bitte senden Sie Ihren Beitrag anonymisiert bis zum 15. März 2021 an: Tobias Gutmann ( ). Bitte senden Sie gesondert eine Titelseite mit folgenden Informationen: Titel des Papers, Anschrift/Institution der einreichenden Person(-en).

Sie erhalten die Rückmeldung des Editorial-Review-Verfahrens bis zum 15. Juli 2021. Der begutachtete Sammelband wird voraussichtlich Ende 2021 bzw. Anfang 2022 erscheinen. Wir freuen uns auf Ihre Einsendungen!

Das Call for Paper als PDF finden Sie unter: https://www.tu-chemnitz.de/zlb/professuren/gsd_philo/images/cfp_chancen_risiken_digitale_lehre.pdf


Zur Möglichkeit der Freundschaft zwischen Menschen und Robotern

Referentin: Svenja Wiertz

Wir erleben eine zunehmende Technisierung unserer Gesellschaft – in immer mehr Handlungsfeldern sollen und werden Maschinen als Interaktionspartner eingeführt, wo wir früher auf Menschen gestoßen sind. In der Pflege, im Haushalt, als Spielgefährten im Kinderzimmer sollen uns Roboter und andere Formen künstlicher Intelligenz das Leben erleichtern und dabei möglichst freundlich und sympathisch erscheinen. Aber wie weit kann die Interaktion mit Maschinen zwischenmenschliche Interaktionen ersetzen? Und wo genau liegen wesentliche Unterschiede?
Einige typische Werte der Freundschaft können klarerweise auch in der Interaktion mit Robotern verwirklicht werden, wie etwa Freude an gemeinsamen Interaktionen. Die Verwirklichung anderer Werte wie etwa der Entwicklung sozialer Kompetenzen erscheint schwieriger, aber nicht notwendig unmöglich. Der wesentliche Unterschied ist hingegen in der Konzeption von Freund*innen als gleichen zu suchen – zumindest sofern wir nicht auf utopische Szenarien der Mensch-Maschinen-Interaktion, sondern auf konkrete gegenwärtige Entwicklungen blicken. Aktuelle Vermarktungsstrategien, die Roboter als unsere neuen besten Freunde darstellen, so soll der Vortrag zeigen, täuschen darüber hinweg, dass Gegenseitigkeit ein wesentliches Element von Freundschaften darstellt. Obwohl auch Mensch-Maschinen-Interaktionen aus verschiedenen Perspektiven als wertvoll begriffen werden können, sollten wir sie nicht voreilig mit zwischenmenschlichen Beziehungen gleichsetzen.

Zur Person: Svenja Wiertz M.A. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Fachdidaktik Philosophieren mit Kindern, Prof. Dr. Minkyung Kim, am Zentrum für Lehrerbildung der TU Chemnitz. Sie promovierte 2019 zu Freundschaftskonzeptionen in der Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und arbeitet unter anderem zu ethischen Fragen der Mensch-Maschinen-Interaktion.

Unsere Vortragsreihe wird aufgrund der Pandemie auf das Wintersemester 2021/22 verschoben. Die weiteren Informationen folgen demnächst.


Workshop „Werte im Ethikunterricht – An den Grenzen der Wertneutralität“

03.-04. Mai 2019, ZLB der TU Chemnitz

Das politische Klima in Deutschland ist rauer geworden. Diskriminierende Äußerungen, fremdenfeindliche Übergriffe, Angriffe auf Journalisten, der wachsende Einfluss von „Fake-News“ und eine sinkende Bereitschaft, sich mit den Argumenten der Gegenseite auseinanderzusetzen, scheinen mit einer zunehmend ablehnenden Haltung gegenüber der offenen Gesellschaft einherzugehen. Sowohl die Universitäten als auch die Schulen haben den Auftrag, derartigen Entwicklungen entgegenzuwirken, und dementsprechend häufen sich Forderungen nach einer Werterziehung auch im Ethikunterricht. Allerdings steht dieser Forderung ein historisch begründetes Unbehagen entgegen, den Schülerinnen und Schülern bestimmte Werte einfach zu diktieren. Weil zudem Werte in einer modernen pluralistischen Gesellschaft stets umstritten sind ist unklar, zu welchen Werten denn eigentlich erzogen werden soll. Aus diesen Gründen hat sich ein Fachverständnis etabliert, dem zufolge im Ethikunterricht ein Neutralitätsgebot gilt. Der heutige Ethikunterricht versteht sich demnach als Beitrag zur Ausbildung eines Urteilsvermögens, das es Schülerinnen und Schülern erlauben soll, sich selbst ein Bild zu machen. Dieses Verständnis ist allerdings selbst von Werten wie Autonomie, Offenheit und Toleranz geprägt und damit keinesfalls wertfrei. Offensichtlich führt demnach kein Weg an der Frage vorbei, in welcher Art und Weise sich der Ethikunterricht mit Werten befassen soll.
Auf dem Workshop sollen verschiedene Spannungen, die sich aus dieser Konstellation ergeben, diskutiert werden: Welche Werte sind konsensfähig? Was bedeuten Werte wie Toleranz, Vorurteilslosigkeit, Offenheit, Autonomie usf.? In welcher Form kann/ darf/ soll/ muss Werteerziehung, -vermittlung oder -orientierung stattfinden? Welche normativen Grenzen gelten dabei? Wie stark sind Universitäten und Schulen verpflichtet, in die Ausprägung von Werten steuernd einzugreifen? Wie verhalten sich solche Forderungen zum Neutralitätsgebot? Worin genau besteht die Aufgabe des Ethikunterrichts für angehende Lehrerinnen und Lehrer?

