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Studierende mit Beeinträchtigung

Studierende mit Beeinträchtigung

Beratung für Studierende mit Beeinträchtigung

Nach der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (2016) ist von einem Anteil von etwa 11 Prozent an Studierenden auszugehen, die eine oder mehrere gesundheitliche Beeinträchtigung/en haben, welche sich erschwerend auf das Studium auswirkt bzw. auswirken. Im Vergleich zur vorherigen Befragungswelle (2012) hat sich ihr Anteil damit um vier Prozentpunkte erhöht. Laut der Studierendenbefragung 2016 an der TU Chemnitz absolvieren 28,3 Prozent der Befragten ihr Studium mit einer studienerschwerenden Beeinträchtigung. Damit liegt ihr Anteil an der TU Chemnitz deutlich über dem nationalen Durchschnittswert. Es ist wahrscheinlich, dass sich an der Befragung überdurchschnittlich viele Studierende mit einer Beeinträchtigung beteiligt haben.

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Im Sinne einer Annäherung könnten es also, ausgehend von dem Ergebnis der Sozialerhebung von 11 Prozent, mehr als 1.200 Studentinnen und Studenten (bei 11.135 Studierenden insgesamt, Stichtag: 01.11.2017) sein, welche aktuell an der TU Chemnitz mit einer oder mehreren Beeinträchtigung/en immatrikuliert sind. Bei der Immatrikulation wird das Merkmal Behinderung/chronische Krankheit nicht erfasst, so dass die genauen Zahlen bzw. die Grundgesamtheit nicht bestimmbar ist. Entsprechend sind Lehrende und Beratende seitens der Hochschule auf Selbstauskünfte, etwa durch Inanspruchnahme der vielseitigen Unterstützungs- und Beratungsangebote angewiesen.

Damit Studierende mit Beeinträchtigung gleichberechtigt am Studienalltag teilhaben können, ist die TU Chemnitz bestrebt, Chancengleichheit beim Zugang, im Studium sowie bei Prüfungen sicherzustellen.

Die Ansprechpartnerin zum Studium mit Beeinträchtigung von der Zentralen Studienberatung ist für beeinträchtigte Studieninteressenten und Studierende ein erster Anlaufpunkt, um individuelle und beeinträchtigungsbedingte Fragen möglichst frühzeitig vor Aufnahme des Studiums oder im weiteren Studienverlauf zu klären.


Portrait: Dr. Daniela Menzel
Dr. Daniela Menzel
Studienberaterin

Ich sehe mich als Kontaktperson für Studieninteressenten und Studierende mit:

  • Mobilitätsbeeinträchtigungen
  • Sehbeeinträchtigungen
  • Hörbeeinträchtigungen
  • Sprechbeeinträchtigungen
  • psychischen Erkrankungen (z. B. Depressionen)
  • chronischen Krankheiten (z. B. Rheuma, Morbus Crohn oder Diabetes)
  • Legasthenie und anderen Teilleistungsstörungen sowie
  • plötzlichen Erkrankungen.

Beratungsthemen sind beispielsweise:
  • Information für Schülerinnen und Schüler zur Bewerbung und Zulassung sowie zur Ausstattung der TU Chemnitz
  • Information zum Studienaufbau und -ablauf sowie beeinträchtigungsspezifische studienorganisatorische Herausforderungen
  • bauliche Voraussetzungen der Universitätsstandorte – barrierefreier Campus (ggf. Verlegung von Lehrveranstaltungen bei nicht barrierefrei zugänglichen Räumen)
  • Unterstützung bei der Beantragung von Urlaubssemestern aus Krankheitsgründen nach § 12 der Immatrikulationsordnung
  • Unterstützung bei der Beantragung von Nachteilsausgleichen nach § 5 Abs. 2 der Prüfungsordnung
  • Unterstützung bei der Beantragung nichtanrechenbarer Studienzeiten aufgrund nicht selbst zu vertretender Umstände
  • weitere Unterstützungsleistungen und Kontaktstellen

Ich arbeite intensiv mit internen und externen Einrichtungen zusammen, um Lösungen für einen reibungslosen Studienablauf zu finden:

Zulassung und Bewerbung

Zunächst - und noch ganz unabhängig von einer konkreten Beeinträchtigung - sollten Studieninteressierte sich Gedanken machen, was und wo sie studieren wollen. Diese Vorauswahl von möglichen Studiengängen und Studienorten erfolgt interessensgeleitet. Zudem spielen Fähigkeiten und persönliche Bedürfnisse zum Beispiel zur Wohnortnähe eine Rolle.

