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Wird aus der Ausnahme der Regelfall?

Autoren und Herausgeber aus der TU können Freiexemplare ihrer Bücher an Universitäts- und Stadtbibliothek spenden - Bibliothekskommission und weitere Professoren gehen mit gutem Beispiel voran

Angela Malz, die Direktorin der Universitätsbibliothek (UB) der Technischen Universität Chemnitz, hat schon lange einen Wunsch: "Buchautoren und Herausgeber, die an der TU Chemnitz forschen, sollten - wenn möglich - Freiexemplare ihrer Bücher der Bibliothek schenken." Angesichts immer knapper werdender Bibliotheksmittel scheint dies auf den ersten Blick ein Versuch zu sein, innovative Beschaffungswege zu gehen, obwohl derartige Schenkungen bereits vorkommen. Die Chemnitzer Unibibliothek möchte tatsächlich etwas Geld sparen, da 2010 letztmalig Sondermittel aus dem Koalitionsvertrag an die Hochschulen für die Bibliotheksausstattung flossen. Die UB bietet den TU-Autoren und deren Verlagen an, dass deren neuen Bücher speziell präsentiert werden, bevor sie kostenfrei in den Bibliotheksbestand übernommen werden. "Wir wollen in Vitrinen und im Internet auf aktuelle Publikation unserer Universitätsangehörigen hinweisen und so auf deren Bücher stärker als bisher aufmerksam machen", sagt Malz. Da die Universitätsbibliothek eng mit der Chemnitzer Stadtbibliothek kooperiert, sei auch ein weiteres kostenfreies Exemplar willkommen, falls der Titel in das Profil der Stadtbibliothek passt.

"Beide Bibliotheken bemühen sich auch künftig um einen soliden Bestandsaufbau", sagt Malz. Jedoch lassen sich nicht alle Literaturwünsche der Nutzer erfüllen. Bücherspenden - insbesondere von Publikationen aus der eigenen Hochschule - könnten hier helfen. Deshalb bittet Malz alle Autoren und Herausgebern aus der TU Chemnitz, denen mehrere Freiexemplare zum Verschenken zur Verfügung stehen, eine Buchspende an die UB - und vielleicht auch an die Stadtbibliothek - zu übergeben.

Bei der Bibliothekskommission der TU Chemnitz fand diese Idee große Zustimmung. "Erste Autoren und Herausgeber sagten spontan ihre Unterstützung zu", sagt Prof. Dr. Christoph Fasbender, Prorektor für Lehre, Studium und Weiterbildung und zugleich Leiter der Bibliothekskommission. Er selbst geht mit gutem Beispiel voran und spendet beiden Bibliotheken je ein Exemplar seines Kataloges "Bescheidenheit: deutsche Literatur des Mittelalters in Eisenach und Erfurt". Und auch der Historiker Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, der laut Universitätsbibliographie der Professor der TU Chemnitz ist, der die meisten Buchseiten schrieb, stellt zwei Exemplare seines jüngsten Werkes "Schriftsteller und Widerstand" zur Verfügung. Zwei seiner aktuellsten Bücher auf dem Gebiet der Organischen Chemie steuerte Prof. Dr. Klaus Banert bei.

Prof. Dr. Ludwig Gramlich, der ebenfalls zu den eifrigsten Autoren der TU Chemnitz zählt, griff tief in seine Bücherkiste und spendet sieben Exemplare seiner Publikationen - unter anderem zu Rechtsfragen von B2B-Plattformen und zur Entwicklung bei eGoverment in Sachsen und Tschechien. Aber auch andere Professoren unterstützen die Bibliotheken: So spenden Exemplare ihrer jüngsten Fachbücher auch Prof. Dr. Fritz Helmedag, Prof. Dr. Friedrich Thießen sowie Prof. Dr. Rudolf Holze, der schon in der Vergangenheit regelmäßig Bücher der UB übergab.

Für Malz wäre es toll, wenn derartige Bücherspenden zum Regelfall werden - auch, um in den Präsentationsvitrinen und im Online-Portal der UB ständig neue Bücher aus der TU Chemnitz vorzustellen. Wer hier unterstützen möchte, kann sich gern an Angela Malz, Telefon 0371 531-31781, E-Mail angela.malz@bibliothek.tu-chemnitz.de, wenden.

Weitere Informationen zur Universitätsbibliothek: http://www.bibliothek.tu-chemnitz.de

und zur Stadtbibliothek: http://www.stadtbibliothek-chemnitz.de

Mario Steinebach
13.06.2012

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