Sprache in der Kunst
Die Kunstwerke dieser virtuellen Ausstellung wurden 2025 von den Studierenden des Seminars „Sprache in der bildenden Kunst“ und ihrer Dozentin, Prof. Dr. Christina Sanchez-Stockhammer, an der Technischen Universität Chemnitz geschaffen.
In Zusammenarbeit mit den Kunstsammlungen Chemnitz und der Künstlerin Carolina Vocke untersuchte das Seminar die Formen und Funktionen geschriebener Sprache in der Kunst und schuf eigene Kunstwerke. Isabell Nitschmann und Maya Krug spielten eine zentrale Rolle bei der Organisation der Ausstellung in der Universitätsbibliothek am 18. Dezember 2025 und bei der Edition der Beschreibungen der Kunstwerke.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei unserer virtuellen Ausstellung!
Language in Art
The artworks in this virtual exhibition were created by the students of the seminar "Language in the Visual Arts" and their teacher, Prof. Christina Sanchez-Stockhammer, at Chemnitz University of Technology in 2025.
In cooperation with the Kunstsammlungen Chemnitz and the artist Carolina Vocke, the class investigated the forms and functions of written language in art and created their own artworks. Isabell Nitschmann and Maya Krug played pivotal roles in the organisation of the exhibition of the artworks at the TU Chemnitz University Library on December 18, 2025, and the editing of the students' artwork descriptions.
Enjoy our virtual exhibition!

Poster der Ausstellung von Christina Sanchez-Stockhammer
Exhibition poster by Christina Sanchez-Stockhammer
Hanna Dymke, Virginia Pischkule. (2025) Wie Wir Sind
Zweiteilig (Acryl auf Papier)
Hanna Dymke, Virginia Pischkule. (2025) As We Are
Two-piece (Acrylic on paper)


Das zweiteilige Werk thematisiert die Subjektivität der Wahrnehmung. „Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind; wir sehen sie, wie wir sind“ bezieht sich auf unsere Wahrnehmung der Welt, aus unserer eigenen Sichtweise. Durch die Gegenüberstellung der zwei Figuren unter einem in zwei geteilten Baum wird verdeutlicht, dass unsere innere Haltung sowie Erfahrungen und Prägungen den Blick auf die Realität formen können. Die kontrastreichen Farbflächen, auf der einen Seite in starken und warmen Tönen und auf der anderen Seite in kühlen und dunklen Tönen, stehen für die Spannung zwischen dem Sichtbaren und dem inneren Empfinden. So verweist die Arbeit auf die zentrale Aussage des Zitats: Wirklichkeit zeigt sich nie als neutrale Gegebenheit, sondern stets in der Spiegelung des eigenen Selbst.
The two-part work addresses the subjectivity of perception. “We don’t see things as they are, we see them as we are” refers to our perception of the world from our own perspective. Through the comparison of the two figures beneath a tree divided into two, the piece illustrates how our inner attitude, as well as experiences and influences, can shape our view of reality. The contrasting colour surfaces, on one side in strong and warm tones, on the other in cool and dark tones, represent the tension between the visible and the inner experiences. In this way, the work underscores the central statement of the quotation: reality never appears as a neutral given, but always as a reflection of the self.
Jule Brödner, Emma-Luna Zischke, Lara-Sophie Schamel. (2025) Genug
Collage (Kohle und Kreide auf Papier)
Jule Brödner, Emma-Luna Zischke, Lara-Sophie Schamel. (2025) Enough
Collage (Charcoal and chalk on paper)



Die dreiteilige Collage vereint Zeichnung, Textfragmente und grafische Elemente zu einer Auseinandersetzung mit Selbstwahrnehmung, Fremdzuschreibung und sprachlicher Macht. In den Bildaussagen wie „Ich bin genug“, „Ich wähle den Blick“ oder „Ich bin mehr als deine Sprache“ zeigen sich Perspektiven auf weibliche Identität, Kontrolle und Sichtbarkeit. Die Verbindung von Kohle, Kreide und Text schafft eine rohe, unmittelbare Bildsprache, die Verletzlichkeit und Widerstand sichtbar macht. Die Reduktion auf Körperdetails und einzelne Worte lenkt den Blick auf alltägliche Erfahrungen der Kategorisierung. Das Werk lädt zur Reflexion über Sprache, Normen und Wahrnehmung ein. Es wirft die Frage auf, wer bestimmt, was genug ist.
This triptych collage combines drawing, text fragments and graphic elements to explore self-perception, external judgment and the power of language. Phrases such as “I am enough,” “I choose the gaze” and “I am more than your language” express perspectives on female identity, control and visibility. The use of charcoal, chalk and text creates a raw and immediate visual language that reveals both vulnerability and resistance. The focus on body details and isolated phrases draws attention to everyday experiences of categorization. The work encourages reflection on language, norms and perception. It raises the question of who decides what is enough.
Bere. (2025) Einigung
Wasserfarbe auf Papier
Bere. (2025) Agreement
Watercolour on Paper

