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Campus-Architektur exklusiv erleben

„MERGE Technologiezentrum“ der TU Chemnitz präsentiert sich am 25. Juni 2016 zum Tag der Architektur der Öffentlichkeit - Führung für Interessierte beginnt um 11 Uhr

Bereits zum 21. Mal öffnen am letzten Juni-Wochenende Architekten, Bauherren und Nutzer an Orten in ganz Sachsen die Türen von zahlreichen Architekturprojekten. Egal, ob denkmalgeschützte Kirche, „grüne“ Infrastruktur oder moderner Neubau – getreu dem Motto des diesjährigen Aktionstags „Architektur für alle“ laden die Organisatoren Interessierte ein, zu erleben, „wie sich Architektur behauptet in einem Geflecht von Anforderungen“, so Alf Furkert, Präsident der Architektenkammer Sachsen. Als ein gelungenes Beispiel individueller Architektur mit zeitgemäßem Nutzungskonzept werden am 25. Juni 2016 erstmals auch die Hallentore des „MERGE Technologiezentrums“ der Technischen Universität Chemnitz für die Öffentlichkeit geöffnet.

„Unsere Besucher haben an diesem Tag die exklusive Chance, einen Blick hinter die Kulissen der Grundlagenforschung in der Schlüsseltechnologie Leichtbau zu werfen und neben der beeindruckenden Architektur wegweisende Pilotlinien und einzigartige Maschinenkonfigurationen zu entdecken, die es so zum Teil kein zweites Mal in der Welt gibt“, beschreibt Prof. Dr. Lothar Kroll, Koordinator des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen“ (MERGE), was Interessierte erwarten dürfen. Wissenschaftler des Forschungsclusters und des Instituts für Leichtbau an der TU Chemnitz erklären dazu am Samstag um 11 Uhr während einer Führung die Nutzung der Halle in Forschung und Lehre.

Die Besonderheiten des Gebäudekomplexes, der im Oktober 2015 an die TU Chemnitz übergeben wurde, erläutern Mitarbeiter der Niederlassung Chemnitz des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) als Bauherrenvertreter des Freistaates Sachsen. Auch Mitarbeiter des beauftragten Planungs- und Architektenbüros mit Sitz in Berlin und München werden Einblicke in ihre Arbeit gewähren und auf den ersten Bauabschnitt des Gesamtkonzepts, den Bau der Forschungshalle, eingehen.

Größtes Leichtbau-Zentrum Europas

Das „MERGE Technologiezentrum“ entstand in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hörsaalgebäude und dem Weinhold-Bau der TU Chemnitz. Die Halle A bietet Raum für zahlreiche Versuchs- und Forschungsstrecken, darunter Compoundier- und Extrusionstechnik sowie eine Spritzgieß- und Orbitalwickelanlage. In der 14 Meter hohen Halle B befindet sich das Herzstück der neuen Forschungseinrichtung, die sogenannte MERGE-Maschine. Dieser Fertigungskomplex wird zur kombinierten Verarbeitung von kunststoff- und metallbasierten Werkstoffen unter Nutzung der Basistechnologien Umformen und Spritzgießen genutzt. Er beinhaltet eine Anlage zur Prototypenfertigung zur Herstellung von Bauteilen für die Automobilindustrie und wird aktuell um eine Presse ergänzt. Die zweigeschossige Halle C besitzt einen zentralen Hallenbereich von etwa zehn Metern lichter Raumhöhe, daran angegliedert im Erdgeschoss die Sozial- und Nebenräume sowie im Obergeschoss die Lüftungszentrale, Versuchs- und Forschungsräume.

Von außen präsentiert sich die Fassade des „MERGE Technologiezentrums“ zunächst schlicht. Aus der Ferne wirkt die Verkleidung des Hallenteils A geschlossen, bei näherer Betrachtung sind jedoch kleine Lochstanzungen im bronzefarbenen Aluminiumblech auszumachen, welche die Fassade von innen wie eine durchlässige, beinahe transparente Membran wirken lassen. Im Kontrast dazu prägt die verglaste Westfassade des Hallenteils B den Bau und betont durch die Kombination aus transparenten und transluzenten Elementen den Standort der MERGE-Maschine. Dieser Teil bildet das Herzstück des Komplexes. Die südliche Fassade der Halle B und die Fassade der Halle C sind auffallend zurückhaltend, in dunklem, glattem Anstrich gestaltet – ein Hinweis auf die geplante Erweiterung des Baus an dieser Stelle. Schnelllauftore verbinden die Hallenteile im Innern miteinander. Durch LKW-kompatible Rolltore als Außenzugänge und in der Halle angelegte Gabelstapler-Fahrgassen wurde den Anforderungen an eine zeitgemäße verkehrstechnische Erschließung Sorge getragen.

Der Hallenneubau stellt eine Komposition aus drei Kuben dar, der im Grundriss einen rechteckigen Körper von ca. 50 x 90 Meter misst. Darin sind etwa 300 Meter Bodenkanäle verlegt sowie 26 sogenannte Medienwände, über welche die Techniker und Wissenschaftler je nach Forschungsvorhaben individuell Strom, Druck- oder Abluft, Wasser oder Kälte entnehmen können. Die größte Lüftungsanlage ist über vier Meter hoch, mehr als zehn Meter lang und kann allein 30.000 Kubikmeter Luft pro Stunde absaugen. Das Kältesystem besitzt Ausmaße von rund 600 Metern Rohrnetz, das größte Regelventil darin wiegt ca. 50 Kilogramm. Die Hallen A und B wurden zudem für den Transport schwerer Lasten wie Maschinenwerkzeuge mit je einer Brückenkrananlage ausgestattet. Die größere der beiden Anlagen in Halle B kann Lasten von bis zu 25 Tonnen befördern.

Unter der Projektleitung der Chemnitzer Niederlassung des SIB entstand im ersten Bauabschnitt innerhalb kürzester Zeit eine Nutzfläche von ca. 3.154 Quadratmetern. Die Kosten dafür betrugen rund 12,5 Millionen Euro, wobei die Summe fast vollständig aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wurde. Am Bau beteiligt waren insgesamt 18 Firmen, wovon 13 aus Sachsen kamen.

Neben dem dreiteiligen Hallenneubau wird in den nächsten Jahren mit zwei weiteren Bauabschnitten die Infrastrukturerweiterung des Forschungsclusters an der TU Chemnitz komplettiert: Im zweiten Bauabschnitt wird ein Laborgebäude, im dritten Schritt ein Bürogebäude entstehen. Dann wird der Gesamtkomplex rund 7.000 Quadratmeter umfassen und damit Europas größtes Leichtbau-Zentrum darstellen. Die Investitionssumme wird sich auf insgesamt etwa 30 Millionen Euro belaufen.

Führung durch das „MERGE Technologiezentrum“:

Samstag, 25. Juni 2016, 11 Uhr
Treffpunkt: Hallentor A
Adresse: Reichenhainer Str. 70, 09126 Chemnitz

Hinweis: Besucher können die Parkplätze neben der Mensa nutzen und dann fußläufig der Ausschilderung zur Feuerwehrzufahrt zwischen Weinhold-Bau und Hörsaalgebäude bzw. „MERGE Technologiezentrum“ folgen.

(Autorin: Diana Ruder)

Mario Steinebach
23.06.2016

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