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Uni aktuell Forschung

2.400 Dienstfahrten wurden absolviert

EU-gefördertes Projekt „ECoMobility“ wurde an der Universität erfolgreich abgeschlossen - Zahlreiche TU-Angehörige trugen zum Erfolg des Projektes bei

Die Laufzeit des Projektes „ECoMobility – Connected E-Mobility – Vernetzte Elektromobilität am Beispiel der TU Chemnitz“ der Technischen Universität Chemnitz endete zum 31. August 2018. Die am Projekt beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TU legten insgesamt fast 40.000 Kilometer mit umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen und dem Öffentlichen Nahverkehr zurück. Das Projekt „ECoMobility“ wurde durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Ziel des Projektes war es, ein nachhaltiges Mobilitätskonzept für kurze und mittlere Wege am Beispiel der TU Chemnitz umzusetzen, zu evaluieren und zu optimieren. Insgesamt sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler forschten daran seit 2015. Neben technischen Aspekten wurde auch das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer erforscht. Kürzlich präsentierte das Team im Alten Heizhaus der TU Chemnitz im Rahmen eines Abschlusssymposiums ausgewählte Projektinhalte und Ergebnisse. Zusätzlich gaben externe Referentinnen und Referenten Einblicke in universitätsexterne Forschungs- und Praxisprojekte.

Akzeptanz vernetzter Elektromobilität und energieoptimierte Fahrweise

Seit Oktober 2016 nutzten fast 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit insgesamt 2.400 Buchungen das vernetzte Mobilitätsangebot mit verschiedenen Verkehrsträgern von ECoMobility und legten so über 24.000 Kilometer per Elektroauto und 7.000 Kilometer via Pedelec zurück. Durch die Nutzung der E-Autos konnten so über 40 Prozent der CO2-Emissionen gegenüber von Fahrten mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor vermieden werden. Im März 2018 wurden drei der genutzten Elektrofahrzeuge dauerhaft angeschafft. Diese Fahrzeuge stehen über das Projekt hinaus für Forschungszwecke zur Verfügung. Die Nachnutzung der vorhandenen Ladeinfrastruktur wird derzeit geprüft.

Weitere Ergebnisse: 14 Prozent der Probandinnen und Probanden nutzten außerhalb des Projektes Sharing-Angebote. Dabei fällt die Nutzung von Car-Sharing höher aus als diejenige von Bike-Sharing. Nur sieben Prozent der Befragten besaßen selbst ein Elektrofahrzeug (darunter auch Pedelecs). Für die private Nutzung sind den Nutzern  tendenziell kurzfristige Auswirkungen wie eine mögliche Kosteneinsparung wichtiger als langfristig positive Auswirkungen wie beispielsweise Umweltaspekte.

Laut Online-Befragung bewerteten die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer die Handhabung des Mobilitätssystems, welches neben den Fahrzeugen mit ihrer Infrastruktur aus einer App zur Buchung von Fahrten bestand, als einfach und nützlich und gaben eine hohe zukünftige Nutzungsintention an. Somit konnte ECoMobility durch die positive Erfahrung, welche die Nutzerinnen und Nutzer sammelten, einen aktiven Beitrag zur Akzeptanz von Elektromobilität und Sharing leisten. Nutzende mit absolvierten Fahrten waren gegenüber einer Nutzung positiver eingestellt als diejenigen ohne praktische Erfahrung. Das ist ein wichtiger Hinweis auf die Bedeutung von eigenen Erfahrungen hinsichtlich der Akzeptanz neuer Technologien.

Durch den Einsatz verschiedener Anreize zum energieeffizienten Fahren ergaben sich neue Verhaltensweisen bei den Nutzerinnen und Nutzern. Als besonders motivierend stellten sich die sozialen Vergleiche über die Buchungsapp mit den anderen Projektteilnehmern heraus. Monetäre Anreize zeigten eine geringere Wirkung. Zur Optimierung des Routenwahlverhaltens bei Elektrofahrzeugfahren wurde ein Display entwickelt, was neben der schnellsten und kürzesten Route auch die energieeffizienteste Route für Elektrofahrzeuge enthält. Der geringer durchschnittliche Fahrenergiebedarf durch den Einsatz des Displays wurde in einer Realfahrstudie evaluiert.

Anpassung der Geschäftsmodelle

Durch die Auswertung der durch die Probanden am erfolgversprechendsten bewerteten Geschäftsmodelle konnte gezeigt werden, dass einzelne isolierte Geschäftsmodelle keinen ausreichenden Kundennutzen generieren können. Die Geschäftsmodelle sind auf Synergie und Zusammenarbeit mit weiteren angewiesen. Durch diese Bündelung können Wettbewerbsvorteile aus- sowie kritische Erfolgsfaktoren besser aufgebaut und verteidigt werden. Das erfolgversprechendste Geschäftsmodell für Transport und Beförderungsdienstleistungen, Corporate Carsharing (exklusive Nutzung eines Sharing-Pools für Unternehmenskunden), muss durch eine zusätzliche private Nutzung der Ressourcen bei Überkapazitäten tragfähig gestaltet werden.

Weitere Informationen zum Projekt Eco-Mobility erteilt Benjamin Jacobsen von der Professur BWL III – Unternehmensrechnung und Controlling, Telefon 0371 531-30084, E-Mail benjamin.jacobsen@wirtschaft.tu-chemnitz.de

(Autor: Benjamin Jacobsen)

Mario Steinebach
05.11.2018

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