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"Interkulturelle Kommunikation findet überall statt"

Noëmi Donner hat an der TU Chemnitz Interkulturelle Kommunikation und Anglistik/Amerikanistik studiert und sich bei der Lauf-KulTour engagiert - heute ist sie Fellow bei Teach First Deutschland

Ihr Abitur erlangte Noëmi Donner in Schopfheim im Südwesten Baden-Württembergs. Chemnitz war da nicht gerade der am nächsten liegende Studienort - doch das ausgefallene Studienangebot Interkulturelle Kommunikation hatte es ihr angetan und sprach für die sächsische Großstadt. "Außerdem wollte ich mal einen anderen Teil von Deutschland kennenlernen. Und ich brauche Berge in meiner Nähe", erzählt Donner. Ab 2003 studierte sie an der Technischen Universität Chemnitz Interkulturelle Kommunikation sowie Anglistik/Amerikanistik und schloss 2011 mit dem Magister ab. Seit Oktober 2011 arbeitet sie nun als Fellow bei Teach First Deutschland. Diese gemeinnützige Bildungsinitiative setzt sich für mehr Chancengerechtigkeit ein und entsendet dazu Hochschulabsolventen für jeweils zwei Jahre in Vollzeit als zusätzliche Lehrkräfte an Schulen in sozialen Brennpunkten. Noëmi Donner ist an einer Werkrealschule in Mannheim eingesetzt. "Ich arbeite mit den Klassen acht bis zehn, die am Übergang von der Schule in den Beruf stehen. Ich unterstütze sie sowohl im Unterricht als auch bei außerunterrichtlichen Aktivitäten. Dabei liegt mein Fokus auf der Steigerung ihres positiven Selbstbewusstseins und ihrer Eigenmotivation", berichtet die gebürtige Lörracherin.

Sie arbeitet mit Kleingruppen parallel zum Regelunterricht, leitet freiwillige Förderkurse in Mathe und Deutsch und hilft den Neunt- und Zehntklässlern bei der Vorbereitung auf ihre Hauptschul- oder Werkrealschulabschlüsse. Außerdem bietet sie Sport-Arbeitsgemeinschaften an: "Im vergangenen Sommer war das eine Gruppe, die sich im Lauftraining für die gemeinsame Teilnahme an Volksläufen fit gemacht hat. Dieses Schuljahr haben wir eine Basketball-AG." Bei all diesen Aufgaben helfen Noëmi Donner ihre Erfahrungen aus dem Studium: "Interkulturelle Kommunikation findet überall statt. An unserer Schule haben 95 Prozent der Jugendlichen einen Migrationshintergrund. Da ist eine sensible Herangehensweise sehr wichtig." Außerdem habe sie in ihrem geisteswissenschaftlichen Studium gelernt, sich in fremde Themen einzuarbeiten und sie vorzutragen. "Diese Fertigkeit wende ich heute täglich an: bei der Leitung von Arbeitsgemeinschaften und Projekten sowie bei der Vorbereitung und Durchführung des Mathematikunterrichts", so Donner.

Neben Seminaren, die die Jugendlichen auf ihre Ausbildung vorbereiten und für Vorstellungsgespräche schulen, hat es der TU-Absolventin aktuell vor allem ein Projekt angetan: eine Schulfirma, die sich gerade in Gründung befindet. "Die teilnehmenden Jugendlichen kommen mit viel Engagement und Interesse zu den Treffen", sagt Donner und erläutert: "Sie lernen unternehmerisches Denken und Handeln und wenden im Unterricht Gelerntes bei realen Prozessen an: von der Zins- und Kostenrechnung über das Schreiben von Briefen bis zur Erstellung von Bedarfsanalysen und Werbematerialien." Solches außerunterrichtliches Engagement ist für die Schüler nicht selbstverständlich, liegt der 29-Jährigen aber sehr am Herzen, wie ihr eigener Ausbildungsweg zeigt: "Ich habe mein Studium nicht so schnell wie möglich durchgezogen, sondern die Zeit für Aktivitäten und Erfahrungen genutzt, die man nach dem Studium nicht so einfach machen kann", sagt Donner.

Ein Erasmus-Semester verbrachte sie in Istanbul; für ein Auslandspraktikum beim Internationalen Institut für Systemische Intervention reiste sie nach Sevilla. Weitere Praxiserfahrung sammelte sie bei der Deutschen Lufthansa AG und der Vogelvilla GmbH sowie als studentische Mitarbeiterin am Zentrum für Fremdsprachen, am Institut für Interkulturelle Kommunikation und am Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme der TU Chemnitz. "Eine der für mich wertvollsten Erfahrungen während des Studiums war die Beteiligung am Projekt Lauf-KulTour", ergänzt die Absolventin. Dieser von TU-Studenten 2007 initiierte Staffellauf rund um Deutschland hat inzwischen sechs Mal Spenden für einen guten Zweck gesammelt und die Werbetrommel für die Stadt Chemnitz und die Universität geschlagen. 2010 war Noëmi Donner als Läuferin bei der 16-tägigen-Reise dabei. Ein Jahr später unterstützte sie das Organisationsteam vor allem als Pressesprecherin und beim Fundraising.

Nicht nur im Rahmen der Lauf-KulTour, sondern auch heute noch empfiehlt die TU-Absolventin ihre Studienstadt gerne weiter: "Ich war sehr zufrieden mit der Qualität des Studiums und dem niedrigen Betreuungsschlüssel in der Lehre. Zu meinen Professoren und Kommilitonen hatte ich eine gute Beziehung und durch Spezialisierungsmodule konnte ich unterschiedliche Bereiche kennenlernen. Die Uni ist super ausgestattet und sogar die Öffnungszeiten der Bibliotheken haben sich im Laufe der Zeit sehr verbessert", berichtet Donner, die in Chemnitz schnell Heimatgefühle entwickelte: "Ich habe immer auf dem Kaßberg in Altbau-WGs gewohnt und so die mieterfreundliche Wohnungsmarktlage gerne und gut genutzt."

Im Oktober 2013 endet Donners Zeit als Fellow in Mannheim. "Meine Pläne für die Zeit danach sind noch nicht konkret, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, in der Öffentlichkeitsarbeit oder dem Sportmarketing von Stiftungen zu arbeiten", sagt sie und ergänzt: "Ich bin aber noch sehr offen. Mit ist es am wichtigsten, dass ich in einem gut funktionierenden Team arbeite." Vorbereitet auf die berufliche Weiterentwicklung nach der zweijährigen Zeit als Fellow wird sie in Fortbildungen von Teach First Deutschland. "Ziel dieser regelmäßigen und richtig guten Fortbildungen ist es, dass wir uns auch nach unserem Einsatz weiterhin für Bildungsgerechtigkeit einsetzen - egal in welchem Beruf, am besten aber in Führungspositionen", so Donner.

Katharina Thehos
15.01.2013

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