Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
TUCaktuell
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 
TUCaktuell Veranstaltungen

ISINA 2026: Netzwerken, Wissenstransfer, Zukunft gestalten

Großes Interesse an Interdisziplinärem Symposium für Frauen im MINT-Bereich, bei dem erneut die Vernetzung und Kooperation von Wissenschaft und Praxis im Mittelpunkt standen – Beliebtes Format wird 2027 fortgeführt

Am 18. und 19. März 2026 fand an der Technischen Universität Chemnitz zum elften Mal das Interdisziplinäre Symposium für Frauen im MINT-Bereich (ISINA) statt. Die Veranstaltung bot eine Plattform für Wissenstransfer, interdisziplinären Austausch und Diskussion zukunftsweisender Themen. Schwerpunkte lagen auf interdisziplinärer Forschung, Karrierewegen sowie persönlicher und beruflicher Entwicklung. Initiiert wurde das Symposium von Prof. Dr. Olfa Kanoun, Inhaberin der Professur Mess- und Sensortechnik, sowie Karla Kebsch, Gleichstellungsbeauftragte der TU Chemnitz.

In ihrer Begrüßung würdigte Karla Kebsch das interdisziplinäre Symposium ISINA als eine innovative gleichstellungsfördernde Maßnahme. Anschließend eröffnete Prof. Dr. Olfa Kanoun die Tagung und würdigte die kontinuierliche Entwicklung des Symposiums. Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Dr. Irene Coin (Universität Leipzig) mit „Professor by accident: from chemistry to biomedicine“. Sie sagte: „Wissenschaft ist kein Job – sie ist eine Leidenschaft.“ Sie machte deutlich, dass es keinen einheitlichen Karriereweg gibt, kritisierte das Konzept „Work-Life-Balance“ als unpassend und forderte die Teilnehmerinnen auf, ihre Lebensprioritäten bewusst zu setzen. Vielfalt in der Wissenschaft sei eine zentrale Stärke und bereichere Forschung nachhaltig.

Das Vortragsprogramm umfasste acht Beiträge aus Wissenschaft und Praxis. Prof. Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann (TU Chemnitz) sprach über Forschung zwischen Disziplinen und außerhalb etablierter Normen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, von den Erfahrungen anderer Frauen zu lernen, ohne alle Schritte selbst durchlaufen zu müssen. Prägnant formulierte sie zudem mit Blick auf die akademische Entwicklung: „Die Wissenschaftlerinnen kommen als Rohdiamant, sie gehen als Hochkaräter.“ Während Dr. Teresa Tschirner (Physikalisch-Technische Bundesanstalt Braunschweig) neueste Entwicklungen im Bereich der Graphen-Forschung für metrologische Anwendungen vorstellte, beleuchtete Prof. Dr. Heather Harrington (TU Dresden) die Analyse komplexer biologischer Daten. Dr. Rim Barioul (TU Chemnitz) stellte KI-gestützte Gestenerkennung vor: „Wir wollen nicht nur die Komplexität der Modelle reduzieren, sondern auch die physikalischen Zusammenhänge dahinter verstehen.“ Dr. Andresa Germano (TU Chemnitz) thematisierte Frauengesundheit im MINT-Bereich und betonte, dass diese bislang noch zu wenig offen diskutiert wird. Praxisnahe Einblicke lieferte Linda Zeidler (ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH) zur industriellen Qualitätssicherung.

Ein Schwerpunkt der ISINA 2026 waren erneut die praxisorientierten Workshops. In acht Formaten konnten die Teilnehmerinnen Kompetenzen in Kommunikation, Resilienz, souveränem Auftreten, Führung, Karriereplanung, KI-Anwendungen und EU-Förderung erwerben.

Ein besonderes Highlight war die Keynote von Dr. Laura Lazar (be cosmopolite) zum Thema „Finding Your Voice, Owning Your Path – Barriers, Communication, and Women’s Leadership in Academia“. Sie betonte die Bedeutung von Sichtbarkeit und Netzwerken für die Karriereentwicklung und unterstrich, dass Frauen sowohl untereinander als auch mit Männern netzwerken sollten. Mentoren könnten entscheidend helfen, neue Chancen zu eröffnen. Lazar gab den Teilnehmerinnen Impulse, bewusst mit Feedback umzugehen und selbst zu entscheiden, was für den eigenen Weg relevant ist.

Das erfolgreiche Symposium wird auch 2027 fortgeführt und leistet weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Wissenschaftlerinnen sowie zur Stärkung interdisziplinärer Netzwerke.

Weitere Informationen erteilt Maika Filz, Koordinatorin des Symposiums ISINA, Telefon 0371 531-34542, E-Mail ISINA@tu-chemnitz.de

(Autorin: Maika Filz)

Mario Steinebach
20.03.2026

Alle „TUCaktuell“-Meldungen
Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.