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B+T Unternehmensgruppe ehrte Professur Werkstoff‑ und Oberflächentechnik

„Innovation Award 2025“ für das Forschungsgebiet „Human‑Cyber‑Physical Systems“ an der Fakultät für Maschinenbau

Im Namen der B+T Unternehmensgruppe verliehen Frank Benner (Gesellschafter und CEO) und Sarah Benner (Gesellschafterin) am 6. März 2026 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung den „Innovation Award 2025“ an die Professur Werkstoff‑ und Oberflächentechnik von Prof. Dr. Thomas Lampke am Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnik (WOT) der Technischen Universität Chemnitz. Speziell wurde die Arbeit der Abteilung Human‑Cyber‑Physical Systems (HCPS) unter der Leitung von Dr. Franziska Bocklisch geehrt. Die B+T Unternehmensgruppe sieht in der HCPS‑Forschung ein strategisches Element für die digitale Transformation und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fertigungsindustrie.

Der Preis würdigt die exzellente Forschung und Lehre von Lampke und Bocklisch sowie ihres Teams. Ihr interdisziplinäres HCPS-Konzept verknüpft den Menschen in seinen verschiedenen Rollen im Produktionsprozess (Human) mit KI-Modellierung und Digitalisierung (Cyber‑Systeme) und richtet diese auf konkrete Fertigungstechnologien bzw.  Produktionsanlagen (Physical Systems) aus. Dadurch entstehen innovative Ansätze für die menschzentrierte Industrie 5.0 – ein Konzept, in dem Nachhaltigkeit sowie der Erhalt und die Unterstützung der menschlichen Entscheidungsfähigkeit im Zentrum der industriellen Produktion stehen.

„Wir danken Ihnen für Ihren mutigen Weg“, sagte Benner. „Der Award soll Sie in Ihrer Arbeit gleichermaßen bestärken und ermutigen, die Produktion von morgen nicht nur effizient, sondern auch ethisch und nachhaltig zu gestalten.“ Lampke dankte im Namen des gesamten WOT-Teams für diese herausragende Würdigung: „Es ist für uns eine besondere Freude und Ehre, den Innovation Award von der für innovative Prozesse und Produkte bekannten B+T Unternehmensgruppe verliehen zu bekommen. Die bisherige Zusammenarbeit und die wertvollen Ergebnisse weisen stark in die Zukunft und revolutionieren die Produktionsprozesse der von Kenntnissen und Fähigkeiten geleiteten Branche der Oberflächentechnik.“

An der Ehrung nahm unter anderem Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Prorektor für Transfer und Weiterbildung der TU Chemnitz, teil. Er betonte die Bedeutung transdisziplinärer Arbeit an der TU Chemnitz und die Herausforderung, Forschungsergebnisse vom Campus‑ und Stadtlabor‑Umfeld in Industrie und Gesellschaft zu übertragen – die Universität kooperiere derzeit mit rund 170 Unternehmen. Nicht zuletzt gelänge dieser Transfer dank der Einbindung human- und sozialwissenschaftlicher Aspekte in die technischen Wissenschaften, die auch die gesellschaftliche Akzeptanz neuer Technologien berücksichtigen und fördern. Prof. Dr. Alexander Hasse begrüßte als Prodekan für Forschung der Fakultät für Maschinenbau die Auszeichnung für seine Kolleginnen und Kollegen der Professur WOT, die in der Profillinie „Mensch und Technik“ der Fakultät Pionierarbeit leisten.

Hintergrund: Forschungsgebiet „Human‑Cyber‑Physical Systems“

Das Forschungsspektrum der Professur WOT von Prof. Dr. Thomas Lampke reicht von der Entwicklung und Analyse nachhaltiger Werkstoffe und deren Eigenschaften über chemische, galvanische und thermische Beschichtungsverfahren bis hin zur modellbasierten Simulation komplexer Fertigungsprozesse. Seit 2022 gehört zum Kompetenzfeld der Professur auch das Forschungsgebiet „Human‑Cyber‑Physical Systems“, das Lampke zusammen mit Dr. Franziska Bocklisch koordiniert. Im Mittelpunkt steht stets der Mensch mit seinen konkreten Aufgaben im Kontext von Produktion und Fertigungstechnologien – seine kognitiven Fähigkeiten, sein Fachwissen und seine individuellen Bedürfnisse bestimmen die Architektur der Systeme. Damit dies gelingt, wird transdisziplinär gearbeitet: Kenntnisse aus Psychologie, Informatik und Maschinenbau werden vernetzt, um konkrete Assistenz- und Automatisierungslösungen zu erforschen, die sowohl leistungsstark als auch ethisch vertretbar sind. Die realen Fragestellungen in Produktion und ingenieurtechnischem Kontext bilden den Ausgangspunkt. So können besonders herausfordernde Fragen, wie die Unterstützung mehrkriterieller Entscheidungen für die Auswahl von Parametern für komplexe Beschichtungsprozesse, gezielt identifiziert und durch menschzentrierte Digitalisierung unterstützt werden (Forschungsfeld „Entscheidungsunterstützung“). Ein weiterer Schwerpunkt der Abteilung HCPS liegt im Bereich Wissensmanagement und der Sicherung/Digitalisierung von Domänenwissen. Durch kognitive Methoden zur systematischen Erfassung und Strukturierung wird wertvolles (implizites) Erfahrungswissen für die KI‑gestützte Aufbereitung zugänglich gemacht. Das langjährige Expertenwissen kann gesichert, digitalisiert und für neue Anwendungen für den Menschen nutzbar gemacht werden. Ziel ist hierbei neben dem reinen Wissenserhalt auch Innovationsfähigkeit zu fördern, z.B. indem Digitalsysteme konzipiert werden, die ähnlich einem „Teampartner“ agieren und ganz neue, hilfreiche Impulse für die Fertigung setzen können (Forschungsfeld „Kognitives Engineering und Mensch-Maschine-Teaming“). Abschließend betont Dr. Bocklisch die Bedeutung der Nachhaltigkeit, indem die Produktion der Zukunft ressourceneffizient gestaltet wird.

Stichwort: Kooperation der B+T Unternehmensgruppe mit der TU Chemnitz

B+T ist ein Unternehmen, das sich auf Oberflächentechnik und galvanische Beschichtungen spezialisiert hat, wodurch die in der TU Chemnitz entwickelte Forschung unmittelbar in die Praxis übertragen werden kann. Zudem stell das Unternehmen den Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns. Beide Partner teilen eine ausgeprägte Neugierde und ein starkes Streben nach Innovation. In der Unternehmensstrategie von B+T ist verankert, jährlich ein bis zwei Forschungsprojekte zu unterstützen, um den eigenen Wissensvorsprung zu sichern und die Marktführerschaft auszubauen. Angesichts knapper Fördermittel suchen beide aktuell nach neuen Kooperationsmodellen. Nachhaltigkeit ist für B+T ein zentraler Innovationstreiber. Die firmeneigene Nachhaltigkeitsstrategie verknüpft ökologisches Handeln mit technologischem Fortschritt. Durch den gezielten Einsatz einer firmeninternen Künstlichen Intelligenz optimiert B+T seine Produktionsprozesse, reduziert den Materialverbrauch und erreicht seine ambitionierten Klimaziele. Gleichzeitig soll das Fachwissen der Mitarbeitenden mithilfe von KI gesichert und für zukünftige Aufgaben nutzbar gemacht werden – ein Ansatz, der sich hervorragend mit den Zielen der HCPS‑Forschung deckt.

(Quelle: Professur Werkstoff‑ und Oberflächentechnik)

Mario Steinebach
16.03.2026

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