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TU Chemnitz und Freistaat Sachsen stärken deutsch-polnische Forschungskooperation

Polen-Reise von Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange thematisiert grenzübergreifenden Austausch in Wissenschaft und Forschung – TU-Prof. Dr. Lothar Kroll wirbt um gemeinsame Leichtbau-Aktivitäten

Rund 170 Hochschulkooperationen bestehen bereits zwischen Sachsen und Polen. Nun sollen Forschung, Lehre und Transfer grenzüberschreitend weiter gestärkt werden. Dafür besuchte die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, mit Prof. Dr. Lothar Kroll, Koordinator des Bundesexzellenzclusters MERGE der Technischen Universität Chemnitz, und einer Delegation im Rahmen einer zweitägigen Reise vom 9. bis 10. Juli 2018 Polen, um sich über gemeinsame Hochschul- und Forschungskooperationen im europäischen Kontext auszutauschen.

Die Teilnehmenden warben um eine Intensivierung der zukünftigen Zusammenarbeit. „Ich freue mich über Schritte in Richtung eines gelebten, demokratischen Europas, auch in schwierigen Zeiten. Wissenschaft und Forschung kennen weder Landesgrenzen noch die Entfernung zwischen Kontinenten. Wir brauchen eine enge Zusammenarbeit, um Zugang zu neuestem Wissen zu erlangen, damit Innovationen für Wachstum, Beschäftigung, sozialen Zusammenhalt und den Schutz der Lebensgrundlagen ermöglicht werden können“, erklärte Staatsministerin Stange. „Der Erfolg der Kooperation mit unseren polnischen Partnern zeigt sich bereits heute in der erfolgreichen Bewilligung fünf gemeinsamer Forschungsvorhaben mit einer Gesamtprojektsumme von mehr als sieben Millionen Euro. Hinzu kommen mehrere bilaterale Industrieprojekte. Eine lohnende Investition in die Zukunft für beide Seiten“, machte Prof. Dr. Lothar Kroll deutlich.

Die Delegation in Polen besuchte u. a. die Universität Breslau sowie die Technische Universität Breslau, mit der der Bundesexzellenzcluster MERGE bereits im April 2018 die „2nd Polish-German Bridge Conference“ in Chemnitz ausrichtete. An der Veranstaltung im April nahmen neben Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer auch Vertreter der polnischen Woiwodschaften Niederschlesien und Oppeln teil. Zudem waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Polen dabei, die sich über zwei Tage hinweg zur Herstellung neuartiger Leichtbaustrukturen durch fortschrittliche Technologien mit dem Fokus auf ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit austauschten.

Bereits seit einigen Jahren hat sich die Zusammenarbeit zwischen polnischen und deutschen Universitäten und Unternehmen zunehmend intensiviert. So knüpfte Kroll mit seinem Team ausgeprägte Netzwerke zwischen den Ländern. In die Internationalisierungsstrategie des Bundesexzellenclusters („MERGEurope“) sind Wissenschafts- und Wirtschaftsvertreter Polens mittlerweile über Jahre hinweg in Projekte eingebunden.

Deutsch-polnischer Workshop zu Leichtbau in der Luftfahrt

Nach der offiziellen Reise mit Staatsministerin Stange setzte Kroll zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Strukturleichtbau der TU Chemnitz seine Reise ins polnische Oppeln fort, um für gemeinsame Leichtbau-Aktivitäten im Bereich der Luftfahrttechnik sowie im Rahmen von MERGEurope zu werben. In einem gemeinsamen Workshop präsentierten sich zahlreiche Unternehmen der polnischen Luftfahrt- und Automobil-Zulieferindustrie, der kunststoffverarbeitenden Industrie sowie Forschungseinrichtungen aus ganz Polen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer loteten zusammen mit Vertretern des Flugzeugherstellers Airbus künftige Kooperationsmöglichkeiten aus, um neue Anwendungsfelder für Strukturleichtbauteile in der Luftfahrttechnik zu erschließen. Vertiefende Gespräche ergaben sich im Erfahrungsaustausch und während zahlreicher Unternehmensbesichtigungen. „Ich freue mich sehr über den regen Austausch zwischen den Forschenden und Unternehmensvertretern auf Augenhöhe, denn er zeigt die Vorteile einer engen Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg. So haben wir für den Bereich der Luftfahrtbranche erste Synergien erschlossen, die zukünftig im globalen Wettbewerb gewinnbringend eingesetzt werden können. Ich bin davon überzeugt, dass sowohl die Reise der sächsischen Staatsministerin als auch der anschließende Workshop Türöffner für einen umfangreichen Transfer zwischen den Hochschullandschaften und Industriepartnern sind. Auf diesem Erfolg können wir nun aufbauen und konkrete Projektideen umsetzen. Dieser Gedanke steht auch im Vordergrund der von MERGE maßgeblich initiierten 3rd Polish-German Bridge Conference, die im Frühjahr 2020 an der TU Breslau stattfinden wird“, so Kroll.

Hintergrund: MERGEurope

Im Rahmen des Programmes „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat der Bundesexzellenzcluster MERGE das Internationalisierungskonzept „MERGEurope: Lightweight Innovation Network“ aufgestellt. In dem Verbund sind Projektpartner aus Tschechien, Spanien, Italien, den Niederlanden, Polen und Deutschland organisiert. Der Chemnitzer Cluster fungiert als Koordinator des Netzwerks, bestehend aus über 500 europäischen Partnern in Wirtschaft und Industrie. Rund zwei Jahre lang wurden mit den Partnern gemeinsam strategische Ansätze und Zielsetzungen für die Kooperationen entwickelt. Seit 2018 setzen die beteiligten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft die beschlossenen Technologielösungen des Internationalisierungskonzepts nun in Verbundprojekten um.

Homepage des Internationalisierungskonzepts MERGEurope: https://www.tu-chemnitz.de/MERGE/MERGEurope

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Lothar Kroll, Koordinator MERGE, Telefon 0371 531-23120, E-Mail lothar.kroll@mb.tu-chemnitz.de, und Anja Bochmann, Projektkoordinatorin MERGEurope, Telefon 0371 531-30268, E-Mail anja.bochmann@mb.tu-chemnitz.de.

Quelle: Medienservice Sachsen/SMWK

(Autorin: Diana Ruder)

Matthias Fejes
16.07.2018

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