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Exzellenzcluster "MERGE" offiziell gestartet

Wissenschaftler aus sechs Fakultäten der TU Chemnitz forschen in den kommenden fünf Jahren, um getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen zusammenzuführen

  • Nadine Friebe von der Professur Polymerchemie untersucht mittels Wärmestrommessungen Polymerproben. Die Erforschung neuer Polymerwerkstoffe ist ein Bestandteil des Exzellenzclusters zur Herstellung hybrider Bauteilstrukturen. Foto: TU Chemnitz/Hendrik Schmidt.
  • Prof. Dr. Lothar Kroll ist Koordinator des Exzellenzclusters "MERGE - Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen". Ziel des Clusters ist es, derzeit noch getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen, wie Metalle und Kunststoffe sowie technische Textilien, zusammenzuführen. Foto: TU Chemnitz/Kristin Schmidt
  • Johannes Hillig von der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung montiert im Zentrum für Integrativen Leichtbau (ZIL) ein Spritzgießwerkzeug zur Untersuchung der Fließeigenschaften von Kunststoffcompounds mit elektrisch leitfähigen Partikeln. Diese kommen zum Beispiel zur Kontaktierung von elektronischen Mikrosystemen zum Einsatz, die in MERGE entwickelt werden. Foto: TU Chemnitz/Hendrik Schmidt

Der Exzellenzcluster "MERGE - Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" an der Technischen Universität Chemnitz ist zum 1. November 2012 offiziell gestartet. Für die kommenden fünf Jahre erhält er im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder eine Förderung von rund 34 Millionen Euro. "Dieser Bundesexzellenzcluster, in dem gegenwärtig mindestens 90 Arbeitsplätze geschaffen werden, zählt zu unseren wichtigsten und dittmittelstärksten Forschungsvorhaben in den kommenden Jahren", sagt Prof. Dr. Heinrich Lang, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der TU Chemnitz. MERGE sei zudem deutschlandweit der einzige Cluster auf dem zukunftsweisenden, stark umkämpften Technologiefeld "Leichtbau", der auch aus Sicht der Europäischen Kommission weltweit zu den Schlüsseltechnologien der Zukunft zählt. MERGE stärkt als Plattform, so Lang, die drei Forschungsschwerpunktfelder der TU Chemnitz - nämlich Energieeffiziente Produktionsprozesse, Faktor Mensch in der Technik und Intelligente Systeme und Werkstoffe - ganz wesentlich. "Darüber hinaus werden an der TU Chemnitz auf diesen Gebieten exzellente Förder- und Karrierebedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs geschaffen", versichert der Prorektor und ergänzt: "Transdisziplinär arbeiten hier Forscher gemeinsam mit Studierenden an vielen für die Zukunft drängenden gesellschaftlichen Fragestellungen." Auch deshalb sei es für die TU Chemnitz eine zentrale Aufgabe, in diesem Exzellenzcluster nachhaltige Spitzenleistungen zu erbringen, die wichtige Impulse für die Wirtschaft und die Wissenschaft in der Region und im Freistaat Sachsen aussenden. "Unterstützt wird der Wissens- und Technologietransfer durch ein multidisziplinäres Kooperationsnetzwerk mit vielen, insbesondere sächsischen Unternehmen, die so einen direkten Zugang zu den Forschungsergebnissen erhalten", sagt Lang. Dieses Netzwerk sei für alle Kooperationsinteressenten offen. Aus Sicht der Universitätsleitung haben die innerhalb von MERGE zu bearbeitenden Themen das Potenzial, bald eine internationale Spitzenposition einzunehmen.

Nachdem der Bewilligungsausschuss am 15. Juni 2012 seine Entscheidung für die Förderung von MERGE verkündet hatte, musste das Steering Committee des Clusters zunächst die Aufgabe bewältigen, die bei allen bewilligten Clustern vorgenommene Kürzung der Mittel von bis zu 30 Prozent umzusetzen. Der Koordinator des Chemnitzer Clusters, Prof. Dr. Lothar Kroll, sagt dazu: "Primäres Ziel ist es, in die Köpfe zu investieren und alle geplanten Stellen für Promovenden und Wissenschaftler zu halten. Dies können wir nur dadurch erreichen, dass sich die Universitätsleitung dazu bereit erklärt, die Finanzierungslücke anteilig durch Universitätsmittel zu schließen."

Ziel des Exzellenzclusters ist es, durch die transdisziplinäre Arbeit der beteiligten Wissenschaftler derzeit noch getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen, wie Metalle und Kunststoffe sowie technische Textilien, zusammenzuführen. Diese so entstehenden multifunktionalen Leichtbaustrukturen zeichnen sich insbesondere durch die Integration von Mikro- und Nanosystemen aus. "So entsteht Multifunktionalität in einem Verarbeitungsschritt", sagt Kroll. MERGE ist der einzige Exzellenzcluster auf dem Gebiet der Erforschung und Entwicklung zukunftsträchtiger Schlüsseltechnologien für Leichtbaustrukturen.

Doch bevor am 1. November 2012 der transdisziplinäre Exzellenzcluster mit den an der Antragstellung beteiligten 38 Wissenschaftlern aus den Fakultäten für Naturwissenschaften, Mathematik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik sowie für Wirtschaftswissenschaften starten konnte, wurden die administrativen Grundsteine für die erfolgreiche Projektbearbeitung gelegt. Neben dem Aufbau der Geschäftsstelle, die unter der Leitung von Jürgen Tröltzsch eine zentrale Koordinierung dieses Großprojektes gewährleistet, stand vor allem die Besetzung der ersten Personalstellen im Vordergrund der Arbeiten. Darüber hinaus haben alle Leiter der sechs Forschungsfelder bereits erste Treffen zur Planung und Umsetzung ihrer Forschungstätigkeit abgehalten. Als Informationsplattform sowie für den internen Datenaustausch zu allen Forschungspartnern wurde zudem eine Homepage des Clusters erstellt.

Weitere Informationen zum Exzellenzcluster MERGE: http://www.tu-chemnitz.de/MERGE

Kontakt: Jürgen Tröltzsch, Geschäftsführer MERGE, Telefon 0371 531-35665, E-Mail juergen.troeltzsch@mb.tu-chemnitz.de

(Autoren: Marco Müller, Jürgen Tröltzsch, Mario Steinebach)

Mario Steinebach
06.11.2012

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