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Sporthalle der TU Chemnitz bleibt Flüchtlingsunterkunft

Im kompletten Wintersemester bleibt die Sporthalle Notquartier für etwa 250 Asylbewerber - Mehrere Hilfsaktionen sind an der TU angelaufen, DRK und Asylbewerber bedanken sich dafür

Die Sporthalle der Technischen Universität Chemnitz am Thüringer Weg wird bis zum 31. März 2016 als Erstaufnahmeeinrichtung für etwa 250 Asylbewerber dienen. Damit verlängert sich die im August wetterbedingt kurzfristig notwendig gewordene Unterbringung von Hilfesuchenden und Flüchtlingen auf dem TU-Campus Reichenhainer Straße über den Winter hinweg. Die Universitätsleitung wurde in dieser Woche darüber vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst informiert. Angesichts des Fehlens nutzbarer Alternativen ist diese Verlängerung der übergangsweisen Unterbringung unumgänglich. Sie ist aber auch mit absehbaren Einschnitten in die Durchführung der sonst in der Sporthalle regulär geplanten Lehrveranstaltungen und Angeboten des Hochschulsports verbunden. "Wir erarbeiten derzeit mit Partnern in der Stadt Lösungen, um im kommenden Semester insbesondere Forschung und Lehre im Bereich der Bewegungswissenschaften sicherzustellen", erklärte der Kanzler der TU Chemnitz, Eberhard Alles, die intensiven Bemühungen, um schnellstmöglich Ausweichoptionen für die universitären Veranstaltungen zu organisieren. Zugleich dankte er den Angehörigen und Studierenden der TU für ihre bisherige konstruktive Unterstützung und bat sie um Verständnis und Rücksichtnahme angesichts der weiterführenden Maßnahmen.

Hintergrund der längerfristigen Notunterbringung in der Sporthalle auf dem Chemnitzer Uni-Campus ist der unverändert hohe Zustrom von Asylbewerbern nach Sachsen. In den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres hat der Freistaat laut Aussage der Landesdirektion Sachsen mehr als 14.500 Asylbewerber neu aufgenommen, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 4.900. "In den letzten Wochen hat sich die Dynamik des Zugangs noch einmal deutlich erhöht. Allein im Juli sind mehr als 4.000 neue Asylbewerber nach Sachsen gekommen. Täglich erreichen derzeit zwischen 200 und 300 neue Asylbewerber den Freistaat", so die Landesdirektion. In Sachsen wurden und werden deshalb auch in Sporthallen weiterer Hochschulen Notunterkünfte eingerichtet.

Bereits am 18. August war die Sporthalle der TU Chemnitz innerhalb weniger Stunden von Helfern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und von Universitätsmitarbeitern in ein Interimsquartier mit 253 Feldbetten umfunktioniert worden, nachdem die Zelte auf dem Gelände der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber am Adalbert-Stifter-Weg nach lang anhaltenden Regenfällen nicht mehr genutzt werden konnten. Auf Grund dieser akuten Notsituation musste daher die Sporthalle trotz ihrer baulichen Mängel, die von den Sanitäranlagen bis zu den klimatischen Bedingungen reichen, für eine entsprechende Nutzung behelfsmäßig eingerichtet werden. Demgemäß wurde die Infrastruktur, wie Sanitär-, Aufenthalts- und Kühlcontainer, an die TU-Sporthalle verlegt, nachdem das Dezernat Bauwesen und Technik der Universität die nötige Bau- und Bewegungsfreiheit für eine Behelfszufahrt geschaffen hatte.

Parallel starteten mehrere Hilfsaktionen an der Universität. So bot beispielsweise die Professur Deutsch als Fremd- und Zweitsprache den Flüchtlingen bereits mehrere Deutsch-Schnupperkurse an. Am Institut für Anglistik/Amerikanistik lief eine Sammelaktion für englischsprachige Bücher an. Der Student_innenrat der TU unterstützt das DRK bei der Sammlung von Sachspenden. Das Institut für Angewandte Bewegungswissenschaften organisierte unweit der Halle im Außenbereich mehrere Sport- und Bewegungsangebote. Die Mitarbeiter des DRK, die derzeit in der Sporthalle im Einsatz sind, bedankten sich wiederholt - auch im Namen der dort untergebrachten Asylbewerber - herzlich für die große Hilfsbereitschaft, insbesondere seitens der Mitarbeiter und Studierenden der TU Chemnitz.

Hinweise für Personen, die persönlich Unterstützung leisten möchten - als Helfer oder in Form von Sachspenden:

Jegliche Sachspenden (vor allem Männerkleidung, Hosen, Jacken, Schuhe, Taschen, Körperhygieneartikel, etc.) werden gern angenommen in der Kleiderkammer des DRK Chemnitz, Altchemnitzer Str. 26, Eingang Lothringer Straße, 09120 Chemnitz. Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr 9-14 & Di 12-18 & Do 12-17.

Wer sich als Helfer engagieren möchte, bekommt hier Informationen: DRK Landesverband Sachsen e.V., Bremer Str. 10d, 01067 Dresden, Telefon 0351 4678-0, www.drksachsen.de, E-Mail info@drksachsen.de. Spontane Hilfe kann auch bei den Mitarbeitern des DRK vor Ort angeboten werden.

Mario Steinebach
04.09.2015

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