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Chemnitz ist "Morgenstadt"

Herausragendes Beispiel für die Fortschreibung der Kooperation von Stadt und TU Chemnitz ist der Zuschlag als Modellstadt im Fraunhofer Innovationsnetzwerk

Was macht eine Stadt zukunftsfähig? Diese Frage untersucht das Innovationsnetzwerk „Morgenstadt: City Insights“ der Fraunhofer-Gesellschaft seit 2012 im Verbund mit zahlreichen Partnern aus Städten und Industrie. Entstanden ist ein präzises Arbeitsmodell, wie Städte ihre Nachhaltigkeit durch neue Innovationsstrategien vorantreiben können. Nun lobte das Netzwerk einen weltweiten Wettbewerb aus: die „Morgenstadt City Challenge“. Chemnitz ist als eine von drei Gewinnerstädten in Europa für die Teilnahme an dem Projekt ausgewählt worden. Dies haben die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und der Rektor der Technischen Universität Chemnitz, Prof. Dr. Arnold van Zyl, am 10. Februar 2015 bekannt gegeben. Zudem soll die Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und Universität fortgeschrieben werden – die entsprechende Vorlage für den Stadtrat am 25. Februar mitsamt Maßnahmenkatalog wurde vorgestellt.

„Morgenstadt: City Insights“ untersucht Nachhaltigkeitspotenzial der Städte

Die Stadt Chemnitz und die TU Chemnitz hatten sich für den Morgenstadt-Wettbewerb Ende vergangenen Jahres beworben und die Unterlagen dazu gemeinsam erarbeitet. Der Wettbewerb läuft derzeit noch. Als erste Stadt wurde im Juni 2014 Prag ausgewählt. Chemnitz folgte als zweite Gewinnerstadt am 14. November 2014 und konnte sich gegen mehr als 20 Städte und im Finale gegen Leipzig und Tiflis durchsetzen. Die dritte Modellstadt folgt im Frühjahr dieses Jahres.

„Die Morgenstadt City Challenge bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit zukünftiger Kooperation mit der TU Chemnitz und Fraunhofer“, stellte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig die Bedeutung für die Stadt heraus. „Dass wir uns gegen 20 Konkurrenten durchgesetzt haben, zeigt das Potenzial unserer Stadt.“ Rektor Prof. van Zyl: „Als Morgenstadt kann sich Chemnitz nun langfristig in einem Netzwerk von Wissenschaft, Industrie und Politik etablieren und bedeutende Partner und Ressourcen für Nachhaltigkeitsprojekte finden.“ Das Verbundforschungsprojekt der Fraunhofer-Gesellschaft involviert 25 renommierte Industriepartner und verbindet bislang 15 Städte darunter Berlin und Düsseldorf zu einem Netzwerk, das deutschlandweit von zehn Fraunhofer-Instituten unterstützt wird. Gezielt soll dieses Netzwerk durch weitere Partner ausgebaut werden.

Prof. Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann, Inhaberin der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement an der TU, und Dr. Urs Luczak von der Stadt Chemnitz informierten vor der Presse am 10. Februar über Umfang und Inhalt der "Morgenstadt: City Challenge": Die drei Gewinnerstädte erhalten umfassende Forschungs- und Beratungsleistungen, zugeschnitten auf ihre individuelle Situation. Los geht es mit einer Analyse ihres Ist-Zustands: Wo steht die Stadt in ihrer nachhaltigen Entwicklung – etwa in puncto Ressourcenschonung, Innovationsfähigkeit und Lebensqualität? Die Analyse trifft Aussagen zum aktuellen und künftigen Handlungsbedarf und unterstützt bei der Entwicklung von Strategien und deren Umsetzung.

Eine gemeinsame Auftaktveranstaltung soll im Frühjahr die Beteiligten der Stadt Chemnitz, der Technischen Universität und der Fraunhofer-Gesellschaft zusammenführen. Zunächst soll eine umfassende Stadtanalyse anhand von 80 Handlungsfeldern des Morgenstadt-Modells erfolgen, unter anderem in den Bereichen Governance und Planung, Wirtschaft, Mobilität und Verkehr oder Energie und Ressourcen. Dabei will man Stärken und Schwächen ermitteln. Basierend auf dieser Analyse sollen Handlungsbedarf und -felder festgelegt werden. Daraus wird später eine "Roadmap" resultieren, die eine Reihe von Maßnahmen und Strategien definiert, welche die Stadt Chemnitz in ihrer nachhaltigen Entwicklung unterstützen. Geplant sind Workshops und Aktivitäten in Chemnitz mit dem Fraunhofer-Team, Vertretern der Stadt und der TU Chemnitz sowie der Bürgerschaft. Den so angestoßenen langfristigen Prozess wird die Fraunhofer-Gesellschaft begleiten. "Wir werden in den nächsten Monaten Themenfelder ausloten, wo wir später noch besser zusammenarbeiten und dabei von den Erfahrungen anderer Städte profitieren können", sagt Prof. Bullinger-Hoffmann. Dabei fließen auch Erkenntnisse von vorangegangenen Stadtanalysen der Fraunhofer-Gesellschaft in Berlin, Freiburg, Kopenhagen, New York, Tokio und Signapur mit ein.

