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Wo alle Fäden zusammenlaufen

Ins Wintersemester 2015/2016 startete die Kinder-Uni mit einem Vortrag über Technische Textilien von Dr. Heike Illing-Günther und Dirk Zschenderlein vom Sächsischen Textilforschungsinstitut

Von der „Faszination Textil“ sprachen am 4. Oktober 2015 die beiden Forscher Dr. Heike Illing-Günther und Dirk Zschenderlein vom Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. zur Kinder-Uni Chemnitz, die somit in das noch junge Wintersemester 2015/2016 startete. Gemeinsam mit rund 300 Juniorstudenten wollten die Wissenschaftler „Technische Textilien – Geschichten von Campuszelt, Auto und Rennwagen und dem Sofa, auf dem man Schokolade essen darf“ näher untersuchen und damit den Kindern eine neue Seite der Textilforschung eröffnen. Zunächst durften die Sieben- bis Zwölfjährigen aber in einem Einspielfilm bestaunen, über welche Ausrüstung das An-Institut der TU Chemnitz verfügt und welche Möglichkeiten sich für den Textilzweig daraus ergeben. Sie erfuhren außerdem, wie unter anderem Vliesstoffe hergestellt werden, an deren zukunftsorientierter Nutzung nach wie vor geforscht wird.

Um zu verstehen, wie sich der Einsatz von Textilien entwickelt hat, gab Dr. Illing-Günther den Juniorstudenten nachfolgend eine Einführung in die verschiedenen Arten der Faserstoffe. Da wären einerseits die Naturfasern wie die Baumwolle, die besonders viel Wasser aufnehmen kann und sich so für warme Spätsommertage eignet. Warum das so ist, konnte die Textilforscherin den Kindern anhand der Struktur des beliebten Stoffs aufzeigen. Daneben stellte sie die qualitativen Merkmale tierischer Naturfasern wie Schafswolle oder Seide sowie von anorganischen Naturfasern wie Basaltfasern aus Gestein vor. Andererseits werden industriell Chemiefasern hergestellt, um so zum Beispiel feuerfeste Textilien aus Aramid-Fasern für Feuerwehrbekleidung zu fertigen. So lernten die Kinder nicht nur die verschiedenen Eigenschaften der Faserstoffe näher kennen, sondern durften auch mitgebrachte Proben selbst in den Händen halten. Zschenderlein knüpfte nahtlos an und wollte im Anschluss die Frage klären, wofür diese Fasern heute genutzt werden. Dafür zog der Diplom-Ingenieur ein Beispiel aus dem Rennsport hinzu, bei dem ein Fahrer trotz eines schweren Unfalls unverletzt aus dem Wagen aussteigen konnte. Möglich ist dies durch die Verwendung feuerfester und stabiler Textilien, die damit eine Schutzfunktion übernehmen. Die Juniorstudenten durften außerdem rätseln, welche Neuheiten es im Bezug auf den Anschnallgurt in Kraftfahrzeugen gibt. Sie staunten nicht schlecht, als ihnen der Textilwissenschaftler visuell darbot, dass sich heute sogar Mikrofone in direkter Verbindung mit einer Freisprechanlage integrieren lassen.

Wie kommt man nun aber von der Faser zum fertigen Stoff? Hier stellten die Textilforscher mehrere Möglichkeiten vor. Darunter natürlich das Gewebe, das mittels Kett- und Schussfadensystemen die Fasern zu einer kraftschüssigen Verbindung werden lässt. Auch wie dehnbare Maschenware, die aus ineinander hängenden Fadenschleifen besteht, mit Hilfe von Webmaschinen hergestellt wird, konnten die Juniorstudenten erfahren. Die Kinder durften zudem selbst Stoffe auftrennen, um deren Zusammensetzung besser begreifen zu können. Zum Abschluss folgten mehrere anschauliche Versuche hinsichtlich der Textilveredlung, bei der man sich zum Beispiel um das Färben, Bedrucken oder um besondere Eigenschaften eines Stoffes kümmert. Hierfür säuberten Juniorstudenten gemeinsam mit Dr. Illing-Günther einen vorher mit Lebensmitteln und Getränken verschmutzen Bezugsstoff, der sich als besonders schmutzabweisend erwies. Nach dieser lehrreichen Stunde war es mit dem Programm jedoch noch nicht vorbei. Interessierte Juniorstudenten konnten sich auf dem Platz vor dem Hörsaalgebäude einfinden, wo verschiedene Stationen mit Experimenten und Aufgaben aus der Technik bereits auf sie warteten. Das Maskottchen des VDIni-Club-Mobils, das anlässlich eines gerade in Chemnitz stattfindenden Technikturniers des Vereins Deutscher Ingenieure die Kinder-Uni besuchte, lud die Schüler herzlich dazu ein, sich hier auszuprobieren. Dieses Angebot dankend angenommen, verspricht der gelungene Start der Kinder-Uni ins neue Semester auch weiterhin viel Wissenswertes. Bereits am 15. November 2015 haben die sieben- bis zwölfjährigen Juniorstudenten die Möglichkeit, zum Thema „Taler, Taler, du musst wandern“ mehr über die Geschichte des Geldes zu erfahren.

Weitere Informationen zur Kinder-Uni Chemnitz: https://www.tu-chemnitz.de/tu/kinderuni/

(Autor: Andy Schäfer)

Katharina Thehos
04.10.2015

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