Dieses Bild zeigt eine Geste der Verbundenheit in einer Zeit, in der unterschiedliche Meinungen zunehmend in Konflikten und Konfrontationen enden. Der Händedruck begleitet von den Worten „agree to disagree“ (sich einigen, sich nicht einig zu sein) soll zeigen, dass es in Ordnung ist, verschiedene Meinungen zu haben. Ein jeder kann seine eigene Meinung äußern und trotzdem der anderen Partei Respekt entgegenbringen. Nicht jede Meinungsverschiedenheit muss gelöst werden, denn manchmal reicht es aus, sich nach einem Streit einfach wieder die Hand zu geben.
This image shows a gesture of connection at a time when differing opinions are increasingly leading to conflict and confrontation. The handshake accompanied by the words ‘agree to disagree’ is meant to show that it is okay to have different opinions. Everyone can express their own opinion and show respect for the other party. Not every disagreement needs to be resolved, because sometimes it is enough to simply shake hands again after an argument.
Sunny Brook. (2025) Idiomatisch
Zeichnung (Bleistift und Buntstift auf Papier; angebracht auf schwarzem Zeichenkarton)
Sunny Brook. (2025) Idiomatic
Drawing (pencil and coloured pencil on paper; mounted on black drawing paper)

In unserem Sprachgebrauch gibt es viele Redewendungen, die als Veranschaulichung verschiedenster Umstände dienen. Sie vereinfachen oftmals das Verständnis oder umschreiben als Euphemismus die etwas makaberen Situationen im Leben. Eine solche euphemistische Redewendung ist hier dargestellt. Die Zeichnung zeigt eine zweisprachige Illustration für die Redewendung „die Radieschen von unten betrachten“ – in der englischen Version (frei übersetzt) „die Gänseblümchen nach oben drücken“. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, wie unterschiedlich und doch gleichermaßen verständlich die gleiche Redewendung in zwei verschiedenen Sprachen ausgedrückt werden kann.
Within a language there are many idioms and idiomatic expressions that describe and represent various social situations. They often simplify the meaning and understanding of certain situations, or serve as euphemisms for more macabre subjects. One such euphemistic idiom is depicted here. The drawing shows a bilingual illustration of the idiom “to push up the daisies” – the German version of which is (freely translated) “to look at the radishes from beneath”. The picture illustrates how the same idiomatic meaning can be expressed very differently and yet equally understandable in two different languages.
Esra Begüm Erdal. (2025) Love Me For Me
Acryl auf Papier
Esra Begüm Erdal. (2025) Love Me For Me
Acrylic on paper

Love Me For Me zeigt die Silhouette einer Frau, umgeben von einem kraftvollen Hintergrund, dessen Farben von einem dunklen Rot an den Rändern bis zu hellem Gelb im Zentrum übergehen und Flammen symbolisieren. Das Feuer steht für Lust: eine starke Versuchung, die, wenn sie unkontrolliert bleibt, manchmal eine volatile Energie freisetzt. Die Frau wird in kräftigen Blautönen dargestellt, die Wasser implizieren – ein Element, das das Feuer zügelt und kontrolliert. Durch das Zusammenspiel von Feuer und Wasser vermittelt das Werk ein Gefühl von Widerstandskraft, Selbstbewusstsein und Ausgewogenheit.
Die Arbeit greift die Idee auf, dass es einen Unterschied gibt zwischen der Art und Weise, wie Menschen Dinge wahrnehmen – wie sie gesehen werden – und der Art und Weise, wie Menschen sich selbst erkennen – wer sie sind. Die Intensität der Hintergrundfarben reflektiert den gesellschaftlichen Druck und die Erwartungen, die auf das weibliche Geschlecht ausgeübt werden. Die selbstbewusste, ruhige und überlegte Figur im Vordergrund hingegen steht für Selbstbestimmung. Zusammen verkörpert das Werk die nuancierte Beziehung zwischen Begehren, Handlungsmacht und Identität. Es vermittelt ein grundlegendes Verlangen: für das eigene authentische Selbst geschätzt und geliebt zu werden, jenseits von vorgefassten Vorstellungen von Geschlecht oder Körperlichkeit.
Love Me For Me features a silhouette of a woman surrounded in its background by powerful colours that transition from a dark red along the edges to a bright yellow at the centre representing flames. The fire symbolizes lust: a powerful lure if left unchecked and sometimes dispersing a volatile energy. The woman is represented in bold blue colours implying water, which tames and controls fire. Through the interplay of fire and water, the work conveys a sense of resilience, self-confidence and balance.
This work engages the idea of the difference between how people see or perceive things and how people recognise themselves - who they are. The intensity of the background colours reflects the social pressure and expectations placed on the female gender. By contrast, the self-assured, calm, deliberate figure in the foreground represents self-determination. Together the work embodies the nuanced relationship between desire, agency, and identity. The work communicates a baseline desire: to be valued and loved for who you are, beyond preconceived notions of gender or physicality.
Leonie Fischer. (2025) Gegen den Strom
Aquarell auf Papier
Leonie Fischer. (2025) Against the Current
Watercolour on paper

