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DigiLeG

DigiLeG  – Digitale Lernumgebungen in der Grundschule

Logo Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Projekt DigiLeG wird im Rahmen der gemeinsamen "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Zur Programmhomepage gelangen Sie hier

Ziel des Projektes "DigiLeG - Digitale Lernumgebungen in der Grundschule" ist es, sächsische Grundschulen in der Umsetzung der Digitalisierung zu unterstützen.

Um dies zu realisieren, wird zusammen mit den Studierenden des Grundschullehramtes der Technischen Universität Chemnitz über einen längeren Zeitraum eine frei zugängliche, internetbasierte Datenbank mit best-practice-Beispielen aufgebaut und weiterentwickelt. Damit schließt sich ein Desiderat, das sich im Zuge der Strategie der Kultusministerkonferenz zur Bildung in der digitalen Welt ergibt: "Das Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge [sollte] bereits in den Schulen der Primarstufe beginnen. [...] Voraussetzungen dafür sind eine funktionierende Infrastruktur [u.a. Plattformen], [...] die Weiterentwicklung des Unterrichts und vor allem auch eine entsprechende Qualifikation der Lehrkräfte" (KMK 2016, S. 11).

Das Zentrum für Lehrerbildung der TU Chemnitz bietet hier strukturell gute Voraussetzungen, um dieses Vorhaben umzusetzen. So werden bereits jetzt zahlreiche digitale Medien in der Lehre eingesetzt. Im Projekt DigiLeG wird das bereits vorhandene Wissen zum Umgang mit digitalen Medien didaktisch und methodisch sinnvoll gebündelt und in entsprechende Unterrichtssequenzen überführt. Dabei werden die einzelnen Fächer mit ihren jeweiligen fachspezifischen Bezügen berücksichtigt. Daher werden in ausgewählten Seminaren verschiedener Grundschuldidaktiken fachspezifische und fächerübergreifende digitale Lernumgebungen entwickelt, in den Schulpraktischen Studien durch die Studierenden erprobt und in begleitenden Übungen sowie anschließenden Seminaren reflektiert. Am Projekt beteiligt sind die Professuren Grundschuldidaktik Sachunterricht, Fachdidaktik Sport und Bewegungserziehung, Grundschuldidaktik Mathematik, Fachdidaktik Englisch , Fachdidaktik Philosophieren mit Kindern sowie Fachdidaktik Deutsch, welche in unterschiedlichen Teilprojekten die Lernumgebungen entwickeln, erproben und aufbereiten.

Positiv evaluierte digitale Lernumgebungen münden in einer einer breiten Öffentlichkeit zugänglichen internetbasierten Datenbank, die sowohl von Lehrkräften für ihre Unterrichtspraxis als auch von Hochschulstandorten im deutschsprachigen Raum für die Lehrerausbildung genutzt werden kann.

Meilensteine

  • Entwicklung digitaler Lernumgebungen mit Studierenden in den fachdidaktischen Lehrveranstaltungen
  • Anwendung der entwickelten Unterrichtskonzeptionen in schulpraktischen Übungen und Praktika
  • Auswertung der erhobenen Daten zur Unterrichtsdurchführung (Videos, Beobachtungen, Interviews)
  • Aufbereitung der Unterrichtskonzeptionen für die Datenbank
  • Empirische Begleitung des Projekts in allen Phasen

Gesamtprojektleitung

Portrait: Prof. Dr. Leena Bröll
Prof. Dr. Leena Bröll
Gesamtprojektleitung sowie Leitung des Teilprojekts Sachunterricht

Teilprojektleitung

Portrait: Prof. Dr. Meike Breuer
Prof. Dr. Meike Breuer
Teilprojektleitung Sport und Bewegungserziehung
Portrait: Prof. Dr. Birgit Brandt
Prof. Dr. Birgit Brandt
Teilprojektleitung Mathematik
Portrait: Prof. Dr. Henriette Dausend
Prof. Dr. Henriette Dausend
Teilprojektleitung Englisch
Portrait: Prof. Dr. Minkyung Kim
Prof. Dr. Minkyung Kim
Teilprojektleitung Philosophieren mit Kindern
Portrait: Prof. Dr. Michael Krelle
Prof. Dr. Michael Krelle
Teilprojektleitung Deutsch

