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TU Chemnitz schließt internationales DAAD-Projekt „WeSPICE" in Sfax erfolgreich ab

TU Chemnitz hat mit der ENET’COM und dem Industriepartner Dräxlmaier Group ein vom Deutschen Akademischen Austauschdienst gefördertes Kooperationsprojekt erfolgreich beendet

  • Menschen halten eine Urkunde inder Hand
    Erfolgreicher Projektabschluss des dreijährigen Kooperationsprojekts „WeSPICE“ an der École Nationale d’Electronique et de Télécommunications de Sfaxan in Tundesien. Bild (v. l. n. r.): Prof. Achraf Mtibaa (Koordinator des Projektes, Tunesien), Ali Hammami (Group Quality Manager, Dräxelmaier Group), Prof. Chokri Abdelmoulah (Direktor der National School of Electronics and Telecommunications of Sfax, Tunesien), Prof. Dr. Olfa Kanoun (Inhaberin der Professur Mess- und Sensortechnik der TU Chemnitz). Foto: Professur Mess- und Sensortechnik
  • Menschen sitzen in einer Diskussionsrunde zusammen
    Die Diskussionsrunde „Strengthening Tunisian-German Collaboration in Education, Research, and Industry: Towards Sustainability and Long-Term Partnerships" wurde in der Abschlusswoche von Prof. Dr. Olfa Kanoun (2. v. r.) und Assoc. Prof. Achraf Mtibaa (2. v. l.) moderiert. Foto: Professur Mess- und Sensortechnik
  • Menschen sitzen in einer Diskussionsrunde zusammen
    Das dreijährige Kooperationsprojekt „WeSPICE“ bestand aus einem internationalen Austausch Studierender und Mitarbeitender der TU Chemnitz und der Staatlichen Universität Tunesiens und setzte sich u. a. aus studierendenorientierten Veranstaltungen und Weiterbildungsangeboten von Fachkräften in ASPICE zusammen. Foto: Professur Mess- und Sensortechnik
  • Gruppenbild Menschen sitzen in mehreren Reihen nebeneinander
    Die Mitarbeitenden der Professur Mess- und Sensortechnik der TU Chemnitz, (v. l. n. r.) Dr. Thomas Keutel, Dr. Christian Viehweger und Prof. Dr. Olfa Kanoun haben an der Weiterbildung in ASPICE teilgenommen. Foto: Professur Mess- und Sensortechnik

Vom 1. bis 4. Dezember 2025 fand an der tunesischen Universität École Nationale d’Electronique et de Télécommunications de Sfax (ENET’COM) die Abschlusswoche des dreijährigen Kooperationsprojekts „WeSPICE“ statt. Das Projekt wurde durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen des Ta’ziz Partnerschaftsprogramms gefördert. Seitens der Technischen Universität Chemnitz waren von der Professur Mess- und Sensortechnik folgende TUC-Mitarbeitende in dem Projekt involviert: Prof. Dr. Olfa Kanoun (Inhaberin der Professur), Dr. Thomas Keutel (Projektmanager Impedanzspektroskopie), Dr. Christian Viehweger (Arbeitsgruppenleiter und Projektmanager Energieautarke Sensorsysteme) , Dr. Rim Barioul (Arbeitsgruppenleiterin Smart Wearables), Dr. Hiba Hellara (Projektmanagerin Smart Wearables) und Mohamed Dhia Ayadi (Projektleiter Mikro- und Nanosensoren (Nanogenerators)). Mit einer Abschlussveranstaltung wurde das Projekt mit allen beteiligten Partnern und Netzwerkpartnern am 4. Dezember 2025 in einem feierlichen Rahmen offiziell beendet, bei dem  Vertreterinnen und Vertreter der TU Chemnitz und der Deutschen Botschaft in Tunis sowie die Leiterin des DAAD-Landesbüros anwesend waren.