Zum Flyer


Gastvortrag

Franziska Sandkühler (Leipzig)

"Meinem Vater sage ich, dass ich auf der Arbeit bete." Religiosität junger Geflüchteter zwischen sozialer Kontrolle und Emanzipation

Frau Sandkühler referiert ihr Forschungsprojekt, in dem sie qualitative Interviews mit jungen Geflüchteten, die mehrheitlich aus Syrien stammen, führte und deren religiöse Selbstsichten er- und hinterfragte. Entgegen der verbreiteten Annahme ist die Betonung einer muslimischen Identität kein zentrales Merkmal bzw. wird muslimische Identität deutlich heterogener konstruiert, als es gängige Vorstellungen zulassen.
Der Vortrag findet am  Freitag, den 7.12. um 11.30 Uhr in Raum 1/R239 statt. Anschließend besteht die Gelegenheit zu Fragen und zur Diskussion.

Filmvorführung und Podiumsdiskussion mit Regisseurin Sung-Hyung Cho am 30. Nov. 18:00 Uhr

Die Regisseurin Sung-Hyung Cho ist bekannt für ihre ethnografischen Heimatfilme. Bereits 2006 wurde ihr erster Heimatfilm „Full Metal Village“ auch mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet. Die Jury des Max-Ophüls-Preises lobte den Film in ihrer Begründung als humorvoll und vielschichtig, als „unterhaltsamen Dokumentarfilm, der ein faszinierendes Bild deutscher Identität“ liefere. Neben den weiteren Heimatfilme wie  „Endstation der Sehnsüchte“ und „Verliebt, Verlobt, Verloren“ hat sie 2016 einen neuen Heimatfilm gedreht, welcher einen spannenden Einblick in das abgeschottete Land Nordkorea gibt: MEINE BRÜDER UND SCHWESTERN IM NORDEN.

Wie fühlen sich die Menschen in einem Land heimisch, welches uns nur mit Militär-Paraden mit Panzern und Raketen, Soldaten und Soldatinnen, die wie Roboter marschieren, Kriegsdrohungen, Hungersnöte usw. bekannt ist?

An diesem Abend schauen wir ihren jüngsten Film in ihrer Anwesenheit und sprechen mit ihr über ihren Film in der Podiumsdiskussion.

Nähere Informationen zum Film und zur Regisseurin finden Sie unter den folgenden Links:

http://www.meinebruederundschwesternimnorden.de/

http://www.sung-hyung.de/cms/

Die Veranstaltung findet am 30. Nov. 2017 um 18:00 Uhr im Rawema-Gebäude, im Lehrsaal im 4. OG (Straße der Nationen 12, 09111 Chemnitz) statt. Der Eintritt ist frei.


Aktuelle Informationen beispielsweise zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.


Workshop "Ethik der Integration - Reflexionen zum Umgang mit kultureller Heterogenität"

12.05. – 13.05.2017

"Altes Heizhaus", Straße der Nationen 62, 09111 Chemnitz

 
 
In Zeiten, in denen jedes Jahr neue Rekorde der weltweiten Migrantenzahlen hervorbringt, wächst das Bedürfnis nach moralischer Orientierung in Fragen der Migration. Die Ethik der Migration hat, mit gutem Grund, Hochkonjunktur. Es ist wohl ebenso verständlich, dass sich – in einer politischen Situation der (wieder-) erstarkenden Nationalismen, der verstärkten Sicherung nationaler Grenzen und des Feilschens um möglichst geringe Aufnahmekontingente – die Debatten der Migrationsethik auf Fragen eines Menschenrechts auf Migration und der Legitimität geschlossener Grenzen konzentrieren. Dabei drohen jedoch die Fragen einer Ethik der Integration auf der Strecke zu bleiben: Gibt es für Migranten eine Pflicht zur Integration? Korrespondieren dieser Pflicht auch Rechte auf Integration? Welche Rechte und Pflichten hat die integrierende Gesellschaft gegenüber den Migranten? Welche Maßstäbe gelten für eine gelingende Integration? Wie sind sie begründbar? Was sind die Ziele von Integration? Wie viel Anpassung kann man von den zu Integrierenden verlangen? Und wie viel Veränderung ist andererseits den integrierenden Gesellschaften zuzumuten?
 
Ziel des Workshops ist es, Grundlagen, Begriffe und einzelne Aspekte einer Ethik der Integration zu diskutieren. 
 
