Vietnamesisches Leben in Karl-Marx-Stadt und Chemnitz
Erfolgreiche Pop-up Ausstellung im Rahmen des TUCculture-Fonds lies vietnamesisches Leben in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt und Chemnitz sichtbar werden und zeigt Einblicke in 60 Jahre Migrationsgeschichte
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Das Team der Pop-up-Ausstellung mit seinen Unterstützerinnen und Unterstützern präsentierte wissenschaftliche Erkenntnisse vor mehr als 60 Jahren zur vietnamesischen Migration nach und in Chemnitz (Bild v. l. n. r.): Ngọc Anh Phan, Quỳnh Lê Nguyễn, Andreas Neubert, Vân Vũ Phạm, Nguyễn Bích Ngọc und Theo Döppers (auf dem Foto fehlt: Đinh Quỳnh Như). Foto: privat
An der Technischen Universität fand am 23. April im IdeenReich der Universitätsbibliothek eine Pop-up-Ausstellung statt, die das Leben vietnamesischer Studierender und Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeitern in der früheren Karl-Marx-Stadt und im heutigen Chemnitz dokumentierte und illustrierte. Die Ausstellung ist Teil des von TUCculture 2025 geförderten Projektes "Unbekannte Nachbarn? Vietnamesische Diaspora in Chemnitz und Region" an der Professur Allgemeine Erziehungswissenschaft der TU Chemnitz.
Die Ausstellung präsentierte wissenschaftliche Erkenntnisse zur vietnamesischen Migration nach bzw. in Chemnitz und brachte den Besucherinnen und Besuchern persönliche Geschichten von Auszubildenden, Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeitender sowie Studierenden näher, die hier ab Mitte der 1960er Jahre studiert, gearbeitet und gelebt haben. In den 1970er und 1980er Jahren erfuhr die Stadt Chemnitz durch den Abschluss zwischenstaatlicher Verträge über die Ausbildung beziehungsweise zur Entsendung von ausländischen Arbeitskräften, Auszubildenden und Studierenden in die ehemalige DDR eine hohe Zuwanderung von Vietnamesinnen und Vietnamesen. Ab 1985 bildeten diese sogar die größte Gruppe der Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeitender innerhalb der DDR, wobei wiederum der überwiegende Teil von ihnen im ehemaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt arbeitete und wohnte.
Das in der Pop-up-Ausstellung verwendete Bild-, Dokument- und Fotomaterial stammt aus umfassenden Recherchen im Universitätsarchiv, im Sächsischen Staatsarchiv und im Chemnitzer Stadtarchiv sowie aus privaten Bild- und Fotobeständen von Mitgliedern der deutsch-vietnamesischen Community. Es wurde anschließend systematisch aufbereitet und zusammengeführt. Insbesondere die privaten Bilder und Fotos vermitteln einen anschaulichen Eindruck des lebendigen vietnamesischen Lebens in der Region Chemnitz zu dieser Zeit.
Für einige Besucherinnen und Besucher war die Ausstellung ein Ort der Begegnung mit einem neuen Thema. Andere hingegen entdeckten auf den ausgestellten Fotos alte Freunde und Bekannte wieder und nutzten den Veranstaltungsort als Treffpunkt, um sich mit Bekannten aus dieser Zeit wiederzutreffen. Dadurch war die Veranstaltungen von einer freundschaftlich-familiäre Atmosphäre geprägt.
Aufgrund des sehr guten Anklangs der Pop-up-Ausstellung ist infolgedessen die Weiternutzung des genutzten Poster- und Videomaterials an anderen öffentlichen Orten in Chemnitz bereits angedacht und geplant.
Weitere Informationen erteilt: theo.döppers@phil.tu-chemnitz.de
Autoren: Dr. Andreas Neubert, Anne Eichhorn
Anne Eichhorn
07.05.2026