In einer Welt, die oft nach Anpassung verlangt, zeigt dieses Bild einen stillen Akt des Widerstandes: Ein Wal, der sich entschlossen gegen die Strömung bewegt. Zwischen Quallen, Schildkröten und Fischen verkörpert er jene, die nicht den leichteren Weg wählen, sondern den eigenen. Die Zeichnung erinnert daran, dass das Leben keine Einbahnstraße ist. „Don’t go with the flow” ist mehr als eine Aufforderung - es ist ein Plädoyer für Selbstvertrauen, für das Innehalten und das bewusste Abweichen von dem, was „alle” tun. Manchmal bedeutet Wachstum, gegen den Strom zu schwimmen, sich selbst treu zu bleiben und gerade darin die eigene Stärke zu entdecken.
In a world that often demands conformity, this painting depicts a quiet act of resistance: A whale swimming purposefully against the current. Surrounded by jellyfish, turtles, and fish, it embodies those who choose not the easier path, but their own. The drawing serves as a reminder that life is not a one-way street. “Don’t go with the flow“ is more than a slogan - it is a call for self-trust, for pausing and for consciously diverging from what “everyone“ else is doing. Sometimes, growth means swimming against the current, staying true to yourself - and in that, discovering your own strength.
Lilli Haase. (2025) One Hundred and Eighty
Acryl auf Papier
Lilli Haase. (2025) One Hundred and Eighty
Acrylic on paper

Das Werk zeigt eine Dartscheibe, auf die drei Pfeile perfekt in die Triple-20 treffen. Die höchste Punktzahl, die man mit drei Würfen erreichen kann. Daneben steht in einfachen Buchstaben: „One hundred and eighty“. Die Idee entstand eher spontan, und das Bild steht für ein gutes Gefühl: etwas wirklich geschafft zu haben. Der Moment, in dem man merkt, dass sich Konzentration und Ausdauer gelohnt haben. Die klare Komposition mit weißem Hintergrund und grünem Rahmen lenkt den Fokus ganz auf das Ziel. Auch wenn es sportlich aussieht, geht es eher um persönliche Erfolge – still, aber stark.
This piece shows a dartboard with three darts perfectly hitting the triple 20. The highest possible score with three throws. Next to it, the words “One hundred and eighty” are written in simple block letters. The idea for the image came quite spontaneously, and it represents the feeling of having reached a goal. That moment when you realise your focus and effort actually paid off. The clean composition with a white background and green frame draws attention to the centre - the target. Even though it looks sporty, it’s more about small personal victories – quiet, but powerful.
Diana Hryhorovych. (2025) Es gibt immer zwei Seiten
Bleistift, Kugelschreiber, Aquarell auf Papier
Diana Hryhorovych. (2025) There are always two sides
Pencil, pen, watercolour on paper

Das Kunstwerk besteht aus zwei einfachen Zeichnungen, die mit Bleistift und schwarzem Stift angefertigt und mit Acrylfarbe übermalt wurden. Es vermittelt die Idee, jede Lebenssituation von zwei Seiten zu betrachten. Dies wird nicht nur durch die Aufschrift „There are always two sides“ zum Ausdruck gebracht, sondern auch durch einige weitere Details. Eine Schallplatte, die als Inspiration für das Werk diente, hat immer eine A- und eine B-Seite, die mit unterschiedlichen Kompositionen gefüllt sind. Außerdem enthält die endgültige Version des Werks zwei Zeichnungen, die den Entstehungsprozess und die endgültige Version darstellen. Jeder Konflikt, jedes Missverständnis oder jede neue Nachricht sollte aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden, um ein klares Bild der Situation zu erhalten.
The artwork consists of two simple drawings created with pencil, black pen, and acrylic paint. It embodies the idea of approaching any life situation from two sides. This is reflected not only in the inscription ‘There are always two sides,’ but also in several other details. Vinyl records like the one that inspired the work always have two sides, A and B, filled with different compositions. In addition, the final version of the work has two drawings depicting the creative process and the final version. It is essential to examine any conflict, misunderstanding or breaking news from a different angle to gain a comprehensive view.
Maya Krug. (2025) Spill Your Guts
Collage mit Zeichenelementen (Weißes Papier unter schwarzem mit Buchstabenschnitt; Aquarellstifte)
Maya Krug. (2025) Spill Your Guts
Collage with drawn elements (white paper covered by black paper, cut-out letters and watercolour pencils)