Programm:
 
Freitag, 12. Mai
15.00 Uhr: Begrüßung und Kaffee
15.30 – 16.15 Uhr: Gianluigi Segalerba: Seyla Benhabibs neues Modell von Staatsbürgerschaft: Das Recht, Rechte zu haben
16.15 – 17.00 Uhr: Marcel Vondermaßen: Homogenität vs. Heterogenität in der Debatte um Immigration
17.00 – 17.30 Uhr: Kaffeepause
17.30 – 18.15 Uhr: Kathrin Bouvot: Flexible Identitätsmodelle als Chance für eine gelingende Integration
18.15 – 19.00 Uhr: Minkyung Kim: Vortrag „Wahlheimaten und die Ethik der Integration“
19.30 Uhr: Gemeinsames Abendessen
 
Samstag, 13. Mai
9.30 – 10.15 Uhr: Frank Asbrock: Vortrag „Die Integrationsbereitschaft der Aufnahmegesellschaft“
10.15 – 11.00 Uhr: Ulrich Arnswald: Gibt es für Migranten eine Pflicht zur Integration?
11.00 – 11.30 Uhr: Kaffeepause
11.30 – 12.15 Uhr: Jan Friedrich: Erfordert Sollen Können? Zum Verhältnis von Migrations- und Integrationsethik
12.15 – 13.00 Uhr: Tobias Gutmann: Was ist gelingende Integration?
13.30 Uhr: Gemeinsames Mittagessen
 
Für Fragen und zur Anmeldung schreiben Sie bitte bis 10. Mai an tobias.gutmann@zlb.tu-chemnitz.de; die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro. Lehramtsstudierende der TUC sind von der Teilnahmegebühr befreit.


Aktuelle Informationen beispielsweise zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.


  • Mi. 26. Okt. 2016:
    Globale Gerechtigkeit zwischen kosmopolitischer Utopie und politischer Realität
    Prof. Dr. Henning Hahn, Universität Kassel
  • Mi. 23. Nov. 2016:
    Globale Bewegungsfreiheit
    Dr. des. Andreas Cassee, Freie Universität Berlin
  • Do. 15. Dez. 2016:
    Zu viel des Guten? Political Correctness zwischen gebotener Vorsicht und diskursiver Hysterie
    Prof. Dr. Arnd Pollmann, Freie Universität Berlin/Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Do. 12. Jan. 2017: (Änderung!)

    Wer ist schuld, wenn’s keiner war? Der VW-Fall und die Frage nach der moralischen Verantwortung globaler Akteure

    Dr. Jan Friedrich, TU Chemnitz

 

Aktuelle Informationen zu den Vorträgen finden Sie hier.


GASTVORTRAG

Prof. Dr. Eva Marsal
(PH Karlsruhe)

Respekt kann man nicht anfassen, man kann es nur denken
Kinder philosophieren über das Konstrukt Respekt


Die kindlichen Weltbilder zum Konstrukt Respekt werden systematisch analysiert und zwar hinsichtlich der Definitionen, Eigenschaften und Faktoren, die Respekt hervorrufen, der Objekte des Respekts sowie der Arten des Respekts und ihres Stellenwerts. Dabei werden sowohl die ästhetischen Produkte der Forschungspartnerinnen und Forschungspartner, also die Kinderzeichnungen und deren Selbstinterpretation berücksichtigt, als auch die dialogisch entwickelten intellektuellen und emotiven Selbstaussagen.


6. Juli 2016, 17:15 Uhr
Rawema-Gebäude, Lehrsaal im 4. OG.
(Straße der Nationen 12, 09111 Chemnitz)


 

Termin: 31. Mai 2016

Call for Abstracts

Fachtagung Kind und Moral

3./4./5. November 2016, TU Chemnitz

Veranstalter: Juniorprofessur Grundschuldidaktik Philosophieren mit Kindern, Zentrum für Lehrerbildung, TU Chemnitz

Organisationsleitung: Minkyung Kim

Ko-Organisatoren: Thomas Grote, Udo Rudolph

Bestätigte Referenten:

  • Ezio Di Nucci (Philosophie/ Ethik der Medizin, Uni Kopenhagen)
  • Markus Paulus (Entwicklungspsychologie, LMU)
  • Gottfried Schweiger (Philosophie, Uni Salzburg)
  • Johanna Mierendorff (Erziehungswissenschaften, Uni Halle)
  • Robert Hepach (Psychologie, MPI Leipzig)
  • Alexander Bagattini (Philosophie, LMU)
  • Udo Rudolph (Allgemeine und Biopsychologie, TU Chemnitz)
  • Minkyung Kim (Philosophieren mit Kindern, TU Chemnitz)

Tagungsbeschreibung:

In den letzten zwei Dekaden ist das Kind in den Fokus verschiedener fachwissenschaftlicher Debatten gerückt: Ausgehend von den Arbeiten Phillipe Ariès` hat sich zunehmend die Auffassung durchgesetzt, dass die Kindheit nicht bloß ein defizitäres Stadium ist, sondern eine eigenständige Lebensphase, die historischen und sozialen Wandlungen unterliegt. Dies hat dazu geführt, dass die Erfahrungswelt von Kindern in den Sozial- und Erziehungswissenschaften systematisch erkundet wurde. Mit der veränderten Konzeption von Kindheit setzte sich zugleich ein verändertes Erziehungsideal durch, welches die freie Entfaltung von Kindern betont. Dieses Ideal ist jedoch nicht nur durch Amy Chuas Plädoyer für die Tigermutter angefochten worden.

In der Psychologie wiederum werden zunehmend kindliche Denkmuster und Verhaltensweisen untersucht, um Erkenntnisse über die Entstehung von Moral und Sozialität zu gewinnen. Exemplarisch lässt sich hier auf Untersuchungen zu moralischen Gefühlen, zur Empathie und zum kooperativen Verhalten verweisen. Anders als die erziehungswissenschaftliche Kindheitsforschung arbeitet die Psychologie hierbei vornehmlich mit einem biologistischen Verständnis von Kindheit. Daneben befasst sich die Angewandte Ethik in den letzten Jahren verstärkt mit Themen wie Kinderrechten, der Bestrafung von Kindern oder Bildungsgerechtigkeit.

