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Vorbei an Stolpersteinen zu einer neuen Perspektive im Mittelstand

Feierliche Verleihung des Zertifikats "Unternehmenszukunft Sachsen" vereinte am 10. Juli 2013 Studierende, Doktoranden und Vertreter mittelständischer Unternehmen

  • Foto: Marcus Kleen

Die feierliche Zertifikatsverleihung und Verabschiedung der Absolventen des nunmehr dritten Semesters "Unternehmenszukunft Sachsen" stand unter einem guten Stern: Strahlende Sonne begleitete die Feierlichkeiten, zu denen nicht nur Unternehmer, Wirtschaftsexperten und aktuelle Teilnehmende, sondern auch Alumni aus den vorangegangenen Semestern erschienen waren. Prof. Dr. Cornelia Zanger, Leiterin des Projektes, hieß die Anwesenden herzlich willkommen und leitete den Abend ein. Projektgeschäftsführer Dr. Mario Geißler rief den Gästen noch einmal das vergangene Semester in Erinnerung und präsentierte die Höhepunkte der Zusatzqualifikation. Die Studierenden hatten ein Semester lang Zeit und Energie investiert, um Einblicke in die Herausforderungen und Chancen eines Unternehmers im Mittelstand zu erhalten.

Während des Semesters lernten die Studierenden und Doktoranden in Workshops, Intensivseminaren, E-Learning-Lektionen sowie wöchentlichen Experten- und Praxisvorträgen die fachlichen Grundlagen kennen, mit denen sie sich als Übernehmer einer Firma und Unternehmer auseinandersetzen müssen. Neben den betriebswirtschaftlichen Grundlagen, die die Teilnehmenden im Programm vermittelt bekommen, stand auch die eigene Persönlichkeit im Mittelpunkt. Dazu wurde in Kooperation mit der Professur für Persönlichkeitspsychologie eine Persönlichkeitsanalyse der TU Chemnitz durchgeführt. Sie lernten so ihre eigenen Stärken und Herausforderungen, aber auch ihre Wirkung auf andere besser kennen und konnten sich dadurch ihre individuellen Schwerpunkte in den Workshops setzen. Um das Gelernte auch in die Tat umzusetzen zu können, bewiesen sich die Teilnehmenden in einer semesterbegleitenden Unternehmenssimulation. In Kleingruppen hatten sie als Managementteam ein Unternehmen zu führen. Aufbauend auf ihren Erfahrungen erarbeiteten sie sich anschließend eine Übernahmestrategie.

Wie realitätsnah dieses Gesamtpaket ist, zeigt sich beispielsweise an der Situation des Absolventen Timo Fischer, Teilnehmer des Wintersemesters 2012/13. Er steht kurz vor Abschluss seines Bachelors Maschinenbau, seine Familie besitzt ein Unternehmen: "Ich fange jetzt schon an, die Grundsteine für eine Übernahme zu legen. Durch das Programm habe ich quasi hautnah erfahren können, wie eine Übernahme laufen kann, wie sie aussehen sollte. Ich habe neue Perspektiven entwickelt und versuche, den Stolpersteinen jetzt frühzeitig aus dem Weg zu gehen. Ich weiß inzwischen, was ich als Unternehmer für ein Mensch sein will."

Während des Programms boten sich zudem viele Gelegenheiten, erfahrene Unternehmer näher kennenzulernen und - unter anderem durch Exkursionen in ihre Firmen - einen realistischen Einblick in deren Tagesgeschäft zu bekommen. So schlägt das Programm die Brücke zwischen Theorie und Praxis und zeigt sächsische Perspektiven auf, wie Chemie-Doktorand Ivan Tchernook resümiert: "Man muss nicht zu einem Riesenkonzern gehen, wenn man international arbeiten und seine Fähigkeiten und Soft Skills nutzen möchte. Das ist alles auch hier möglich. Der Sächsische Mittelstand ist extrem exportorientiert, die Produkte sind top. Eine Führungsposition hier oder sogar ein eigenes Unternehmen zu führen, das ist auf jeden Fall eine Option für mich."

In Kleingruppen fassten die Teilnehmer zudem ihre Erfahrungen und Gespräche mit den Unternehmern zusammen. Das Ergebnis wurde im Rahmen der Abschlussveranstaltung veröffentlicht: die Broschüre "Unternehmenszukunft Sachsen" stellt Übergabebeispiele, Expertenbeiträge und Praxispartner sowie die Teilnehmenden der Zusatzqualifikation vor.

Dass es sich bei "Unternehmenszukunft Sachsen" um ein Projekt handelt, dass einen langfristigen Eindruck hinterlässt, zeigte sich an den vielen Alumni, die erschienen waren. Das Besondere des Programms liegt eben nicht nur in dem intensiven Wissen, dass hier vermittelt wird, sondern auch in den Kontakten, die man im Laufe des Semesters knüpft - sowohl mit den anderen Studenten als auch mit Unternehmern. Alumnus Diplom-Physiker Hans Weber erklärt, dass er hauptsächlich für einen Grund zur Abschlussveranstaltung gekommen ist: zum Netzwerken. "Es war ein schönes Team und wir standen während der Teilnahme an Unternehmenszukunft Sachsen alle an unterschiedlichen Stellen im Leben. Deswegen ist es so spannend, wieder alle hier zu treffen und zu sehen, was aus ihnen geworden ist", erläutert er. Doch nicht nur die anderen Mitglieder seines Semesters, die zahlreich vertreten waren, hat er wieder getroffen, sondern auch unter den anwesenden Experten und Unternehmern fanden sich viele bekannte Gesichter. "Die Mentalität der Leute ist faszinierend," erläutert er, "das sind alles Menschen, die bei irgendeinem Unternehmen angefangen haben und dann an dessen Grenzen gestoßen sind. Als Unternehmer haben sie sie dann durchbrochen."

Übrigens: Wer sich für einen der 30 Plätze für das Wintersemester 2013/14 interessiert, kann sich ab sofort anmelden: www.tu-chemnitz.de/unternehmensnachfolge/anmeldung

Die Semesterbroschüre kann unter http://www.tu-chemnitz.de/unternehmensnachfolge/praxisprojekt abgerufen werden.

Das Projekt "Unternehmenszukunft Sachsen" wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Freistaates Sachsen.

(Autorin: Imke Hans)

Mario Steinebach
11.07.2013

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