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Wie Dinge gebrauchstauglich werden

Professuren Allgemeine und Arbeitspsychologie sowie Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz sowie Kollegen der TU Berlin starten "Kompetenzinitiative Usability"

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Wenn bei der Bedienung von elektrischen Geräten auch das intensive Studium der Anleitung nicht weiterhilft, sind die Produkte nicht gebrauchstauglich - ihre Usability muss dann verbessert werden. Foto: Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie

Wer hat dieses Gerät eigentlich entwickelt? Der hat das doch sicher selbst nie benutzt! Solche Gedanken kommen einem beispielsweise in den Sinn, wenn man die neue Waschmaschine trotz stundenlangem Studieren der Gebrauchsanleitung falsch bedient oder man eine Tür drückt, obwohl man sie zum Öffnen aufziehen müsste. In solchen Situationen zeigt sich, dass die Gebrauchstauglichkeit (engl. Usability) dieser Produkte nicht optimal ist. Diese offenbar kleinen Mängel können schnell zum Wettbewerbsnachteil werden, besonders dann, wenn Nachbesserungen am einmal entworfenen Produkt unumgänglich werden. Um dies zu verhindern, machen sich Hersteller entsprechende Methoden des "Usability Engineering und Testing", wie Tests mit einem Prototypen oder dem fertigen Produkt, zu Nutze. Die Testpersonen geben im Nachhinein an, wie zufrieden sie mit der Handhabung des Gerätes waren und was daran eventuell noch verbesserungsfähig ist. Zum anderen gibt es spezielle Evaluationen durch Experten. Dabei wird versucht, das Ziel der Interaktion zwischen dem potentiellen Nutzer und dem Produkt genau zu beschreiben und auf Grund von wissenschaftlichen Befunden Gestaltungsempfehlungen abzuleiten.

Große deutsche Unternehmen erkennen zunehmend die Wichtigkeit dieses Wettbewerbsfaktors und gründen eigens dafür zuständige Abteilungen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) - insbesondere in den neuen Bundesländern - haben nicht zuletzt aus Kostengründen noch nicht damit begonnen, das wirtschaftliche Potential des Faktors "Usability" konsequent zu erschließen. An dieser Stelle setzt nun die "Kompetenzinitiative Usability" (KiU) an. Die Chemnitzer Professuren Arbeitswissenschaft (Prof. Dr. Birgit Spanner-Ulmer) sowie Allgemeine und Arbeitspsychologie (Prof. Dr. Josef Krems) haben sich dabei gemeinsam mit Kollegen von der TU Berlin zum Ziel gesetzt, ein Netzwerk aufzubauen, das Wissenschaft, Wirtschaft, Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie Verbände im Osten Deutschlands miteinander verbindet und sicherstellt, dass Methoden des "Usability Engineering" bei KMU stärkere Berücksichtigung finden. Neben einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit sind unterschiedliche Transfermaßnahmen, zum Beispiel Schulungen, Beratungen, Coachings angedacht. In deren Zentrum stehen Projekte, bei denen Produkte der KMU evaluiert und optimiert werden. Auf lange Sicht wird angestrebt, diese Evaluations- und Entwicklungsmethoden als Qualitätssicherungsmaßnahmen in die Produktlebenszyklen der KMU zu integrieren, um deren Wettbewerbs- und Marktchancen nachhaltig zu erhöhen. So sollen die Beratungsleistungen über das dann entstandene Netzwerk aus Industrie- und Handelskammern, Verbänden und Beratungsagenturen fortgesetzt werden.

Die Chemnitzer hatten sich gemeinsam mit der TU Berlin in der zweiten Runde des Wettbewerbes "Wirtschaft trifft Wissenschaft" beworben und von den Gutachtern ein positives Votum erhalten. Ergebnis ist die Förderung des zweieinhalb Jahre dauernden Projektes mit insgesamt 500.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Der Wettbewerb "Wirtschaft trifft Wissenschaft" im Internet: http://www.wirtschaft-trifft-wissenschaft.de

Weitere Informationen erteilen Nina Bär, Professur Allgemeine und Arbeitspsychologie, Telefon 0371 531-37587, E-Mail Nina.Baer@phil.tu-chemnitz.de, und Maria Schmidt, Professur Arbeitswissenschaft, Telefon 0371 531-36645, E-Mail maria.schmidt@mb.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos
23.10.2008

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