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"Chemnitz ist nicht nur das Leichtbauzentrum Deutschlands, sondern auch Europas und darüber hinaus"

Bundesexzellenzcluster MERGE der TU Chemnitz unterstreicht international nachgefragte Leichtbaukompetenz auf hochkarätiger internationaler Tagung

"Chemnitz ist nicht nur das Leichtbauzentrum Deutschlands, sondern auch Europas und darüber hinaus", sagte Prof. Antonio Lanzotti, Leiter des Komitees für Maschinenbau an der Universität Neapel Federico II, Italien, am Rande der 3rd International Merge Technologies Conference (IMTC) an der Technischen Universität Chemnitz. Vom 21. bis 22. September 2017 kamen hier über 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 13 Ländern sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Industrie und Politik zusammen, um sich über neueste Forschungsergebnisse auf dem Gebiet des Leichtbaus auszutauschen.

Auch Prof. Suchart Siengchin, Rektor der King Mongkut’s University of Technology North Bangkok (KMUTNB), Thailand, zeigte sich beeindruckt: „Die Leichtbaukompetenz des Bundesexzellenzclusters MERGE an der TU Chemnitz ist von größter Bedeutung für die globale Forschung und Entwicklung. MERGE hat für uns Vorbildfunktion und wirkt mit seiner Strahlkraft länderübergreifend in die ganze Welt. Klimaschutz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit sind mit Blick auf nachfolgende Generationen eine weltumspannende Herausforderung, der wir uns mit unseren Chemnitzer Partnern gerne stellen.“ Deshalb wurde unlängst in der thailändischen Hauptstadt eine MERGE-Außenstelle gegründet.

Mit internationaler Ausstrahlungskraft empfiehlt sich MERGE für die Exzellenzstrategie

Auch der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Uwe Gaul, hob zur IMTC die herausragende Bedeutung des Chemnitzer Bundesexzellenzclusters hervor: „MERGE liefert als Bundesexzellenzcluster einen wichtigen Beitrag zur Grundlagenforschung auf dem Gebiet des Leichtbaus und der Entwicklung neuer Technologien für Leichtbaustrukturen in Großserie. Der Standortvorteil Sachsens und speziell der Region Chemnitz ergibt sich daraus, dass sich Kompetenzen im Bereich Maschinenbau, Produktionstechnik, Textil- und Kunststofftechnik hervorragend ergänzen und gegenseitig stärken.“  Er sei zuversichtlich und setze fest auf einen Erfolg von MERGE im gesamten Bewerbungsverfahren der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern. Am 29. September 2017 wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bekanntgegeben, welche Antragskizzen für die Exzellenzstrategie in die engere Wahl kommen und welche Universitäten bis zum Februar 2018 Vollanträge einreichen dürfen. „Als bisher bundesweit einziger Exzellenzcluster auf dem Gebiet der Leichtbauforschung, seinen wissenschaftlichen Erfolgen und seiner internationalen Ausstrahlungskraft hat meiner Meinung nach MERGE hervorragende Chancen auf eine weitere Förderung“ , sagte Gaul und ergänzte: „Mit Blick auf die erzielten Fortschritte und Innovationsleistungen ist es mir ein Anliegen, hier zu versichern, dass die Landesregierung weiter auf hohem Niveau und verlässlich in die Zukunft des Forschungsstandorts Chemnitz investieren will.“

„Der Bundesexzellenzcluster MERGE trägt ganz erheblich zur Internationalisierung unserer Universität bei“, sagte Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Rektor der TU Chemnitz, zur IMTC. Er verwies in diesem Zusammenhang auf MERGEurope – ein Netzwerk von 400 Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft aus Polen, Tschechien, Spanien, Italien, Deutschland und den Niederlanden, das von der TU Chemnitz federführend gebildet wurde – und auf die Europäische Allianz im Leichtbau (ELCA). Diese Allianz vereint in der Startphase Verbünde mit mehr als 1.000 europäischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet des Leichtbaus im Bereich der Mobilität und des Transports. Die Partner dieser Allianz kommen aus Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweden und Deutschland. Besonders betonte der Rektor den Erfolg von MERGE im Programm "Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: „MERGE ist der einzige der aktuell 43 Bundesexzellenzcluster, der in diesem Programm erfolgreich war und entsprechend gefördert wird“, sagte der Rektor und fügte hinzu: „Ich bin fest davon überzeugt, dass MERGE nicht nur ein herausragendes Aushängeschild für die TU Chemnitz ist, sondern auch für den Freistaat Sachsen und die Bundesrepublik Deutschland.“