Jede Sprache hat ihre eigenen Redewendungen, und viele sind so in anderen Sprachen gar nicht vorhanden. Manch andere wiederum werden anders visualisiert, sind aber von der Bedeutung ähnlich. So hat die englische Sprache die Redewendung „spill your guts“, wörtlich genommen 'seine Gedärme ausschütten', und ein deutsches Äquivalent wäre „sein Herz ausschütten“. Beide doch sehr bildlichen Formulierungen konzentrieren sich dabei auf ein Wesentliches: Das Offenbaren vom tiefsten Inneren; etwas Weiches und Verwundbares, was eigentlich im Körper verschlossen und behütet werden sollte. In diesem Bild quillt genau dieses Verletzliche aus dem Auge, dem oft benannten „Tor zur Seele“, und auch die Buchstaben in reinem Weiß „quellen“ durch das Papier – alles Verletzliche, getarnt in mit Ekel assoziierten Gedärmen, dringt durch ein dünnen Blatt Papier.
Every language has its own idioms, and many of them don’t exist at all in other languages. Others, however, are visualized differently but carry a similar meaning. For instance, English has the expression “spill your guts,” literally 'to pour out your intestines,' while a German equivalent would be “sein Herz ausschütten” ('to pour out one’s heart'). Both very figurative expressions focus on one essential thing: revealing the innermost self - something soft and vulnerable that should remain enclosed and protected within the body. In this imagery, that very vulnerability wells up from the eye, often called the “gateway to the soul,” and the letters in pure white also “spill” through the paper - everything vulnerable, disguised in “guts” associated with disgust, pushes through a thin sheet of paper.
Johanna Lang. (2025) Friendship for Sale
Collage (Fineliner, Aquarellstifte und ausgeschnittene Buchstaben)
Collage (Fineliners, watercolour pencils and cut-out letters)

Die Zeichnung zeigt ein sogenanntes „Fingerherz“, welches ein Symbol ist, um Freundschaft oder Liebe auszudrücken, jedoch mit einer Münze anstatt eines Herzens. Der zugehörige Text „Friendship for sale“, übersetzt „Freundschaft zu verkaufen“, soll symbolisieren, dass manche Menschen nur eine Freundschaft eingehen, solange man etwas für sie tut oder ihnen etwas gibt, was sie gerne wollen. Sobald man damit aufhört, ist die Freundschaft vorbei. Darum sollte man aufpassen, wem man vertraut und in wen man seine Zeit investiert.
The artwork shows a „finger heart“, which symbolizes friendship or love, but with a coin instead of a heart. The text „friendship for sale“ symbolizes that people should be careful who they trust and who they are friends with, because some people only want to be friends with others as long as they do or give them things they want, and as soon as you don`t do that anymore, the friendship is over.
Leonie Lindner. (2025) Ertragen
Acryl auf Papier
Leonie Lindner. (2025) Endure
Acrylic on paper

„Ertragen“ verkörpert unsichtbare Lasten und die Spannung zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Der dunkle, chaotische obere Bereich steht für inneres Chaos, Schmerz und Erfahrungen, die überwältigend und zerstörerisch wirken. Es erinnert an eine Welt, in der alles brennt, einstürzt oder außer Kontrolle gerät – und dieses Chaos verschwindet nicht, sondern muss ausgehalten werden. Der weiße Streifen mit dem Wort ERTRAGEN symbolisiert den schmalen Raum, in dem Menschen diese Lasten tragen. Die Buchstaben scheinen die Dunkelheit über sich zu stützen und stehen damit für das stille Ertragen von Trauer, Angst und seelischen Wunden. Das schwarze Kreuz anstelle des „T“ bringt die Themen Tod, Opfer und mögliche Auferstehung ins Bild: Leiden ist nicht nur ein Ende, sondern kann auch einen Wendepunkt markieren. Insgesamt macht das Werk deutlich, dass jeder Mensch verborgene Gewichte mit sich trägt – und dass das Ertragen dieser Lasten uns zwar brechen, aber auch formen und stärken kann, sodass selbst in der tiefsten Dunkelheit ein Moment von Hoffnung aufscheint.
„Endure“ is a visualisation of invisible burdens and the tension between despair and hope. The dark, chaotic upper area stands for inner turmoil, pain and experiences that feel overwhelming and destructive. It suggests a world in which everything is burning, collapsing or spinning out of control, yet this chaos does not simply disappear – it has to be endured. The white strip with the word ERTRAGEN represents the fragile space in which people carry these loads. The letters seem to hold up the darkness above them, symbolising how we bear grief, fear and trauma in silence. The black cross in place of the “T” introduces the idea of death, sacrifice and the possibility of resurrection: suffering is not only an end, but can also mark a turning point. The work as a whole embodies the idea that every human being bears hidden weights, and that enduring them can break us – but can also shape and strengthen us, allowing hope and light to appear even in the deepest darkness.
Unhae Lim. (2025) Der See
Zeichnung (Bleistift und Buntstifte auf Papier)
Unhae Lim. (2025) The Lake
Drawing (pencil and coloured pencils on paper)