Wichtig: Auch Bewerber_innen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten dürfen nicht ohne Hochschulzugangsberechtigung studieren.

Für ein Studium an der TU Chemnitz ist in der Regel die allgemeine Hochschulreife, eine einschlägige fachgebundene Hochschulreife oder eine bestandene Abschlussprüfung an einer deutschen Hochschule erforderlich (Hochschulzugang). Im nächsten Schritt ist zu klären, ob für den Wunschstudiengang eine örtliche Zulassungsbeschränkung besteht und falls ja, wie die Vergabe der Studienplätze an Bewerber_innen erfolgt.

Erkundigen Sie sich diesbezüglich bei der Zentralen Studienberatung. Genaueres ist in der Immatrikulationsordnung und in der Zulassungsordnung der TU Chemnitz geregelt.

Bewerber_innen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten können parallel zu ihrem Zulassungsantrag Sonderanträge zur Berücksichtigung von Nachteilen bei der Vergabe von Studienplätzen einreichen. Dies betrifft örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge:

  1. Härtefallantrag: Um besondere Härten und Nachteile auszugleichen, können beeinträchtigte Studienbewerber_innen einen Härtefallantrag stellen. Gemäß der Zulassungsordnung werden 2 Prozent der Studienplätze an Fälle außergewöhnlicher Härte (= „wenn in der eigenen Person liegende besondere soziale oder familiäre Gründe die sofortige Aufnahme des Studiums oder einen sofortigen Studienortwechsel zwingend erfordern“, d.h. wenn aus den persönlich vorliegenden Gründen eine Verzögerung des Studienbeginns auch nur um ein Semester unzumutbar ist; zum Beispiel Krankheit mit Tendenz zur Verschlimmerung) vergeben. Härtefälle sind mindestens durch ein fachärztliches Gutachten nachzuweisen, weitere Nachweise sind möglich.
  2. Antrag auf Nachteilsausgleich in der Leistungsquote zur Verbesserung der Durchschnittsnote: Es können beeinträchtigungsbezogene, nicht selbst zu vertretende Umstände geltend gemacht werden, die Studienbewerber_innen daran gehindert haben, eine bessere Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung zu erzielen. Ein Beispiel hierfür sind längere krankheitsbedingte Abwesenheit vom Unterricht oder Klinikaufenthalte. Entsprechende Nachweise sind erforderlich. Zusätzlich ist ein Schulgutachten einzureichen.  
  3. Antrag auf Nachteilsausgleich in der Wartezeitquote zur Verbesserung der Wartezeit: Es können beeinträchtigungsbezogene, nicht selbst zu vertretende Umstände geltend gemacht werden, die zu einer Verzögerung beim Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung geführt haben. Die Auswirkungen beeinträchtigungsbedingter Umstände auf die Wartezeit (zum Beispiel Wiederholung eines Schuljahres wegen mehrmonatigem Klinikaufenthalt oder hoher krankheitsbedingter Fehlzeiten) sind zu belegen, etwa durch eine Schulbescheinigung sowie Schulzeugnisse.

