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Chemnitzer Europastudien stärken weiter ihr Ostmitteleuropaprofil

Dr. Piotr Kocyba von der Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas erhält Förderung des Bundes für die Erforschung von Protesten in Polen

Demonstrationen und andere Protestformen haben in Polen eine lange Tradition – zu denken sei hier vor allem an die Solidarność, die soziale Bewegung, die die politische Wende im sogenannten Ostblock und damit auch den politischen Wandel in der DDR eingeleitet hat. Proteste und zivilgesellschaftliche Aktivitäten nahmen aber auch in den letzten Jahren mit der steigenden politischen Polarisierung zu. Dabei kann beispielsweise an die monatlichen Gedenkveranstaltungen an den Absturz der polnischen Präsidentenmaschine bei Smolensk oder an die Schwarzen Proteste gegen eine weitere Verschärfung des Abtreibungsgesetzes verwiesen werden. Beides sind auch Beispiele dafür, dass die Mobilisierung auf der Straße eine durchschlagende und weitreichende Bedeutung für Politik und Gesellschaft haben können.

Umso erstaunlicher ist es, dass in Polen bislang Demonstranten und Demonstrantinnen kaum befragt wurden. Das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Ausschreibung „Kleine Fächer - Große Potenziale“ geförderte Projekt „Zivilgesellschaftlicher Aufruhr in Polen“ (ZAIP) soll genau diese Lücke schließen. Dabei kann der Projektleiter Dr. Piotr Kocyba von der Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas der Technischen Universität Chemnitz auf Erfahrungen bei der Befragung unterschiedlicher Demonstrationen in Deutschland, Polen und Ungarn aufbauen. Eines der zentralen Ziele ist es vor diesem Hintergrund, die Methode der Demonstrantenbefragung in doppelter Hinsicht zu erweitern: in die Gesellschaften Ostmitteleuropas sowie auf rechte Demonstrationen, die vor Pegida weitestgehend unerforscht blieben – mit der Konsequenz weitreichender methodischen Schwierigkeiten bei der Datenerhebung unter den Dresdner Demonstranten und Demonstrantinnen.

Die Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas wird in den kommenden drei Jahren gemeinsam mit dem Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften auf insgesamt 16 Demonstrationen in Warschau befragen und dabei nicht nur die Methode weiter verbessern, sondern vor allem der Frage nachgehen, wer in Polen aus welchen Gründen heraus sich dazu entscheidet, für seine politische Meinung auf die Straße zu gehen. Das Projekt wird dabei mit etwa 350.000 Euro gefördert und Chemnitz als innovativer Standort der Ostmitteleuropaforschung international sichtbar gemacht.

Weitere Informationen erteilt Dr. Piotr Kocyba, Telefon 0371 531-38521, E-Mail piotr.kocyba@phil.tu-chemnitz.de.

(Autor: Dr. Piotr Kocyba)

Mario Steinebach
30.10.2018

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