Die Zeichnung zeigt die Oberfläche eines Sees. Auf dem Wasser sind schuppenartige Muster, Sonnenreflexionen und einige Blasen zu sehen. Die Farben Grün und Blau sind miteinander vermischt, sodass es aussieht, als würden die Bäume rund um den See auf dem Wasser reflektiert. Außerdem sind mehrere koreanische Wörter enthalten: 물결 (mul-gyeol, Wellen), 물비늘 (mul-bi-neul, schuppenartige Struktur auf der Wasseroberfläche durch Sonneneinstrahlung), 윤슬 (yun-seul, funkelndes Licht auf dem Wasser), 너울 (neo-ul, größere und langsamere Wellen), 포말 (po-mal, weißer Schaum durch brechende Wellen) und 나무 그림자 (na-mu geu-rim-ja, der Schatten der Bäume). Diese Wörter beschreiben verschiedene Aspekte dessen, was auf dem See zu sehen ist. Ich habe diese Zeichnung basierend auf meinen eigenen Erfahrungen als Austauschstudentin in Deutschland gemacht. Eine meiner schönsten Erinnerungen stammt aus Hamburg, wo ich stundenlang in der Nähe der Alsterseen saß, Musik hörte und mich friedlich fühlte. Das Bild zeigt die Aussicht, die ich dort hatte, und die Wörter helfen mir, auszudrücken, wie ich den See gesehen und in Erinnerung behalten habe.
The drawing shows the surface of a lake. On the water there are scaly patterns, reflections of sunshine and some bubbles. The colours of green and blue are mixed, which looks like the trees around the lake are reflected on the water. And there are several Korean words: 물결(mul-gyeol, ripples on the water), 물비늘(mul-bi-neul, scaly texture on the surface made by sunshine), 윤슬 (yun-seul, sparkling light on the water), 너울(neo-ul, a bigger and slower wave), 포말(po-mal, white foam made by breaking waves), and 나무 그림자 (na-mu geu-rim-ja, the shadow of trees). These words describe different aspects of what can be seen on the lake. I made this drawing based on my own experience in Germany as an exchange student. One of my best memories is from Hamburg, where I spent hours sitting near the Alster Lakes, listening to music and feeling peaceful. The picture shows the view I had there, and the words help me to express how I saw and remembered the lake.
Hannah Lorenz. (2025) Seelenfrieden
Aquarell auf Papier
Hannah Lorenz. (2025) Peace of mind
Watercolour on paper

Seelenfrieden spiegelt die Gedanken einer Person wider, welche sich nach einem Ort sehnt, den sie versucht hat, hinter sich zu lassen – ihre Heimat. Gedanken, die tief in ihrem Inneren zu finden sind, für die sie selbst aber noch nicht bereit ist. Sie verstecken sich immer und überall. Auch in banalen Fragen wie der nach ihren Lieblingsfrüchten. Das Werk soll zeigen, dass es oft nicht einfach ist, wahre Gefühle zu erkennen und zuzulassen, aber dass auch diese sich einen Weg suchen, wahrgenommen zu werden. Und oftmals passiert dies dann, wenn man es selbst nicht erwartet.
Peace of mind reflects the thoughts of a person who longs for a place she has tried to leave behind - her home. Thoughts that can be found deep inside her, but for which she herself is not yet ready. They are always hiding everywhere. Even in banal questions such as her favorite fruits. The work is intended to show that it is often not easy to recognize and admit true feelings, but that they also seek a way to be perceived. And this often happens when you don't expect it yourself.
Mayté Opitz. (2025) WAS SIE SEHEN, WERDEN SIE.
Acryl auf Papier
Mayté Opitz. (2025) WHAT THEY SEA, THEY BECOME.
Acrylic on paper