Doch trotz der thematischen Überschneidungen zwischen den einzelnen Fachdisziplinen, mangelt es immer noch an einem fachübergreifenden Austausch, was sich bisweilen in einer sehr einseitigen Theoriebildung widerspiegelt. Das Ziel dieser Tagung ist es daher, Vertreter der einzelnen Fachdisziplinen (Erziehungswissenschaften, Psychologie, Philosophie und benachbarte Disziplinen) zusammen zu bringen, um konstruktiv über neuere Erkenntnisse zur Moralentwicklung und -erziehung von Kindern zu diskutieren.

Neben einigen eingeladenen Vertretern aus den besagten Disziplinen besteht die Möglichkeit, sich mittels eines ausführlichen Abstracts (ca. 600 Wörter) für einen Vortrag zu bewerben. Der CfA richtet sich an WissenschaftlerInnen sämtlicher Karrierestufen, wobei wir insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs ermuntern möchten, sich zu bewerben. Die These und die Argumentation des Vortrags sollten im Abstract erkenntlich sein.

 

Mögliche Themenfelder sind beispielsweise:

  • Die biologischen Wurzeln kindlicher Moral
  • Die Rolle der sozialen/kulturellen Prägung von Moralvorstellungen
  • Theorien der Kindheit (Kindheit als defizitäre Lebensphase vs. das Kind als autonomer Akteur)
  • Die Vermittlung von Moral in schulischen und außerschulischen Kontexten
  • Ethische Fragestellungen (Bestrafung von Kindern, Paternalismus etc.)
  • Charakterbildung und Positive Psychologie

 

Im Falle einer Zusage werden die Reise- und Übernachtungskosten erstattet.

Es wird zudem anvisiert, ausgewählte Beiträge in Form eines Sammelbands oder einer Sonderausgabe einer Zeitschrift zu veröffentlichen.

 

Abgabetermin für das Abstract: 31. Mai 2016

in elektronischer Form, ca. 600 Wörter

an: minkyung.kim(at)zlb.tu-chemnitz.de

Bei Fragen wenden Sie sich an Minkyung Kim (minkyung.kim(at)zlb.tu-chemnitz.de) oder an Thomas Grote (thomasgrote(at)hotmail.de)

Bekanntgabe des Entscheids: 20. Juni 2016

 


Nachwuchsworkshop Philosophieren mit Kindern

26. und 27. November 2015

 

Ort:   Raum 312, Zentrum für Lehrerbildung, TU Chemnitz, Straße der Nationen 12, 09111 Chemnitz

In dem Workshop stellen Promovenden Ihre Dissertationsprojekte zum Thema Philosophieren mit Kindern (PmK) vor. Weiterhin dient der Workshop zur besseren Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich PmK.

Programm

Do. 26. November 2015

 

17:15 Uhr
Begrüßung und offizielle Eröffnung des Nachwuchsworkshops und weitere Informationen zum Ablauf
Minkyung Kim, TU Chemnitz

 

17:30 Uhr bis 18:15 Uhr
Philosophieren als Methode im Primarbereich um Problemlösefähigkeiten zu erforschen und zu verbessern
Sandy Scheffler, TU Chemnitz

 

18:30 Uhr bis 19:15 Uhr
Mit Kindern über Moral und eine Vorstellung des guten Lebens philosophieren
Daniela Kloss, Universität Bielefeld

 

19:30 Uhr
Abendessen im „Heck-Art“
(Mühlenstraße 2, 09111 Chemnitz)

 

Fr. 27. November 2015

09:30 Uhr bis 10:15
Sprachbildung im Gedankenaustausch: Das sprachbildende Potential philosophischer Gespräche
Katrin Alt, Universität Hamburg und Bremen

 

10:20 Uhr bis 11:05 Uhr
Philosophie(ren) in der Primarstufe: Denkräume schaffen und ertragreich gestalten. Skizze einer unterrichtlichen Erprobung.
Anne Goebels, Universität zu Köln

 

11:20 Uhr bis 12:05 Uhr
Nachdenken über das (eigene) Selbst. Eine qualitative Untersuchung zu Wirkungen des Philosophierens mit Schüler/innen
Martina Petersen, Universität Hamburg

 

12:05 Uhr bis 12:45 Uhr
Diskussion: Wissenschaftliche Karriere im Bereich PmK – Perspektiven, Problemen und Maßnahmen

 

Anmeldung

spätestens bis zum 10. Oktober 2016 per Online-Formular: www.tu-chemnitz.de/zlb/FachtagungKindundMoral

(Mit dem Eingang Ihrer Anmeldung und der Überweisung des Tagungsbeitrags sind Sie verbindlich zur Tagung angemeldet.).

Da es nur eine begrenzte Anzahl an freien Plätzen gibt, ist eine vorherige Anmeldung verpflichtend.

