„Das Studium an der TU Chemnitz hat mich sowohl fachlich als auch persönlich nachhaltig geprägt und hervorragend auf meinen späteren Berufsweg vorbereitet“
Minji Vaque hat an der TU Chemnitz den Masterstudiengang Computer Science abgeschlossen und arbeitet heute als Unternehmensberaterin für strategische Fragestellungen sowie zur Optimierung von Geschäftsprozessen
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TUC-Absolventin Minji Vaque erinnert sich gern an ihre Studienzeit in Chemnitz, wo man nicht nur zusammen gelernt, sondern sich auch gegenseitig motiviert und unterstützt hat. Foto: privat
Frau Vaque, wie würden sie sich mit wenigen Sätzen vorstellen?
Nach meinem Bachelorstudium an der Universität Hamburg habe ich den Masterstudiengang Computer Science an der Technischen Universität Chemnitz abgeschlossen. Seit meinem Masterabschluss arbeite ich bei der Accenture GmbH in Frankfurt/Main. Meine Karriere begann ich im Bereich Accenture Technology mit den Schwerpunkten SAP und Business Architecture. Heute bin ich Unternehmensberaterin im Bereich Accenture Strategy & Consulting tätig und begleite Unternehmen bei strategischen Fragestellungen sowie der Optimierung ihrer Geschäftsprozesse. Besonders interessieren mich Process Excellence, Künstliche Intelligenz sowie die Verbindung von innovativen Technologien und strategischer Unternehmensberatung.
Warum fiel die Wahl auf ein Studium in Chemnitz?
Die TU Chemnitz hat mich durch ihr hochwertiges Studienangebot, ihre internationale Atmosphäre und ihre praxisnahe Ausrichtung überzeugt. Besonders attraktiv fand ich die Möglichkeit, mich intensiv mit aktuellen Technologien und Forschungsprojekten auseinanderzusetzen. Mir war außerdem wichtig, an einer Technischen Universität zu studieren, um mein technisches Wissen gezielt zu vertiefen und mich intensiv mit zukunftsweisenden Technologien zu beschäftigen. Rückblickend war diese Entscheidung genau richtig. Das Studium an der TU Chemnitz hat mich sowohl fachlich als auch persönlich nachhaltig geprägt und hervorragend auf meinen späteren Berufsweg vorbereitet.
Was ist Ihre schönste Erinnerung, wenn Sie an Ihre Studienzeit in Chemnitz zurückdenken?
Am liebsten erinnere ich mich an die gemeinsame Zeit mit meinen Kommilitonen. Meine gesamte Studienzeit fiel nahezu vollständig in die Corona-Pandemie, sodass die meisten Vorlesungen, Veranstaltungen und sogar viele Prüfungen online stattfanden. Anfangs war das natürlich eine große Herausforderung, weil persönliche Begegnungen nur eingeschränkt möglich waren. Gerade deshalb haben wir unsere kleinen Lerngruppen besonders geschätzt. Im Rahmen gemeinsamer Projekte und Gruppenarbeiten haben wir nicht nur zusammen gelernt und schwierige Aufgaben gelöst, sondern uns auch gegenseitig motiviert und unterstützt. In dieser außergewöhnlichen Zeit sind Freundschaften entstanden, die bis heute bestehen. Rückblickend hat uns die Pandemie zwar vor große Herausforderungen gestellt, gleichzeitig aber auch gezeigt, wie wichtig Zusammenhalt, gegenseitiges Vertrauen und Teamarbeit sind.
Würden Sie aus heutiger Sicht das gleiche Studium erneut wählen und warum?
Ja, auf jeden Fall. Das Studium hat mir nicht nur fundiertes technisches Wissen vermittelt, sondern auch analytisches Denken sowie die Fähigkeit, komplexe Probleme strukturiert zu lösen. Diese Kompetenzen begleiten mich bis heute in meinem Berufsalltag als Unternehmensberaterin und helfen mir täglich dabei, gemeinsam mit meinen Kunden nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Rückblickend würde ich mich jederzeit wieder für dieses Studium an der TU Chemnitz entscheiden.
Wie ging es nach dem Studium an der TU Chemnitz weiter? Wie verlief Ihr weiterer Karriereweg? Welche Entscheidungen haben Sie vorangebracht und gab es auch Rückschläge?
