TU Chemnitz bringt dank WIR!-Förderung mehr als 20 Projekte erfolgreich auf die Schiene
TU Chemnitz und weitere Netzwerkpartnerinnen und -partner bringen sich in umfangreiche Projekte im Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Bündnis „Smart Rail Connectivity Campus“ ein
Die Technische Universität Chemnitz ist weiterhin maßgeblich am Bündnis „Smart Rail Connectivity Campus“ (kurz: SRCC) beteiligt, das im Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt bis Dezember 2026 gefördert wird. Dem SRCC wurden seit 2018 bis zu 15 Millionen Euro für Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekte in der Konzeptions- und Umsetzungsphase zur Verfügung gestellt. Damit konnten insgesamt 17 Projekte zur digitalisierten, vernetzten, automatisierten und nachhaltigen Mobilität in sieben Technologiefeldern realisiert werden. Sechs weitere Projekte wurden bis Ende des Jahres 2026 kostenneutral verlängert. Ein weiteres Projekt startete Ende 2025 und endet ebenfalls in diesem Jahr. Die TU Chemnitz hat die Expertise von 18 Professuren und des Zentrums für Mikro- und Nanotechnologien in das WIR!-Bündnis eingebracht, das sehr stark mit der Erzgebirgsregion verbunden ist und dort zum Strukturwandel beitragen wird. Dies zeigt sich auch daran, dass sich in den Projekten über den gesamten Förderzeitraum hinweg insgesamt 32 Unternehmen beteiligten, davon 28 Unternehmen aus der Region Chemnitz-Erzgebirge bzw. mit einem regionalen Standort.
„Die TU Chemnitz ist eine äußerst transferorientierte Universität – eine Universität, die insbesondere auf den Transfer in die Region, die Wirtschaft und somit in die regionale Wirtschaft setzt. Dies zeigt sich sehr deutlich am Aufbau der Außenstelle Smart Rail Connectivity Campus in Annaberg-Buchholz, der ohne das WIR!-Programm nicht möglich gewesen wäre. Wir danken dem Bund sowie dem Freistaat Sachsen sehr herzlich für die wichtige Unterstützung unserer Transferaktivitäten in der Region”, sagt Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Rektor der TU Chemnitz
Bis Ende 2026 sind seitens der TU Chemnitz noch vier weitere Professuren im Bündnis SRCC involviert: Dies betrifft die Professuren Nachrichtentechnik, Regelungstechnik und Systemdynamik, Digital- und Schaltungstechnik sowie Wissenschaftliches Rechnen. In einem der Projekte wird beispielsweise ein Demonstrator entwickelt, der an einem stark frequentierten Bahnübergang aufgestellt wird. Mithilfe der Daten dieses Demonstrators werden Detektionsalgorithmen zur Umfelderkennung entwickelt und getestet. In einem anderen Projekt wird eine technische Lösung erarbeitet, mit der in Triebfahrzeugen der Fahrweg und seine unmittelbare Umgebung erfasst und mit weiteren Messdaten analysiert werden können. Darüber hinaus wird ein Demonstrator eines autarken Energieversorgungssystems für den Eisenbahnbereich entwickelt. Neueste Forschungsergebnisse fließen auch in neue oder erweiterte Studien- und Weiterbildungsangebote für den Bahnsektor ein.
Hintergrund: Smart Rail Connectivity Campus
Im Vorhaben „Smart Rail Connectivity Campus“ (SRCC) wird am Standort Annaberg-Buchholz dauerhaft eine global sichtbare Forschungs- und Entwicklungseinrichtung etabliert, an der in Kooperation zwischen der TU Chemnitz, der Stadt Annaberg-Buchholz und vielen weiteren Netzwerkpartnerinnen und -partnern Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsarbeiten zur digitalisierten, vernetzten, automatisierten und nachhaltigen, d. h. ökonomisch, ökologisch und sozial effektiven und effizienten, Mobilität geleistet werden. Durch die Vernetzung mit regionalen Partnerinnen und Partnern, aber auch überregionalen Unternehmen und Forschungseinrichtungen entstehen in einem Netzwerk mit etwa 150 Akteurinnen und Akteuren eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine leistungsfähige Plattform für Innovationen. Damit soll der Forschungscampus als Keimzelle für einen erfolgreichen Strukturwandel in der Region Chemnitz-Erzgebirge dienen und regionale Potenziale in einem zukunftsträchtigen Wertschöpfungssegment heben. Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte des SRCC werden vor allem durch Professuren der TU Chemnitz in Kooperation mit regionalen und überregionalen Forschungseinrichtungen und Unternehmen durchgeführt. Seit Ende 2023 wird der SRCC zudem vom Bundesministerium für Verkehr als Standort des Deutschen Zentrums Mobilität der Zukunft (DZM) gefördert. Ziel des DZM ist es, Kompetenzen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und öffentlicher Verwaltung zu bündeln und an vier Forschungs- und Innovationsstandorten einen Beitrag zur Mobilitätsforschung zu leisten. In Annaberg-Buchholz werden dabei zukünftige Kommunikationstechnologien für den Einsatz im Schienenverkehr erforscht und eine neue Forschungsinfrastruktur für Bahntechnologien der Zukunft aufgebaut. Weitere Informationen: https://www.smart-rail-campus.de
Hintergrund: Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“
Das Förderprogramm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (heute: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt) und zielt vor allem auf strukturschwache Regionen jenseits der bestehenden Wirtschafts- und Innovationszentren. Die regionalen WIR!-Bündnisse vereinen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Organisationen. Diese Akteurinnen und Akteure arbeiten interdisziplinär zusammen und erproben neue strategische Ansätze, um einen Grundstein für einen nachhaltigen Strukturwandel in ihrer Region zu legen. Mit ihren Initiativen stärken sie die Innovationsfähigkeit insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen. Mit dem Start des Förderprogramms war die TU Chemnitz an den beiden Bündnissen „Smart Rail Connectivity Campus“ (kurz: SRCC) und „Smart composites ERZgebirge“ (kurz: SmartERZ) maßgeblich beteiligt. Dem SRCC, der noch bis Ende 2026 kostenneutral fortgeführt wird, wurden 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. In das WIR!-Bündnis SmartERZ flossen insgesamt etwa 13,8 Millionen Euro in die Realisierung der Umsetzungsprojekte. An der daran beteiligten Professur Strukturleichtbau/Kunststoffverarbeitung der TU Chemnitz liefen die SmartERZ-Projekte im März 2026 aus. Derzeit sind an der TU Chemnitz neun Professuren in vier WIR!-Bündnissen involviert.
Kontakt: Dr. Susann Oehme, Telefon +49 (0)371-34326, E-Mail susann.oehme@rektor.tu-chemnitz.de
(Autor/Autorin: Mario Steinebach, Dr. Susann Oehme)
Mario Steinebach
02.07.2026