 

Organisationsleitung

Minkyung Kim ( )

 

Den Flyer zum Nachwuchsworkshop finden Sie hier.
Das Poster zum Nachwuchsworkshop finden Sie hier.
Für eine Wegbeschreibung nutzen Sie bitte folgenden Link: Wegbeschreibung
 

FACHTAGUNG

Kind und Moral 2017

 

Veranstalter: Juniorprofessur Grundschuldidaktik Philosophieren mit Kindern, Zentrum für Lehrerbildung, TU Chemnitz

Organisationsleitung: Minkyung Kim

Ko-Organisatoren: Thomas Grote (IZEW, Universität Tübingen), Udo Rudolph (TU Chemnitz)


Donnerstag, 2. November 2017

 

14:30 bis 15:30 Uhr

Registrierung & Kaffee

 

15:30 bis 15:50 Uhr

Begrüßung & thematische Einführung

Minkyung Kim, Thomas Grote, Udo Rudolph

 

15:50 bis 16:40 Uhr

Das war gelogen!“ - Zur Entwicklung des Lügenkonzeptes

Marina Proft, MPI für evolutionäre Anthropologie, Leipzig

 

 

16:40 bis 17:30 Uhr

Gefährliches Halbwissen zur Epistemologie der Toleranzerziehung

Johannes Drerup (Uni Koblenz-Landau)

 

 

17:30 bis 17:50 Uhr

Kaffee & Snacks

 

17:50 bis 18:40 Uhr

Sollen wir minderjährige Flüchtlinge bevorzugen?

Gottfried Schweiger, Zentrum für Ethik und Armutsforschung, Uni Salzburg

 

 

 

19:00 Uhr

Abendessen

 

 

Freitag, 3. November 2017

 

09:00 bis 09:30 Uhr

Kaffee

 

 

09:30 bis 10:20 Uhr

Soziale und emotionale Kompetenzen bei Vorschul- und Grundschulkindern: Zur Diagnose von Denken, Fühlen und Handeln

Udo Rudolph, Annett Meylan, Lisa Marie Hofmann, TU Chemnitz

 

 

10:20 bis 11:10 Uhr

Zur kindlichen Beurteilung von Moralgeschichten

Hanna Beißert, DIPF, Frankfurt

 

 

11:10 bis 11:30 Uhr

Kaffee & Snacks

 

11:30 bis 12:20 Uhr

Kinder als Täter? Moralische Implikationen von Mobbing

Gunter Graf, IFZ, Salzburg

 

 

12:20 bis 13:10 Uhr

Fairnessverhalten im Vorschulalter – zugrundeliegende Motivation und kontextuelle Einflussfaktoren

David Buttelmann, Uni Bern

 

 

13:10 bis 14:30 Uhr

Mittagspause

 

14:30 bis 15:20 Uhr

Die Sozialisation frühen Hilfeverhaltens und moralischer Präferenzen

Nils Schuhmacher & Niklas Dworazik, Uni Münster

 

 

15:20 bis 16:10 Uhr

Rechte und Pflichte von Eltern und Kindern aus konfuzianistischer Perspektive

Minkyung Kim, TU Chemnitz

 

 

16:10-16:30

Kaffee & Snacks

 

 

 

 

 

 

 

16:30 bis 17:20

Sozio-moralische Reflexion im Zusammenspiel von Entwicklung und Gesellschaft

Monika Keller, MPIB, Berlin

 

 

19:00

Abendessen

 

 

 

Samstag, 4. November 2017

 

09:30 bis 10:00 Uhr

Kaffee

 

10:00 bis 10:50 Uhr

Kinder vergleichen ihre Bedürfnisse mit denen ihrer Peers

Robert Hepach, Uni Leipzig

 

 

10:50 bis 11:40 Uhr

Warum Kleinkinder Anderen helfen - Über das Zusammenspiel sozial kognitiver Entwicklung und elterlicher Sozialisation
Moritz Köster, FU Berlin

 

 

11:40 bis 12:00 Uhr

Kaffee & Kuchen

 

 

12:00 bis 12:50 Uhr

Über Elternliebe – eine emotionstheoretischen Untersuchung

Thomas Grote, IZEW, Uni Tübingen

 

 

12:50 bis 13:00 Uhr

Schlusswort

Minkyung Kim, Udo Rudolph, Thomas Grote

 

 

13:30 Uhr

Abschiedstrunk 

 

Anmeldung

spätestens bis zum 26. Oktober 2017 per E-Mail an: minkyung.kim@zlb.tu-chemnitz.de (Mit dem Eingang Ihrer Anmeldung und der Überweisung des Tagungsbeitrags sind Sie verbindlich zur Tagung angemeldet.) Da es nur eine begrenzte Anzahl an freien Plätzen gibt, ist eine vorherige Anmeldung verpflichtend.

Tagungsbeitrag: 15,- €

(Ermäßigung: Studierende/Doktoranden/TU Chemnitz Mitarbeiter 7,-€ – Bei der Anmeldung muss ein entsprechender Nachweis erbracht werden.) Die Kosten dienen zur Finanzierung des Pausencaterings.

Angaben für die Überweisung

Empfänger: Hauptkasse des Freistaates Sachsen, Dresden

IBAN:  DE22 8600 0000 0086 0015 22

BIC:     MARK DEF1 860

Kreditinstitut: Deutsche Bundesbank

Verwendungszweck: 7040/00140 - 13313265

weiterer Verwendungszweck*: Tagung Kind und Moral

*Bitte bei der Überweisung den Namen der angemeldeten Person beim Verwendungszweck angeben, falls diese nicht mit dem Kontoinhaber identisch ist oder Sie für mehrere Personen zahlen.

