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Zum Abschied gab es verborgene Schätze im Datendschungel

Festredner Dr. Michael Thess führte TU-Absolventen in die intelligente Datenanalyse ein - Beim Sektempfang erinnerten sich die Alumni gern an ihr Studium und berichteten vom Berufseinstieg

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Rektor Prof. Dr. KLaus-Jürgen Matthes verabschiedete jeden der 230 Absolventen, die der Einladung zur Festveranstaltung gefolgt sind. Foto: Heiko Kießling

"Ehrliches Arbeiten ist immer schnellem Erfolgsstreben vorzuziehen. Auch Autoritäten sollte man nicht immer unkritisch vertrauen. Die Umsetzung der Theorie in die Praxis dauert meist viele Jahre. Innovation ist immer mit Risiko verknüpft, es lohnt sich aber das Risiko einzugehen." Mit diesen zentralen Botschaften gab prudsys-Vorstandsmitglied Dr. Michael Thess in seinem Festvortrag bei der feierlichen Absolventenverabschiedung am 25. April 2009 vielen etwas von seiner Berufserfahrung mit auf den Weg. Thess, der vor fünfzehn Jahren an der TU sein Mathematikstudium erfolgreich abschloss, danach promovierte und 1998 mit Gleichgesinnten die prudsys AG gründete, verdeutlichte, dass Mathematik immer mehr an Bedeutung gewinnt und sogar gut zu Kommerz passt. Er weiß, wovon er redet, zählt doch sein Unternehmen zu den führenden Anbietern von Data-Mining-Lösungen zur Auswertung von strukturierten Daten. Welche Bandbreite dieses Schürfen nach bedeutsamen, bisher verborgenen Zusammenhängen in gespeicherten Datenmengen hat, verdeutlichte Thess an verschiedenen Anwendungsszenarien - von der personalisierten Produktempfehlung im Online-Handel bis hin zur Stornoprävention im Versicherungswesen. Kunden hat prudsys mittlerweile rund um den Globus. Und auch am Chemnitzer DATA-MINING-CUP nehmen jährlich mehr als 500 Studierende aus der ganzen Welt teil.

Dieser erfolgreiche Sprung des Mathematikers in die Selbständigkeit hat sicher viele der 230 Absolventen des Sommersemesters 2008 und des Wintersemesters 2008/2009, die an diesem Tag der Einladung in das "Auditorium maximum" folgten, beeindruckt. Viele wurden begleitet von ihren Eltern, Großeltern, Ehepartnern und Freunden. Die feierliche Atmosphäre kam sehr gut an. Der Einzug des Senats, die kurzen Ansprachen des Rektors, Prof. Dr. Klaus-Jürgen Matthes, und des Vorsitzenden der Freundesgesellschaft der Uni und früheren Chemnitzer Oberbürgermeisters, Dr. Peter Seifert, bewegten viele. Zudem wurde der Dissertationspreis der Commerzbank AG 2009 an Dr. Anja Schmidt, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, sowie an Dr. Björn Bräuer, Fakultät für Naturwissenschaften, vergeben. Die Übergabe der Absolventenurkunden, der Erinnerungsgeschenke und der Rosen wurde zeitweise begleitet von einem Blitzlichtgewitter. Das Universitätsorchester "Collegium musicum" umrahmte die Veranstaltung musikalisch und erhielt dafür viel Beifall.

Beim anschließenden Sektempfang hörte man oft, dass sich die meisten freuten, noch einmal im Hörsaalgebäude ihre Kommilitonen zu treffen und Erinnerungsfotos zu machen. So auch Antje Brabandt, die 2008 an der TU den Master in Medienkommunikation abschloss und sofort einen Job in ihrer Heimatstadt fand. In der Gesellschaft für Mikroelektronikanwendung Chemnitz mbH ist sie heute verantwortlich für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Sie sucht weiterhin die Nähe zu ihrer Uni - sei es im Netzwerk der Medienkommunikationsstudenten und -absolventen, bei den Studentischen Medientagen oder in der Gesellschaft der Freunde der TU Chemnitz. Wenn sie heute an Chemnitz zurückdenkt, lobt sie das sehr gute Betreuungsverhältnis sowie die Praxisnähe des Studiums, die durch ein Praktikum in der Kommunikationsabteilung des VW-Vorstandes und ihre Mitarbeit an Projekten der "Freien Presse" und der TU-Pressestelle vertieft wurden.

