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Ambitionierte Filmkunst made in Chemnitz

TU-Alumnus und passionierter Kurzfilmer Michael Chlebusch zeigt neuestes Werk auf internationaler Leinwand – Nach Erfolg beim Filmfestival Schlingel blickt er nun nach New York

Er selbst verortet seine Kurzfilme im Genre des magischen Realismus: Michael Chlebusch nutzt reale Kulissen als Handlungsorte für seine surreal anmutenden Geschichten. Eine Art des Filmemachens, die mittelerweile Jurys von Filmwettbewerben zu überzeugen weiß. Beim diesjährigen Internationalen Filmfestival Schlingel in Chemnitz wurde die neueste Arbeit des 34-Jährigen als bester nationaler Kurzfilm ausgezeichnet. Chlebuschs Werk "Die Mechanik oder: Wie man auf sich Acht gibt" handelt von einem Mädchen, das einen Metallvogel findet, der vom Baum gefallen ist. Ein Besuch beim Mechaniker soll diesen wieder flott machen. In dessen Werkstatt beginnt für das Mädchen eine wundersame Reise vor einer magischen Kulisse aus Maschinen, Zahnrädern und eigenwilligen Charakteren. "Mir ging es um Verantwortung“, sagt Chlebusch, „Dass man anderen helfen kann und dabei doch auch ein gewisses Maß an Eigenverantwortung gefragt ist." Den Chemnitzer Jurymitgliedern gefiel der Streifen so gut, dass er anschließend beim Schlingel-Partnerfestival Olympia in Griechenland eingereicht wurde und eine Nominierung für den besten Kurzfilm erhielt. Das Filmfest fand vom 2. bis 9. Dezember in Pyrgos statt, Chlebuschs Film schaffte es hier jedoch nicht aufs Siegerpodest.

Workshop weckt Interesse am Film

„Bereits in der fünften Klasse habe ich angefangen, mit meinen Zeichnungen Kurzgeschichten zu erzählen. Die waren vielleicht nicht so gut, aber trotzdem irgendwie bei meinen Mitschülern beliebt“, erzählt Chlebusch. Seine Affinität für Sprache und die Lust am Schreiben von Geschichten erhielt sich Chlebusch und entschied sich deshalb nach dem Abitur 2001 für ein Magister-Studium der Germanistik sowie Anglistik und Amerikanistik an der Technischen Universität Chemnitz. Mit Hinblick auf seine heutige Leidenschaft als Filmemacher war allerdings eine Begebenheit während der Arbeit beim Uni-Radio UNiCC maßgeblich entscheidend: „Ich habe damals zusammen mit einer Freundin die Radio-Show „Kultursofa“ bei UNiCC moderiert – thematisch alles rund um die Chemnitzer Kulturszene. Aus dem Interesse am Radio fand ich über einen Workshop zum Thema Hörspiel und Film zur Chemnitzer Filmwerkstatt“, blickt er zurück. Fortan war die Faszination bei Chlebusch geweckt und bis heute, 18 Filme später, ist er der Filmwerkstatt immer noch treu. „Wenn überhaupt, habe ich nur sehr kleine Budgets, die gerade so die Kosten decken, zur Verfügung“, erklärt der junge Regisseur und Drehbuchautor. Betont aber: „Für mich ist das Filmemachen eine Passion.“ Zu seinen Werken, die Chlebusch hier in Kooperation gedreht hat, zählen allerdings nicht nur Kurzfilme, wie z. B. der bei der MDR Kurzfilmnacht 2016 gezeigte Streifen „Das Kaninchenproblem“, sondern auch Musikvideos. Unter anderem für die Chemnitzer Band Iguana oder als Produktionsassistent für Kraftklub. An Chemnitz schätzt er die Offenheit der kreativen Szene für seine Kurzfilme und die vorherrschende familiäre Atmosphäre: „Die Szene bietet noch viele Nischen und Möglichkeiten für Neues. Außerdem geben sich die kreativen Köpfe gegenseitig Inspiration und die Stadt an sich bietet viele interessante Orte als Kulissen.“

„Grillwurst mit Pommes“ als Dreh- und Angelpunkt während Studienzeit

„Zugegeben, mein Studium an der TU hat wahrscheinlich etwas länger gedauert als der allgemeine Durchschnitt, trotzdem habe ich die vielen Freiheiten des Magisters und die Nähe zu den Dozenten sehr zu schätzen gewusst“, resümiert Michael Chlebusch, der 2011 seinen Magister abschloss. Während seiner Zeit an der TU Chemnitz engagierte sich der gebürtige Gößnitzer außerdem als studentische Hilfskraft in der Pressestelle der TU und schrieb für die Online-Zeitschrift „LEO“, ein damaliges Projekt der Professur Germanistische Sprachwissenschaft. Hier war er ebenfalls als Hilfskraft tätig. „Das hat mir nicht nur den Einstieg in das redaktionelle Arbeiten und Schreiben geebnet, sondern auch viele Kontakte eingebracht“, äußert sich Chlebusch positiv und ergänzt „für meine heutige hauptberufliche Tätigkeit als Redakteur in einer lokalen Werbe- und Kommunikationsagentur, waren die dort gemachten Erfahrungen Gold wert.“ In besonderer Erinnerung blieb ihm „die Grillwurst mit Pommes in der Cafeteria. Entweder mit Kommilitonen oder den Hiwi-Kollegen, das hat uns immer zusammengebracht und war so eine Art Dreh- und Angelpunkt an der Universität.“ Auch wenn er sich selber nicht als Ratgeber für heutige oder zukünftige Studierende sehen mag, einen Tipp gibt er ihnen trotzdem gerne: „Fangt nicht an zu studieren, um des Studiums Willen. Und seid ihr dann schon dabei, lernt nicht nur, sondern werdet auch selber aktiv, z. B. in den vielen Vereinen oder Initiativen an der Uni.“

Aktuell hat der Filmemacher noch kein neues Projekt in Planung, er würde sich aber zukünftig gerne an die Produktion eines Langfilmes wagen. Bis dahin kann er gespannt sein, welche Endplatzierung sein Film „Die Mechanik“ beim New Yorker Festival Downtown Urban Arts im Mai 2018 erreichen kann. „Die Entscheidung, meinen neuesten Film nach New York zu schicken, war eher ins Blaue hinein. Dennoch, ich habe es schon unter die 36 Finalisten geschafft“, freut sich Michael Chlebusch. Nicht nur seine Fans werden ihm die Daumen drücken.

(Autor: Lars Meese)

Mario Steinebach
10.12.2017

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