Projektkoordination und Teilprojekt Sachunterricht

Portrait: Gesine Andersen
Gesine Andersen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • Telefon:
    +49 371 531-29942
  • E-Mail:
  • Adresse:
    Carolastraße 4-6, 09111 Chemnitz
  • Raum:
    A23.116

Projektkoordination und Teilprojekt Sport und Bewegungserziehung

Portrait: Anna Löbig
Anna Löbig
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • Telefon:
    +49 371 531-29943
  • E-Mail:
  • Adresse:
    Straße der Nationen 12, 09111 Chemnitz
  • Raum:
    A30.241

Teilprojekt Mathematik

Portrait: Christoph Schäfer
Christoph Schäfer
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
  • Telefon:
    +49 371 531-36964
  • E-Mail:
  • Adresse:
    Carolastraße 4-6, 09111 Chemnitz
  • Raum:
    A23.116

Teilprojekt Englisch

Portrait: Kristin Kindermann-Güzel
Kristin Kindermann-Güzel
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Teilprojekt Philosophieren mit Kindern

Portrait: Sophia Peukert
Sophia Peukert
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • Telefon:
    +49 371 531-29943
  • E-Mail:
  • Adresse:
    Straße der Nationen 12, 09111 Chemnitz
  • Raum:
    A30.241

Teilprojekt Deutsch

Portrait: Kati Pügner
Kati Pügner
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • Telefon:
    +49 371 531-29942
  • E-Mail:
  • Adresse:
    Carolastraße 4-6, 09111 Chemnitz
  • Raum:
    A23.116

Empirische Begleitung des Projektes

Portrait: Elisa Thieme
Elisa Thieme
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • Telefon:
    +49 371 531-29942
  • E-Mail:
  • Adresse:
    Carolastraße 4-6, 09111 Chemnitz
  • Raum:
    A23.116

 

Teilprojekte

In verschiedenen Teilprojekten werden Unterrichtskonzeptionen mit digitalen Lernumgebungen für den Grundschulunterricht entwickelt.

Auf einem Tisch in einem Seminarraum liegt ein ipad auf einem geöffnetem Buch neben einem  kleinen Bücherstapel.

Silver Ipad Auf Der White Book Page

Forschungsstand

Analoge und neue Medien sind als Lehr- und Lerngegenstand im Sachunterricht fester Bestandteil. Entsprechend der gesamtgesellschaftlichen technologischen Entwicklung rücken digitale Lerngelegenheiten gekoppelt an eine reflektierte Medienbildung für den Sachunterricht in den Vordergrund. Die Einbindung digitaler Werkzeuge bietet daher das Potential, Schüler*innen entsprechend ihrer Lebenswirklichkeit ein Lernen mit und über Medien zu ermöglichen. Zahlreiche Studien untersuchen die Entwicklung von Medienkompetenz, die Nutzung von Medien im Sachunterricht und die Bildung über digitale Medien, in deren Kontext informatikdidaktische Inhalte an Bedeutung gewinnen.
Einen wichtigen Stellenwert nimmt in dieser Diskussion die Informationsbeschaffung ein. Das Konzept der Informationskompetenz (information literacy) muss daher bereits in der Grundschule vermittelt werden. Grundschüler*innen sollen darauf vorbereitet werden, Informationen in digitalen Umgebungen zu suchen, zu prüfen, zu bewerten, darzustellen und darüber hinaus zu erkennen, ob die Inhalte genutzt und weitergegeben werden dürfen. Publikationen und begleitende empirische Untersuchungen zur Vermittlung von Informationskompetenz in der Primarstufe sind im deutschsprachigen Raum ein Forschungsdesiderat.

Ziele und Methoden

Der Fokus für das Dissertationsvorhaben liegt auf der Entwicklung unterstützender Unterrichtskonzepte, um die Vermittlung von Informationskompetenz unter Einbeziehung medienpädagogischer und informatischer Aspekte sinnvoll im Sachunterricht der Grundschule zu integrieren.
Im Rahmen der praktischen Erprobung der geplanten Unterrichtskonzeptionen werden Videos von der Unterrichtsdurchführung, Screencaptures, Beobachtungsprotokolle sowie Interviews erstellt und qualitativ ausgewertet.

Meilensteine

  • Entwicklung von Mess- und Bewertungskriterien zu informationskompetentem Handeln
  • Beobachtung von Such- und Recherchestrategien in Einzelarbeit oder Kleingruppen
  • Konzeption fachdidaktisch und methodisch begründeter Handreichungen

SchÃŒler*innen filmen sich gegenseitig mit dem Tablet beim Werfen.

