Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
TUCaktuell
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 
TUCaktuell Campus

Gefragte Expertise zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie

Chemnitzer Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Sebastian Gechert war als Sachverständiger bei einer Anhörung der Corona-Enquete-Kommission des Bundestages

  • Porträt eines Mannes.
    Prof. Dr. Sebastian Gechert ist Inhaber der Professur Makroökonomie an der TU Chemnitz. Foto/Collage: Prof. Dr. Sebastian Gechert (privat) / Jacob Müller

Die Corona-Pandemie bildete weltweit nicht nur eine Herausforderung für die Gesundheitssysteme, sie führte auch zu starken wirtschaftlichen Schäden. Wie sich dies konkret gestaltete und welche Reaktionen der Politik zu welchen Konsequenzen führten, hat die Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ am 9. Juli 2026 in einer öffentlichen Anhörung zum Thema „Wirtschaftliche Folgen und Branchenhilfen“ untersucht. Prof. Dr. Sebastian Gechert, Professor für Makroökonomie an der Technischen Universität Chemnitz, war als Sachverständiger eingeladen und hat zudem eine schriftliche Stellungnahme vorgelegt, die die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Jahre 2020 bis 2022 anhand von Effektivität, Effizienz und Verteilungswirkung bewertet.

„Die wirtschaftspolitischen Stützungsmaßnahmen während der Corona-Pandemie waren in der Gesamtschau überwiegend wirksam – auch angesichts des Zeitdrucks und der großen Unsicherheit, die damals herrschten: Sie haben eine tiefere Rezession, eine ausgeprägtere Insolvenzwelle und einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert, ohne die Inflation wesentlich anzuheizen oder eine Welle verschleppter Insolvenzen nach sich zu ziehen“, sagt Gechert. Zugleich zeige sich Verbesserungspotenzial bei der Effizienz und Verteilungswirkung einzelner Instrumente. „Während beispielsweise der Kinderbonus oder die verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten zielgenau und kosteneffizient waren, erwies sich etwa die temporäre Mehrwertsteuersenkung als teuer und wenig wirksam. Für künftige Krisen sollten wir aus diesen Erfahrungen lernen: mit einer systematischen Verteilungsfolgenabschätzung von Gesetzesentwürfen, einer klareren Priorisierung effizienter Instrumente, wie zum Beispiel einkommensgestaffelte Direktauszahlungen, und einem wissenschaftlich evaluierten Instrumentenkatalog, der im Ernstfall sofort einsatzbereit ist", resümiert der Chemnitzer Wirtschaftswissenschaftler.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Sebastian Gechert, Telefon +49-371-531-37468, E-Mail sebastian.gechert@wiwi.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
22.07.2026

Alle „TUCaktuell“-Meldungen
Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.