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Durch das Programm „Ciênca sem Fronteiras“ können brasilianische Studenten, Doktoranden und Postdocs an die TU Chemnitz kommen

  • Zur CsF-Einführungsveranstaltung an der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb am 31. März 2015 führte Prof. Dr. Egon Müller eine Demonstration in der Experimentier- und Digitalfabrik durch. Fotos: Adithya Sridhar
  • Maschinenbaustudent Vitor Fortunato Andrade erzählt von seinen Praktikumserfahrungen und den kulturellen Hürden, die diese begleiteten. Foto: Bruno Lacerda

„Ciênca sem Fronteiras“ – „Wissenschaft ohne Grenzen“ heißt das seit 2011 existierende Stipendienprogramm der brasilianischen Regierung, das sich die Förderung von Auslandsmobilitäten im Zuge der Steigerung nationaler Wettbewerbsfähigkeit und der Internationalisierung der Wissenschaft Brasiliens zum Ziel gesetzt hat. Brasilianischen Studierenden, Doktoranden und Postdocs soll so ein Auslandsaufenthalt ermöglicht werden. Nachdem erstmals nach Gründung 100.000 Stipendien für vier Jahre bereitgestellt wurden, beschloss man im Juni 2014 die Vorgabe, weitere 100.000 Mobilitäten bis Ende 2018 zu realisieren. Die Förderung umfasst neben den monatlichen Stipendienraten, internationalen Reisekosten, Krankenversicherung und Startbeihilfe auch Betreuungs-, Sprachkurs- und Forschungspauschalen für die aufnehmende Hochschule. Die Förderdauer variiert je nach Stipendientyp von sechs bis zu 42 Monaten. Dabei kann der Aufenthalt von Studierenden an der jeweiligen Gastuniversität für zwei Semester gefördert werden, bei Doktoranden neben einem Gastaufenthalt auch die vollständige Promotion.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat für die Weitergabe von Studien- und Promotionsangeboten als auch Postdoc-Stellen deutscher Universitäten eigens das Portal „CsF Alemanha“ etabliert. Interessierte Professuren der Technischen Universität Chemnitz können mit Hilfe des Internationalen Universitätszentrums (IUZ) ihre Angebote einstellen. Hier umfasst die CsF-Datenbank bisher Masterstudiengänge wie Automotive Software Engineering, Automobilproduktion und -technik, Human Movement Science, Information and Communication Systems, Leichtbau, Print and Media Technology, Textile Strukturen und Technologien, Maschinenbau, Embedded Systems sowie Systems Engineering, bei dem ebenso wie bei Angewandter Informatik auch ein Studienaufenthalt im Rahmen eines Bachelorstudiengangs gefördert werden kann. Brasilianische CsF-Stipendiaten der Fachrichtung Mathematik, die an die TU kommen möchten, können sich sowohl für einen kombinierten Bachelor/Master in fünf Studienrichtungen, als auch für den Master mit integriertem Promotionsstudiengang bewerben. Besonders breit stellt sich erstmals seit dem Wintersemester 2014/2015 der Master Merge Technologies for Resource Efficiency auf, der mit einer Vielzahl an Vertiefungsrichtungen im Rahmen des Bundesexzellenzclusters MERGE der TU Chemnitz angeboten wird. Die Auswahl der brasilianischen Stipendiaten erfolgt in enger Abstimmung mit dem DAAD durch die Organisationen CAPES und CNPq im Rahmen einer landesweiten Ausschreibung, wobei die Entscheidung zur Zulassung für einen entsprechenden Studiengang bei der TU Chemnitz liegt.