 

Ich berate Sie gern im persönlichen Gespräch, am Telefon oder per E-Mail: Kontaktinformationen

Zum Weiterlesen:

Sonderdruck „Zulassungschancen können verbessert werden“ (herausgegeben von der Stiftung für Hochschulzulassung)

Handbuch "Studium mit Behinderung" (darin Kapitel III - Zugang und Zulassung zum Studium)

Informationsseite des Deutschen Studentenwerkes (siehe Abschnitt "Sonderanträge") (siehe Abschnitt "Sonderanträge")

Sächsische Studienplatzvergabeverordnung  vom 29. Juni 2010 (siehe §§ 11 Abs. 5, 14 Abs. 3 bzw. 15)

Beurlaubung wegen Krankheit

Grundlagen

§§ 12 Abs. 1 Immatrikulationsordnung der TU Chemnitz und 20 Abs. 2 und 3 SächsHSFG

Urlaubssemester sind für vorangegangene Semester und das erste Fachsemester grundsätzlich unzulässig. Sie zählen als Hochschulsemester, jedoch nicht als Fachsemester.

Beantragung

  • Einreichung des Formulars Antrag auf Beurlaubung im Studentensekretariat

  • bei Krankheit: bis zum Ende des Semesters, d.h. im Falle eines Sommersemesters bis 30.09. und im Falle eines Wintersemesters bis 31.03.

  • Eine fristgemäße Rückmeldung ist auch für das Urlaubssemester erforderlich.

  • Bei einer Beurlaubung aus Krankheitsgründen gibt es keine Beschränkung auf maximal zwei Fachsemester (vgl. § 12 Abs. 1 Satz 1 und § 12 Abs. 5 der Immatrikulationsordnung).

Begründung

Gemäß § 12 Abs. 1 Satz 1 der Immatrikulationsordnung ist eine Beurlaubung vom Studium "aus wichtigem Grund" möglich. Als wichtiger Grund gelten Umstände, die das Studium zeitweilig erheblich beeinträchtigen und vom Studierenden nicht zu vertreten sind (z. B. Erkrankung) oder der Förderung des Studiums dienen (z. B. Auslandsstudienaufenthalt).

Die Bearbeitung kann nur erfolgen, wenn eine entsprechende Begründung bzw. ein entsprechendes Beweismittel vorliegt. Die Dauer der Abwesenheit muss den überwiegenden Teil der Vorlesungs- und Prüfungszeit, also des aktuellen Semesters betreffen. Es muss eine Erkrankung vorliegen, durch die ein ordnungsgemäßes Studium während des gesamten Semesters oder in einem Umfang, der einem vollständigen Ausfall des Studiums während des betroffenen Semesters gleich kommt. Die Beurlaubung befreit von der Pflicht zur Teilnahme an den laufenden Lehrveranstaltungen oder Prüfungen, so dass Studierende darlegen müssen, warum Sie in diesem Semester nicht an Lehrveranstaltungen teilnehmen können oder keine Prüfungsleistungen absolvieren können.

Bei Krankheit ist ein entsprechendes ärztliches Attest erforderlich. In einem zusätzlichen Schreiben sollte die persönliche Situation (Krankheit) erläutert werden und warum infolge dieser gesundheitlichen Beeinträchtigung dem Studium nicht mehr angemessen und wie gewohnt nachgegangen werden kann. Inwiefern ist absehbar, dass die Erkrankung länger anhaltend ist (Bezug auf den Semesterzeitraum) und ggf. Verweis auf eine Therapie oder Reha-Maßnahme.

Ärztliche Atteste und Begründungen des Studierenden sind in der Regel in deutscher Sprache vorzulegen (Amts- und Verwaltungssprache).

Studien- und Prüfungsleistungen

Während der Beurlaubung können (nicht müssen) Studien- und Prüfungsleistungen an der Hochschule erbracht werden: vgl. § 20 Abs. 3 SächsHSFG und § 12 Abs. 8 Immatrikulationsordnung.

Auswirkungen auf die Zahlungen Dritter (z. B. BaföG, Kindergeld, Hartz-IV) sind möglichst im Vorfeld mit dem jeweiligen Leistungsträger abzuklären.

