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Schampus auf dem Campus

Das Team der Lauf-KulTour erreichte am 6. September 2015 nach ihrem 4.000 Kilometer langen Staffellauf seinen Start- und Zielort Chemnitz - Empfang vor der Mensa bei strömendem Regen

Zwölf Läufer, sieben Radbegleiter, ein gemeinsames Ziel: in 16 Tagen einmal rund um Deutschland. Am 21. August 2015 startete das Team der Lauf-KulTour vor dem Einkaufszentrum "Sachsen Allee" in Chemnitz. Danach führte die Tour über Berg und Tal, am Meer entlang und durch viele Städte und Dörfer. Am 6. September kamen die Lauf-KulTouristen gegen 11 Uhr am Chemnitzer Rathaus an, wo sie von Bürgermeister Sven Schulze mit freundlichen Worten und einem selbstgebackenen Kuchen begrüßt wurden. Die letzten Meter zur Mensa am Campus kämpften sich die Läufer und Radbegleiter gemeinsam voran und kamen dort wohlbehalten und jubelnd, erschöpft und überglücklich an. Dort wurden sie bereits von Freunden und Familie erwartet.

Bereits das neunte Mal fand diese einzigartige Tour statt. Eric Pertermann, der seit 2012 mit am Start ist und dieses Jahr auch die Projektleitung übernahm, erklärt warum: „Wir wollen für Menschen laufen, die nicht mehr laufen können.“ Hinter all dem steckt ein trauriger Hintergrund. Etwa 2.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden an Duchenne-Muskeldystrophie, kurz DMD. Dies ist eine unheilbare Erkrankung, bei den Betroffenen versagen nach und nach alle Muskeln, bis sie nicht mehr laufen, nicht mehr sprechen und irgendwann auch nicht mehr atmen können. „Diese Krankheit ist schrecklich. Leider wissen viele Menschen überhaupt nichts davon und hier kommt die Lauf-KulTour ins Spiel: Wir möchten ein Zeichen setzen, uns für die Erkrankten einsetzen, indem wir auf sie aufmerksam machen und ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind“, so Pertermann.

Und so ging es mit dieser Motivation auch in diesem Jahr auf zur Umrundung der Bundesrepublik in Richtung deutsch-polnische Grenze, an der Oder entlang, an der Ostsee und der Nordsee vorbei, durch den Ruhrpott in Richtung Süden, querfeldein über die Alpen und schließlich durch den Bayerischen Wald wieder in Richtung Norden gen Chemnitz. Dabei trotzten die Läufer und ihre Radbegleiter Wind und Wetter, bei 38 Grad Celsius und gleißender Hitze oder 30 Grad weniger bei anhaltendem Nieselregen: „Egal, ob es stürmt oder schneit, wir sind allzeit laufbereit“, lacht Pertermann und versucht, die Höhepunkte der Tour noch einmal Revue passieren zu lassen. Sein persönliches Highlight war die Ostsee, an der er seiner Seele einfach etwas Gutes tun konnte und sich von der asphaltierten Straße entfernte, um entlang der Brandung direkt am Meer laufen zu können.

Manuel Eberhardt, der seit 2008 mit dabei ist, ist stolz auf sich, dass er nun sagen kann, mehr als 400 Kilometer in 16 Tagen gerannt zu sein. „Es war einfach mein persönlicher Wunsch, das zu schaffen. Es geht dabei nicht darum, andere zu übertrumpfen. Dieser Lauf ist nur im Team möglich – einer steht für die restlichen Teammitglieder mit ein.“ Das bewies auch Läufer Falko Wagner und erzählt: „Wir kamen plötzlich in einer Sackgasse an, wo es einfach nicht weiterging. Den Weg zurück zu laufen, hätte viel Zeit gekostet und so führte der einzige Weg durch einen Fluss. Ich wusste ja, dass ich in einer halben Stunde mit Laufen fertig sein würde und dann die nassen Klamotten ausziehen könnte. Da mein Radbegleiter allerdings noch zwei Stunden vor sich hatte, habe ich kurzerhand entschlossen, zuerst das Fahrrad durch den Fluss zu tragen und anschließend meinen Radbegleiter. Dann ging es auch schon wieder weiter.“

Wenn eine so große Gruppe über zwei Wochen in insgesamt vier Wohnmobilen miteinander leben muss, müsste man meinen, dass Konflikte vorprogrammiert sind. Doch so war es nicht. Ganz im Gegenteil: "So etwas schweißt zusammen und die Freundschaft untereinander", sagt Pertermann. Und den Spaß, den alle trotz der Anstrengung der letzten Tage nicht verloren haben, sieht man auch bei der Ankunft. Man fällt sich in die Arme, lacht ausgelassen, verschlingt das eine oder andere Kuchenstück und verspritzt Schampus zur Feier des Tages über den Köpfen der Mitläufer.

Gemeinsam werden sie sich an viele lustige und spannende Dinge erinnern: an ihren zwischenzeitlichen Vorsprung von fast zehn Stunden und den gemeinsamen Entschluss am Walchensee in den Alpen zu schwimmen und zu grillen, an Sprünge über Elektrozäune, die im Weg standen, an vom Regen weggespülte Wege, an Menschen, die streckenweise mitgelaufen sind, an Sportvereine, die sie freundlich begrüßten und ihnen Duschen angeboten haben, oder an das Klappern des Geschirrs im Wohnmobilschrank. Alle hoffen, dass dies nicht das letzte Mal war und wollen nächstes Jahr wieder mit an den Start gehen. Doch bis dahin freuen sich die Lauf-KulTouristen vor allem auf eines: ein ausgiebiges, warmes Bad oder eine Dusche und nicht nur eine Mütze voll Schlaf.

Wer mehr über die Lauf-KulTour 2015 erfahren will, kann dies im reich bebilderten Tour-Tagebuch nachlesen: http://www.lauf-kultour.de

Ein TV-Beitrag von SACHSEN FERNSEHEN über die diesjährige Tour findet sich im YouTube-Kanal der TU Chemnitz.

Weitere Informationen erteilt Eric Pertermann, Telefon 0163 1760175, E-Mail eric@lauf-kultour.de

(Autorin: Karina Geipel)

Mario Steinebach
06.09.2015

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