Das IUZ der Chemnitzer Universität kann bei der Einstellung der Studien- und Promotionsangebote behilflich sein, übernimmt die finanzielle Abrechnung mit dem DAAD und betreut die brasilianischen Studierenden darüber hinaus in sozialer und organisatorischer Hinsicht – auch mit Hilfe des Patenprogramms. Zusätzlich wurde ein sogenannter „CsF-Assistant“ eingerichtet, der als studentische Hilfskraft als Unterstützung fungiert. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Fremdsprachen unter Dr. Angela Minogue organisiert das IUZ außerdem spezielle Deutschkurse für die Austauschstudierenden aus Südamerika.

Erfolgreich im brasilianischen Netzwerk

Ein besonderer Schwerpunkt von CsF-Stipendiaten liegt momentan bei der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb von Prof. Dr. Egon Müller, die im Rahmen der Bachelor- und Masterstudiengänge Systems Engineering eine große Anzahl an Studienplätzen zur Verfügung stellt, die sich großen Zuspruchs seitens der CsF-Stipendiaten erfreuen. So befinden sich von den 63 aktuell an der TU Chemnitz weilenden CsF-Stipendiaten 58 in einem dieser beiden Studiengänge. Den Erfolg der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb erklärt der dortige CsF-Betreuer, Dr. Jens Schütze, folgendermaßen: „Hilfreich dafür sind die intensiven und langjährigen Kontakte, die wir zu vielen brasilianischen Universitäten unterhalten.“ Die traditionelle Einführungsveranstaltung, die diesmal am 31. März 2015 stattfand, stieß auf großes Interesse. Die übrigen Austauschstudierenden studieren in den Masterstudiengängen Maschinenbau, Information and Communication Systems sowie Automotive Software Engineering. In der neuen Bewerbungsrunde zeichnet sich derzeit eine erhebliche Diversifizierung bei den zum Wintersemester 2015/2016 neu an die TU Chemnitz kommenden CsF-Stipendiaten ab.

Das Engagement der Professur von Prof. Dr. Müller spiegeln auch besondere Korrespondenzen wider. So fand bereits am 31. Oktober 2014 eine Veranstaltung der Brasilianischen Botschaft in Berlin statt, zu der circa 200 Studenten aus dem Botschaftsbezirk Nord- und Ostdeutschland eingeladen waren. Zunächst sprachen die brasilianische Botschafterin, der Rektor der TU Berlin sowie ein Vertreter des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK, aber auch die TU-Studenten Juliana Prudente und Vitor Fortunato Andrade, die mit Witz und Charme von ihren jeweiligen Praktikumserfahrungen berichteten. Beide gehören zur Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit zwei runden Tischen, an denen einerseits Vertreter des DAAD, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages und der Bundesanstalt für Materialprüfung und andererseits Studenten und Doktoranden regen Austausch pflegten.

Hier in Chemnitz fand am 12. März 2015 ein "Brasilianischer Abend" im Club der Kulturen statt, der inzwischen fester Bestandteil des Betreuungsprogramms ist. Kurz vor Semesterbeginn sind viele der neuen Austauschstudierenden aus Brasilien und zahlreichen anderen Ländern bereits für einen studienvorbereitenden Deutschkurs an der TU Chemnitz. Ein guter Anlass also, sich auch nach dem Unterricht zu treffen und etwas mehr über die Herkunftsländer der Kommilitonen zu erfahren. Traditionell wurde zum brasilianischen Abend unter dem Motto "churrasco" deftig gegrillt und um die 150 Studierenden aus aller Welt tanzten zu Latino-Rhythmen bis in die Morgenstunden. Organisiert wurde der erste Länderabend des neuen Semesters von den Hilfskräften des Patenprogramms und der CsF-Assistentin des IUZ, die tatkräftig von CsF-Stipendiaten des Wintersemesters 2014/2015 und des Sommersemesters 2015 unterstützt wurden.

Weitere Informationen: https://www.tu-chemnitz.de/international/iuz/projekte/csf/

Alle Studienmöglichkeiten der TU Chemnitz: https://www.tu-chemnitz.de/studium/studiengaenge

(Autor: Andy Schäfer)

Katharina Thehos
13.04.2015

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