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„JustArts – Just Representation“

Internationales Symposium an der TU Chemnitz rückt vom 4. bis 6. Juni 2026 verschiedene Formen der Repräsentation von Geflüchteten in den Mittelpunkt – Veranstaltung ist Auftakt für interdisziplinäres Forschungsnetzwerk

An der Technischen Universität Chemnitz findet vom 4. bis 6. Juni 2026 ein von der Fritz-Thyssen-Stiftung gefördertes Symposium zum Thema „JustArts – Just Representation“ statt, auf dem Formen der Repräsentation von Geflüchteten diskutiert werden sollen – insbesondere aus künstlerischer und literarischer Perspektive. Veranstalterin ist die Professur Anglistische Literaturwissenschaft (Leitung: Prof. Dr. Cecile Sandten) an der Philosophischen Fakultät. Weitere Initiatorinnen und Initiatoren des Symposiums sind Professor David Herd, Literaturwissenschaftler an der Universität St Andrews (Großbritannien), Autor und Aktivist sowie Mitbegründer des Projekts „Refugee Tales“, Claudia Gualtieri, Professorin für Literaturen in Englisch und Anglophone Kulturen von der Universität Mailand (Italien), sowie Dr. Christin Hoene, Assistant Professor für Literaturwissenschaft an der Universität Maastricht (Niederlande).

Zum Hintergrund des Symposiums: Prekäre Formen menschlicher Mobilität gehören zu den zentralen geopolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Tausende Migrantinnen und Migranten sterben jedes Jahr auf ihren Fluchtrouten – oftmals ohne registriert zu werden –, während Milliarden öffentlicher Gelder in Grenzmauern investiert werden, egal ob physisch oder digital. Diese Maßnahmen verhindern Mobilität jedoch nicht, sondern lenken sie um und erhöhen dadurch Risiken sowie die Zahl der Todesopfer. „Dem Verhältnis zwischen Grenzen, Migrationspolitik, prekären Formen der Mobilität sowie den gelebten Erfahrungen und damit auch der tatsächlichen Repräsentation von Migrantinnen und Migranten ist jedoch nach wie vor nur unzureichend nachgegangen worden. Die Forschung konzentriert sich häufig lediglich auf die Ursachen oder Folgen von Migration und lässt damit eine Lücke im Kontext des Migrationsprozesses selbst“, schätzt Sandten ein. Entscheidungen werden aus ihrer Sicht oftmals über diejenigen hinweg getroffen, die als „illegale Immigranten“ bezeichnet werden; ihre Stimmen werden durch Politik- und Mediendiskurse, die häufig anti-migrantische Tendenzen haben, zum Schweigen gebracht.

„Diesen Stimmen, zum Beispiel in Literatur, Kunst, Medien und Politik, Gehör zu verschaffen, kann dominante gesellschaftliche Narrative herausfordern und zu gerechteren Formen der Repräsentation und Mitbestimmung beitragen. Unsere Konferenz möchte diese Lücke durch einen interdisziplinären Dialog über die Repräsentation unsicherer Mobilität, prekärer Ankunft sowie oftmals verweigerter menschlicher und politischer Rechte schließen“, sagt Sandten. „Mobilitätsprozesse gehören zu den dynamischsten Phänomenen unserer Gegenwart“, so Sandten weiter. Gerade in Zeiten von weltweit zunehmenden bewaffneten Konflikten, veränderten sie sich fortlaufend in Reaktion auf alltägliche Bedürfnisse sowie den Kampf um Überleben und Anerkennung. “Kunst und Literatur eröffnen hierbei eine besondere Perspektive: Sie spiegeln diese rasanten Transformationen nicht nur wider, sondern weisen zugleich auf neue Wege und Formen des Verstehens und Aushandelns hin, die andernfalls möglicherweise unzugänglich bleiben”, sagt Sandten. Indem an der TU Chemnitz internationale Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen zusammengebracht werden, untersucht die Konferenz im Rahmen des „JustArts – Just Representation“-Ansatzes das komplexe Zusammenspiel von gelebter Erfahrung und gerechter Repräsentation.

„Unsere Veranstaltung versteht sich auch als konzeptioneller Auftakt für ein interdisziplinäres Forschungsnetzwerk, das wissenschaftliche Publikationen hervorbringen, Dissertationen unterstützen, internationale Kooperationen fördern und das öffentliche Bewusstsein für Fragen gerechter Repräsentation stärken soll“, wie Sandten erläutert. Das Symposium sei daher ausdrücklich als ein stark diskursives und auf Austausch ausgerichtetes Forum konzipiert. Neben 20 thematischen Vorträgen von internationalen Expertinnen und Experten, wird der Frage der gerechten Repräsentation auch in anderen Formaten nachgegangen: in zwei Buchpräsentationen, zwei Stadtführungen zu migrationsrelevanten Orten (eine durchgeführt von Prof. Dr. Birgit Glorius von der Professur für Humangeographie mit Schwerpunkt Europäische Migrationsforschung an der TU Chemnitz – als Walking Keynote), in einer Performance mit dem italienischen Rapper Moder sowie einer musikalische Lesung mit dem syrischen Lyriker Thaer Ayoub und der französischen Sängerin Valérie Suty. Das Symposium findet im IdeenReich der Universitätsbibliothek der TU Chemnitz, Straße der Nationen 33, statt.

Programm des Symposiums „JustArts – Just Representation“: https://www.tu-chemnitz.de/phil/english/sections/englit/conferences.php

Kontakt: Prof. Dr. Cecile Sandten, cecile.sandten@phil.tu-chemntiz.de, und Dr. Mandy Beck, mandy.beck@phil.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
28.05.2026

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