Fortschreibung der Kooperationsvereinbarung mit der TU Chemnitz

Das Projekt Morgenstadt als gemeinsames Vorhaben entspringt der umfassenden Kooperation zwischen der Stadt und TU Chemnitz. Hier hat sich in den vergangenen Jahren viel entwickelt und die enge Zusammenarbeit an Qualität gewonnen, was das breite Spektrum an gemeinsamen Aktivitäten aufzeigt. Die bestehende Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und TU Chemnitz vom 14. November 2007 wird mit ihrer Fortschreibung entsprechend bekräftigt und weiterentwickelt. Am 25. Februar befindet der Stadtrat über das Papier. Ziel der Partnerschaft ist es, durch gemeinsame Anstrengungen den Standort Chemnitz im Bereich der Bildung und Wissenschaft, der Wirtschaft, der Stadtentwicklung, der Kultur und des Sports mit gemeinsamen Impulsen zu stärken. Die Zusammenarbeit soll bei Wahrung der eigenen Zuständigkeiten die Entwicklung von Stadt und Universität befördern und die Wahrnehmung beider Partner erhöhen.

„Wir schreiben die Kooperationsvereinbarung fort, weil wir beide davon profitieren und das der Stadt sehr gut tut", so Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig. Rektor Prof. van Zyl betont in diesem Zusammenhang: „Chemnitz zeichnet sich durch ein aktives Industrieumfeld und eine offene Transferkultur aus. Unser Wissen trägt zu Wachstum und Entwicklung in der Region bei.“ Der Rektor lobte das "ganz besondere Innovationsökosystem der Wissenschaftsregion Chemnitz", in dem die Universität mit Fachhochschulen, Schulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, vielen Industrieunternehmen, Kulturstätten usw. eng zusammenarbeite und einen wesentlichen Mehrwert schaffe.

„Die Universität ist Motor für Netzwerke in Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung und Kultur“, so die Oberbürgermeisterin. Sie hob damit die starke Kooperation zwischen Stadt und TU hervor. Diese Partnerschaft wird den Standort Chemnitz weiter stärken und Impulse geben. Gerade im Zuge der Kommunikationskampagne „Die Stadt bin Ich“ wollen Kommune und TU Chemnitz noch stärker gemeinsam vermarkten mit dem Ziel, junge Menschen für die Stadt als Lebensmittelpunkt, als Studien- und Arbeitsort, zu gewinnen.

Beispiele für die gute Zusammenarbeit werden bereits in der Stadtentwicklung, so am Brühl oder aber auch am Smart Systems Campus oder bei der Einrichtung des Zentrums für Lehrerbildung, deutlich. Aber auch bei der Absicherung des Klinikum Chemnitz bei der Einstufung als „Krankenhaus der Maximalversorgung“, in der Zusammenarbeit der Bibliotheken sowie Museen, bei der Unterstützung von Kita-Neubau-Projekten in der Nähe der Universität oder beim gemeinsamen Marketing findet bereits eine intensive Zusammenarbeit statt. In den Jahren seit 2007 ist damit eine Fülle an kleinen und größeren Bausteinen der Kooperation für die Stadt entstanden.

Die einzelnen Projekte und Kooperationen werden in einem Maßnahmenkatalog dokumentiert, der stetig fortgeschrieben wird und Teil der Kooperationsvereinbarung ist. Viele Anknüpfungspunkte zur Zusammenarbeit zwischen Kommune und TU ergeben sich auch in Vorbereitung des 875-jährigen Stadtjubiläums, das 2018 begangen wird.

Ein Filmbeitrag zu "Leben und Arbeiten in der Morgenstadt" findet sich hier.

Weitere Informationen: www.morgenstadt.de & www.chemnitz.de

Mario Steinebach
10.02.2015

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