Das Kunstwerk zeigt ein Kind, das scheinbar sorglos im Meer treibt, während um es herum Plastikmüll schwimmt. Darunter befinden sich eine Flasche und eine Schildkröte, die in Verpackungsringen gefangen ist. Der Satz “WHAT THEY SEA, THEY BECOME.” ist groß am Himmel platziert und zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Er spielt mit der Doppeldeutigkeit der Wörter „see“ und „sea“ und wirft die Frage auf, was Kinder von ihrer Umwelt aufnehmen und wie sehr sie dadurch geprägt werden. Die Arbeit thematisiert Verantwortung, Vorbildfunktion und ökologisches Bewusstsein. Sie erinnert uns daran, dass Kinder nicht nur beobachten, sondern übernehmen. Obwohl farbenfroh und kindlich im Stil, richtet sich das Bild bewusst an Erwachsene, insbesondere an Lehrkräfte. Es fordert dazu auf, das eigene Verhalten zu hinterfragen. Was Kinder sehen, beeinflusst, wer sie werden.
The artwork shows a child floating seemingly carefree in the ocean, while plastic waste drifts around them. Among the debris are a bottle and a turtle trapped in plastic rings. The phrase “WHAT THEY SEA, THEY BECOME.” is placed prominently in the sky and immediately draws attention. It plays with the double meaning of the words “see” and “sea” and raises the question of what children absorb from their environment and how deeply they are shaped by it. The work addresses responsibility, role modelling, and environmental awareness. It reminds us that children do not just observe, they imitate and internalize. Although colourful and childlike in style, the image is clearly directed at adults, especially educators. It encourages us to reflect on our own behaviour. What children see shapes who they become.
Frederike Pötzsch. (2025) I am a Real Person
Collage (Zeitungsartikel, Fotos, Drucke auf Papier)
Collage (Magazine articles, photos, prints on paper)

Das Herz dieser Collage zeigt die Frau als fabrizierten Gegenstand unserer Gesellschaft. Zu diesem Zweck wurden die Bilder zahlreicher Frauen vor einem Hintergrund provokant sexistischer Artikel und Überschriften in Szene gesetzt. Das Zeitschriften-Element verkörpert dabei die Reproduktion unreflektierter Frauenbilder durch dehumanisierende Darstellungen in den Medien. Die handschriftlich hinzugefügten Sätze beziehen sich nicht nur auf das Spannungsfeld zwischen der Frau als realer und fiktiver Person, sondern eröffnen auch eine sprachliche Metaebene, die vor allem die Frage stellt: Können wir glauben, was wir lesen?
The heart of this collage depicts women as manufactured objects of our society. To this end, images of numerous women were staged against a backdrop of provocatively sexist articles and headlines. The magazine element embodies the reproduction of unreflective images of women through dehumanizing representations in the media. The handwritten sentences not only refer to the tension between women as real and fictional persons, but also open up a linguistic meta-level that primarily poses the question: can we believe what we read?
Sandra Schulze. (2025) Im Moment leben
Acryl auf Papier
Sandra Schulze. (2025) Live in the moment
Acrylic on paper

Das Gemälde zeigt eine ruhige Meereslandschaft: sanfte Wellen in verschiedenen Blautönen treffen auf einen goldenen Sandstrand, im Hintergrund erheben sich blassblaue Berge unter einem klaren Himmel. Im oberen Bereich steht handschriftlich „To Do: Live in the Moment”. Die klare, horizontale Gliederung des Bildes und die weichen Farbverläufe vermitteln Ruhe und Weite. Das Werk verbindet die äußere Stille der Natur mit einer inneren Haltung. Die Notiz im Bild ist wie eine Erinnerungsliste für das Leben – und doch steht nur ein einziger Punkt darauf. Es ist ein Aufruf, sich nicht im Alltagslärm unserer schnelllebenden Zeit zu verlieren, sondern bewusst innezuhalten, wahrzunehmen und einfach zu sein. Das Meer wird hier zum Symbol für Gelassenheit und den gegenwärtigen Augenblick.
The painting depicts a tranquil seascape: gentle waves in various shades of blue meet a golden sandy shore, while pale blue mountains rise in the background beneath a clear sky. At the top of the painting a handwritten note tells the observer: “To Do: Live in the Moment.” The clear, horizontal composition and the soft colour gradients convey a sense of calm and spaciousness. The work combines the outer stillness of nature with an inner state of mind. The note within the image is like a to-do list for life – yet it contains only one entry. It is a call not to lose oneself in the everyday noise of our fast-paced times, but to consciously pause, perceive, and simply be. Here, the sea becomes a symbol of serenity and the present moment.
Josephine Thielemann. (2025) Nightingale
Collage (Bleistift, Acryl, Acrylmarker und Stempel auf Papier)
Josephine Thielemann. (2025) Nightingale
Collage (pencil, acrylic paint, acrylic marker and stamps on paper)

