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Welche Professuren sind spitze im Einwerben von Drittmitteln?

Wissenschaftler der TU Chemnitz warben 2010 zusätzlich etwa 53,5 Millionen Euro ein - Alle acht Fakultäten haben daran ihren differenzierten Anteil

Der Wettbewerb um zusätzliche Forschungsgelder wird von Jahr zu Jahr härter. Dennoch gelang es 2010 Wissenschaftlern der Technischen Universität Chemnitz, 53,5 Millionen Euro an Drittmitteln einzuwerben. Das sind 30 Prozent mehr als im Vorjahr. "Alle acht Fakultäten haben hier eine beachtliche Leistung vollbracht - allen voran die Fakultät für Maschinenbau, auf die mit 26,8 Millionen Euro etwa die Hälfte der Drittmittel der TU entfällt", sagt Prof. Dr. Dietrich R.T. Zahn, Prorektor für Forschung der TU Chemnitz. Hier sei ganz besonders die Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung aktiv, die allein ein Viertel der Mittel dieser Fakultät einwarb. Es folgen die Professur Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik mit 14 Prozent und die Professuren Fördertechnik sowie Verbundwerkstoffe mit jeweils etwa neun Prozent der Fakultätsmittel.

Etwa 6,4 Millionen Euro - das sind zwölf Prozent der TU-Drittmittel - wurden im vergangenen Jahr von Wissenschaftlern der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik akquiriert. Etwa 29 Prozent der Fakultätsmittel hat laut Zahn das Team des Zentrums für Mikrotechnologien eingeworben. Bezogen auf die Drittmittel der Fakultät waren auch die Professur Schaltkreis- und Systementwurf mit 23 Prozent und die Professuren Nachrichtentechnik sowie Mikrosystem- und Gerätetechnik mit jeweils mehr als acht Prozent besonders erfolgreich.

"Mit 3,2 Millionen Euro ist die Fakultät für Naturwissenschaften an der TU-Bilanz beteiligt", sagt der Prorektor. Besonders aktiv waren hier die Professuren Polymerchemie, Anorganische Chemie, Physik fester Körper, Oberflächen- und Grenzflächenphysik sowie Halbleiterphysik, die jeweils etwa 13 Prozent der Drittmittel ihrer Fakultät eingenommen haben.

Jeweils etwa fünf Prozent der Drittmitteleinnahmen der TU Chemnitz entfallen laut Zahn auf die Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften mit 2,6 Millionen Euro und auf die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften mit 2,4 Millionen Euro. Hier führen in der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften die Professuren Allgemeine Soziologie mit 39 Prozent, Allgemeine Psychologie und Arbeitspsychologie mit 26 Prozent sowie Sportwissenschaft II (Bewegungswissenschaft) mit neun Prozent die Drittmittelstatistik an. In der Statistik der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften sind es die Professuren Marketing und Handelsbetriebslehre mit 26 Prozent, Unternehmensrechnung und Controlling mit 22 Prozent, Personalwesen und Führungslehre mit 18 Prozent sowie Organisation und Arbeitswissenschaft mit 15 Prozent.

Fast vier Prozent der TU-Drittmitteleinnahmen - das sind 1,9 Millionen Euro - verbucht die Fakultät für Informatik. "Hier waren 2010 insbesondere die Professuren Praktische Informatik, Graphische Datenverarbeitung und Visualisierung, Medieninformatik und Technische Informatik beim Einwerben zusätzlicher Mittel erfolgreich, die zusammen drei Viertel ihrer Fakultätsmittel akquiriert haben", sagt der Prorektor.

"Die Philosophische Fakultät und die Fakultät für Mathematik steuern jeweils etwa eine Million Euro - also zwei Prozent - zum Drittmittelhaushalt 2010 der TU Chemnitz bei", berichtet Zahn. Hier waren an der Philosophischen Fakultät insbesondere die Professuren Sozial- und Wirtschaftsgeographie mit 14 Prozent, Europäische Regierungssysteme im Vergleich mit 13 Prozent, Wirtschafts- und Sozialgeschichte mit acht Prozent sowie Medienkommunikation mit sieben Prozent der Fakultätsdrittmittel sehr aktiv. In der Fakultät für Mathematik waren die Professuren Numerische Mathematik (Numerische Analysis) mit 20 Prozent, Angewandte Funktionalanalysis mit 16 Prozent, Algorithmische und Diskrete Mathematik mit 15 Prozent sowie Mathematik in Industrie und Technik mit 14 Prozent die im fakultätsinternen Vergleich erfolgreichsten Antragsteller.

"Insgesamt wurden von den Wissenschaftlern unserer Universität im vergangenen Jahr mehr als 1.000 Projekte bearbeitet", erläutert Zahn und fügt hinzu: "Die meisten Gelder kamen vom Bund. So flossen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Bundeswirtschaftsministerium sowie von den sonstigen Bundesministerien in Summe Drittmittel in Höhe von etwa 16 Millionen Euro an die TU. Einen hohen Zuwachs verzeichnete die TU Chemnitz in den vergangenen Jahren bei Projekten, die von der Europäischen Union finanziert wurden: "Heute sind es bereits 13,2 Millionen Euro, die von Wissenschaftlern der TU Chemnitz akquiriert wurden", ergänzt Zahn. Ähnlich erfolgreich sei die Universität bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die im vergangenen Jahr Projekte im Gesamtvolumen von 12,6 Millionen Euro bewilligte.

Stichwort: Drittmittel

Als Drittmittel bezeichnet man an Hochschulen die Anteile an der Finanzierung von Forschungsvorhaben, welche nicht aus dem Etat der vom zuständigen Wissenschaftsministerium bereitgestellten Mittel stammen, und im Wettbewerb mit anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen eingeworben werden.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Dietrich R.T. Zahn, Prorektor für Forschung der TU Chemnitz, Telefon 0371 531-10031, E-Mail prorektor.forschung@tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
23.03.2011

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