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Der Lockruf der Wissenschaft

TU Chemnitz setzt mit der Verleihung des Eleonore-Dießner- und Marie-Pleißner-Preises auch 2016 ein Zeichen in der Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen

Der Frauenanteil an deutschen Universitäten wächst und doch verabschiedet sich eine Vielzahl an Studentinnen mit dem Erhalt des Abschlusses in die freie Wirtschaft. Um Absolventinnen nachhaltig zu motivieren, eine wissenschaftliche Karriere anzustreben, zeichnete das Zentrum für Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung der Technischen Universität Chemnitz bereits zum vierten Mal hervorragende Abschlussarbeiten von Nachwuchswissenschaftlerinnen mit dem Eleonore-Dießner- und Marie-Pleißner-Preis aus. „Damit wollen wir zum einen Nachwuchswissenschaftlerinnen ehren, die durch ihre ausgezeichneten Abschlussarbeiten gezeigt haben, dass sie in besonderem Maße befähigt sind, einen Forschungsgegenstand ergebnisorientiert zu bearbeiten. Zum anderen wollen wir sie bestärken, diesen Weg weiter zu gehen und ihre berufliche Karriere in der Wissenschaft zu sehen und unsere Gesellschaft innovativ mitzugestalten“, so die Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der TU, Karla Kebsch. Zur feierlichen Preiserleihung der Preise durch die Zentralen Gleichstellungsbeauftragten und Vertreter von sieben Fakultäten fand am 27. Juni 2016 im „Alten Heizhaus“ statt. Zu diesem Anlass honorierte die TU nicht nur die erbrachte wissenschaftliche Leistung der sieben Preisträgerinnen, sondern würdigte auch die Namensgeberinnen Eleonore Dießner und Marie Pleißner für ihr Lebenswerk. Zudem streifte Kebsch in ihrem Festvortrag „100 Jahre Frauenstudium an der TU Chemnitz“.

Die von den einzelnen Fakultäten vorgeschlagenen Preisträgerinnen blicken auf unterschiedliche Studien- und Berufserfahrungen zurück, aber eines ist ihnen gemeinsam – der Wunsch eine akademische Laufbahn einzuschlagen. So wusste beispielsweise Jennifer Brade bereits während ihrer Abiturzeit, dass ihre Stärken sowohl auf dem Gebiet der Psychologie, als auch im technischen Bereich liegen. Kein Wunder, dass sie 2009 der neue Studiengang Sensorik und kognitive Psychologie an der TU Chemnitz sehr ansprach. Mittlerweile hat sie eine hervorragende Masterarbeit vorgelegt, in der sie virtuelle Techniken betrachtete, vor allem den industriellen Einsatz von Virtual und Augmented Reality. Neben Jennifer Brade (Maschinenbau), die nun promoviert, erhielten Martina Gerlach (Elektrotechnik und Informationstechnik), Christine Jakobs (Informatik) und Constance Schmidt (Naturwissenschaften) den Eleonore-Dießner-Preis. Martina Gerlach ist nach ihrem hervorragenden Masterstudium „Mikrosysteme und Mikroelektronik“ als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Leistungselektronik und elektromagnetische Verträglichkeit der TU Chemnitz tätig und möchte hier künftig auch den Doktortitel anstreben. Christine Jakobs, die den Master Informatik erfolgreich absolvierte, ging in ihrer Abschlussarbeit mit einer in ihrer Stufe der wissenschaftlichen Karriere selten zu findenden wissenschaftlichen Methodik vor. Inhaltlich gingen einige Teile der Arbeit über das Niveau einer Masterarbeit hinaus und bieten Anknüpfungspunkte für eine künftige Promotion. Der Wissenschaft erhalten bleibt auch Constance Schmidt, welche die Ergebnisse ihrer Masterarbeit bereits auf dem ersten internationalen Workshop für Galliumoxid und verwandte Materialien in Kyoto, Japan, vorstellte. In ihrer Promotion beschäftigt sie sich nun mit der Sprühbeschichtung von dotierten Gallium-Oxid-Schichten für die Verwendung in opto-elektronischen Bauelementen und thermoelektrischen Polymeren für die Herstellung von flexiblen thermoelektrischen Generatoren.

Den Marie-Pleißner-Preis nahmen Lisa Wutzler (Wirtschaftswissenschaften), Anja Klichowicz (Human- und Sozialwissenschaften) und Magdalena Paruzel (Philosophische Fakultät) entgegen. Auch sie sehen ihre Zukunft in der Wissenschaft. Lisa Wutzler, Alumna des Masterstudienganges Wirtschaftswissenschaften für Juristen mit dem Schwerpunkt Steuern/ Rechnungslegung, möchte das Thema „Kosten des Rückbaus für Windkraftanlagen“ ihrer Masterarbeit auch künftig weiter bearbeiten. Anja Klichowicz schloss 2014 ihr Masterstudium in der Psychologie ab und begann ihre Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Allgemeine- und Arbeitspsychologie. Hier beschäftigt sie sich intensiv mit der Eyetracking-Methode, was ihr Forschungsinteresse und den Wunsch zu promovieren, nachhaltig beeinflusst hat. Magdalena Paruzel ging in ihrer Masterarbeit der Frage nach, inwiefern der Tanz als literarisches Motiv zugleich Medium der Gesellschaftskritik bzw. der Porträtierung einer Gesellschaft sein kann. Auch sie strebt einen Doktortitel an.

Stichwort: Eleonore-Dießner- und Marie-Pleißner-Preis

Die acht Fakultäten der TU Chemnitz gehören einerseits dem mathematisch-technisch-naturwissenschaftlichen Bereich und andererseits den Sozial-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften an. Da sich keine Kriterien finden lassen, anhand derer die Vergleichbarkeit der Abschlussarbeiten auf jedem der Gebiete gewährleistet wäre, rief die Gleichstellungskommission zwei verschiedene Preise ins Leben. Eleonore Dießner war eine der ersten Studentinnen an der Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt, dem Vorläufer der heutigen TU. Nachdem sie 1969 als dritte Frau in Chemnitz promovierte, arbeitete sie erfolgreich als Wissenschaftlerin und engagierte sich zudem als Vorstand des Arbeitskreises „Frauen im Ingenieurberuf“ des Vereins Deutscher Ingenieure in Sachsen. Für eine bessere Ausbildung von Frauen sowie deren Zulassung in Hochschulen setzte sich auch die Chemnitzer Deutsch- und Religionslehrerin Marie Pleißner ein. Beide Namensgeberinnen zeichnen sich durch ihre wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Verdienste aus, womit sie als weibliche Rollenvorbilder fungieren. Die Ehrung soll positiv auf die akademischen Lebensentwürfe der Absolventinnen einwirken und mit einem Preisgeld von 800 Euro die ersten Schritte auf dem Weg in die Wissenschaft erleichtern. Nicht umsonst berücksichtigte die Vergabekommission zusätzlich zur fachlichen Qualität und interdisziplinären Ausrichtung der Abschlussarbeit auch das gesellschaftliche Engagement der Nominierten sowie die Erkennbarkeit von wissenschaftlichen Karrierebestrebungen.

Weitere Informationen zum ...
... Eleonore-Dießner-Preis:
https://www.tu-chemnitz.de/gleichstellung/dießner_preis.php
... Marie-Pleißner-Preis: https://www.tu-chemnitz.de/gleichstellung/pleißner_preis.php

Mario Steinebach
28.06.2016

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