 

Nichtanrechnung von Studienzeiten auf die Regelstudienzeit

Grundlagen

§§ 12 Abs. 10 Immatrikulationsordnung der TU Chemnitz und 20 Abs. 5 SächsHSFG

Für jeden Studiengang gibt es eine Regelstudienzeit die in § 1 der jeweiligen Prüfungsordnung festgelegt ist. Unabhängig von der Nichtanrechnung von Studienzeiten aufgrund von nachweislich nicht selbst zu vertretenden Fristüberschreitungen haben Sie in jedem Studiengang die Möglichkeit, vier Semester über die Regelstudienzeit hinaus zu studieren: Laut Prüfungsordnung gilt eine Abschlussprüfung, die nicht innerhalb von vier Semestern nach Abschluss der Regelstudienzeit abgelegt wurde, als "nicht bestanden". Eine nicht bestandene Abschlussprüfung kann innerhalb eines Jahres einmal wiederholt werden.

Langzeitstudiengebühren werden für Studierende, die ab dem Wintersemester 2012/13 immatrikuliert wurden, erhoben, sobald ein Bachelor- oder Masterstudium um mehr als 4 Fachsemester überschritten wird (vgl. § 12 Abs. 2 SächsHSFG).

Beantragung

  • Die Beantragung erfolgt formlos und schriftlich beim Studentensekretariat.
  • Im Antrag ist glaubhaft zu machen und zu begründen, für welche Studienzeiten nicht zu vertretende Gründe zu einer Fristüberschreitung geführt haben, welche nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet werden soll. Schildern Sie Ihre Beeinträchtigung und die Symptome, die sich erschwerend auf das Studium ausgewirkt haben. Zeigen Sie auf, wann, inwiefern und warum Sie nicht am Studienalltag teilnehmen konnten (z. B. Nichtteilnahme an Veranstaltungen durch längere Krankenhausaufenthalte, etc.).

 

Ich berate Sie gern im persönlichen Gespräch, am Telefon oder per E-Mail: Kontaktinformationen

Nachteilsausgleiche

Mit einem Nachteilsausgleich soll gewährleistet werden, dass Studierende mit einer Behinderung oder chronischen Krankheit gleichberechtigt Studien- und Prüfungsleistungen erbringen können. Ein Nachteilsausgleich ist keine Bevorteilung eines Studierenden, sondern der Ausgleich eines konkreten beeinträchtigungsbedingten Nachteils! Nachteilausgleiche erhöhen somit die Chancengleichheit und fördern individuelle Lösungen für spezielle Situationen.

Grundlagen

im Art. 3 Abs. 3 Satz 2 des Grundgesetzes und im Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetz (§ 34 Abs. 3) verankert, in jeder Prüfungsordnung aller Studiengänge an der TU Chemnitz im § 5 Abs. 2 zu finden:

(2) Macht ein Prüfling durch ein ärztliches Zeugnis glaubhaft, dass er wegen chronischer Krankheit oder Behinderung nicht in der Lage ist, Prüfungsleistungen ganz oder teilweise in der vorgesehenen Form abzulegen, so soll der Prüfungsausschuss dem Prüfling auf Antrag gestatten, gleichwertige Prüfungsleistungen in einer anderen Form zu erbringen.

Studierende haben nach § 5 Abs. 2 Rechtsanspruch auf Nachteilsausgleich, wenn der Antrag begründet und berechtigt ist (vgl. Abschnitt "Voraussetzungen"). Es besteht kein genereller Anspruch auf eine bestimmte Form des Nachteilsausgleiches, dies liegt im Ermessen des Prüfungsausschusses und es handelt sich jeweils um Einzelfallentscheidungen. Die Grenze eines möglichen Nachteilsausgleiches ergibt sich aus dem in der Studienordnung definierten Studien- und Qualifikationsziel (VG Köln, Urteil vom 14.11.2003), über die Gleichwertigkeit von Prüfungsleistungen entscheidet der Prüfungsausschuss. 