 

Tagungsort

Altes Heizhaus der TU Chemnitz (Innenhof des Böttcher-Baus), Str. der Nationen 62, 09107 Chemnitz

Aktuelle Informationen beispielsweise zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

 

 

 

Veranstalter: Juniorprofessur Grundschuldidaktik Philosophieren mit Kindern, Zentrum für Lehrerbildung, TU Chemnitz

Organisationsleitung: Minkyung Kim

Ko-Organisatoren: Thomas Grote (IZEW, Universität Tübingen), Udo Rudolph (TU Chemnitz)

 

Tagungsbeschreibung

In den letzten zwei Dekaden ist das Kind in den Fokus verschiedener fachwissenschaftlicher Debatten gerückt: Ausgehend von den Arbeiten Phillipe Ariès` hat sich zunehmend die Auffassung durchgesetzt, dass die Kindheit nicht bloß ein defizitäres Stadium ist, sondern eine eigenständige Lebensphase, die historischen und sozialen Wandlungen unterliegt. Dies hat dazu geführt, dass die Erfahrungswelt von Kindern in den Sozial- und Erziehungswissenschaften systematisch erkundet wurde. Mit der veränderten Konzeption von Kindheit setzte sich zugleich ein verändertes Erziehungsideal durch, welches die freie Entfaltung von Kindern betont. Dieses Ideal ist jedoch nicht nur durch Amy Chuas Plädoyer für die Tigermutter angefochten worden.

In der Psychologie wiederum werden zunehmend kindliche Denkmuster und Verhaltensweisen untersucht, um Erkenntnisse über die Entstehung von Moral und Sozialität zu gewinnen. Exemplarisch lässt sich hier auf Untersuchungen zu moralischen Gefühlen, zur Empathie und zum kooperativen Verhalten verweisen. Anders als die erziehungswissenschaftliche Kindheitsforschung arbeitet die Psychologie hierbei vornehmlich mit einem biologistischen Verständnis von Kindheit. Daneben befasst sich die Angewandte Ethik in den letzten Jahren verstärkt mit Themen wie Kinderrechten, der Bestrafung von Kindern oder Bildungsgerechtigkeit.

Doch trotz der thematischen Überschneidungen zwischen den einzelnen Fachdisziplinen, mangelt es immer noch an einem fachübergreifenden Austausch, was sich bisweilen in einer sehr einseitigen Theoriebildung widerspiegelt. Das Ziel dieser Tagung ist es daher, Vertreter der einzelnen Fachdisziplinen (Erziehungswissenschaften, Psychologie, Philosophie und benachbarte Disziplinen) zusammen zu bringen, um konstruktiv über neuere Erkenntnisse zur Moralentwicklung und -erziehung von Kindern zu diskutieren.

Aktuelle Informationen beispielsweise zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

 

Vortragsreihe „Ethik der Digitalisierung“

In Kooperation mit dem SFB Hybrid Societies

Die zunehmende Digitalisierung und insbesondere der Einzug KI-gestützter Technologien in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens verändern unseren Alltag im Privaten nicht weniger als unser Zusammenleben in der Öffentlichkeit. Dabei werden an verschiedensten Stellen ethische Fragen aufgeworfen: Sind bestimmte Technologien begrüßenswert oder bergen sie unannehmbare Risiken? Welche Regeln müssen für die Verarbeitung von Daten durch künstlich-intelligente Technologien gelten, wenn sie in bestimmten besonders sensiblen Anwendungsbereichen wie etwa dem Gesundheitssystem eingeführt werden sollen? Welche Rechte von Nutzer*innen müssen gewahrt werden? Oder umgekehrt: Wie sollten digitale Technologien entwickelt werden, um ihre Potentiale für eine Verbesserung menschlichen Lebens zu nutzen? Im Rahmen der Vortragsreihe wollen wir anhand ausgewählter Problemfelder verschiedene ethische Aspekte der zunehmenden Einführung digitaler Technologien diskutieren. Kolleg*innen, Studierende und alle anderen Interessierten sind herzlich eingeladen.

10. November 2021: Die Maschine als Gegenüber
18-20 Uhr, Straße der Nationen 62, Gebäude A 14, Raum 1/316
  • Birgit Beck (TU Berlin): Anthropomorphismus in der (öffentlichen) Debatte über künstliche Intelligenz
  • Svenja Wiertz (Uni Freiburg): Zur Möglichkeit der Freundschaft zwischen Menschen und Robotern
08. Dezember 2021: (Un-)smart soziale Maschinen
18-20 Uhr, „IdeenReich“*
  • Tatjana Tömmel (TU Berlin): Smart Parenting? Wie die „Digitalisierung“ die Eltern-Kind-Beziehung beeinflusst
  • Michael Kühler (KIT und Universität Münster): Können KI-basierte Health Apps paternalistisch sein?
12. Januar 2022: Das Digitale in der Gesellschaft
18-20 Uhr, „IdeenReich“*
  • Andreas Bischof (TU Chemnitz): Die praktische Ethik der Partizipation: Wie und mit welchen Implikationen werden Menschen an Technikgestaltung beteiligt?
  • Henning Laux (TU Chemnitz): Soziologische Beobachtungen zur Vergesellschaftung Digitaler Assistenten
03. Februar 2022: Digitalisierung und politische Kultur
18 – 20 Uhr, „IdeenReich“*
  • Dagmar Borchers (Universität Bremen): Das Konzept der Wahrheit in der digitalen Demokratie - Überlegungen zu einem komplexen Verhältnis
  • Sven Engesser (TU Dresden): Digitaler Populismus

Der Veranstaltung können Sie beitreten unter: .

