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Die Universität
Außenstellen
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Außenstellen der TU Chemnitz

Die Technische Universität Chemnitz unterhält mehrere Außenstellen, die sich auf verschiedene Forschungs- und Entwicklungsbereiche konzentrieren. Diese Einrichtungen sind Teil der strategischen Ausrichtung der Universität, um innovative Lösungen in Schlüsseltechnologien zu entwickeln und die Zusammenarbeit mit der Industrie zu fördern. Die Außenstellen der TU Chemnitz sollen zudem einen besseren Transfer in die Region gewährleisten und die umliegende Region stärker an die Universität anbinden.

Zu den Außenstellen der TU Chemnitz gehören:

Logo des Smart Rail Connectivity Campus

Smart Rail Connectivity Campus (SRCC)
Annaberg-Buchholz

Im Vorhaben „Smart Rail Connectivity Campus“ (SRCC) wird am Standort Annaberg-Buchholz dauerhaft eine global sichtbare Forschungs- und Entwicklungseinrichtung etabliert, an der in Kooperation zwischen der TU Chemnitz, der Stadt Annaberg-Buchholz und vielen weiteren Netzwerkpartnern Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsarbeiten zur digitalisierten, vernetzten, automatisierten und nachhaltigen, d. h. ökonomisch, ökologisch und sozial effektiven und effizienten, Mobilität geleistet werden. Durch die Vernetzung mit regionalen Partnern, aber auch überregionalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen entstehen in einem Netzwerk mit etwa 150 Partnern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine leistungsfähige Plattform für Innovationen. Damit soll der Forschungscampus als Keimzelle für einen erfolgreichen Strukturwandel in der Region Chemnitz-Erzgebirge dienen und regionale Potenziale in einem zukunftsträchtigen Wertschöpfungssegment heben.

Der SRCC ist zugleich eines von 20 Bündnissen, die seit dem 01.04.2019 im Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (ehemals Bundesministerium für Bildung und Forschung) in der Umsetzungsphase gefördert werden. Dieses Programm soll strukturschwachen Regionen jenseits der bestehenden Wirtschafts- und Innovationszentren starke neue Impulse geben, die regionale Innovationsfähigkeit erhöhen und langfristig Perspektiven für Wachstum und Beschäftigung schaffen. Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte über das WIR!-Programm werden vor allem durch Professuren der TU Chemnitz in Kooperation mit regionalen und überregionalen Forschungseinrichtungen und Unternehmen durchgeführt.

Seit Ende 2023 wird der SRCC zudem vom Bundesministerium für Verkehr als Standort des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft (DZM) gefördert. Ziel des DZM ist es, Kompetenzen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und öffentlicher Verwaltung zu bündeln und an vier Forschungs- und Innovationsstandorten einen Beitrag zur Mobilitätsforschung zu leisten. In Annaberg-Buchholz werden dabei zukünftige Kommunikationstechnologien für den Einsatz im Schienenverkehr erforscht und eine neue Forschungsinfrastruktur für Bahntechnologien der Zukunft aufgebaut.

Am Standort in Annaberg-Buchholz und der umgebenden Region steht eine umfassende, für den Schienenverkehr einzigartige Forschungsinfrastruktur zur Verfügung, deren Bausteine von verschiedenen Partnern bereitgestellt werden:

  • eine topografisch und klimatisch sehr anspruchsvolle Teststrecke von Annaberg-Buchholz nach Schwarzenberg ohne Regelbetrieb (betrieben durch die DB RegioNetz Erzgebirgsbahn)
  • eine der modernsten 5G-Infrastrukturen entlang der 25 Kilometer langen Strecke bestehend aus öffentlichen und privaten Netzen mit direkt angeschlossenem Rechencluster für geringe Latenzen (gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr, ausgestattet durch Vodafone im Auftrag der TU Chemnitz)
  • das Campusgebäude der Stadt Annaberg-Buchholz mit Büro-, Workshop- und Kreativräumen sowie Laborflächen im sanierten nördlichen Kopfbau des Unteren Bahnhofs (angemietet für die TU Chemnitz)
  • die erste 50-Hz-Nachladestation für batterieelektrische Züge auf Basis eines Symmetrierumrichters am Bahnhof Annaberg-Buchholz Süd
  • Glasfaservernetzung entlang der Strecke Annaberg-Buchholz nach Schwarzenberg realisiert in einer Public Private Partnership (mit envia TEL)

In Vorbereitung sind zudem folgende Infrastrukturelemente:

  • ein mit diversen Sensoren und Kommunikationstechnik zum Forschungszug der TU Chemnitz umgerüsteter Nahverkehrs-Triebzug der Baureihe VT 642 (Desiro) in Betreiberschaft der Erzgebirgsbahn
  • eine Forschungshalle der TU Chemnitz in Annaberg-Buchholz am Unteren Bahnhof, um u. a. Forschungsaktivitäten am Forschungszug durchführen zu können
  • ein Trainingszentrum der DB InfraGO AG im Mittelbau des Bahnhofsgebäudes der Stadt Annaberg-Buchholz am Unteren Bahnhof
Logo der Forschungsplattform Kälte- und Energietechnik (KETEC)

Forschungsplattform Kälte- und Energietechnik (KETEC)
Reichenbach im Vogtland

Mit insgesamt 15 Millionen Euro förderte das Bundesministerium für Bildung und Forschung bis April 2025 den Aufbau einer „Forschungsplattform Kälte- und Energietechnik“ in Reichenbach im Vogtland durch die TU Chemnitz, die Institut für Luft- und Kältetechnik gGmbH Dresden sowie das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE Freiburg. Federführend auf Chemnitzer Seite ist die Professur Technische Thermodynamik. Im Rahmen des Vorhabens entsteht neben einem Spitzenforschungszentrum für die Kälte- und Energietechnik auch eine neue Außenstelle der TU Chemnitz, welche der Freistaat Sachsen finanziert. Im Rahmen von KETEC werden neue Kältemittel und Speicherstoffe untersucht. Weiterhin entwickeln die Experten neue Kältemaschinen, Wärmepumpen sowie Wärme- und Kältespeicher. Flankierende Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit der Anwendung der Informationstechnik und von Methoden der Künstlichen Intelligenz in diesem Bereich. Die Forschungsergebnisse und die Plattform sollen auch für die akademische Bildung genutzt werden.