Chancenreiche Arbeit an der Zukunft

Von der Chemnitzer Spitzenforschung beeindruckt zeigten sich auch Gäste aus den USA, darunter der Wirtschaftsbürgermeister der Chemnitzer Partnerstadt Akron/Ohio, Samuel DeShazior. „Akron ist die Geburtsstätte der Kunststoffindustrie in den USA und dort betreiben wir eine Art Denkfabrik, wo neue Ideen und Konzepte ausprobiert und validiert werden. MERGE arbeitet genauso. Wir haben viele interessante Schnittstellen in der wissenschaftlichen Community und werden unsere Zusammenarbeit weiter festigen.“ Auch US-Generalkonsul Timothy Eydelnant war von den Forschungsleistungen begeistert: „Die Arbeit, die hier geleistet wird, ist großartig und im besten Sinne Arbeit an der Zukunft.“

Zum IMTC-Tagungsdinner hob auch der Sächsische Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft des Exzellenzclusters hervor: „Leichtbau ist die Zukunftswissenschaft und Zukunftstechnologie. Ein Zeitalter der Chancen bricht an, in dem Chemnitz ganz vorn mit dabei sein kann. Darum hoffe ich, dass MERGE fortgesetzt wird.“

Hintergrund: Schlüsseltechnologie Leichtbau im Bundesexzellenzcluster MERGE

Die weltweit zunehmende Mobilität, der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase und die daraus resultierende Erderwärmung machen ressourceneffiziente Produktionsprozesse sowie die Nutzung gewichtsoptimierter Bauteile notwendig. Diese zentrale Herausforderung der Forschung verlangt marktorientierte Lösungen und Anwendungen. Hier setzt der multifunktionale Leichtbau als eine Schlüsseltechnologie der Zukunft an. Er bedient sich fachübergreifender Strategien, indem er Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Disziplinen und Technologiefeldern miteinander verbindet.

Der Bundesexzellenzcluster „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen“ (MERGE) der TU Chemnitz war in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder erfolgreich und ist seither der erste und einzige Bundesexzellenzcluster auf dem Gebiet der Leichtbauforschung. In diesem bundesweit einzigartigen Projekt arbeiten seit 2012 etwa 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Technikerinnen und Techniker an einer Technologiefusion multifunktionaler Leichtbaustrukturen. Ziel ist es, heute noch getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen wie Textilien, Kunststoffe und Metalle zusammenzuführen sowie gleichzeitig Bauteile und Halbzeuge mit Sensorik und Aktorik auszustatten. Mehrkomponentenbauteile können dann in Großserie kostengünstiger und energieeffizienter produziert werden. Im Bundesexzellenzcluster sind auch Großunternehmen und zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen eingebunden, die komplementär die Wertschöpfungskette „Vom Werkstoff zur Leichtbaustruktur“ abbilden. Die Projektergebnisse des Clusters bedienen führende Märkte der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, des Maschinenbaus und der Mikrosystemtechnik.

Bis zum 31. Oktober 2017 wird MERGE mit 34 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Hinzu kommt eine Überbrückungsfinanzierung bis 31. Dezember 2018 in Höhe von etwa 6,5 Millionen Euro. Zudem werden vom Freistaat Sachsen in einen dreiteiligen Hallenneubau etwa 30 Millionen Euro investiert.

Homepage des Bundesexzellenzclusters MERGE: https://www.tu-chemnitz.de/MERGE

Weitere Informationen erteilen Prof. Lothar Kroll, Koordinator des Bundesexzellenzclusters MERGE, und Dr. Jürgen Tröltzsch, Wissenschaftliche Geschäftsführung, Telefon 0371 531-13910, E-Mail merge@tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
26.09.2017

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