Das Poster zur Vortragsreihe finden Sie unter: https://www.tu-chemnitz.de/zlb/professuren/gsd_philo/images/poster_ethik_der_digitalisierung.pdf

*Aufgrund der Corona-Lage finden die Vorträge digital statt.

Werteerziehung – Wertevermittlung – Werteorientierung

In Zeiten einer – zumindest gefühlt zunehmenden – Demokratieskepsis, in denen, pointiert gesagt, die Medien und die Politik unter dem Generalverdacht der Lüge stehen und Argumente hinter Meinungen zurückzutreten scheinen, werden aller Orten Rufe nach Wertevermittlung und -erziehung laut. Dabei scheint dem Ethikunterricht eine besondere Bedeutung zuzukommen. Die Ethiklehrpläne sprechen allerdings bewusst sehr viel vorsichtiger von "Werteorientierung", denn es besteht ein durchaus historisch begründetes Unbehagen, den Schülern Werte einfach zu diktieren. Auch ist gar nicht klar, welche Werte denn vermittelt werden sollten. Die Vortragsreihe widmet sich verschiedenen Fragen, die sich aus dieser Konstellation ergeben: Welche Werte sind konsensfähig? In welcher Form sollte Werteerziehung, -vermittlung oder -orientierung stattfinden? Welche normativen Grenzen gelten dabei? Wie stark sollen Schule und Ethikunterricht in die Ausprägung von Werten eingreifen, wie weit sie steuern?

Veranstaltungen

Dienstag, 27. November, 18 Uhr: Jan Friedrich (Chemnitz) – "Überreden vs. Überzeugen – Wie moralerzieherisch darf Ethik sein?"

Die Frage, inwieweit die Ethik zu den "richtigen" Handlungen und zu den "richtigen" Werten überreden darf, ist evidenter Weise selber eine ethische Frage. Heiligt, etwa utilitaristisch gedacht, der gute Zweck die Mittel oder sollten bestimmte Mittel, etwa das Mittel des Überredens, grundsätzlich ausgeschlossen werden? Auf der Basis einer Analyse des Unterschieds zwischen Überreden und Überzeugen lässt sich jedoch zeigen, dass auch eine utilitaristische Ethik auf Überredung verzichten sollte. Der zweite Teil des Vortrags diskutiert dann die Konsequenzen eines solchen Überredungsverbotes für den Ethikunterricht, insbesondere in Bezug auf die jüngst wieder vehementer werdenden Forderungen nach Werteerziehung und -vermittlung in der Schule.

Donnerstag, 13. Dezember, 18 Uhr: Johannes Drerup (Koblenz/Landau) – "Demokratieerziehung und die Kontroverse über Kontroversitätsgebote"

Die Frage was im Unterricht kontrovers, d.h. mit offenem Ausgang und nicht direktiv diskutiert werden sollte und was nicht, ist Gegenstand anhaltender nationaler und internationaler Debatten. Wie ist es z.B. mit den Themen Klimawandel oder Migration und wie sollten Lehrer als Vertreter liberaler Demokratien mit der Aussage umgehen, das dritte Reich sei nur ein `Vogelschiss´ in der deutschen Geschichte?

Ausgehend von einer kurzen Einführung in aktuelle Problemvorgaben der Kontroverse über Kontroversitätsgebote, werde ich die gängigsten Kriterien, die in der Debatte zur Differenzierung zwischen kontroversen und nicht kontroversen Themen vorgeschlagen wurden, rekonstruieren und auf den Prüfstand stellen (z.B. soziale, politische und epistemische Kriterien). Abschließend werde ich auf einige praktische und organisatorische Schwierigkeiten und Hindernisse eingehen, mit denen Demokratieerziehung und politische Bildung in Deutschlang konfrontiert sind.

Donnerstag, 17. Januar, 18 Uhr: Katharina Frank (Zürich) – "Religionskunde im obligatorischen Schulunterricht der Schweiz"

Der Vortrag von Katharina Frank am 17.01.2019 fällt leider aus.


Vortragsreihe

HEIMAT

Heimat ist eines dieser Worte, die beim Hören völlig klar sind und beim Nachdenken immer unklarer werden. Unter den Bedingungen der Moderne scheint er zum einen schwieriger zu bestimmen, zum anderen aber auch in eben dem Maße seiner Flüchtig-keit auch intensiver verhandelt und damit relevanter geworden zu sein. In diesen Debatten erscheint er in einem spannungsreichen Verhältnis zu Begriffen wie Globali-sierung, Flexibilität oder Migration.

Ist Heimat ein fester Ort, an dem man gern ist und immer wieder zurückkommen mag?Oder ist Heimat flexibel, wenn sich Orte zur Heimat entwickeln – je nachdem, wo man gerade lebt und sich wohlfühlt? Oder beides? Wie entsteht dieses Gefühl, an was heftet es sich? Und wie wird darüber gesprochen? Wir widmen uns im Wintersemester mit ver-schiedenen Vorträgen diesen und anderen spannenden Fragen und laden Interessierte herzlich zu den drei Veranstaltungen ein, die sich der Frage philosophisch, künstlerisch-dokumentarisch und soziologisch annähern.

