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Uni aktuell Ehrungen

Hier werden profitable Netzwerke geknüpft

49 Studierende erhielten am 27. Oktober 2015 ein Deutschlandstipendium und nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu ihren Förderern zu vertiefen

Zu einer "ganz besonderen Veranstaltung" begrüßte Prof. Dr. Andreas Schubert, Prorektor für Wissens- und Technologietransfer der TU Chemnitz, am 27. Oktober 2015 im Projekthaus "METEOR – Mensch, Technik, Organisation" der TU Chemnitz. Auf dem Programm stand eine Feierstunde aus Anlass der Verleihung des Preises des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, der Universitätspreise und der Übergabe der Deutschlandstipendien. Für die kommenden zwei Semester können sich 49 Studierende aller Fakultäten und des Zentrums für Lehrerbildung über eine Förderung von 300 Euro pro Monat freuen. Die Deutschlandstipendien werden jeweils zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von privaten Sponsoren übernommen. „Wir haben heute eine Menge Geld im Gepäck“, sagte der Prorektor und dankte herzlich den 30 Förderern, die aktuell für das Deutschlandstipendium an der TU Chemnitz aktiv sind. „Seit fünf Jahren zeichnen wir mit Fördern das studentische und – das ist mir wichtig – auch das soziale Engagement von Studierenden aus. Wir sagen: Gute Leistungen sind die Basis für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Wir betonen aber auch immer wieder: Soziales Engagement ist die Basis für eine Gesellschaft, die humanistische Werte verkörpert“, so Prof. Schubert.

Dies unterstrich auch Dr. Robin Schubert, Geschäftsführer der BASELABS GmbH, in seinem Festvortrag. Das aus der TU Chemnitz hervorgegangene Unternehmen habe beim Sprung in die Selbstständigkeit lange von der Nähe zur Universität profitiert – etwa im Rahmen des Förderprogramms EXIST oder durch die Unterstützung des Gründernetzwerkes SAXEED. "Jetzt möchten wir mit einem Deutschlandstipendium der TU gern etwas zurückgeben. Zudem wollen wir uns so auch für Chemnitz, die für viele unserer Mitarbeiter Heimat und Lebensmittelpunkt ist, engagieren. Darüber hinaus kommen wir auf diesem Weg in Kontakt zu leistungsstarken Stipendiaten, was für die Zukunft nützlich sein kann", beschreibt Dr. Schubert die Gründe für das Engagement seines Unternehmens. Paul Simon Stöcker, der an der TU im Master Informatik studiert, profitiert davon. Der junge Mann aus Neuwürschnitz bei Stollberg hatte in Chemnitz den Bachelor mit 1,2 abgeschlossen, ein Auslandssemester in Südkorea absolviert und sich bisher sehr stark bei der Evangelischen Studentengemeinde im Vorstand oder bei Veranstaltungen eingebracht. Mit dieser Visitenkarte hatte er die Stipendienkommission überzeugen können. Ausschlag für die Wahl des Studienstandortes Chemnitz war für ihn neben der Heimatnähe auch die gute Bewertung der Fakultät für Informatik im MINT-Bereich. Er schwärmt heute von den tollen Studienbedingungen und der Nähe zu den Hochschullehrern. Nach dem Studium möchte er gern in Sachsen bleiben, deshalb wird er sich unter anderem auch seinen Stipendiengeber BASELABS näher anschauen.

In Sachsen – möglichst in der Chemnitzer Region – möchte auch Dominik Lorenz bleiben. Der aus Auerbach im Vogtland stammende Masterstudent im Wirtschaftsingenieurwesen, der zum wiederholten Mal von der Robert Bosch Fahrzeugelektronik Eisenach GmbH, gefördert wird, hatte sich mit seiner Leistungssteigerung auf einen Durchschnitt von 1,1 und sein vielseitiges Engagement für die Evangelische Freikirche in seiner Heimat erneut erfolgreich um ein Stipendium beworben. "Viel Praxisluft habe ich bereits bei Volkswagen Sachsen schnuppern können, auch beim Förderer meines Stipendiums habe ich an Veranstaltungen teilgenommen", sagt Lorenz. Laut Aussage von Sarah Scholz vom Bereich Kommunikation des Eisenacher Unternehmens zeigen sich unterdessen Früchte der langjährigen Förderung von Deutschlandstipendien an der TU: "Wir haben bereits mehrere Chemnitzer Stipendiaten nach Abschluss ihres Studiums an Bosch-Standorten einstellen können."

Zum ersten Mal fördert die CAWG eG ein Deutschlandstipendium an der TU. Die Chemnitzer Wohnungsbaugenossenschaft wurde von Privatdozent Dr. Tom Thieme vom Institut für Politikwissenschaft auf das Stipendienförderprogramm aufmerksam gemacht. "Wir waren sofort begeistert, möchten wir doch gern jungen Leuten unseren Universitätsstandort schmackhaft machen", sagt Thomas Schilling vom CAWG-Vorstand, und ergänzt: "Wir brauchen engagierte Chemnitzer, die das Potenzial der Stadt und ihrer Uni nach außen tragen. Deshalb unterstützen wir die TU sehr gern an dieser Stelle, profitieren wir doch andereseits auch von jährlich mehr als 400 Studierenden, die bei uns Mieter sind." Über das von der CAWG geförderte Stipendium kann sich nun Sebastian Lori freuen. Der junge Mann, der im Master Politik in Europa studiert, engagiert sich stark für die Bürgerstiftung für Chemnitz. "In den nächsten fünf Jahren bleibt Chemnitz auf jeden Fall mein Lebensmittelpunkt. Zum einen studiert meine Frau auch gerade an der TU, zum anderen ergeben sich durch Projekte bei der Bürgerstiftung interessante Perspektiven", sagt Lori. Und auf diese Erfahrungen möchte auch der CAWG-Vorstand zurückgreifen. "Durch die enge Vernetzung mit unserem Stipendiaten werden wir sicher interessante Einblicke in die Studierendenschaft erhalten, was letztendlich auch dazu beitragen kann, das Durchschnittsalter unserer Mieter zu senken", sagt Schilling.