  • Verlängerung der Bearbeitungszeit bei zeitabhängigen Prüfungsleistungen (i.d.R. um 20%)
  • (verlängerte) Pausenzeiten in Prüfungen, die nicht auf die (verlängerte) Bearbeitungszeit angerechnet werden dürfen
  • Aufteilung einer Prüfungsleistung in Teilleistungen
  • Adaption von Aufgabenstellungen (einfache Sprache, Schriftgröße, Schriftart, etc. oder als Audiodatei) sowie Anpassung von Sprechtempo oder Aussprache bei mündlichen Prüfungen
  • Zulassen von personeller oder technischer Unterstützung (z. B. Schreibassistenz; Assistenz zum „Handling“ von Unterlagen; Gebärdensprachdolmetscher/innen; assistierende Technologien wie Notebook, spezielle Tastaturen, Lupen, Leuchten oder Software sowie Mess- und Testgeräte für Körperwerte wie etwa Blutzucker und persönliche Gegenstände)
  • Durchführung der Prüfung in einem gesonderten Raum
  • Individueller Prüfungsplan zur Entzerrung der Prüfungszeit
  • Mitbestimmung in Bezug auf Termin, Ort, Sitzplatz etc.
  • Ersatz einer Prüfungsform durch eine gleichwertige andere wie z. B.:
    • Ersatz einer punktuellen Leistung (z. B. Klausur durch mündliche Prüfung)
    • Ersatz einer punktuellen durch eine länger andauernde Leistung (z. B. Klausur durch Hausarbeit)
    • Ersatz einer Gruppen- durch eine Einzelleistung oder -prüfung
    • Ersatz zeitweise fehlender Präsenz durch kompensatorische Leistungen
    • Präsentieren von Vorträgen in kleinem Rahmen
    • Erstellung eines Videos statt eines Vortrags
  • Zulassung von beeinträchtigungsbezogenen Aktivitäten während der Erstellung von Leistungen (Medikamenteneinnahme; medizinisch begründete Nahrungsaufnahme; Verlassen des Prüfungsraumes für Toilettengänge; Aktivitäten, um sich aus einer akuten Spannungs- oder Krisensituation zu befreien).

Die Beantragung eines Nachteilsausgleichs für Prüfungsleistungen erfolgt so früh wie möglich, spätestens mit der Anmeldung zur Prüfung durch Verwendung des entsprechenden Antragsformulars (ab Sommersemester 2018). Eine späte Antragstellung kann dazu führen, dass Prüfungen noch ohne Maßnahmen des Nachteilsausgleichs absolviert werden müssen, weil der Prüfungsausschuss Ihren Antrag nicht mehr bearbeiten konnte.  

Pro Formular wird jeweils für eine angemeldete Prüfung ein Antrag auf Nachteilsausgleich gestellt (bei mehreren Prüfungsleistungen im aktuellen Semester ist jeweils ein Antrag einzureichen). Anträge sind nur für im aktuellen Semester angebotene Prüfungsleistungen möglich. Eine nachträgliche Beantragung nach Antritt der Prüfung ist nicht möglich! Ein Nachteilsausgleich muss für jede Prüfung in jedem Semester neu beantragt werden.

Bitte verwenden Sie zum Ausfüllen das elektronische PDFFormular. Dieses enthält einige Hinweistexte zur Begründung und den erforderlichen Angaben hinsichtlich der Beeinträchtigung(en) sowie den damit zusammenhängenden Nachteilen. Es werden keine handschriftlich oder unvollständig ausgefüllten Anträge angenommen. Bearbeiten Sie die Seiten 1 bis 2 des Formulars, drucken es aus und unterschreiben auf Seite 2. Der komplette vierseitige Antrag mit Nachweisen ist im Zentralen Prüfungsamt (Technische Universität Chemnitz, ZPA, 09107 Chemnitz) einzureichen oder in den Briefkasten des ZPA (Reichenhainer Str. 70/ZPA oder Straße der Nationen 62/Studentensekretariat) einzuwerfen.

Der Prüfungsausschuss wird über Ihren Antrag entscheiden und legt geeignete Maßnahmen zum Nachteilsausgleich fest (Bearbeitung Seiten 3 und 4 des Formulars). Studierende werden durch das Zentrale Prüfungsamt über dessen Genehmigung oder Ablehnung informiert. Prüfer werden durch den Prüfungsausschuss über Nachteilsausgleiche informiert (erhalten Kopie der Seite 3 und 4, also ohne Diagnostik auf Seite 1) und sind zu deren Umsetzung verpflichtet.