Länderübergreifende Fachkräfte-Weiterbildung und Studienorientierung

Die TU Chemnitz und die ENET’COM in Sfax hatten in den zurückliegenden Jahren eng mit der Dräxlmaier Group mit Hauptsitz im niederbayerischen Vilsbiburg zusammengearbeitet. Der weltweit bekannte Premium-Fahrzeugzulieferer entwickelt und produziert Bordnetzsysteme, Elektrik- und Elektronikkomponenten, Batteriesysteme sowie hochwertige Interieure für Premiumfahrzeughersteller wie BMW und Porsche. 

Das Projekt verfolgte drei zentrale inhaltliche Schwerpunkte mit besonderem Fokus auf Wissenstransfer, partizipative Netzwerkbildung und nachhaltigen Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft:

  • Weiterbildung von Fachkräften in ASPICE (Automotive SPICE): Insgesamt wurden 17 Fachkräfte qualifiziert, darunter sieben Lehrende, die ihr Wissen künftig direkt in die Hochschullehre einbringen und so einen nachhaltigen Wissenstransfer aus der Industrie in den akademischen Raum sicherstellen.
  • Aufbau eines interdisziplinären Netzwerks: Es wurde ein Netzwerk von 25 Partnern aus Industrie und Gesellschaft etabliert. Gemeinsam mit diesen außeruniversitären Akteuren wurden "Improvements of Engineering Education Addressing Industry and Research Needs" aus der Perspektive von Lehrenden und Studierenden diskutiert. Diese partizipativen Dialogräume ermöglichten den Wissensaustausch zwischen akademischem Raum und Praxis und trugen zur bedarfsorientierten Weiterentwicklung der ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung bei.
  • Studierendenorientierte Veranstaltungen: Über 360 Studierende nahmen an insgesamt 32 Vpartizipativen Veranstaltungen wie Hackathons, Soft-Skills-Seminaren, Workshops zur Frauenförderung, Jobmessen und Workshops zur Green Economy teil. Diese Formate stärkten den Dialog zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft und schufen nachhaltige Brücken zwischen akademischer Ausbildung und beruflicher Praxis.

ASPICE ist ein international anerkanntes Prozessmodell zur Bewertung und Verbesserung von Entwicklungsprozessen in der Automobilindustrie. Weltweit setzen Herstellern und Zulieferern es ein, um die Qualität, Sicherheit und Effizienz von Software- und Systementwicklungen sicherzustellen. Die Abschlusswoche des Projektes wurde von einer Jobmesse sowie einem Workshop zur Integration von ASPICE in die akademische Lehre eingerahmt. Dadurch wurde die internationale Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Ausbildung noch einmal deutlich sichtbar und gestärkt. „Die parallele Qualifizierung von Lehrenden und die praxisnahen Angebote für Studierende sind ein nachhaltiger Beitrag zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit und zur Ausbildung zukünftiger Fachkräfte“, betont Prof. Dr. Olfa Kanoun, Projektleiterin auf deutscher Seite.

Hintergrund zum Projekt: „WeSPICE“

Das Kooperationsprojekt „We Establish Sustainable Program to Improve Commitment to Employability“ (WE-SPICE) wurde von 2023 bis 2025 durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen des Ta'ziz Partnerschaftsprogramms mit rund 300.000 Euro aus Mitteln des Auswärtigen Amts gefördert.

Hintergrund: Ta’ziz Partnerschaftsprogramm

Das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Auswärtigen Amts finanzierte Ta’ziz Partnerschaftsprogramm fördert die Zusammenarbeit zwischen deutschen Hochschulen und Partnerinstitutionen in der MENA-Region (Naher Osten und Nordafrika). Der arabische Begriff „Ta’ziz“ bedeutet „Stärkung“ oder „Festigung“ und verdeutlicht die Zielrichtung des Programms. In Zeiten gesellschaftlichen und politischen Wandels sollen Hochschulen und außeruniversitäre Akteure unterstützt werden, um Reformen, wissenschaftliche Kooperation und zivilgesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Olfa Kanoun, Inhaberin der Professur Mess- und Sensortechnik, Telefon 0371 531-36931, E-Mail olfa.kanoun@etit.tu-chemnitz.de.

Anne Eichhorn
09.01.2026

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