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Grenzenlose Leichtbau-Forschung

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer: „Bundesexzellenzcluster MERGE der TU Chemnitz setzt mit zweiter Brücken-Konferenz wichtiges Statement für grenzübergreifende Wissenschaftsvernetzung."

Der Bundesexzellenzcluster „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen“ (MERGE) an der Technischen Universität Chemnitz stärkt am 19. und 20. April 2018 mit der 2nd Polish-German Bridge Conference seine grenzübergreifende Forschungskooperation mit den polnischen Partnern – der Politechnika Opolska (TU Oppeln) und der Politechnika Wroclawska (TU Breslau). ). „Im Rahmen der 2nd Polish-German Bridge Conference geht es uns darum, die Brücken zwischen Polen und Deutschland bzw. Sachsen, Niederschlesien und Oppeln sowie zwischen der Wissenschaft und Wirtschaft, zwischen der Wissenschaft und der Politik und zwischen der Wissenschaft und Gesellschaft beider Länder zu verlängern, zu verbreitern und zu vergrößern und noch intensiver zu beschreiten, als wir das in der Vergangenheit getan haben. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit unseren polnischen Freunden und Gästen die Wissenschafts- und Wirtschaftsregion Chemnitz-Niederschlesien-Oppeln weiter zu gestalten“, erklärte der Rektor der TU Chemnitz, Prof. Dr. Gerd Strohmeier.

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Länder beschreiten mit ihrer Leichtbaukompetenz und ihrer Internationalisierungsstrategie auch im Jahr 2018 einen Erfolgskurs: Im Fokus der gemeinsamen Forschungen der Technischen Universitäten in Chemnitz, Oppeln und Breslau steht die Herstellung neuartiger Leichtbaustrukturen durch fortschrittliche Technologien mit dem Fokus auf ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit. Diese Zukunftsaufgabe ist von enormer Bedeutung und schafft weltweit einen Mehrwert für Gesellschaft und Umwelt.

„Der Bundesexzellenzcluster MERGE der TU Chemnitz setzt mit der zweiten Brücken-Konferenz ein wichtiges Statement für die grenzübergreifende Wissenschaftsvernetzung mit dem Nachbarland Polen“, sagt Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, der die 2nd Polish-German Bridge Conference in Chemnitz eröffnete. Es sei wichtig, die zahlreichen Brücken und guten Verbindungen zwischen Sachsen, Niederschlesien und Oppeln auch zukünftig zu stärken. Kretschmer bekräftigte: „Ich würde mich sehr freuen, wenn aus dieser Konferenz neue Partnerschaften und gemeinsame europäische Projekte hervorgehen.“

Leichtbau verbindet

„Um globale Herausforderungen wie die zunehmende Klimaerwärmung, die uns alle über Ländergrenzen hinweg betrifft, zu meistern, sind grenzübergreifende Forschungskooperationen auf dem Gebiet des Leichtbaus von großem Mehrwert. Denn eine nachhaltige Entwicklung zur Ressourceneinsparung bei gleichzeitiger Wertschöpfung kennzeichnet die aktuell weltweite Industrie- und Forschungslandschaft – nicht zuletzt auch unter den Aspekten Digitalisierung und Industrie 4.0“, versicherte Prof. Dr. Lothar Kroll, Koordinator des Bundesexzellenzclusters MERGE. In der interregionalen und zugleich auch interdisziplinären Zusammenarbeit liege daher laut Kroll ein großes Potenzial für einen wirksamen Klimaschutz, das es auszuschöpfen gelte.

Bereits seit einigen Jahren hat sich die Zusammenarbeit zwischen polnischen und deutschen Universitäten und Unternehmen zunehmend intensiviert. So schuf Kroll mit seinem Team ausgeprägte Netzwerkstrukturen zwischen den Ländern. In die Internationalisierungsstrategie des Bundesexzellenclusters, MERGEurope, sind Wissenschafts- und Wirtschaftsvertreter Polens mittlerweile über Jahre hinweg in Projekte eingebunden. Der Rektor der Politechnika Opolska, Prof. Marek Tukiendorf, wirkt im Exzellenzrat von MERGE mit. Außerdem führten gemeinsame Anstrengungen mit polnischen Kooperationspartnern im Oktober 2017 zur Gründung des grenzübergreifenden Forschungszentrums für Kunststofftechnologien Dopak in Wrocław –  im Beisein von Martin Dulig, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie stellvertretender Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, und Iwona Krawczyk, Vizemarschallin der Woiwodschaft Niederschlesien.