Bewegungsanalyse mit Tablet

Forschungsstand

Die Einbindung digitaler Werkzeuge in den Sportunterricht bietet Potentiale im Hinblick auf die Förderung sowohl motorischer, kognitiver als auch digitaler Kompetenzen. Der aktuelle Forschungsschwerpunkt zu digitalen Lernumgebungen im Sportunterricht liegt in der Aufbereitung didaktischer Konzepte für Sportlehrer*innen, welche jedoch nur in wenigen Studien empirisch überprüft werden. Es existieren kaum wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über das tatsächliche Nutzungsverhalten digitaler Werkzeuge in der Durchführung des Sportunterrichts an Grundschulen sowie damit verbundene Chancen und Grenzen der Anwendung digitaler Werkzeuge im Sportunterricht aus Sicht der Lehrer*innen. Weiterhin fehlen auch die Sichtweisen der angehenden Lehrer*innen und deren Erfahrungen zur Einbindung und Anwendung digitaler Werkzeuge in der Entwicklung von Lernumgebungen.

Ziele und Methoden

Im Teilprojekt Sport und Bewegungserziehung sollen digitale Lernumgebungen für den Sportunterricht gemeinsam mit Studierenden der Fachdidaktik Sport und Bewegungserziehung am Zentrum für Lehrerbildung der TU Chemnitz entwickelt und in deren schulpraktischen Übungen und Praktika angewandt werden. Der Prozess der Entwicklung digitaler Lernumgebungen sowie deren Erprobung in der Praxis werden empirisch begleitet. Die Erfahrungen der Studierenden in der Entwicklung werden mit Gruppendiskussionen erfasst. Im Kontext der Durchführung der geplanten Unterrichtskonzeptionen werden Videos von Unterrichtsdurchführung, Beobachtungsprotokolle zu digitalen und motorischen Kompetenzen sowie Interviews mit (angehenden) Sportlehrer*innen erstellt und ausgewertet.

Meilensteine

  • Analyse des tatsächlichen Nutzungsverhaltens digitaler Werkzeuge in der Durchführung des Sportunterrichts an Grundschulen
  • Analyse von Chancen und Grenzen der Anwendung digitaler Werkzeuge im Sportunterricht aus Sicht der Lehrer*innen
  • Analyse der Sichtweisen angehender Lehrer*innen und deren Erfahrungen zur Einbindung und Anwendung digitaler Werkzeuge in der Entwicklung von Lernumgebungen im Sportunterricht

Arbeitsblatt mit der Überschrift Rechendreieck und verschiedenen geometrischen Formen

Präsentation von Studierenden zum kombinierten Einsatz analoger und digitaler Arbeitsmittel

Forschungsstand

Der Einsatz digitaler Werkzeuge im Mathematikunterricht der Grundschule sollte – wie der Medieneinsatz generell – dem Primat der Didaktik folgen (Krauthausen, 2012). Es wurden bisher verschiedene Potenziale identifiziert, welche für einen fachdidaktisch begründeten Einsatz digitaler Werkzeuge sprechen: Passung zwischen Handlung und mentaler Operation, Synchronität und Vernetzung von Darstellungen, Strukturierungshilfen, Multitouch-Bedienung, Verlagerung der kognitiven Beanspruchung sowie informative Rückmeldungen (Walter, 2017; Rink & Walter, 2020). Zudem ergeben sich weitere Potenziale durch den kombinierten Einsatz mit dem entsprechenden physischen Arbeitsmittel im Sinne eines Duos of Artefacts (Soury-Lavergne, 2016; Ladel, 2018). Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wurden bisher vor allem Lernumgebungen in den Bereichen Arithmetik und Geometrie. Über das tatsächliche Nutzungsverhalten digitaler Werkzeuge im Mathematikunterricht der Grundschule existieren bisher kaum wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse. Erfahrungen und Vorstellungen von Lehramtsstudierenden zum Einsatz digitaler Werkzeuge im Mathematikunterricht der Grundschule sind ebenso kaum erforscht.