Logo der Carbon LabFactory Sachsen

Carbon LabFactory Sachsen
Boxberg/Oberlausitz

Um den Carbonfasern in vielen Branchen zum noch ausstehenden Durchbruch für eine nachhaltige Zukunft zu verhelfen, hat die Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (SLK) der TU Chemnitz gemeinsam mit dem Sächsisches Ministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung (ehem. Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung) die „Carbon LabFactory Sachsen“ als interdisziplinäres Landesprojekt initiiert - einen europaweit einzigartigen Wissenschaftsstandort für nachhaltige Carbonfaser-Forschung im Pilotlinienmaßstab. Ergänzend zu den konsumtiven Mitteln des Bundes sind zur Etablierung der „Carbon LabFactory“ bis 2026 investive Mittel von rund 60 Millionen Euro für Anlagen und die Gebäudeinfrastruktur veranschlagt. Das Herzstück der Carbon LabFactory Sachsen, die sog. Black Line Pilotanlage, soll den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nach ihrer Fertigstellung erlauben, Grundlagenforschung zur Herstellung von Carbonfasern im Umfang von etwa 15 Tonnen pro Jahr durchzuführen. Darüber hinaus sollen Materialkombinationen, kraftflussgerechte technische Textilien, thermoplastische Tapes und Profile im Pilotlinienmaßstab erforscht werden. Ein weiterer Fertigungskomplex, der verschiedene Kunststoffverarbeitungsverfahren automatisiert verknüpft, wird ebenso der Forschung an Faser-Kunststoff-Verbundbauteilen dienen. Die Carbon LabFactory Sachsen, die Mitte 2028 mit einem Team von rund 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Technikerinnen und Technikern die Forschungsarbeiten aufnehmen soll, wird nicht nur als ein wissenschaftliches Zentrum dienen, sondern auch als Impulsgeber für die regionale Wirtschaft.

Logo des Forschungscampus „Green Circular Economy“ (CircEcon)

Forschungscampus „Green Circular Economy“ (CircEcon)
Spremberg/Industriepark Schwarze Pumpe

Mit dem Forschungsvorhaben CircEcon entsteht in der sächsischen Lausitz ein europaweit einzigartiges Zentrum für die Entwicklung einer treibhausgasneutralen Kreislauf- und Bioökonomie. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitlicher Ansatz zur Schließung der gesamten industriellen Wertschöpfungskette - von der Rohstoffgewinnung und -aufbereitung über neue Werkstoffe und Verfahren bis hin zu Strukturentwicklung, Produktdesign und Re-Produktion. Ziel ist es, die Transformation hin zu einer ressourceneffizienten, nachhaltigen Industrie entscheidend voranzubringen. Bis Ende 2026 wird im Industriepark Schwarze Pumpe der CircEcon-Forschungscampus errichtet, welcher als Plattform für Wissenschaft, Wirtschaft und Innovation fungiert. Das Projekt wird von den Technischen Universitäten Chemnitz, Dresden und Freiberg sowie der Hochschule Zittau/Görlitz gemeinsam getragen. Diese vier sächsischen Hochschulen bündeln ihre Expertise, um Lösungen für eine zukunftsweisende Kreislaufwirtschaft zu entwickeln und deren Umsetzung in der industriellen Praxis zu begleiten. Gefördert wird das Vorhaben mit rund 108 Millionen Euro durch den Bund und den Freistaat Sachsen. Davon entfallen ca. 48 Millionen Euro auf den Bau des Zentrums und weitere 60 Millionen Euro auf die Ausstattung mit hochmodernen Laboren, Versuchsanlagen, Pilotlinien und Demonstrationssystemen. Diese Infrastruktur bildet die Basis für interdisziplinäre Forschung und industrienahe Entwicklung - von der Grundlagenarbeit bis zur Anwendung im großtechnischen Maßstab. Im Fokus stehen dabei Schlüsseltechnologien wie künstliche Intelligenz, Digitalisierung, automatisierte Prozesssteuerung sowie ein effizientes Energiemanagement auf Basis von grünem Wasserstoff. Dadurch sollen innovative Verfahren entstehen, die nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich tragfähig sind - insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie für die Großindustrie in der Region. Darüber hinaus ist CircEcon ein wichtiger Bestandteil des Strukturwandels in der Lausitz, der durch den geplanten Kohleausstieg bis 2038 notwendig geworden ist. In einer Region, die lange durch die Kohleverstromung geprägt war, entstehen nun neue Perspektiven. Nach aktuellen Prognosen des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung können durch CircEcon bis 2028 rund 450 neue Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen - ein bedeutender Impuls für die wirtschaftliche Erneuerung der Region. CircEcon versteht sich als offenes Innovationsökosystem. Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kommunen und weitere Akteure sind eingeladen, Teil dieses Transformationsprozesses zu werden. Der Forschungscampus bietet Raum für Kooperationen, Technologietransfer, Ausgründungen und Unternehmensansiedlungen - mit dem Ziel, gemeinsam eine nachhaltige Industrie der Zukunft zu gestalten.