Nach meinem Masterabschluss begann ich meine berufliche Laufbahn bei Accenture. Seitdem arbeite ich in internationalen Beratungsprojekten und unterstütze Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen bei der digitalen Transformation sowie der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsprozesse und Strategien. Für meine persönliche Entwicklung war es besonders wichtig, offen für neue Herausforderungen zu bleiben und kontinuierlich dazuzulernen. Natürlich gab es auch Situationen, in denen ich meine Komfortzone verlassen musste oder Projekte nicht wie geplant verliefen. Rückblickend waren jedoch genau diese Erfahrungen die wertvollsten. Sie haben mich sowohl persönlich als auch beruflich wachsen lassen und mir geholfen, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Mein Arbeitsalltag ist äußerst abwechslungsreich. Ich arbeite mit Kunden aus Deutschland sowie aus verschiedenen europäischen und nordamerikanischen Ländern zusammen. Je nach Projekt bin ich direkt vor Ort beim Kunden tätig – manchmal für einige Tage, häufig über mehrere Monate und auch im Ausland. Zu meinen Aufgaben gehören unter anderem Systemmigrationen, Datenanalysen, Prozessoptimierungen, Workshops mit Führungskräften, die Erstellung von Präsentationen sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Projektteams. Besonders spannend finde ich, dass jedes Projekt neue Herausforderungen mit sich bringt und ich dadurch immer wieder unterschiedliche Unternehmen, Branchen und Unternehmenskulturen kennenlernen darf. Genau diese Vielfalt macht den Beratungsberuf für mich so attraktiv.
Haben Sie Visionen für Ihre Zukunft? Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Ich möchte mich sowohl fachlich als auch persönlich kontinuierlich weiterentwickeln und Unternehmen dabei unterstützen, die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern. In zehn Jahren sehe ich mich in einer Position mit größerer Verantwortung, in der ich komplexe Transformationsprojekte leite und gleichzeitig junge Kolleginnen und Kollegen auf ihrem Karriereweg begleite und fördere. Darüber hinaus möchte ich mein Wissen in Zukunftstechnologien wie KI und Quantum Computing weiter vertiefen und dazu beitragen, innovative Lösungen erfolgreich in die Unternehmenspraxis zu integrieren.
Haben Sie noch Verbindungen zur TU Chemnitz und wie wichtig ist Ihnen das TUCalumni-Netzwerk Ihrer Uni?
Selbstverständlich. Ich verfolge die Entwicklungen an der TU Chemnitz weiterhin mit großem Interesse und freue mich, den Kontakt zu meiner ehemaligen Universität aufrechterhalten zu können. Das TUCalumni-Netzwerk halte ich für eine wertvolle Plattform, um Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu pflegen und Studierende beim Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen.
Im Ausgleich zum Job - wofür begeistern Sie sich privat am meisten? Was war Ihr letztes großes Projekt?
In meiner Freizeit reise ich sehr gerne und entdecke neue Städte und Kulturen. Außerdem beschäftige ich mich intensiv mit neuen Technologien und verfolge insbesondere die rasante Entwicklung im Bereich der KI. Derzeit arbeite ich an einem Buch über KI mit dem Arbeitstitel „Brain AI“. Mein Ziel ist es, komplexe KI-Themen verständlich aufzubereiten und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Langfristig plane ich, das Buch unter anderem in Süd Korea und Deutschland zu veröffentlichen.
Welche Tipps haben Sie für junge Absolventinnen und Absolventen für den Berufseinstieg?
Mein wichtigster Rat lautet: Bleiben Sie neugierig und haben Sie keine Angst davor, Neues auszuprobieren. Niemand erwartet von Berufseinsteigern, dass sie bereits alles wissen. Viel wichtiger sind Lernbereitschaft, Eigeninitiative und die Fähigkeit, gut mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. Ebenso empfehle ich, frühzeitig ein berufliches Netzwerk aufzubauen und offen für neue Chancen zu bleiben. Oft ergeben sich die spannendsten Möglichkeiten genau dort, wo man sie zunächst gar nicht erwartet. Und schließlich: Haben Sie keine Angst vor Fehlern. Jeder Mensch macht Fehler und erlebt Rückschläge. Entscheidend ist nicht, Fehler zu vermeiden, sondern aus ihnen zu lernen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Wer offen bleibt, Chancen ergreift und bereit ist, aus seinen Erfahrungen zu lernen, wird langfristig erfolgreich sein.
(Die Fragen stellte Stephanie Höber, Alumni-Koordinatorin der TU Chemnitz.)
Mario Steinebach
21.07.2026