Ziele und Methoden

Innerhalb des Teilprojektes Mathematik werden in den Lehrveranstaltungen wissenschaftliche Erkenntnisse zum fachdidaktisch sinnvollen Einsatz digitaler Medien thematisiert und diskutiert. Projektbegleitend werden Erfahrungen und Vorstellungen von Studierenden zum Einsatz digitaler Werkzeuge im Mathematikunterricht erhoben, welche in die konzeptionelle Weiterentwicklung der Lehrveranstaltungen einfließen. Dies geschieht zum einen quantitativ durch Fragebögen, zum anderen qualitativ durch Gruppeninterviews. Gemeinsam mit den Studierenden werden darüber hinaus Lernumgebungen zum Einsatz digitaler Werkzeuge entwickelt und im Anschluss an praktische Erprobungen reflektiert. Begleitet wird dies durch eine qualitative Videostudie. Innerhalb dieses Teilprojekts widmet sich ein Dissertationsvorhaben dem Einsatz der App "Book Creator" im Kontext eines anwendungsorientierten Mathematikunterrichts und des mathematischen Modellierens.

Meilensteine

  • Entwicklung von Seminarkonzepten zum Lehren und Lernen mit digitalen Werkzeugen im Mathematikunterricht in der Grundschule
  • Erhebung und Auswertung von studentischen Erfahrungen und Vorstellungen zum Einsatz digitaler Werkzeuge
  • Entwicklung von Lernumgebungen zum Einsatz digitaler Werkzeuge mit Studierenden der Grundschuldidaktik Mathematik
  • Erprobung der entwickelten Lernumgebungen
  • Auswertung der erhobenen Daten zur Unterrichtsdurchführung
  • Aufbereitung ausgewählter Unterrichtskonzeptionen für die Datenbank

Krauthausen, G. (2012). Digitale Medien im Mathematikunterricht der Grundschule. Heidelberg.

Ladel, S. (2018). Kombinierter Einsatz virtueller und physischer Materialien. Zur handlungsorientieren Unterstützung des Erwerbs mathematischer Kompetenzen. In: Brandt, B.; Dausend, H. (Hrsg.), Digitales Lernen in der Grundschule. Fachliche Lernprozesse anregen. Münster & New York.

Rink, R.; Walter, D. (2020). Digitale Medien im Mathe-Unterricht. Ideen für die Grundschule. Berlin.

Soury-Lavergne, S. (2016). Duos of artefacts, connecting technology and manipulatives to enhance mathematical learning. In: Proceedings of the 13th International Congress on Mathematical Education (S. 24–31). Hamburg. Verfügbar unter: https://hal.archives-ouvertes.fr/hal-01492990/document [15.01.2021].

Walter, D. (2018). Nutzungsweisen bei der Verwendung von Tablet-Apps. Eine Untersuchung bei zählend rechnenden Lernenden zu Beginn des zweiten Schuljahres. Wiesbaden.

Mädchen im Dreiviertelprofil von hinten mit Tablet auf der Schulbank

Mädchen im Dreiviertelprofil von hinten mit Tablet auf der Schulbank
 

Forschungsstand

Der Einsatz digitaler Werkzeuge im Englischunterricht der Grundschule bietet das Potential fremdsprachliche Kompetenzen umfassend und schülerorientiert zu fördern. Erste Studien zum Einsatz von Tablets, Hörstiften, Gaming sowie der Nutzung von Social Media und Videokonferenzen im Englischunterricht zeigen, dass die Lernenden durch den Einsatz digitaler Werkzeuge auf vielfältige Weise angeregt werden, ihre rezeptiven wie produktiven skills in inhaltlich relevanten Aushandlungsprozessen zu nutzen. 1) In der wissenschaftlichen sowie lehrpraxisorientierten Literatur finden sich vermehrt Beschreibungen zu Charakteristika, die gute digitale Lernumgebungen auszumachen scheinen. Allerdings fehlt es bislang an einer umfassenderen Untersuchung, in welcher sämtliche Charakteristika zusammengeführt werden. 2) Weiter sind Beiträge zum Thema digitale Audioproduktion im Englischunterricht der Grundschule in der Literatur verhältnismäßig wenig vertreten. Studien zur Ausbildung sprachlicher Kompetenzen in diesem Bereich stehen noch aus. Daher soll der Einsatz auditiver Medien intensiver untersucht werden.