Veranstaltungen

Montag, 23. Oktober, 18 Uhr: Christian Neuhäuser (Dortmund) – „Was ist Integration und was soll sie leisten?“

Die zunehmende Pluralisierung offener Gesellschaften durch Migration befruchtet gegenwärtig eine lebendige öffentliche Diskussion zu Fragen der Integration. In Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz wird viel darüber gesprochen, welche Form von Integration gefordert ist und wer dafür was tun muss.  Dieser öffentlichen Diskussion fehlt es jedoch an einer angemessenen philosophischen Selbstreflexion. Daher möchte ich vorschlagen, dass es bei Integration normativ gesehen nicht einfach nur um Sicherheit oder soziale Ordnung geht, sondern darum, dass alle Menschen innerhalb einer staatlich organisierten Gesellschaft in Selbstachtung leben können. Das verlangt eine angemessene Berücksichtigung kollektiver Identitäten. Es ist für die Selbstachtung von Menschen wichtig, dass sie in ihren kollektiven Identitäten respektiert werden. Dies wiederum erfordert einen respektvollen öffentlichen Diskurs über einen angemessenen Umgang mit den Identitäten anderer Gesellschaftsmitglieder und anderer gesellschaftlicher Gruppen. Aufrichtiger Respekt vor der Identität eines Menschen setzt ein wirkliches Interesse an der Identität dieses Menschen voraus. Das beinhaltet auch den Respekt vor den für die Identität dieses Menschen wichtigen Gruppenzugehörigkeiten.

 

Donnerstag, 30. November, 18 Uhr: Sung-Hyung Cho (Saarbrücken) – „Meine Brüder und Schwestern im Norden“ (2016, Drehbuch und Regie: Cho) Podiumsdiskussion mit Filmvorführung

Filmvorführung und Podiumsdiskussion mit Regisseurin Sung-Hyung Cho

Die Regisseurin Sung-Hyung Cho ist bekannt für ihre ethnografischen Heimatfilme. Bereits 2006 wurde ihr erster Heimatfilm „Full Metal Village“ auch mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet. Die Jury des Max-Ophüls-Preises lobte den Film in ihrer Begründung als humorvoll und vielschichtig, als „unterhaltsamen Dokumentarfilm, der ein faszinierendes Bild deutscher Identität“ liefere. Neben den weiteren Heimatfilme wie  „Endstation der Sehnsüchte“ und „Verliebt, Verlobt, Verloren“ hat sie 2016 einen neuen Heimatfilm gedreht, welcher einen spannenden Einblick in das abgeschottete Land Nordkorea gibt: MEINE BRÜDER UND SCHWESTERN IM NORDEN.

Wie fühlen sich die Menschen in einem Land heimisch, welches uns nur mit Militär-Paraden mit Panzern und Raketen, Soldaten und Soldatinnen, die wie Roboter marschieren, Kriegsdrohungen, Hungersnöte usw. bekannt ist?

An diesem Abend schauen wir ihren jüngsten Film in ihrer Anwesenheit und sprechen mit ihr über ihren Film in der Podiumsdiskussion.

Nähere Informationen zum Film und zur Regisseurin finden Sie unter den folgenden Links:

http://www.meinebruederundschwesternimnorden.de/

http://www.sung-hyung.de/cms/

Die Veranstaltung findet am 30. Nov. 2017 um 18:00 Uhr im Rawema-Gebäude, im Lehrsaal im 4. OG (Straße der Nationen 12, 09111 Chemnitz) statt. Der Eintritt ist frei.

 

Donnerstag, 14. Dezember, 18 Uhr: VORTRAG FÄLLT AUS!

René Gründer (Heidenheim) – Götter des Selbst, des Landes oder des Volkes? Ethnografische Erkundungen zu ‚Beheimatungsprozessen‘ in neuheidnischen Glaubensgemeinschaften

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts enstanden in nahezu allen europäischen Nationalstaaten alternativreligiöse Bewegungen, die sich als naturreligiös, (neu-)heidnisch oder volksreligiös verstanden. Das breite Spektrum dieser Bewegungen reicht bis heute von lebensreformerisch-individualistischen über magisch-okkultistische bis hin zu völkisch-rassistischen Gruppen.
Dem eigenen Anspruch neuheidnischer Gruppen, eine 'einheimische' urtümliche Religion und Glaubenswelt wiederzubeleben, die durch die Christianisierung Europas im Frühmittelalter kolonialisiert und unterdrückt worden sei, kommt dabei ein zentraler Stellenwert zu. Es existiert heute auch in Deutschland ein szeneförmig strunkturiertes  Feld neuheidnischer Gruppen und Strömungen, deren Mitglieder subjektive Entfremdungserfahrungen der Moderne durch Strategien der Wiederbeheimatung in einem oft genug selbst erschaffenen "Urglauben" zu verarbeiten suchen. Basierend auf eigenen Feldforschungen im Feld germanisch-neuheidnischer Asatru-Gruppen (2005-2010) sollen solche alternativreligiösen Beheimatungsstrategien differenziert dargestellt und im Hinblick auf ihre 'Risiken und Nebenwirkungen' diskutiert werden.

 
Zeit: 18:00 Uhr
Ort: Rawema-Gebäude
Lehrsaal im 4. OG
Straße der Nationen 12
09111 Chemnitz
Veranstalter: Juniorprofessur Grundschuldidaktik Philosophieren mit Kindern, Zentrum für Lehrerbildung, TU Chemnitz

 

 

 

 

 

Presseartikel