Auch Thomas Hilbert, der von 2003 bis 2008 Wirtschaftsinformatik studierte, schaffte unmittelbar nach dem Studium den Sprung ins Berufsleben. Als Softwareentwickler bei der IAV, einem der führenden Engineering-Partner der Automobilindustrie, fand er genau das, was er einmal tun wollte. Vorausgegangen war bereits ein Praktikum im Unternehmen. Als Werkstudent schrieb er später auch seine Diplomarbeit bei der IAV. "Da ich hier am IAV-Standort Chemnitz arbeiten kann, bleibe ich wie viele meiner Kommilitonen der Region treu. Zu meinen Eltern in Annaberg-Buchholz ist es nur ein kurzer Weg", beschreibt Hilbert seine Heimatverbundenheit. Einen Wunsch richtet er an seine Professoren: "Es wäre schön, wenn in das Wirtschaftsinformatik-Studium noch mehr Praxis integriert würde, denn das habe ich etwas vermisst."

Jede Menge Praxisluft schnupperten dagegen Torsten und Susanne Schwaar bereits während ihres Maschinenbau- bzw. Wirtschaftsingenieur-Studiums - nämlich in der Firma ihres Vaters, der METROM Mechatronische Maschinen GmbH in Chemnitz. Übrigens: Vater und Mutter studierten auch an der TU. Und irgendwie scheint sich der Mut zum Unternehmer zu vererben, gründete doch Torsten Schwaar bereits während seines Studiums die Millfax GmbH, die sich - wie er erläutert - mit der Entwicklung und Anwendung von neuen Technologien zur spanenden Bearbeitung und Anwendung insbesondere der 5-Achsen-simultanen Fräsbearbeitung beschäftigt. An die Studenten seiner Uni richtet er gleich ein Angebot: "Wir suchen immer Praktikanten oder vergeben Themen für Studienabschlussarbeiten." Seine Schwester Susanne regt angesichts der großen Beteiligung an der diesjährigen Absolventenverabschiedung an, diese Veranstaltung künftig semesterweise durchzuführen.

Auch Jana Schaarschmidt fand nach dem Studium der Wirtschafts- und Berufspädagogik sofort den Traumjob. Als Rehabilitationsausbilderin im Bereich Handel ist sie heute beim Berufsförderungswerk in Dresden tätig. "Nach der Bewerbung auf eine Ausschreibung habe ich ein langes Auswahlverfahren absolviert und musste zahlreicher Lehrproben erbringen. Dass ich am Ende die Nase vorn hatte, freut mich natürlich sehr." Von Montag bis Freitag wohnt sie in einer Dresdner WG, am Wochenende kehrt sie nach Chemnitz zurück. Auch der TU will sie die Treue halten: "Ich habe mich schon in die Absolventendatenbank eingetragen und komme am 27. Juni zum Universitätsball."

Noch etwas unentschlossen, was die berufliche Perspektive angeht, ist Samuel-Gerardo Ramirez-Mena-Smith. Der Student mit diesem klangvollen Namen stammt aus Mexiko City und studierte an der TU Elektrotechnik. Sein künftiges Berufsfeld kann er sich unter anderem in der Robotik, in der Mikroelektronik oder in der Systementwicklung vorstellen. "Ich würde gern in Deutschland bleiben", sagt der ET-Absolvent. Doch auch der mexikanische Arbeitsmarkt locke, denn viele deutsche Unternehmen seien auch in Mexiko tätig. "Vielleicht finde ich ja am 12. Mai an der TU bei der Ingenieurbörse meinen künftigen Arbeitgeber", hofft der Student.

Rektor Prof. Klaus-Jürgen Matthes wünschte allen Absolventen viel Erfolg, Gesundheit und Wohlergehen. Er empfahl ihnen, sich im Internet unter http://www.tu-chemnitz.de/tu/alumni zu registrieren, um so weiterhin aktuelle Infos wie einen Newsletter aus der Universität zu erhalten. Bisher nutzen bereits 4.500 Alumni dieses Angebot. Die Absolventen können auch dem Wunsch von Dr. Peter Seifert folgen und Mitglied der Freundesgesellschaft werden. "Der Mitgliedsbeitrag ist so gering, dass man dafür lediglich pro Jahr in München drei, in Chemnitz sechs Bier weniger trinken kann", rechnete Seifert mit einem Lächeln vor und erwähnte, welche große Bedeutung die Alumni-Bewegung und deren finanzielle Stärke in vielen ausländischen Universitäten hat.

Mario Steinebach
26.04.2009

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