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Deutlich gestiegene Drittmittel an der TU Chemnitz

Die TU Chemnitz konnte – trotz Covid-19-Pandemie – ihre Drittmitteleinnahmen deutlich steigern: von 70,3 Mio. Euro im Jahr 2020 auf 78,7 Mio. Euro im Jahr 2021 – Damit warb eine TUC-Professorin/ein TUC-Professor 2021 universitätsweit im Schnitt mehr als eine halbe Mio. Euro ein

Die Technische Universität Chemnitz war in den letzten Jahren beim Einwerben von Drittmitteln äußerst erfolgreich. Ihre Einnahmen stiegen in diesem Zeitraum um 15 Prozent von 68,6 Mio. Euro im Jahr 2019 über 70,3 Mio. Euro im Jahr 2020 auf 78,7 Mio. Euro im Jahr 2021 – trotz Covid-19-Pandemie. Der größte Anteil der Drittmittel geht auf Bundesmittel zurück. Danach folgen die Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie die Mittel der Europäischen Union – die von 1,5 Mio. Euro im Jahr 2020 auf 5,1 Mio. Euro im Jahr 2021 um rund das Dreieinhalbfache gesteigert werden konnten. Auch die Mittel aus der Wirtschaft sind trotz der gerade in diesem Bereich erwarteten Auswirkungen der Covid-19-Pandemie von 6,1 Mio. Euro im Jahr 2020 auf 7,6 Mio. Euro im Jahr 2021 um rund ein Viertel gestiegen.

Die Drittmitteleinnahmen der TU Chemnitz pro besetzter Professur liegen im Jahr 2021 universitätsweit im Schnitt bei 535.512 Euro. Folglich warb eine TUC-Professorin bzw. ein TUC-Professor 2021 universitätsweit im Schnitt mehr als eine halbe Million Euro ein.

Bereits bei der Abrechnung der Zielvereinbarung mit dem Sächsischen Wissenschaftsministerium 2017-2020 zeigte sich, dass die TU Chemnitz den Zielwert im Bereich der Drittmittel aus wettbewerblichen, wissenschaftsgeleiteten Verfahren (ab 14 Mio. Euro im Durchschnitt der Jahre 2017-2020) mit 55,8 Mio. Euro im Durchschnitt der Jahre 2017-2020 nicht nur erreicht, sondern mit rund dem Vierfachen deutlich übertroffen hat.

„Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen an der TU Chemnitz, die zu dieser äußerst beeindruckenden Entwicklung unserer Drittmitteleinnahmen beigetragen haben. Beeindruckend ist daran keineswegs nur die Quantität der Drittmittel, sondern auch die herausragende Qualität diverser über diese Mittel finanzierter Projekte oder damit verbundene Qualifikationsarbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses und Transferleistungen in die Wirtschaft“, sagt Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Rektor der TU Chemnitz.

Sonderforschungsbereich hat die Interaktion zwischen Mensch und Maschine im Fokus

Einen erheblichen Anteil an der erfolgreichen Drittmittel-Bilanz der vergangenen Jahre hat der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der TU Chemnitz eingerichtete Sonderforschungsbereich (SFB) „Hybrid Societies“, der in den ersten vier Jahren mit 9,5 Mio. Euro gefördert wird. An diesem am 1. Januar 2020 gestarteten „Leuchtturmprojekt“ der Universität sind alle acht Fakultäten der TU Chemnitz beteiligt. Der Fokus des SFB liegt insbesondere auf der Erforschung der Frage, wie die Interaktion zwischen Mensch und Maschine effektiv gestaltet werden kann. 30 Professorinnen und Professoren sowie leitende Forscherinnen und Forscher der TU untersuchen grundlegend, wie sich beispielsweise autonome Fahrzeuge im öffentlichen Raum bewegen oder wie sich Roboter mit Menschen koordinieren können. In diesem SFB ist zudem ein Graduiertenkolleg integriert.

Maßgeschneiderte Eigenschaften für neuartige Materialien in der Elektronik

Eines der jüngsten Beispiele aus der erfolgreichen Drittmittelakquise bei der DFG ist die neue Forschungsgruppe „Proximity-induzierte Korrelationseffekte in niedrigdimensionalen Strukturen“, die Ende des Jahres 2021 unter Federführung der TU Chemnitz eingerichtet wurde. Diese Forschungsgruppe wird im ersten vierjährigen Förderzeitraum mit rund 3,2 Mio. Euro zuzüglich einer 22-prozentigen Programmpauschale für indirekte Kosten gefördert. Im Mittelpunkt der künftigen Forschungsarbeiten stehen atomar dünne Kohlenstoffschichten wie Graphen, das auf Grund seiner herausragenden elektrischen, mechanischen und optischen Eigenschaften oft als „Wundermittel der Zukunft“ bezeichnet wird. Die interdisziplinäre Forschungsgruppe will mit ihren Untersuchungen weitere Grundlagen für neuartige Quantenmaterialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften und deren Anwendung, zum Beispiel in der Elektronik oder in der Spintronik, schaffen.

Millionen-Förderung für zwei WIR!-Projekte dient dem Strukturwandel im Erzgebirge

Im Bereich der Förderung durch Bundesmittel stechen seit 2019 die beiden Verbundprojekte „Smart Rail Connectivity-Campus“ (SRCC) und „Smart Composites ERZgebirge“ (SmartERZ) besonders hervor, an denen die TU Chemnitz im Rahmen des Programms „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) maßgeblich beteiligt ist. Den beiden WIR!-Verbundprojekten stehen seit 1. April 2019 in der gut fünfjährigen Umsetzungsphase bis zu rund 30 Mio. Euro zur Verfügung. Mit dem Gesamtvorhaben SRCC wollen die TU Chemnitz und die Stadt Annaberg-Buchholz am Standort Annaberg-Buchholz dauerhaft ein global sichtbares Zentrum für Forschung, Entwicklung und Erprobung im Innovationsfeld Intelligenter Schienenverkehr (Smart Rail) etablieren. An diesem Zentrum sollen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur digitalisierten, vernetzten, automatisierten und nachhaltigen Mobilität umgesetzt werden. „SmartERZ“ umfasst den dynamischen Wachstumsmarkt der funktionsintegrierten Verbundwerkstoffe bzw. Smart Composites. Dabei handelt es sich um textilverstärkte Kunststoffe, in die funktionale Strukturen, also Sensoren, Aktoren und Elektronikkomponenten, integriert werden. So werden aus passiven Textilien in Kombination mit Kunststoffen intelligente Halbzeuge, die beispielsweise im Automobil- und Luftfahrtsektor, in der Medizintechnik und in der Baubranche Einsatz finden. Die TU Chemnitz bringt die Expertise mehrerer Professuren in diese beiden Bündnisse ein, die sehr stark mit der Erzgebirgsregion verbunden sind und dort zum Strukturwandel beitragen sollen.

Hintergrund: Drittmittel

Drittmittel sind laut Statistischem Bundesamt Mittel, die von den Hochschulen zur Förderung von Forschung und Entwicklung sowie des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Lehre zusätzlich zum regulären Hochschulhaushalt (Grundausstattung) von öffentlichen oder privaten Stellen eingeworben werden. Drittmittel stammen unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, von Bundesministerien, von der Europäischen Union, von Stiftungen und aus der Wirtschaft.

Mario Steinebach
13.09.2022

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