Zu organisatorischen Abläufen (z. B. separater Raum, individueller Termin, Themenvergabe für Hausarbeiten) bietet sich ein klärendes Gespräch mit dem/der Prüfer/in an.

 

Ich berate Sie gern im persönlichen Gespräch, am Telefon oder per E-Mail, um Fragen zu den persönlichen Voraussetzungen eines Nachteilsausgleichs, zum Antragsverfahren sowie zu möglichen Maßnahmen: Kontaktinformationen

Nicht alle studienrelevanten Auswirkungen einer Beeinträchtigung können durch Nachteilsausgleiche kompensiert werden. Im Falle sogenannter Dauerleiden wird von einer grundsätzlichen Prüfungsfähigkeit ausgegangen, d.h. Studierende müssen grundsätzlich in der Lage sein, die in der jeweiligen Studien- und Prüfungsordnung geforderten Kompetenzen zu erwerben und diese durch Prüfungen nachzuweisen. Es liegen folgende drei Voraussetzungen für einen Nachteilsausgleich vor: 

  1. Vorliegen einer länger andauernden oder dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigung und hierzu geeignete Nachweise eingereicht wurden,
  2. Beeinträchtigung führt zu einem Nachteil oder einer Erschwernis, sofern eine Prüfung unter den für alle geltenden Bedingungen und vorgesehenen Fristen absolviert werden muss und
  3. Nachteil steht in keinem unmittelbaren Zusammenhang zu den in der Prüfung zu ermittelnden Kenntnissen und Fähigkeiten. Zudem lässt sich der Nachteil nicht auf eine generelle, persönlichkeitsbedingte Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit zurückführen, sondern erschwert oder verhindert ist nur die Darstellung/technische Fertigkeit (Schreiben, Hören, Sehen, Sitzen etc.) einer an sich vorhandenen Leistungsfähigkeit (vgl. OVG Schleswig-Holstein, Urteil vom 19.08.2002; VGH Kassel, Urteil vom 03.01.2006; OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 08.06.2010; VG Köln, Urteil vom 14.11.2013; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 09.03.2015).

Sofern die drei Voraussetzungen erfüllt sind, hat der Prüfungsausschuss bei der Frage, ob ein beantragter Nachteilsausgleich zu bewilligen ist, kein Ermessen.

Art und Form eines Nachteilsausgleichs werden immer einzelfallabhängig und bezogen auf die individuellen beeinträchtigungsbedingten Symptome sowie nach Ermessen des Prüfungsausschusses und unter evtl. Rücksprache mit dem/der verantwortlichen Prüfer/in  entschieden, da sich jede Beeinträchtigung – auch bei einer gleichen Diagnostik – unterschiedlich auswirken kann. Dieser Ermessensspielraum im Hinblick auf die nachteilsausgleichenden Maßnahmen ist zweifach eingeschränkt:

  • Art und Umfang nachteilsausgleichender Maßnahmen sind danach auszurichten, dass die Beeinträchtigung voll ausgeglichen wird. Vergleichsmaßstab sind die Bedingungen für Prüflinge ohne Beeinträchtigungen (keine Unterkompensation) und
  • Nachteilsausgleichende Maßnahmen müssen die Chancengleichheit anderer Prüflinge wahren (keine privilegierende Überkompensation).

 

Möglich sind grundsätzlich nur Modifikationen in Bezug auf Bedingungen und Form der Ermittlung von Leistungen. Ein Erlass von Leistungen ohne angemessene Kompensation oder eine Modifikation der Leistungsbewertung sind nicht zulässig. Die grundlegenden zu erwerbenden Kompetenzen gemäß Studienordnung bleiben von einem Nachteilsausgleich unberührt. Die studiengangspezifischen fachlichen Anforderungen, das heißt die in der Studienordnung festgelegten Qualifikationsziele des Studiengangs können durch einen Nachteilsausgleich nicht abgemindert oder verändert werden.

