Lucas Kirchberger M.A.
Landesinnovationspromotionsstipendiat im ESF-geförderten Projekt
"Antikerezeption und Regionalbezüge in sächsischen Schulbüchern des 19. bis 21. Jahrhunderts"

Kontakt |
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Postadresse |
Technische Universität Chemnitz Professur Geschichte der Antike und der Antikerezeption in der Moderne 09126 Chemnitz |
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Lebenslauf
Ausbildung
- 2021-2024: Studium Master Europäische Geschichte an der Technischen UniversitätChemnitz
- 2017-2021: Studium Bachelor Europäische Geschichte an der Technischen Universität Chemnitz
- 2013-2017: Studium Bachelor Politikwissenschaft an der Technischen Universität Chemnitz
- 2012: Abitur am Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz
Akademische Positionen
- 2023: Wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt: „Die Welt von gestern sehen und das Heute verstehen: eine „Zeitreise“ durch Kloster und Schloss Mildenfurth“ bei Prof. Dr. Christoph Fasbender, Inhaber der Professur Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Chemnitz
- 2022-2024: Tutor bei Prof. Dr. Marian Nebelin, Inhaber der Professur Geschichte der Antike und der Antikerezeption in der Moderne an der Technischen Universität Chemnitz
- 2018-2020: Tutor bei Prof. Dr. Martin Clauss, Inhaber der Professur Geschichte Europas im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Chemnitz
- 2018-2020: studentische Hilfskraft bei Prof. Dr. Martin Clauss, Inhaber der Professur Geschichte Europas im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Chemnitz
Promotionsprojekt
"Antikerezeption und Regionalbezüge in sächsischen Schulbüchern des 19. bis 21. Jahrhunderts"
Drittmittelgeber: ESF (über SAB und SMWK)
Laufzeit: 8/2024-7/2028
Es ist Recht zu behaupten, dass Schulbücher zu den einflussreichsten Medien historischer Bildung zählen. Über ihre primäre Bildungsfunktion hinaus fungieren sie in einem staatlich organisierten Bildungssystem zugleich als Träger impliziter und expliziter Strategien staatlicher Existenzlegitimation. Vergangenheit wird dabei nicht lediglich rekonstruiert, sondern als Projektionsfläche zur Stabilisierung und Begründung bestehender Herrschaftsordnungen instrumentalisiert.
Insbesondere die Antike bietet aufgrund des ihr zugeschriebenen Idealbildes einer europäischen Hochkultur eine anschlussfähige Referenzfolie. Bereits im Mittelalter lassen sich genealogische Konstruktionen nachweisen, die Herrschaft durch die Rückführung auf antike Ursprünge legitimieren sollten. Auch moderne Demokratien rekurrieren in unterschiedlicher Intensität auf ein tatsächliches oder konstruiertes antikes Erbe, um normative Grundlagen politischer Ordnung zu plausibilisieren.
Vor diesem Hintergrund erscheint es bemerkenswert, dass Sachsen als historischer Raum niemals Teil des antiken Kulturkreises war und dennoch in sächsischen Schulgeschichtsbüchern entsprechende Legitimationsstrategien im Rückgriff auf die Antike nachweisbar sind. Das Dissertationsprojekt zielt darauf ab, die Konstruktion einer „sächsischen Antike“ als spezifische Form kultureller Rezeption im Sinne der Transformationstheorie zu analysieren. Ziel ist es, die Mechanismen, Funktionen und Entwicklungslinien dieser Antikerezeption in sächsischen Schulbüchern systematisch zu rekonstruieren.
Schulbüchern kommt dabei eine zentrale gesellschaftliche Funktion zu, insofern sie als Medien der Reproduktion und Distribution kulturellen Wissens fungieren. Ihre Analyse ermöglicht es, latente kulturelle Deutungsmuster freizulegen und trägt perspektivisch zur Optimierung von Schulbüchern als Lehr-Lern-Medien bei. Damit ist zugleich ein Beitrag zur Förderung gesellschaftlicher Innovationspotenziale verbunden, da schulische Bildungsprozesse maßgeblich die Kompetenzentwicklung und Handlungsmächtigkeit von Individuen im Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse beeinflussen.
Die Berücksichtigung des Regionalbezugs eröffnet darüber hinaus eine analytische Perspektive, die die Relation zwischen narrativen Konstruktionen in Schulbüchern und konkreten geografischen Räumen in den Blick nimmt. Auf diese Weise lässt sich rekonstruieren, wie sächsische Städte, Orte und Regionen in unterschiedlichen historischen Kontexten wahrgenommen, interpretiert und funktionalisiert wurden.
In meinem Blog berichte ich über erwählte Themen der Promotion: Link zum Blog