Ziele und Methoden

Im Teilprojekt der Englischdidaktik werden 1) bestehende Forschungen bezüglich bereits ermittelter Charakteristika „guter“ Lernumgebungen analysiert und in einem Raster zusammengefasst. Dieses dient als Basis für Studierende, um 2) Lernumgebungen zum Einsatz digitaler Werkzeuge im Unterricht im Seminar zu konzipieren, 3) in der Schulpraxis auszuprobieren und in Bezug auf die Förderung von Handlungskompetenzen der Lernenden zu untersuchen. 4) Zudem sollen die Aushandlungsprozesse der Schüler*innen Informationen darüber liefern, wie sie die Medienproduktion und den Umgang mit Sprache währenddessen wahrnehmen. 5) Speziell untersucht werden sollen dabei die Audioproduktion und ihr Potential, spontansprachliche Äußerungen in der Zielsprache zu fördern. Die Analyse wird mithilfe der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring durchgeführt. 

Meilensteine

  • Entwicklung eines Rasters zu Charakteristika „guter“ Lernumgebungen im Englischunterricht der Grundschule
  • Erhebung der Reflexionen zu Unterrichtskonzeptionen der Studierenden gemäß Raster (mittels Gruppendiskussionen)
  • Beschreibung von Handlungen und eingesetzten Kompetenzen, Erhebung der Selbsteinschätzungen und Einstellungen und Analyse der Sprachprodukte der Schüler*innen (mittels Beobachtungsprotokollen, Audiografie der Aushandlungsprozesse und Sprachprodukte sowie Gruppendiskussionen) 
  • Abgleich der zuvor ermittelten Charakteristika anhand des Outcomes

Forschungsstand

Digitale Werkzeuge können aus zwei Perspektiven sinnstiftend in den Ethik- und Philosophieunterricht der Grundschule integriert werden. Einerseits können diese als Arbeitsmittel innerhalb des Unterrichts sowie dessen Vor- und Nachbereitung Anwendung finden, andererseits können digitale Werkzeuge und der Umgang mit diesen, abseits ihrer direkten Anwendung, als ein eigenständiger inhaltlicher Schwerpunkt im Unterricht thematisiert werden. Themen der letztgenannten Perspektive lassen sich dem Bereich der Digitalen Ethik zuordnen und umfassen u.a. die Thematiken Privatheit, digitale Freundschaft, Wahrheit in der digitalen Welt, künstliche Intelligenz und Autonomie. Beide Perspektiven bieten unabhängig voneinander sowie im Zusammenspiel großes Potenzial für den Einsatz im Unterricht. Obwohl wenige Unterrichtsentwürfe zu Themen der Digitalen Ethik vorliegen, gibt es bislang keine weiteren Forschungsergebnisse und Erfahrungsberichte zum Philosophieren mit Kindern über diese Themenbereiche im Ethik- und Philosophieunterricht der Grundschule, sodass keine Chancen und Grenzen sowie Perspektiven von Schüler*innen zu diesen Themen auszumachen sind. Weiterhin bestehen derzeit keine didaktischen Konzepte und Forschungsergebnisse zum Einsatz digitaler Werkzeuge als Arbeitsmittel im Ethik- und Philosophieunterricht der Grundschule, wobei hier eine erste Orientierung an deutlich besser erforschten Grundschulfachdidaktiken möglich ist. Dennoch lässt sich das Potenzial von digitalem Medieneinsatz (auch in Kombination mit der inhaltlichen Schwerpunktsetzung auf Themen der digitalen Ethik) derzeit nur vermuten.