Im regen Austausch befinden sich auch Eric Clausnitzer, der gegenwärtig im Master Informatik studiert, und Annett Tebbe von der SASKIA Informations-Systeme GmbH. Das lokal ansässige Unternehmen zeichnet als Sponsor des Deutschlandstipendiums verantwortlich, von dem fortan der Student profitiert. Auch Tebbe sieht in der Beteiligung als Förderer die Möglichkeit, mit der Universität zusammenzuarbeiten und junge Nachwuchstalente in der Region zu halten und nachhaltig zu unterstützen. Das Softwarehaus will so auch unter den angehenden Informatikabsolventen bekannter werden und in Zukunft mehr interessierte Absolventen der TU anziehen. In Eric Clausnitzer sieht die Diplomkauffrau einen geeigneten ersten Stipendiaten, der sich durch hervorragende Studienleistungen und außeruniversitäres Engagement als Vorstandsmitglied, Übungsleiter und Kampfrichter im Vereinssport für eine Förderung auszeichnet. Der aus Flöha stammende Nachwuchsinformatiker erkennt in der nun entstandenen Verbindung eine Möglichkeit, seine Masterarbeit im Unternehmen anzugehen und mit der aus den Zuwendungen resultierenden zeitlichen Entlastung seinen Fokus auf sein Studium legen zu können. Annett Tebbe lud ihn sogleich zu einem ersten Kennenlernen in die Firma ein.

Gleich zwei Studentinnen unterstützt die Chemnitzer Professorin Ulrike Brummert als Privatförderin, um sie für das inner- und außeruniversitäre Engagement zu ermutigen und selbiges wertschätzend anzuerkennen. „Die Geisteswissenschaften werden nicht so gefördert, wie sie es verdient haben“, gibt die die Inhaberin der Professur Romanische Kulturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät zu bedenken. Sie sieht in der Vergabe von Deutschlandstipendien auch die Umsetzung zivilgesellschaftlicher Verantwortung und möchte in den beiden Stipendiatinnen ein Feuer entfachen, sich weitergehend am gesellschaftlichen Geschehen zu beteiligen. Zu ihnen gehört Alina Winter, die im Bachelor Europastudien mit sozialwissenschaftlicher Ausrichtung studiert, und sich acht Monate im Zuge eines Freiwilligendienstes Hilfsprojekte in Rumänien organisierte. Für sie besteht mit der Förderung die Chance, sich auch für ein Auslandspraktikum in Osteuropa zu bewerben. Mitstipendiatin Anna Winkel schätzt die ideelle Förderung und die gewonnene Zeit, welche die Masterstudentin im Fach Europäische Integration für ihre Tätigkeit beim Referat Antidiskriminierung an der TU Chemnitz sowie als Trainerin beim Netzwerk für Demokratie und Courage aufwenden möchte. Beide sind derzeit zudem aktiv in die regionale Flüchtlingshilfe eingebunden. Prof. Brummert, die selbst einst von einem Forschungsstipendium profitierte, freut sich nun, diese umfassende Unterstützung auch den Studentinnen zuteil werden zu lassen.

Eine Weiterförderung erfährt Sabrina Pflug, die als Masterstudentin der Rechnungslegung und Unternehmenssteuerung auch 2015 ein Deutschlandstipendium von der Volksbank Chemnitz e.G. erhalten hat. „Das Stipendium gibt mir die Möglichkeit, zu einem Unternehmenskontakt und einer Unternehmensbeziehung, die so sonst nicht möglich gewesen wären“, führt die Studentin an. Bisher konnte sie in ihrer Tätigkeit als studentische Hilfskraft an der Professur Unternehmensrechnung und Controlling sowie als Mitglied der Studienkommission Erfahrung im akademischen Bereich sammeln. In einem direkten Austausch mit Studierenden der relevanten Wirtschaftsfächer sieht auch Kristin Görnt, die als Vertreterin der Volksbank an der feierlichen Vergabe teilnahm, einen unmittelbaren Vorteil des Deutschlandstipendiums. Dem Chemnitzer Kreditinstitut geht es aber nicht allein nur um Nachwuchsförderung, sondern auch um die Unterstützung von sozialem Engagement in der Region. Auch über den Rahmen der Förderung hinaus, will die Volksbank mit seiner Stipendiatin in Kontakt bleiben.

Schon jetzt vormerken sollten sich alle Stipendiaten und Förderer den 3. Dezember 2015. Dann findet im Rahmen des TU-Weihnachtsmarktes im Hörsaalgebäude an der Reichenhainer Straße 90 der nächste Deutschlandstipendiaten-Stammtisch statt, bei dem bestehende Netzwerke gestärkt oder neue geknüpft werden können.

Weitere Informationen zum Deutschlandstipendium an der TU Chemnitz: https://www.tu-chemnitz.de/tu/deutschlandstipendium

Kontakt: Heidrun Fischer, Kontaktstelle für das Stipendienprogramm, Telefon 0371 531-31679, E-Mail heidrun.fischer@verwaltung.tu-chemnitz.de, und Marko Reuther, Bereich Universitätskommunikation, Telefon 0371 531-31788, E-Mail marko.reuther@verwaltung.tu-chemnitz.de.

(Autoren: Mario Steinebach und Andy Schäfer)

Mario Steinebach
27.10.2015

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