Navigation

Inhalt Hotkeys
Inklusive Hochschule
Studierende mit Beeinträchtigung

Studierende mit Beeinträchtigung

Beratung für Studierende mit Beeinträchtigung

Nach der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (2016) ist von einem Anteil von etwa 11 Prozent an Studierenden auszugehen, die eine oder mehrere gesundheitliche Beeinträchtigung/en haben, welche sich erschwerend auf das Studium auswirkt bzw. auswirken. Im Vergleich zur vorherigen Befragungswelle (2012) hat sich ihr Anteil damit um vier Prozentpunkte erhöht. Laut der Studierendenbefragung 2016 an der TU Chemnitz absolvieren 28,3 Prozent der Befragten ihr Studium mit einer studienerschwerenden Beeinträchtigung. Damit liegt ihr Anteil an der TU Chemnitz deutlich über dem nationalen Durchschnittswert. Es ist wahrscheinlich, dass sich an der Befragung überdurchschnittlich viele Studierende mit einer Beeinträchtigung beteiligt haben.

Mehr Informationen zum Datenbild

Im Sinne einer Annäherung könnten es also, ausgehend von dem Ergebnis der Sozialerhebung von 11 Prozent, mehr als 1.200 Studentinnen und Studenten (bei 11.135 Studierenden insgesamt, Stichtag: 01.11.2017) sein, welche aktuell an der TU Chemnitz mit einer oder mehreren Beeinträchtigung/en immatrikuliert sind. Bei der Einschreibung wird das Merkmal Behinderung/chronische Krankheit nicht erfasst, so dass die genauen Zahlen bzw. die Grundgesamtheit nicht bestimmbar ist. Entsprechend sind Lehrende und Beratende seitens der Hochschule auf Selbstauskünfte, etwa durch Inanspruchnahme der vielseitigen Unterstützungs- und Beratungsangebote angewiesen.

Damit Studierende mit Beeinträchtigung gleichberechtigt am Studienalltag teilhaben können, ist die TU Chemnitz bestrebt, Chancengleichheit beim Zugang, im Studium sowie bei Prüfungen sicherzustellen.

Die Ansprechpartnerin zum Studium mit Beeinträchtigung von der Zentralen Studienberatung ist für beeinträchtigte Studieninteressenten und Studierende ein erster Anlaufpunkt, der möglichst frühzeitig aufgesucht werden sollte, um individuelle und beeinträchtigungsbedingte Fragen vor Aufnahme des Studiums oder im weiteren Studienverlauf zu klären.

 

Portrait: Dr. Daniela Menzel
Dr. Daniela Menzel
Studienberaterin

Ich sehe mich als Kontaktperson für Studieninteressenten und Studierende mit:

  • Mobilitätsbeeinträchtigungen
  • Sehbeeinträchtigungen
  • Hörbeeinträchtigungen
  • Sprechbeeinträchtigungen
  • psychischen Erkrankungen (z. B. Depressionen)
  • chronischen Krankheiten (z. B. Rheuma, Morbus Crohn oder Diabetes)
  • Legasthenie und anderen Teilleistungsstörungen sowie
  • plötzlichen Erkrankungen.

Beratungsthemen sind beispielsweise:
  • Information für Schülerinnen und Schüler zur Bewerbung und Zulassung sowie zur Ausstattung der TU Chemnitz
  • Information zum Studienaufbau und -ablauf sowie beeinträchtigungsspezifische studienorganisatorische Herausforderungen
  • bauliche Voraussetzungen der Universitätsstandorte – barrierefreier Campus (ggf. Verlegung von Lehrveranstaltungen bei nicht barrierefrei zugänglichen Räumen)
  • Unterstützung bei der Beantragung von Urlaubssemestern aus Krankheitsgründen nach § 12 der Immatrikulationsordnung
  • Unterstützung bei der Beantragung von Nachteilsausgleichen nach § 5 Abs. 2 der Prüfungsordnung
  • Unterstützung bei der Beantragung nichtanrechenbarer Studienzeiten aufgrund nicht selbst zu vertretender Umstände
  • weitere Unterstützungsleistungen und Kontaktstellen

Ich arbeite intensiv mit internen und externen Einrichtungen zusammen, um Lösungen für einen reibungslosen Studienablauf zu finden:

Zulassung und Bewerbung

(in Arbeit)

 

 

Beurlaubung wegen Krankheit

Grundlagen

§§ 12 Abs. 1 Immatrikulationsordnung der TU Chemnitz und 20 SächsHSFG

Urlaubssemester sind für vorangegangene Semester und das erste Fachsemester grundsätzlich unzulässig. Sie zählen als Hochschulsemester, jedoch nicht als Fachsemester.