Ziele und Methoden

Innerhalb des Teilprojekts Philosophieren mit Kindern wird das Ziel verfolgt digitale Lernumgebungen für den Ethik- und Philosophieunterricht gemeinsam mit den Studierenden der Fachdidaktik Philosophieren mit Kindern am Zentrum für Lehrerbildung der TU Chemnitz zu entwickeln. Die Studierenden werden dabei zu einem Medieneinsatz angehalten, welcher sich an der didaktischen und pädagogischen Zwecksetzung orientiert. Inhaltlich thematisieren die digitalen Lernumgebungen Themen der digitalen Ethik sowie aktuellen Fragen der angewandten Ethik, welche an die Erfahrungs- und Lebenswelt der Grundschulkinder anknüpfen. Die Studierenden erhalten, anschließend an den Planungsprozess der Unterrichtseinheiten, die Möglichkeit ihre geplanten Unterrichtkonzeptionen innerhalb der schulpraktischen Übungen und Praktika auszuprobieren. Der Prozess der Entwicklung digitaler Lernumgebungen sowie deren Erprobung in der Praxis werden empirisch begleitet. Die Erfahrungen der Studierenden in der Erstellung und Durchführung der Unterrichtseinheiten werden mit qualitativen Interviews erfasst. Im Kontext der Durchführung der geplanten Unterrichtskonzeptionen werden Audioaufnahmen von philosophischen Gesprächen erstellt. Weiterhin werden digitale und analoge Unterrichtsprodukte der Schüler*innen erfasst und Beobachtungsprotokolle mit dem Schwerpunkt auf dem Antwort- und Reflexionsverhalten der Schüler*innen sowie dem Frageverhalten der angehenden Lehrpersonen erstellt. Die Produkte aus der Unterrichtsdokumentation werden anschließend unter fachdidaktischer Perspektive ausgewertet und dienen als Grundlage für die Reflexion und zur Überarbeitung der Unterrichtseinheiten. Im Rahmen einer Dissertation wird im Teilprojekt Philosophieren mit Kindern ein weiteres Forschungsvorhaben verfolgt, welches unabhängig zum dargestellten Forschungsvorhaben zu sehen ist. Dieses setzt den inhaltlichen Schwerpunkt auf die Thematik des Philosophierens mit Kindern über die Privatheit (umgangssprachlich Privatsphäre) und den Wert dieser als einen Teilbereich der digitalen Ethik. Innerhalb der Dissertation werden, nach umfangreicher fachwissenschaftlicher Auseinandersetzung mit dem Begriff und Wert (v.a. für Kinder) der Privatheit, qualitative Interviews mit Grundschulkindern aus den Klassenstufen drei und vier durchgeführt. Durch diese Interviews sollen Vorstellungen, Sichtweisen und Konnotationen der Kinder zum Begriff und dem Wert der Privatheit erfasst werden.

Meilensteine

  • Entwicklung digitaler Lernumgebungen mit den Studierenden
  • Erprobung der Unterrichtseinheiten in schulpraktischen Übungen und Praktika
  • Auswertung der erhobenen Daten (Transkripte, Audioaufnahmen, Beobachtungsprotokolle)
  • Aufbereitung für die Datenbank

Forschungsstand

Digitale Werkzeuge können im Deutschunterricht in vielerlei Hinsicht unterstützend und gewinnbringend eingesetzt werden. Sie können sowohl zur individuellen Förderung beitragen als auch eine Differenzierung im Unterricht ermöglichen. Außerdem können Interessen der Schülerinnen und Schüler beim Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge geweckt und Fähigkeiten weiterentwickelt werden. Das betrifft über den Schriftspracherwerb hinaus alle Kompetenzbereiche des Faches Deutsch: „Sprechen und Zuhören“, „Schreiben“, „Lesen – mit Texten und Medien umgehen“, „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“. Dabei ist man sich weitgehend einig, dass der Deutschunterricht auch ein wichtiger Ort schulischer Medienreflexion ist, insbesondere auch mit Blick auf das Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge.
Vorliegende Studien beziehen sich zumeist auf den Deutschunterricht in den Sekundarstufen. Bisher liegen noch zu wenig wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einsatz digitaler Werkzeuge, zu Überzeugungen von Lehrerinnen und Lehrern und zur Nutzung digitaler Werkzeuge im Deutschunterricht der Grundschule und in der Lehramtsausbildung vor. Das Potenzial beim Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge wird mitunter unterschätzt.

Ziele und Methoden

Im Wesentlichen geht es im Projekt um vertiefte wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einsatz digitaler Werkzeuge und zu Überzeugungen von Lehrerinnen und Lehrern im Deutschunterricht der Grundschule. Hier ist auch die Dissertation von Kati Pügner angesiedelt. Ein übergeordnetes Ziel des Projektes ist es zudem, konkrete Vorschläge zum Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge mit Studierenden zu erarbeiten und sie Lehrkräften über eine webbasierte Plattform zur Verfügung zu stellen. Das setzt eine Verankerung im Curriculum der Lehramtsausbildung von Grundschullehrerinnen und -lehrern als voraus, die bereits angestoßen wurde.
Im Projekt wird mit verschiedenen typischen Methoden der empirischen Sozialforschung gearbeitet (Fragebogen, Interview). Zudem werden gemeinsam mit den Studentinnen und Studenten konkrete Vorschläge zum Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge in Schulen evaluiert und im Prozess optimiert. Das Vorhaben wird durch Forschungsaktivitäten der Professur begleitet (u.a. Videoaufzeichnungen, Interviews, Fragebogenerhebungen).

