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Forschungskomplex des Bundesexzellenzclusters MERGE wird ausgebaut

Finanzminister Unland: „Mit dem Aufbau der MERGE-Maschine wird einer der wichtigsten Meilensteine für die Spitzenforschung in Sachsen erreicht." - Zwei weitere Bauabschnitte sollen folgen

Nach knapp einjähriger Bauzeit wurde in den neuen Forschungshallen an der Technischen Universität Chemnitz mit dem Aufbau der MERGE-Maschine begonnen. Sachsens Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland und der Rektor der TU Chemnitz, Prof. Dr. Arnold van Zyl, informierten am 1. Juni 2015 bei einem Presserundgang über den Fortgang der Arbeiten an diesem Exzellenzcluster.

Staatsminister Prof. Dr. Georg Unland erklärte dazu: „Mit dem Aufbau der MERGE-Maschine wird einer der wichtigsten Meilensteine für die Spitzenforschung in Sachsen erreicht. Durch die Erweiterung um drei neue Hallen erhält die Technische Universität Chemnitz die Forschungsflächen, die sie für den erfolgreichen Exzellenzcluster MERGE benötigt. Die Universität bekommt damit die besten Voraussetzungen, um auch auf internationalem Parkett mit herausragenden Forschungsleistungen in einer der Schlüsseltechnologien der Zukunft zu glänzen.“

„Durch die Arbeit des Bundesexzellenzclusters MERGE trägt die TU einmal mehr zur Stärkung der Wissenschaftsregion Chemnitz bei. Mit der neuen Forschungshalle schafft der Freistaat Sachsen die baulichen Einrichtungen, um die exzellente Arbeit von MERGE unter optimalen Bedingungen weiterzuführen und so die Profilbildung unserer Universität zu stärken. Damit bekommt das auch für die wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen so wichtige Projekt einen weithin sichtbaren exzellenten baulichen Rahmen auf dem Campus unserer Universität. In direkter Nachbarschaft zu den Forschungseinrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft entsteht auf dem Zukunftsfeld Leichtbau eine neue Verbindung zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung sowie dem universitären Studium auf höchstem Niveau", sagt Prof. Dr. Arnold van Zyl, Rektor der TU Chemnitz. So werde auch die Studierenden des neuen Masterstudiengangs Merge Technologies for Resource Efficiency von diesen Rahmenbedingungen profitieren.

Der geplante Forschungskomplex besteht aus drei unmittelbar zusammenhängenden Hallen. In der etwas höheren Halle wird das Kernstück der neuen Forschungseinrichtung, die sogenannte MERGE-Maschine, untergebracht. Dabei handelt es sich um einen neu entwickelten Mehrkomponenten-Spritzgießkomplex zur Kombination verschiedener Materialsysteme für den multifunktionalen Leichtbau. Die Westfassade der Forschungshalle erhält eine transluzente Verglasung. In den beiden anderen Hallen werden Versuchs- und Forschungsstrecken, Lagerflächen und funktionale Räume untergebracht.

Unter der Projektleitung der Chemnitzer Niederlassung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) entsteht eine Nutzfläche von insgesamt 3.257 Quadratmetern. Die Fertigstellung der Forschungshalle, die mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Landesmitteln finanziert wird, ist für Oktober 2015 geplant. Die Inbetriebnahme der MERGE-Maschine ist bereits für August 2015 geplant. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt betragen rund 12,6 Millionen Euro. In den nächsten Jahren soll der Komplex um zwei weitere Bauabschnitte ergänzt werden, die Gesamtinvestition wird sich dann auf etwa 30 Millionen Euro belaufen. Die Finanzierung erfolgt aus EU- und Landesmitteln.

Stichwort: Bundesexzellenzcluster MERGE

Mit dem Bundesexzellenzcluster "Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) zählt die Technische Universität Chemnitz zu den Gewinnern der Bundesexzellenzinitiative. In dem bundesweit einzigartigen Projekt arbeiten etwa 100 Wissenschaftler an einer Technologiefusion im Leichtbau. Ihr gemeinsames Ziel ist es, heute noch getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen wie Textilien, Kunststoffe und Metalle zusammenzuführen. Mehrkomponentenbauteile können dann in Großserie kostengünstiger und energieeffizienter produziert werden. Multifunktionalität soll künftig nur in einem Verarbeitungsschritt entstehen. Der Bundesexzellenzcluster wurde bereits 2012 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder an der TU Chemnitz eingerichtet. Er wird bis 2017 mit 34 Millionen Euro gefördert.

Mit rund 25 Meter Länge, 10 Meter Breite und 8 Meter Höhe sowie einem Gesamtgewicht von rund 200 Tonnen stellt die MERGE-Maschine das Herzstück des entstehenden MERGE-Technology Centres dar. Sie dient zukünftig als Fertigungskomplex zur kombinierten Verarbeitung von kunststoff- und metallbasierten Werkstoffen, aus denen unter Nutzung der Basistechnologien Umformen und Spritzgießen Bauteile in einer Größenordnung von etwa 1,5 Meter x 1,5 Meter entstehen. Die Anlage kann gleichzeitig unterschiedliche Kunststoffsysteme verarbeiten und ist durch Verfahrenskombination zudem energiesparender als die Aufteilung des Prozesses auf mehrere Maschinen. Als Hauptsystem dient eine zentrale Aufspann- und Schließeinrichtung für Formwerkzeuge mit hoher Bewegungsgenauigkeit mit zwei gegenüber angeordneten Einspritzeinheiten für thermoplastische Kunststoffe. https://www.tu-chemnitz.de/merge

Mario Steinebach
01.06.2015

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