Beantragung

  • Einreichung des Formulars Antrag auf Beurlaubung im Studentensekretariat

  • bei Krankheit: bis zum Ende des Semesters, d.h. im Falle eines Sommersemesters bis 30.09. und im Falle eines Wintersemesters bis 31.03.

  • Eine fristgemäße Rückmeldung ist auch für das Urlaubssemester erforderlich.

  • Bei einer Beurlaubung aus Krankheitsgründen gibt es keine Beschränkung auf maximal zwei Fachsemester (vgl. § 12 Abs. 1 Satz 1 und § 12 Abs. 5 der Immatrikulationsordnung).

Begründung

Gemäß § 12 Abs. 1 Satz 1 der Immatrikulationsordnung ist eine Beurlaubung vom Studium "aus wichtigem Grund" möglich. Als wichtiger Grund gelten Umstände, die das Studium zeitweilig erheblich beeinträchtigen und vom Studierenden nicht zu vertreten sind (z. B. Erkrankung) oder der Förderung des Studiums dienen (z. B. Auslandsstudienaufenthalt).

Die Bearbeitung kann nur erfolgen, wenn eine entsprechende Begründung bzw. ein entsprechendes Beweismittel vorliegt. Die Dauer der Abwesenheit muss den überwiegenden Teil der Vorlesungs- und Prüfungszeit, also des aktuellen Semesters betreffen.

Es muss eine Erkrankung vorliegen, durch die ein ordnungsgemäßes Studium während des gesamten Semesters oder in einem Umfang, der einem vollständigen Ausfall des Studiums während des betroffenen Semesters gleich kommt. Die Beurlaubung befreit von der Pflicht zur Teilnahme an den laufenden Lehrveranstaltungen oder Prüfungen, so dass Studierende darlegen müssen, warum Sie in diesem Semester nicht an Lehrveranstaltungen teilnehmen können oder keine Prüfungsleistungen absolvieren können.

 

Bei Krankheit ist ein entsprechendes ärztliches Attest erforderlich. In einem zusätzlichen Schreiben sollte die persönliche Situation (Krankheit) erläutert werden und warum infolge dieser gesundheitlichen Beeinträchtigung dem Studium nicht mehr angemessen und wie gewohnt nachgegangen werden kann. Inwiefern ist absehbar, dass die Erkrankung länger anhaltend ist (Bezug auf den Semesterzeitraum) und ggf. Verweis auf eine Therapie oder Reha-Maßnahme.

 

Studien- und Prüfungsleistungen

Während der Beurlaubung können (nicht müssen) Studien- und Prüfungsleistungen an der Hochschule erbracht werden: vgl. § 20 Abs. 3 SächsHSFG und § 12 Abs. 8 Immatrikulationsordnung.

Auswirkungen auf die Zahlungen Dritter (z. B. BaföG, Kindergeld, Hartz-IV) sind mit dem jeweiligen Leistungsträger abzuklären.

 

Nachteilsausgleiche

Mit einem Nachteilsausgleich soll gewährleistet werden, dass Studierende mit einer Behinderung oder chronischen Krankheit gleichberechtigt Studien- und Prüfungsleistungen erbringen können. Ein Nachteilsausgleich ist keine Bevorteilung eines Studierenden, sondern der Ausgleich eines konkreten beeinträchtigungsbedingten Nachteils! Nachteilausgleiche erhöhen somit die Chancengleichheit und fördern individuelle Lösungen für spezielle Situationen.

