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Das Deutschlandstipendium nimmt Fahrt auf

Die TU Chemnitz gewinnt für das Deutschlandstipendium stetig neue Förderer – Auch im kommenden Wintersemester können wieder Studenten unterstützt werden

Zu einem „Tanz um die Lok“ lud der Rotary Club Chemnitz im September 2014 ins Sächsische Industriemuseum. In Zusammenarbeit mit den Partnerclubs Rotary Chemnitz-Schloßberg und Tertia sollte so Geld für Chemnitzer Studierende gesammelt werden. Erhalten sollen diese die Zuwendung in Form von neuen Deutschlandstipendien, die für Studierende aller Fakultäten bereitstehen.

Als 2010 die Grundlage des Gesetzes zur Schaffung eines nationalen Stipendienprogramms vom Bundestag verabschiedet wurde, lautete das Ziel, eine neue und international vergleichbare Stipendienkultur zu etablieren. Zum Sommersemester 2011 hob das Bundesministerium für Bildung und Forschung dann das Deutschlandstipendium aus der Taufe. Seitdem hat sich die Anzahl der Stipendien innerhalb von drei Jahren mehr als verdreifacht. Nach aktuellen Erhebungen profitierten im Jahr 2013 Studierende im ganzen Land von insgesamt 19.740 Deutschlandstipendien. Davon werden 1.069 allein an sächsischen Hochschulen vergeben. Der Kern des Programms liegt in einem dualistischen Förderungsprinzip. Damit die Studenten die monatliche Zuwendung von 300 Euro erhalten können, zahlen Bund und private Förder jeweils die Hälfte der entsprechenden Förderungssumme. Die Zahl der Stipendien soll über die Jahre kontinuierlich ansteigen. Aktuell liegt die jährliche Höchstförderquote, eine gesetzlich festgelegte Begrenzung der Anzahl der Geförderten, bei 1,5 Prozent der Studierenden einer Hochschule. Eine sukzessive Anhebung auf zwei Prozent, so schreibt es der Koalitionsvertrag des Bundes von 2013 vor, ist in den nächsten Jahren vorgesehen.

Studenten der TU Chemnitz können sich unabhängig von Einkommen und Nationalität online bewerben, vorausgesetzt es existiert keine andere staatliche Förderung in ähnlichem Ausmaß. Ist die Bewerbung eingegangen, durchläuft sie ein bewährtes zweistufiges Auswahlverfahren. In der Vorauswahl werden allein Leistungskriterien, also der erreichte Notendurchschnitt, herangezogen. Im zweiten Schritt erfolgt die Berücksichtigung persönlicher Faktoren wie außeruniversitäres, gesellschaftliches, soziales oder politisches Engagement. Aber auch besondere Lebensumstände wie Erkrankungen, Betreuung eigener Kinder, familiäre Herkunft oder Migrationshintergrund fließen in die Bewertung ein. Förderer werden bei der Auswahl beteiligt, indem sie beratend am Verfahren teilnehmen und Kandidaten ihrer Wahl vorschlagen können. Die endgültige Entscheidung liegt dann bei den Vergabekommissionen der jeweiligen Fakultäten. Die reguläre Förderungsdauer umfasst zwei Semester, kann aber maximal bis zum Ende der Regelstudienzeit reichen.

„Hauptgründe für die Bewerbung um ein Deutschlandstipendium sind dabei meist das Ziel eines erfolgreichen Studienabschlusses innerhalb der Regelstudienzeit, Bestreitung finanzieller Aufwendungen, Unterstützung in sozial angespannten Lagen oder familiäre Doppelbelastungen“, sagt Heidrun Fischer, die in der Zentralen Kontaktstelle für das Stipendienprogramm an der TU Chemnitz arbeitet. Für die Studierenden hält die TU als eine der ersten Universitäten deutschlandweit, die bereits zum Start im Sommer 2011 Stipendien ausschreiben und vergeben konnte, eine stetig wachsende Anzahl an Förderungsplätzen bereit. Schrieb die Hochschule nach Angaben der Kontaktstelle 2011 zunächst 30 neue Stipendien aus, sind es 2014 bereits 38 neue und 20 Weiterförderungen.

Möglich ist dies vor allem durch die zahlreich gewonnenen Förderer, die sich aus Unternehmen, Vereinen und Privatpersonen zusammensetzen. Aber auch private Stiftungen und Alumni-Netzwerke gehören zu den Unterstützern. Auf der Liste der TU Chemnitz stehen langjährige Partner wie die Robert Bosch GmbH Eisenach, die Vattenfall AG und die Volksbank Chemnitz e.G. sowie TU-Rektor Prof. Dr. Arnold van Zyl. Stifter zu akquirieren, stellt für die Universitäten generell eine Herausforderung dar. Zwar erfreut sich das Deutschlandstipendium großer Beliebtheit – auf ein Stipendium kommen durchschnittlich fünf bis zehn Bewerber allein in Chemnitz – jedoch steigt die Zahl der Förderer nicht im Sinne der Höchstförderungsquote, die von der TU im Jahr 2014 noch nicht gänzlich ausgeschöpft werden kann.

Dabei lassen sich mit Hilfe des Deutschlandstipendiums neben dem Imagegewinn vor allem Talente fördern, frühzeitige Kontakte zu späteren Spitzenkräften knüpfen und eine stärkere Einbindung in das Netzwerk der Universität erzielen. Wie bereits von einem Großteil der Förderer genutzt, besteht außerdem die Möglichkeit, das Stipendium mit einer Zweckbindung zu versehen. In der Praxis meint dies eine Kopplung an eine bestimmte Fakultät beziehungsweise einen speziellen Fachbereich oder Studiengang. Regionale Unternehmen sind dabei vor allem an den sogenannten MINT-Fächern interessiert. Deshalb fallen die 53 für das Wintersemester 2014/2015 zu vergebenen Stipendien hauptsächlich an die Fakultäten für Naturwissenschaften, Mathematik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Informatik.

Um neue Förderer zu gewinnen und die aktuellen Unterstützer zu binden, initiierte die TU Chemnitz verschiedene Maßnahmen. Dazu zählen Initiativschreiben an potentielle Förderer ebenso wie telefonische Nachfassaktionen, Informationsstände, Stipendiatenstammtische oder der Gewinn von Hochschullehrern als Multiplikatoren. Auch der Career Service ist in den Akquiseprozess eingebunden. Nicht selten treten zudem Stipendiaten selbst als Botschafter für das Deutschlandstipendium auf.

„Es ist ein Instrument, das uns beim Thema Bildungsgerechtigkeit voranbringt“, sagte Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka auf der Jahresveranstaltung zum Thema Deutschlandstipendium am 8. Juli 2014 in Berlin. Einen Beitrag dazu leistete auch der Rotary Club Chemnitz, der nach seiner Aktion fünf neue Stipendien für das Wintersemester 2014/2015 bereitstellt.

Das Stipendienprogramm an der TU Chemnitz: http://www.tu-chemnitz.de/tu/deutschlandstipendium

Weitere Informationen zum Deutschlandstipendium erteilt Heidrun Fischer in der Zentralen Kontaktstelle für das Stipendienprogramm, Telefon 0371 531-31679, E-Mail heidrun.fischer@verwaltung.tu-chemnitz.de.

(Autor: Andy Schäfer)

Katharina Thehos
07.10.2014

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