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Turnbeutel en vogue

Elisabeth Thamm nutzte ihr Medienkommunikations-Studium, um unternehmerische Erfahrung zu sammeln – Heute verkauft sie Turnbeutel in ihrem eigenen Online-Shop

  • Rund zwei Stunden näht Elisabeth Thamm jeweils an einem Turnbeutel, der je nach Kundenwunsch über ihren Online-Shop geordert werden kann. Foto: privat

Im Grunde war es ein Zufall, der Elisabeth Thamm auf eine Geschäftsidee brachte. Den Mut, diese auch selbstständig umzusetzen, fasste die 27-Jährige auch im Hinblick auf ihre vielseitigen Erfahrungen im medienwirtschaftlichen Bereich. Grundstein hierfür war 2007 der Beginn ihres Studiums der Medienkommunikation an der TU Chemnitz. „Damals gab es diesen Studiengang so nirgends“, erinnert sich die Senftenbergerin, die besonders die Studieninhalte im Medienbereich reizten. Im Zuge ihres Studiums wählte sie dazu die Betriebswirtschaftslehre als Nebenfach und kam so erstmals allumfassend mit den Themen PR, Marketing und Social Media in Berührung. Besonders ihr Interesse für den Eventbereich sollte einen Hinweis darauf geben, wie sich die spätere berufliche Laufbahn für Elisabeth Thamm entwickeln wird. Diverse Praktika führten sie unter anderem an den Regionalsender RBB und in die Öffentlichkeitsarbeit des Chemiekonzerns BASF. Daneben engagierte sie sich für das Chemnitzer Universitätsradio UNiCC, für das sie Tonbeiträge schnitt und Interviews führte. 2010 schloss sie den dazugehörigen Master Medienkommunikation in Chemnitz an und absolvierte diesen im Jahr 2012 mit einer Arbeit zum Thema „Emotionen in Fernsehwerbespots“. Danach ging es für die junge Absolventin weiter in den Bereich des Eventmarketings. Gut gerüstet sah sich Elisabeth Thamm für ihre neuen Aufgaben hier durch ein Traineeship im PR-Bereich, ihre ehrenamtliche Tätigkeit bei Chemnitz Contact e.V., in der sie führend die Organisation der Firmenkontaktmesse ChemCon2011 übernahm, sowie durch ein Praktikum im Bereich Marketing und Event beim Gründernetzwerk SAXEED. Hier ist sie auch auf das Thema Gründung aufmerksam geworden.

Die Idee, selbst aktiv ein Unternehmen zu gründen, entstand, als Elisabeth Thamm, die nach ihrem Abschluss eine Anstellung als Projektleiterin in einer Berliner Eventmarketing-Agentur fand, dem typischen Berliner Turnbeutel-Trend begegnete und gern selbst einen solchen Turnbeutel erstehen wollte. Da sie im aktuellen Angebot keinen finden konnte, der ihr gefiel, entschied sich die Absolventin einfach selbst einen zu nähen. Bei diesem Vorhaben entdeckte sie nicht nur unerwartet ihr Geschick bei der Arbeit mit Nadel und Faden, sondern kam auch auf die Idee, ihre eigenen Turnbeutel-Kreationen auf den Markt zu bringen. Für Elisabeth Thamm war die Zeit zudem günstig, die Nachfrage zu bedienen: „Gerade in Berlin ist der Turnbeutel schon lange wieder im Trend und kommt jetzt auch in andere Städte“, erzählt sie. Nach einem halben Jahr Vorbereitung war 2015 ihr Onlineshop „Elzbag“ – eine Verquickung ihres Spitznamens „Elsbeth“ und des englischen Worts für „Tasche“ – aus der Taufe gehoben. Die Vertriebswebseite hat Elisabeth Thamm eigens erstellt, lediglich für das Kommunikationsdesign zeichnet eine Freundin und ihr Team von der DesignAkademie Berlin verantwortlich. Thamms Konzept umfasst, dass sie alle Beutel selbst näht, wenngleich die Gründerin ihr Unternehmen nur als Nebenerwerb sieht: „Da ich alles selbst nähe, ist es nicht zu realisieren, davon zu leben, aber falls es sich ergeben sollte, freue ich mich natürlich, wenn das Unternehmen größer wird“, erklärt sie.

Wer einen Turnbeutel bei „Elzbag“ bestellt, hat die Möglichkeit, neben bereits vorgefertigten Modellen sich ganz individuell einen eigenen Turnbeutel auf der Webseite zusammenzustellen. In dieser Art des individualisierten Onlinevertriebs sieht Elisabeth Thamm ihr Alleinstellungsmerkmal: „Ich habe lange überlegt, es so zu machen, wie es andere nicht haben“, sagt sie. Zu diesem Zweck hat die Jungunternehmerin immer Stoffe vorrätig, die in Farbe, Stabilität und Design variiert werden können. Auch Extrawünsche wie das Anbringen von Innen- oder Außentaschen werden dabei berücksichtigt. Neben den Basic-Modellen gibt es weiterhin auch sogenannte „Limited Editions“, die Elisabeth Thamm verbunden mit einem bestimmten Motto herstellt. „Manchmal findet man Stoffe, die es so nicht noch einmal gibt. Aus diesen fertige ich dann ganz spezielle Turnbeutel“, so die Gründerin. Um neue Produkte zu entwerfen, holt sich die 27-Jährige auch gern Inspiration bei aktuellen Trends oder den Rat ihres Freundeskreises. Für massentauglich hält die Jungunternehmerin den Turnbeutel aber (noch) nicht: „Das ist Typsache! Ich habe auch einige Freunde, die einen Turnbeutel nicht tragen würden“, erzählt sie. Elisabeth Thamm hat eine klare Vorstellung von ihrer Zielgruppe: „Ich denke, der Turnbeutel ist für junge Leute geeignet, die viel unterwegs sind, zum Beispiel auf Festivals oder Partys.“

Um diese zu erreichen, beabsichtigt die Selfmade-Unternehmerin ihre Präsenz auf Social Media-Seiten wie Facebook oder Instagram zu vergrößern. Auch auf Start-Up-Events findet man Elisabeth Thamm, die dort neue Kontakte knüpfen und Netzwerke mit anderen Gründern ausbauen möchte. „Auch wenn etwas nicht so klappt, wie es soll, darf man nicht den Mut oder das Ziel aus den Augen verlieren“, gibt sie anderen Start-Up-Aspiranten mit auf den Weg. Sie selbst arbeitet schon daran, ihr eigenes Kleinunternehmen weiter auszubauen. Neben ihrer aktuellen Tätigkeit, die wieder mehr in die Forschungsrichtung geht, soll „Elzbag“ bald ein eigenes Verpackungsdesign bekommen. Ganz allgemein formuliert Elisabeth Thamm ihre Wünsche für die Zukunft ihres Onlineshops so: „Ich würde mich natürlich freuen, wenn meine Turnbeutel mehr Fans gewinnen, die gerne zeigen, dass sie mit Elzbag unterwegs sind.“

(Autor: Andy Schäfer)

Katharina Thehos
14.04.2016

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