Ich habe schon immer gerne darüber nachgedacht, warum verschiedene Tiere oder Gegenstände bestimmte Namen haben. Warum heißt der Baum "Baum", der Ozean "Ozean" oder – in diesem Fall – warum heißt die Nachtigall "Nachtigall"? Betrachtet man die Geschichte und Bedeutung von „Nachtigall“, kann man sehen, dass das Wort vom Altenglischen „niht“ (Nacht) und „galan“ (singen) abstammt, was so viel wie 'Nachtsänger' bedeutet. Auch das Wort „Eule“ hat seine Wurzeln im Altenglischen: „ule“, was 'nachtaktiver Raubvogel' bedeutet. Wenn man sich nun die Eigenschaften dieser beiden Tiere und die Bedeutung der Wörter anschaut, fällt auf, dass sie theoretisch austauschbar sind. Die Nachtigall fängt zwar keine große Beute, jagt aber nachts Insekten, und der Ruf einer Eule könnte auch als Gesang bezeichnet werden. Was wäre also, wenn die Vögel in einem Paralleluniversum genau den entgegengesetzten Namen erhalten hätten? Wie hätte das unsere Wahrnehmung der beiden Arten beeinflusst?
I have always liked to think about why different animals or objects are named in a certain way. Why is a tree called "tree", the ocean "ocean" or – in this case – why is the nightingale called "nightingale"? Looking at the history and meaning of the word “nightingale”, one can see that it originates from the Old English words “niht” (night) and “galan” (to sing), translating to 'night-singer'. “Owl” also has its roots in Old English: the word “ule”, meaning 'nocturnal bird of prey'. When you look at the characteristics of the animals and the meaning or the words, you might notice they are theoretically interchangeable. The nightingale might not catch big prey, but it does hunt for insects at night, and an owl’s call could also be seen as a song. So what if, in a parallel universe somewhere, the birds had been given the exact opposite names? How would those names have shaped our opinion about the two species?
Antonia Tieze. (2025) Fleabag Turns to Martin and Punches him Square in the Face.
Collage
Antonia Tieze. (2025) Fleabag Turns to Martin and Punches him Square in the Face.
Collage

Dieses Kunstwerk ist inspiriert von der Serie „Fleabag“ (2016-2019), produziert von Phoebe Waller-Bridge. In der ersten Episode der zweiten Staffel erleidet Claire, die Schwester des Hauptcharakters Fleabag, eine Fehlgeburt. Es kommt zu einem Durcheinander, und der Ehemann von Claire denkt, Fleabag hätte die Fehlgeburt erlitten. Der gewählte Ausschnitt im Kunstwerk ist die Reaktion des Ehemanns Martin. Das Werk nimmt das Bild des „Goldfisches aus dem Glas” wörtlich und impliziert, dass der Fisch die Fehlgeburt ist. Es kommentiert hiermit die oft schweren Vorwürfe, die Frauen mit Schwangerschaftskomplikationen von ihrem Umfeld bekommen.
This artwork is inspired by the series “Fleabag” (2016-2019), produced by Phoebe Waller-Bridge. In the first episode of the second season, the estranged sister of the main character suffers from a miscarriage. Due to a mix-up, her husband thinks that it’s the main character who has miscarried. The excerpt chosen for this artwork is the husband, Martin, reacting to the news. The artwork takes the image of the “goldfish out of the bowl” literally, implying the fish has been miscarried. It is a comment on the harsh sentiments that women with pregnancy complications often face.
Tisha. (2025) Resignation
Bleistift und Buntstift auf Papier
Tisha. (2025) Resignation
Pencil and coloured pencil on paper

Songtexte können oft auf verschiedene Weisen interpretiert werden. Dieses Bild ist eine Interpretation des Textes zu dem Song „Aqua Regia“ von der Band Sleep Token. Der Ausdruck „Putting down the roses, picking up the sword” ist hierbei bildlich dargestellt. Die Bedeutung des Textes und der Illustration liegt dabei im Auge des Betrachters. Sie könnte sich auf zwischenmenschliche Beziehungen, auf verschiedene Lebensphasen, oder auf etwas ganz anderes beziehen, je nach Betrachter.
Lyrics of songs can often be interpreted in different ways. This artwork is an interpretation of the lyrics of the song “Aqua Regia” by the band Sleep Token. The phrase “Putting down the roses, picking up the sword” is illustrated here. The meaning of the text and the illustration are chosen by the viewer. It could refer to human relationships, different phases of life or something completely different, depending on the viewer.
Emma Weber. (2025) TOO MUCH LABOUR
Collage (Zeitung auf Papier)
Emma Weber. (2025) TOO MUCH LABOUR
Collage (newspaper on paper)

Diese Collage untersucht, wie das gesellschaftliche Bild von Frauen konstruiert, verzerrt und zergliedert wird. Ausgeschnittene Forderungen – „Too Much Labour“, „jüngeres Aussehen!“, „SEX“ – umgeben fragmentierte weibliche Körper und surreale, verdoppelte Gesichter. Sie spiegeln wider, wie Frauen oft auf Rollen, äußere Erscheinung oder Erwartungen reduziert werden, anstatt als Ganzes gesehen zu werden. Beobachtende Augen, gespaltene Figuren und vielschichtige Hintergründe verweisen auf ständige Beobachtung und den inneren Konflikt, der aus diesen widersprüchlichen Ansprüchen entsteht. Das Durchstreichen von „Zeit zu träumen“ macht sichtbar, wie äußere Anforderungen persönliche Wünsche und innere Räume überlagern können. Doch unter all dem Lärm von Schönheitsidealen, Ängsten und gesellschaftlichen Kräften behauptet das Werk eine leise, aber klare Botschaft: Wichtig ist, dass du trotzdem du selbst bleibst.
This collage explores how society constructs, distorts and fragments the image of women. Cut-out requests - “Too Much Labour,” “jüngeres Aussehen!,” “SEX” - surround disjointed female forms and surreal, duplicated faces, reflecting how women are often reduced to roles, surfaces, or expectations rather than seen as whole. Watching eyes, fractured figures and layered textures evoke constant scrutiny and the inner tension created by competing demands. By crossing out “Zeit zu träumen” ('time to dream'), the piece highlights how external pressures can overshadow personal desires and inner life. Yet beneath the noise of beauty ideals, fears and societal forces, the artwork holds a quiet assertion of identity: What matters is that you are still you.
Wanda Weiner. (2025) Never Again
Mixed-Media auf Papier
Wanda Weiner. (2025) Never Again
Mixed media on paper