Grundlagen

im Art. 3 Abs. 3 Satz 2 des Grundgesetzes und im Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetz (§ 34 Abs. 3) verankert

in jeder Prüfungsordnung im § 5 Abs. 2 zu finden

  • Verlängerung der Bearbeitungszeit bei zeitabhängigen Prüfungsleistungen (i.d.R. um 20%)
  • (verlängerte) Pausenzeiten in Prüfungen, die nicht auf die (verlängerte) Bearbeitungszeit angerechnet werden dürfen
  • Aufteilung einer Prüfungsleistung in Teilleistungen
  • Adaption von Aufgabenstellungen (einfache Sprache, Schriftgröße, Schriftart, etc. oder als Audiodatei) sowie Anpassung von Sprechtempo oder Aussprache bei mündlichen Prüfungen
  • Zulassen von personeller oder technischer Unterstützung (z. B. Schreibassistenz; Assistenz zum „Handling“ von Unterlagen; Gebärdensprachdolmetscher/innen; assistierende Technologien wie Notebook, spezielle Tastaturen, Lupen, Leuchten oder Software sowie Mess- und Testgeräte für Körperwerte wie etwa Blutzucker und persönliche Gegenstände)
  • Durchführung der Prüfung in einem gesonderten Raum
  • Individueller Prüfungsplan zur Entzerrung der Prüfungszeit
  • Mitbestimmung in Bezug auf Termin, Ort, Sitzplatz etc.
  • Ersatz einer Prüfungsform durch eine niveaugleiche andere wie z. B.:
    • Ersatz einer punktuellen Leistung (z. B. Klausur durch mündliche Prüfung)
    • Ersatz einer punktuellen durch eine länger andauernde Leistung (z. B. Klausur durch Hausarbeit)
    • Ersatz einer Gruppen- durch eine Einzelleistung oder -prüfung
    • Ersatz zeitweise fehlender Präsenz durch kompensatorische Leistungen
    • Präsentieren von Vorträgen in kleinem Rahmen
    • Erstellung eines Videos statt eines Vortrags
  • Zulassung zu Prüfungen ggf. auch unter der Bedingung, dass Zulassungsvoraussetzungen nachgeholt werden oder Veränderung der Reihenfolge, in der Leistungen zu absolvieren oder nachzuholen sind
  • Zulassung von beeinträchtigungsbezogenen Aktivitäten während der Erstellung von Leistungen (Medikamenteneinnahme; medizinisch begründete Nahrungsaufnahme; Verlassen des Prüfungsraumes für Toilettengänge; Aktivitäten, um sich aus einer akuten Spannungs- oder Krisensituation zu befreien).

Die Beantragung eines Nachteilsausgleichs für Prüfungsleistungen erfolgt so früh wie möglich, spätestens mit der Anmeldung zur Prüfung durch Verwendung des entsprechenden Antragsformulars (ab Sommersemester 2018). Eine späte Antragstellung kann dazu führen, dass Prüfungen noch ohne Maßnahmen des Nachteilsausgleichs absolviert werden müssen, weil der Prüfungsausschuss Ihren Antrag nicht mehr bearbeiten konnte.  

Pro Formular wird jeweils für eine angemeldete Prüfung ein Antrag auf Nachteilsausgleich gestellt (bei mehreren Prüfungsleistungen im aktuellen Semester ist jeweils ein Antrag einzureichen). Anträge sind nur für im aktuellen Semester angebotene Prüfungsleistungen möglich. Eine nachträgliche Beantragung nach Antritt der Prüfung ist nicht möglich! Ein Nachteilsausgleich muss für jede Prüfung in jedem Semester neu beantragt werden.

Bitte verwenden Sie zum Ausfüllen das elektronische PDFFormular. Dieses enthält einige Hinweistexte zur Begründung und den erforderlichen Angaben hinsichtlich der Beeinträchtigung(en) sowie den damit zusammenhängenden Nachteilen. Es werden keine handschriftlich oder unvollständig ausgefüllten Anträge angenommen. Bearbeiten Sie die Seiten 1 bis 2 des Formulars, drucken es aus und unterschreiben auf Seite 2. Der komplette vierseitige Antrag mit Nachweisen ist im Zentralen Prüfungsamt (Technische Universität Chemnitz, ZPA, 09107 Chemnitz) einzureichen oder in den Briefkasten des ZPA (Reichenhainer Str. 70/ZPA oder Straße der Nationen 62/Studentensekretariat) einzuwerfen.

