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Vom Arbeiterkind zum Akademiker

Die Ortsgruppe Chemnitz der Initiative ArbeiterKind.de begleitet vor allem Nicht-Akademikerkinder auf dem Weg ins Studium und klärt über die Möglichkeiten der Studienfinanzierung auf

Warum studieren? Was studieren? Wie das Studium finanzieren? Mit all diesen Fragen setzt sich ein Studieninteressent oder Studienanfänger auseinander. Zumeist fungieren die Eltern als erste Ansprechpartner in solchen Angelegenheiten. Doch was ist, wenn die eigenen Eltern gar nicht studiert haben und keinen entsprechenden Rat geben können? An dieser Stelle setzt die gemeinnützige Initiative ArbeiterKind.de an. Ihr Ziel ist es, den Anteil der Nicht-Akademikerkinder an den Hochschulen zu erhöhen und diese auf ihrem Weg zum erfolgreichen Studienabschluss zu begleiten und zu unterstützen. Die Initiative wurde Anfang 2008 mit der Internetplattform „ArbeiterKind.de“ gegründet und agiert bundesweit. Inzwischen ist sie an mehr als 80 Standorten in Deutschland aktiv und zählt über 5.000 ehrenamtliche Mentoren. In Chemnitz besteht die Ortsgruppe seit Oktober 2013 – sie wurde durch die Psychologiestudierenden Lena Güngör, Anna-Marie Rudat und Dwayne Bush ins Leben gerufen. Etwa zehn TU-Studierende bilden aktuell den harten Kern der Gruppe. Dazu zählt auch Promotionsstudent Kevin Kinne. Der 27-Jährige ist seit mehr als einem Jahr bei ArbeiterKind.de Chemnitz aktiv und neben anderen Mitgliedern für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. „Wir haben in unserer Gruppe zwar alle Kernaufgaben einzelnen Mitgliedern zugeteilt, dennoch gibt es bei uns flache Hierarchien. Alle Mentoren sind gleichberechtigt und wir tragen gemeinsam zum erfolgreichen Gelingen unserer Aufgaben und Veranstaltungen bei. Da alles im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit läuft, gibt es keinerlei zeitlichen Verpflichtungen. Jeder zeigt so viel an Einsatz, wie er selbst es für richtig hält. Zugleich sind wir politisch breit gespannt und offen für jede einzelne Meinung“, erklärt Kinne.

Grundlegend für die Tätigkeit bei ArbeiterKind.de sind vor allem die monatlich stattfindenden Stammtische, bei denen aktuelle Angelegenheiten besprochen und kommende Events in lockerer Atmosphäre geplant werden. So auch der Initiativentag, den die Mitwirkenden von ArbeiterKind.de Chemnitz im Rahmen des 180-jährigen Jubiläums der TU Chemnitz am 3. Mai 2016 parallel zum Campus- und Sportfest planen. Dabei sollen die über 70 studentischen Initiativen und Vereine der Universität die Möglichkeit erhalten, sich durch Informationsstände und Kurzvorträge im Hörsaalgebäude zu präsentieren und neue Mitglieder zu werben. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich über das umfangreiche Vereinsangebot verschiedener Themengebiete zu informieren und das bunte Campusleben noch intensiver kennenzulernen. „Unser Hauptanliegen ist es, das Informationsdefizit zum einen bei Nicht-Akademikerkindern bezüglich aller Fragen rund um das Thema Studium und Studienplanung zu beheben und zum anderen alle Schüler und Studierenden über die Möglichkeit der Studienfinanzierung aufzuklären“, macht Kinne deutlich und ergänzt: „Daher organisierten wir auch die Stipendieninformationsveranstaltung, die am 19. Januar 2016 zum zweiten Mal im Hörsaal-Gebäude der TU Chemnitz stattfand. Denn ein Studium ist so viel angenehmer, wenn man vor allem finanziell den Rücken frei hat.“ Bei dem Event informierte ArbeiterKind.de Chemnitz interessierte Studierende über alles Wissenswerte rund ums Thema Stipendium und weitere Möglichkeiten der materiellen und ideellen Förderung während des Studiums. Jeweils mindestens ein Stipendiat der insgesamt elf vorgestellten Stiftungen vertrat sein Förderwerk und stand den Anwesenden für Fragen zur Verfügung. Aufgrund der positiven Resonanz haben sich die Ehrenamtlichen von ArbeiterKind.de Chemnitz vorgenommen diese Veranstaltung auch in Zukunft durchzuführen. Ein weiterer Termin Ende des Jahres ist angedacht.

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Arbeit von ArbeiterKind.de ist die Planung und Durchführung von Schülerworkshops, bei denen ausgewählte Mentoren gemeinsam mit Schülern ab dem 9. Schuljahr Themen wie Bewerbungsverfahren, Bildungswege und Studienfinanzierung besprechen. Besonders bei Schülern aus nicht-akademischen Familien gibt es Unsicherheiten darüber, ob sich ein Studium lohnt und ob sie es sich überhaupt leisten können. Psychologiestudentin Julia Herrmann unterstützt die Ortsgruppe Chemnitz ebenfalls im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und erzählt, wie die Schulbesuche von ArbeiterKind.de Chemnitz ablaufen: „Hauptsächlich berichten wir von unseren eigenen Erfahrungen und schaffen somit eine lockere und vertrauensvolle Stimmung bei den Veranstaltungen. Wir möchten den Schülern die mögliche Angst vor einem Studium nehmen und sie dazu ermutigen sich aufgrund persönlicher Fähigkeiten und Interessen verwirklichen zu können, ohne dass die soziale Herkunft im Weg steht.“ Kontakt zu den Schulen stellen die Mentoren meist über persönliche Verbindungen her. „Wir freuen uns aber auch sehr, wenn interessierte Lehrer auf uns zukommen, um gemeinsam einen Schulbesuch zu planen“, macht Politikwissenschaftsstudent Sinisa Mihajlovic deutlich. Bei Bedarf bestehe zudem auch die Möglichkeit, sich individuell von einem persönlichen Mentor auf dem Weg ins Studium begleiten zu lassen.

Wer sich für die Arbeit der Ortsgruppe von ArbeiterKind.de interessiert, ist zum nächsten Stammtischtreffen von ArbeiterKind.de Chemnitz am 3. Februar 2016 um 19 Uhr im Imagine Pub in der Reichenhainer Straße 9 in Chemnitz eingeladen.

Weitere Informationen zur Arbeit der Ortsgruppe von ArbeiterKind.de sind auf der Webseite http://www.arbeiterkindchemnitz.jimdo.com und auf Facebook unter http://www.facebook.com/Arbeiterkindde-Chemnitz-579782952080160 zu finden.

(Autorin: Katharina Preuß)

Katharina Thehos
03.02.2016

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Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

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