Jetzt online: Spezialisierter „Party-Check“ für Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich an der TU Chemnitz beteiligte sich an der Entwicklung einer Wahl-O-Mat-Alternative
In Sachsen-Anhalt wird am 6. September 2026 ein neuer Landtag gewählt. Um den Wählerinnen und Wählern eine informierte Wahlentscheidung zu ermöglichen, hat der Potsdamer Politikwissenschaftler Dr. Jan Philipp Thomeczek den „Party-Check“ veröffentlicht. Dieser wurde von ihm und einem Forschungsteam, dem unter anderem PD Dr. Benjamin Höhne, Vertreter der Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich an der Technischen Universität Chemnitz, angehört, entwickelt und bereits bei anderen Wahlen erprobt. Er steht ab sofort online unter https://party-check.org zur Verfügung. „Unsere spezialisierte Wahl-O-Mat-Alternative, an der auch Forschende der Universitäten Jena, Greifswald und Darmstadt mitgewirkt haben, bietet Wählerinnen und Wählern die Möglichkeit, ihre politischen Ansichten zu erkunden und zu ermitteln, inwieweit diese mit den Programmen der Parteien für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt übereinstimmen“, sagt Höhne, der in diesem Bundesland geboren wurde sowie in Halle/Saale und Magdeburg geforscht und gelehrt hat.
Der „Party-Check“ führt die Nutzerinnen und Nutzer durch 18 ausgewählte Fragen zu aktuellen politischen Themen wie Gemeinschaftsschulen, Klimaschutz, Zuwanderung und den Umgang mit der AfD. Am Ende erhalten die Teilnehmenden ein Ergebnis, das in Prozent angibt, inwieweit sie mit den verschiedenen Parteien in den Themenbereichen übereinstimmen. Zusätzlich wird eine Position auf einer Links-Rechts-Skala berechnet. Das Besondere: Die Parteipositionen stammen nicht von den Parteien selbst, sondern aus dem „Länder Expert Survey“, einer Befragung, in der über 50 Expertinnen und Experten der Politikwissenschaft für Sachsen-Anhalt teilgenommen haben. „Das bietet noch einmal eine ganz andere Perspektive als der Wahl-O-Mat“, so Thomeczek. Anschließend haben die Nutzerinnen und Nutzer zwei Möglichkeiten: Sie können ihre Daten vollständig löschen lassen oder durch die Beantwortung weiterer Fragen, beispielsweise zur eigenen Wahlabsicht, die wissenschaftliche Forschung unterstützen.
Erstmals wird der „Party-Check“ auch in englischer Sprache angeboten. In den kommenden Wochen entwickelt das Team um Höhne weitere Online-Wahlhilfeapplikationen für die Wahlen am 20. September 2026 in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
„Wir hoffen, dass möglichst viele Wählerinnen und Wählern den Party-Check nutzen, um sich weiter zu informieren, sich mit anderen über Politik auszutauschen und Unterschiede zwischen den zur Wahl stehenden Parteien bewusster wahrzunehmen“, sagt Höhne, der 2024 gemeinsam mit Prof. Dr. Eric Linhart, Inhaber der Professur Politische Systeme an der TU Chemnitz, Thesen für das parteipolitisch neutrale Wahlhilfe-Tool „Voto“ für die Chemnitzer Stadtratswahl entwickelt hat.
Weitere Informationen erteilen PD Dr. Benjamin Höhne, Telefon 0371 531-39346, E-Mail benjamin.hoehne@phil.tu-chemnitz.de, und Dr. Jan Philipp Thomeczek, Telefon: 0331 977-4644, E-Mail jan.philipp.thomeczek@uni-potsdam.de.
Mario Steinebach
06.08.2026