Der Prüfungsausschuss wird über Ihren Antrag entscheiden und legt geeignete Maßnahmen zum Nachteilsausgleich fest (Bearbeitung Seiten 3 und 4 des Formulars). Studierende werden durch das Zentrale Prüfungsamt über dessen Genehmigung oder Ablehnung informiert. Prüfer werden durch den Prüfungsausschuss über Nachteilsausgleiche informiert (erhalten Kopie der Seite 3 und 4, also ohne Diagnostik auf Seite 1) und sind zu deren Umsetzung verpflichtet.

Zu organisatorischen Abläufen (z. B. separater Raum, individueller Termin, Themenvergabe für Hausarbeiten) bietet sich ein klärendes Gespräch mit dem/der Prüfer/in an.

Innerhalb der Zentralen Studienberatung gibt es ein spezielles Beratungsangebot für Studierende mit Beeinträchtigung, um Fragen zu den persönlichen Voraussetzungen eines Nachteilsausgleichs, zum Antragsverfahren sowie zu möglichen Maßnahmen zu klären.

  1. Vorliegen einer länger andauernden oder dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigung und hierzu geeignete Nachweise eingereicht wurden,
  2. Beeinträchtigung führt zu einem Nachteil oder einer Erschwernis, sofern eine Prüfung unter den für alle geltenden Bedingungen und vorgesehenen Fristen absolviert werden muss und
  3. Nachteil steht in keinem unmittelbaren Zusammenhang zu den in der Prüfung zu ermittelnden Kenntnissen und Fähigkeiten. Zudem lässt sich der Nachteil nicht auf eine generelle, persönlichkeitsbedingte Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit zurückführen, sondern erschwert oder verhindert ist nur die Darstellung (Schreiben, Hören, Sehen, Sitzen etc.) einer an sich vorhandenen Leistungsfähigkeit.

Sofern die drei Voraussetzungen erfüllt sind, hat der Prüfungsausschuss bei der Frage, ob ein beantragter Nachteilsausgleich zu bewilligen ist, kein Ermessen.

Art und Form eines Nachteilsausgleichs werden immer einzelfallabhängig und bezogen auf die individuellen beeinträchtigungsbedingten Symptome sowie nach Ermessen des Prüfungsausschusses und unter evtl. Rücksprache mit dem/der verantwortlichen Prüfer/in  entschieden, da sich jede Beeinträchtigung – auch bei einer gleichen Diagnostik – unterschiedlich auswirken kann. Dieser Ermessensspielraum im Hinblick auf die nachteilsausgleichenden Maßnahmen ist zweifach eingeschränkt:

  • Art und Umfang nachteilsausgleichender Maßnahmen sind danach auszurichten, dass die Beeinträchtigung voll ausgeglichen wird. Vergleichsmaßstab sind die Bedingungen für Prüflinge ohne Beeinträchtigungen (keine Unterkompensation) und
  • Nachteilsausgleichende Maßnahmen müssen die Chancengleichheit anderer Prüflinge wahren (keine privilegierende Überkompensation).

Möglich sind grundsätzlich nur Modifikationen in Bezug auf Bedingungen und Form der Ermittlung von Leistungen. Ein Erlass von Leistungen ohne angemessene Kompensation oder eine Modifikation der Leistungsbewertung sind nicht zulässig. Die grundlegenden zu erwerbenden Kompetenzen gemäß Studienordnung bleiben von einem Nachteilsausgleich unberührt. Die studiengangspezifischen fachlichen Anforderungen, das heißt die in der Studienordnung festgelegten Qualifikationsziele des Studiengangs können durch einen Nachteilsausgleich nicht abgemindert oder verändert werden.

Erfahrungsberichte aus dem Hochschulalltag

(in Arbeit)

Presseartikel