Das Werk thematisiert die Komplexität von Erinnerungen, Verlust und endgültiger Distanz in einer surrealen Bildsprache. Im Vordergrund liegt eine weiß gezeichnete Figur auf einer grünen Hügellandschaft, über ihr die Sprechblase mit den Worten “I miss you”. Links erscheint eine rosa-braune Kuh, teilweise vom Schriftzug “NEVER AGAIN” überdeckt, dessen Buchstaben aus fragmentierten Collageelementen bestehen. Über der Szene schwebt in einem blau-weißen HImmel ein monumentales Auge, in dessen Pupille sich eine Silhouette spiegelt. Aus seinem Blick winden sich spiralförmig Textfragmente, die an kreisende Gedanken oder fließende Tränen erinnern. “Never Again” wirkt wie ein endgültiger Schlussstrich, während die am Boden liegende Person und die Sehnsucht der Worte „I miss you“ ein verletzliches Inneres offenbaren. Das Bild hält den Moment fest, in dem Trauer in Klarheit umschlägt - und Abhängigkeit in Entschlossenheit.
The painting depicts the complexity of memory and final separation through a surreal visual language. In the foreground, a reclining white figure rests on green hills, above it the handwritten phrase “I miss you”. To the left stand a pink-brown cow, partly overlaid by the large collage text “NEVER AGAIN”, whose fragmented letters create a sense of rupture. Above, in the sky of blue and white, a detailed eye hovers, containing the silhouette of a figure within its pupil. From the eye, spiral streams of text unfurl, echoing the motion of restless thoughts or the descent of tears. ”NEVER AGAIN” acts as a final boundary, while the figure and its words reveal vulnerable longing. The image captures the moment when grief turns into clarity - and dependence into determination.
Christina Sanchez-Stockhammer. (2025) Märchen-Palimpsest
Collage (Spiegelfolie, bedruckte Overheadprojektorfolie, Transparentpapier und Tesafilm auf Papier)
Christina Sanchez-Stockhammer. (2025) Fairy tale palimsest
Collage (mirror paper, printed overhead projector film, transparent paper and Sellotape on paper)

Es ist in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, dass die Brüder Grimm ihre Sammlung an Kinder- und Hausmärchen zwischen 1812 und 1857 mehrfach überarbeiteten. Die siebte Auflage, deren Text heute als DER originale Märchentext wahrgenommen wird, unterscheidet sich allerdings massiv von der ursprünglichen Version. Am Beispiel des Beginns von Schneewittchen verdeutlicht Sanchez-Stockhammer, die sich in ihrer Forschung sprachwissenschaftlich mit Märchen befasst, die Unterschiede zwischen der ersten und letzten Auflage des Märchens. Auf Folien gedruckte Auszüge aus beiden Texten überlagern sich wie ein Palimpsest, bei dem ältere Fragmente im neuen Text durchscheinen und hierdurch dessen Entstehungsprozess illustrieren. Die durch einen weißen Hintergrund besonders hervorgehobene Textstelle „so antwortete der Spiegel“ bringt die Betrachtenden dazu, ihr eigenes Wissen über Märchen als geteiltes Kulturgut zu aktivieren und den erinnerten Wortlaut an der Position des glänzenden Spiegels zu ergänzen.
It is largely unknown to the public that the Brothers Grimm revised their collection of fairy tales several times between 1812 and 1857. However, the seventh edition, whose text is now widely perceived as THE original fairy tale text, differs massively from the earliest published version. Using the beginning of Snow White as an example, Sanchez-Stockhammer, whose research focusses on fairy tales from a linguistic perspective, illustrates the differences between the first and last editions of the fairy tale. Excerpts from both texts printed on transparencies are superimposed like a palimpsest, in which older fragments shine through in the new text, thereby illuminating its genesis. The text passage “then the mirror answered,” which stands out from a white background, encourages viewers to activate their own knowledge of fairy tales as a shared cultural asset and to fill in the wording they remember in place of the shiny mirror.