Brückenschlag gelingt mit Verbundprojekten auf internationaler Ebene

Heute verbinden zahlreiche Netzwerkprojekte erfolgreich den Leichtbaustandort Chemnitz mit führenden europäischen Clustern und Forschungsinstitutionen, darunter auch die polnischen Partner. So startete im September 2017 das von der Europäischen Union geförderte Interreg-Projekt „AMiCE“, das von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Bundesexzellenzcluster MERGE maßgeblich initiiert und nun koordiniert wird. Die „Alliance for Advanced Manufacturing in Central Europe“ (AMiCE) vereint insgesamt elf Partner, darunter auch die Politechnika Wroclawska, die sich jeweils zu Tandems bestehend aus einem Vertreter der Wissenschaft und einem Vertreter der Industrie und Wirtschaft bzw. Regionalentwicklung für das Projekt zusammengeschlossen haben. Gemeinsam wollen sie den Technologietransfer und die Entwicklung von Innovationsvorhaben in den Bereichen 3D-Druck und Kreislaufwirtschaft vorantreiben.

Auch das EU-geförderte Interreg-Projekt „Synergy“, das auf die Stärkung von Kooperationen und Synergien zwischen Unternehmen, Industrie, Forschung, Vermittlern und politischen Entscheidungsträgern in Mitteleuropa abzielt, wurde unter Federführung der TU Chemnitz initiiert. Ein Partner des Projekts ist die Politechnika Wroclawska. Im Fokus von „Synergy“ stehen Themen wie additive Fertigung und 3D-Druck, mikro- und nanotechnologiebezogene Prozesse und Materialien sowie Industrie 4.0.

Grenzübergreifend bestens vernetzt

Die Chemnitzer Forschenden sind zudem maßgeblich an der Etablierung eines bisher nicht vorhandenen Forschungs- und Entwicklungsbereichs Leichtbau an der Fakultät für Maschinenbau der Politechnika Opolska beteiligt. Hierzu fanden und finden Lehrveranstaltungen und Workshops vor Ort statt, um die vorhandenen Kompetenzen der TU Opole und der Region Opole mit Blick auf Leichtbau zu bündeln und mit Know-how angrenzender Regionen komplementär zu ergänzen. Für diesen länderübergreifenden Wissenstransfer erhielt Prof. Dr. Lothar Kroll am 14. März 2018 durch den Präsidenten der Republik Polen, Andrzej Duda, den Titel "Professor der Technischen Wissenschaften".

Aktuell finden zudem Gespräche über die Gründung eines Fraunhofer Project Centers in Opole statt. Dieses anvisierte Center mit dem Namen „Advanced Lightweight Technologies (ALighT)“ ist als Kooperation des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen- und Umformtechnik IWU, Chemnitz, und der Politechnika Opolska angedacht. „Das ALighT könnte zukünftig die Kompetenzen beider Partner in der anwendungsnahen Entwicklung nachhaltiger Fertigungstechnologien für Leichtbaustrukturen bündeln und den beiderseitigen Erkenntnistransfer fördern“, sagte Prof. Dr. Welf-Guntram Drossel, Geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IWU sowie Inhaber der Professur für Adaptronik und Funktionsleichtbau an der TU Chemnitz.

Mit „MERGY“ in neue Leichtbau-Dimension starten

Zum Auftakt der Brücken-Konferenz veranschaulichte in einem kurzen Film der kleine Roboter "MERGY" leicht verständlich und in amüsante Weise die Chemnitzer Leichtbau-Forschung.  "Wir zeigen, dass mit den in MERGE erforschten Leichtbautechnologien in Kombination mit Funktionsintegration das beste Leichtbaupotenzial vollständig ausgeschöpft werden kann", sagte Kroll.

Ein TV-Beitrag von CHEMNITZ FERNSEHEN zum Tagungsauftakt findet sich hier.

Homepage des Bundesexzellenclusters MERGE: www.tu-chemnitz.de/MERGE

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Lothar Kroll, Telefon +49 371 531-13910, E-Mail merge@tu-chemnitz.de  

(Autoren: Diana Ruder, Mario Steinebach / letzte Änderung: 19.4., 16:14 Uhr)

Mario Steinebach
19.04.2018

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