Meilensteine

  • Verankerung des Lernens mit und über digitale Medien und Werkzeuge im Curriculum der Lehramtsausbildung von Grundschullehrerinnen und -lehrern,
  • Entwicklung von Vorschlägen zum Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge mit Studentinnen und Studenten der Grundschuldidaktik Deutsch,
  • Erprobung der Vorschläge in den schulpraktischen Phasen der Studentinnen und Studenten,
  • Auswertung der erhobenen Daten und Optimierung der Vorschläge,
  • Veröffentlichung der Vorschläge auf der webbasierten Plattform,
  • Auswertung der erhobenen Daten und Optimierung der Vorschläge,
  • Veröffentlichung der Vorschläge auf der webbasierten Plattform,
  • Befragung von Lehrerinnen und Lehrern zur Nutzung digitaler Werkzeuge sowie zu Überzeugungen von Lehrerinnen und Lehrern, wenn es um das Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge in den verschiedenen Kompetenzbereichen des Faches Deutsch in der Grundschule geht,
  • Auswertung der Daten und Berichtslegung (in Form der Dissertation).

Übersicht einer statistische Auswertung mit Diagrammen auf Papier. Dazu macht jemand digital und analog Notizen.

Statistik

Das Projekt wird empirisch umrahmt von zwei wissenschaftlichen Fragebogenstudien. Dabei werden sowohl die Lehramtsstudierenden der TU Chemnitz als auch Lehrer*innen des Frei-staat Sachsen in den Fokus gestellt. Im Rahmen der Studierendenbefragung sind zwei Befragungszeitpunkte angesetzt: Eine Pre- und eine Post-Befragung, welche die Konzeption von Unterrichtsentwürfen in den einzelnen Teilprojekten umrahmen soll. Hier stehen das computerbezogene Selbstkonzept der Studierenden, als auch deren Fähigkeiten und Interesse am Einsatz digitaler Werkzeuge in der Grundschule im Fokus. Die Pre-Befragung dient der Ermittlung des Ausgangspunkts. Mit der Post-Befragung sollen Entwicklungen durch die Lehre an der TU Chemnitz sowie die Praxiserfahrung kenntlich werden. Die Lehrer*innen des Landes Sachsen sollen im Rahmen einer repräsentativen Studie befragt werden. Auch hier stehen die Aspekte des computerbezogenen Selbstkonzepts, Fähigkeiten und Interesse am Einsatz digitaler Werkzeuge in der Grundschule im Fokus. Zusätzlich stehen die Ausstattung der Schulen sowie die bisherigen Erfahrungen mit dem Einsatz digitaler Werkzeuge im Mittelpunkt. Ziel ist es, einen Überblick über die Möglichkeiten im Rahmen der Ausstattung, sowie den bereits stattfinden Einsatz digitaler Werkzeuge an Grundschulen zu bekommen. Die repräsentative Fragebogenstudie der Lehrer*innen dient zudem als Grundlage für die Spezifizierung von Anwendertypen. Hier setzt ein Dissertationsprojekt näher an. Die Lehrerbefragung bietet eine erste Grundlage und wird durch eine Interviewstudie ergänzt. Dabei sollen diverse Lehrendentypen, sowie Anreize und Hemmnisse für den Einsatz digitaler Werkzeuge an Grundschulen herauskristallisiert werden.

Meilensteine

Quantitativ

  • Pre-Befragung von Lehramts-Studierenden der TU Chemnitz
  • Post-Befragung von Lehramts-Studierenden der TU Chemnitz
  • Repräsentative Befragung von Lehrer*innen in Sachsen

Qualitativ

  • Interviewstudie mit Lehrer*innen in Sachsen

Termine

Erste Ergebnisse der unterschiedlichen Teilprojekte sowie der Einsatz digitaler Medien im Elementar- und Primarbereich werden vom 16.-17.03.2021 mit Fachleuten aus Bildung und Forschung fächerübergreifend im Rahmen des 3. Symposium Lernen digital an der TU Chemnitz diskutiert.

Presseartikel