Erfahrungsberichte aus dem Hochschulalltag

Etwa 11 Prozent der Studierenden in Deutschland haben eine Behinderung, Teilleistungsstörung, psychische oder chronische Erkrankung. Die meisten Beeinträchtigungen sind für Außenstehende wie Dozent_innen oder Kommilitonen nicht sichtbar. Als Ansprechpartnerin für Studierende mit einer Beeinträchtigung möchte ich daher dem Thema an der TU Chemnitz mehr Aufmerksamkeit einräumen, Betroffenen eine Stimme geben und individuelle Erfahrungen in kleinen Erfahrungsberichten sammeln. Diese persönlichen Erfahrungen werden nach entsprechendem Einverständnis der Studierenden auf dieser Seite veröffentlicht, gegebenenfalls in anonymisierter Form.

 

Videostatements

In ihrem Videostatement erläutert eine Master-Studentin mit Glasknochenkrankheit und Kleinwuchs Studieninteressenten die vielfältigen Unterstützungsangebote speziell für Studierende mit einer Beeinträchtigung an der TU Chemnitz. 

Weitere Informationen zum Studium mit Beeinträchtigung

Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung

Die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) ist das bundesweite Kompetenzzentrum zum Thema "Studium und Behinderung". Ziel der IBS war und ist die Verwirklichung einer inklusiven Hochschule. Sie setzt sich im Sinne des Art. 24 der UN-Behindertenrechtskonvention dafür ein, dass Menschen mit Beeinträchtigungen einen diskriminierungsfreien Zugang zur Hochschulbildung haben und mit gleichen Chancen studieren können. Die IBS wurde 1982 beim Deutschen Studentenwerk eingerichtet und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Link zum Aufruf der Webseite
 
 
Auf den Webseiten der IBS finden Studieninteressierte und Studierende mit Beeinträchtigungen umfangreiche Informationen. Zur schnellen Orientierung in den Themen Beratung, Rechte, Studieneinstieg, Nachteilsausgleiche, Lehre und Lernen, Studienalltag, Finanzierung und Auslandsstudium dient diese Seite.
 

Handbuch "Studium und Behinderung"

Von der Studienvorbereitung bis zum Berufseinstieg informiert das Handbuch "Studium und Behinderung" Studieninteressierte und Studierende sowie Berater_innen umfassend zum Thema Studieren mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. Die von der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks überarbeitete 7. Auflage ist im Frühjahr 2013 erschienen. Link zum Handbuch

 

Studieren mit Handicap - "Pack dein Studium - am besten in Sachsen"

Erfahrungsberichte von vier Studierenden an sächsischen Hochschulen. Link zum Aufruf der Webseite

 

Plattform "barrierefrei-studieren.de"

Barrierefrei-studieren.de hilft (angehenden) Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung Fördermöglichkeiten zu finden. Die Plattform umfasst mehr 1.600 Fördermöglichkeiten speziell für (angehende) Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung. Dabei handelt es sich um finanzielle Unterstützung (z. B. Stipendien, Gebührennachlässe etc.), Assistenzleistungen, Sachleistungen und weitere Förderangebote (u. a. Sport und Freizeit, Wohnen etc.). Link zum Aufruf der Webseite

 

Auslandsstudium - Mobilität mit Behinderung/chronischer Krankheit

Der DAAD als weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden (und Wissenschaftlern) möchte Studierende mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten ermutigen, einen Teil ihres Studiums im Ausland zu verbringen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und internationale Kontakte zu knüpfen. Der DAAD bietet keine Sonderprogramme für behinderte oder chronisch kranke Studierende, eine Bewerbung um Förderung erfolgt im Rahmen der jeweiligen DAAD-Programme. Link zum Aufruf der Handlungsempfehlung

 

Hinweise zum Übergang vom Studium in den Beruf für behinderte oder chronisch kranke Hochschulabsolvent_innen

Die Broschüre der Bundesagentur für Arbeit versucht, Fragen zu beantworten, die die Phase der Bewerbung nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium betreffen. Hochschulabsolvent_innen mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung soll eine Orientierung für die Entwicklung Ihrer persönlichen Bewerbungsstrategie gegeben werden. Link zur Informationsbroschüre