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Mehr als eine Schnapsidee - Podcast verfügbar

Felix Adler hat an der TU Chemnitz und berufsgleitend an der TUCed studiert – Heute leitet er neben seinem Beruf im Marketing sein eigenes Eierlikör-Unternehmen in Chemnitz

Alles fing 2012 mit einer Einladung zu einer Silvesterparty an: Felix Adler entschied sich, selbstgemachten Eierlikör in verschiedenen Geschmacksrichtungen mitzubringen. Die Gäste auf der Party waren begeistert und kurz darauf war Adlers selbstgemachte Spirituose ein echter Geheimtipp. Heute besitzt der 35-Jährige eine eigene Manufaktur, das „Eierlikörz“ am Brühl, wo er seine Likör-Kreationen neben seinem Job als stellvertretendem Marketingmanager in einem Maschinenbau-Unternehmen in verschiedenen selbstgemachten Geschmacksrichtungen verkauft.

Im Podcast gibt Adler persönliche EInblicke in seine Leidenschaft für Eierlikör und seine unternehmerische Vision.

Erste Marketing-Kenntnisse an der TU

Bevor er sich selbstständig machte, studierte Felix Adler nach seinem Abitur 2002 Medienkommunikation an der Technischen Universität Chemnitz. Damals begeisterten ihn die Vielseitigkeit und der interdisziplinäre Aufbau des Studiums. Adler erzählt: „Wir waren damals einer der ersten Bachelor-Studiengänge überhaupt an der TU und noch ein bisschen die Exoten mit einem Creditpoint-System, was ein bisschen Fluch und Segen zugleich war. Man musste relativ schnell lernen, sich selbst zu organisieren, was mit Anfang 20 gar nicht so leicht war.“ Seine Studienzeit verbrachte der gebürtige Chemnitzer regelmäßig in der Mensa, im Cube Club und im Club Atomino. In den Semesterferien war er häufig auf den Skipisten im Erzgebirge zu finden. Adler beschreibt seine Studienzeit als eine der schönsten Abschnitte seines Lebens. Bis heute profitiere der 35-Jährige von seinen Studieninhalten: „Aufgrund der hohen interdisziplinären Ausrichtung des Studiengangs geht die Lehre natürlich mehr in die Breite als in die Tiefe, was für ein Berufsbild im Marketing wunderbar ist, da man dort immer irgendwo eierlegende Wollmilchsau ist. Das hat mir schon viel weitergeholfen, viele Themen zumindest mal kennengelernt zu haben.“

In Bezug auf seine Selbstständigkeit hat vor allem auch das anschließende Master-Studium MBA Customer Relationship Management/Beziehungsmarketing an der TUCed geholfen, das er berufsbegleitend absolvierte. „Obwohl ich wirklich viele verrückte Seminare besucht habe, war Eiertrennen leider keins davon. Aber Spaß beiseite: Natürlich hilft bei jeder Gründung, wenn man marketingseitig halbwegs fit ist und manches einfach selbst auch praktisch umsetzen kann. Agenturen kosten Geld, das gerade am Anfang für ganz andere Sachen gebraucht wird.“

Die Gründung von „Eierlikörz“

Der Weg in die Selbstständigkeit war ein schleichender Prozess. Nachdem Adler für seine Freunde Ostern, Muttertag und an anderen Feiertagen Eierlikör in der heimischen Küche kochte, stellte er 2014 seinen selbstgemachten Alkohol auf eine harte Probe bei der deutschlandweiten Meisterschaft des Eierlikörs in Oberwiesenthal. Die Geschmacksrichtung „Blue Steel“ setzte sich gegen zehn Konkurrenten durch und wurde Deutschlands bester Eierlikör. Adler erinnert sich gerne an dieses Ereignis zurück: „Es war einfach nur großartig. Einer der größten Erfolge meines Lebens!“. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich die Idee, ein eigenes Geschäft zu gründen. „Die Eierlikörmanufaktur war letztendlich mehr Konsequenz als Plan, da das Produkt ja nicht am Reißbrett, sondern aus einer ‚Schnapsidee‘ heraus entstand,“ erzählt Felix Adler augenzwinkernd. „Es war also höchste Zeit, entweder aufs Ganze zu gehen oder das Thema zu lassen.“ Also gründete er neben dem Beruf die Manufaktur „Eierlikörz“ am Chemnitzer Boulevard „Brühl“. Der Brühl als Gründungsort sei optimal gewesen, da diese Umgebung viel Potenzial zur Umsetzung eigener Ideen biete. Ebenfalls seien die Mieten für ein Startup erschwinglich.

Das Geheimnis: ein altes DDR-Rezept

Am Chemnitzer Brühl findet die gesamte Herstellungskette des Eierlikörs statt. Der Eierlikör wird nach einem traditionellen Verfahren in Handarbeit hergestellt. Adler: „Ich verwende ausschließlich Edelspirituosen als alkoholische Basis für Eierlikörz, unter anderem einen französischen Wodka, der aus Trauben gewonnen wird. Zusätzlich verarbeite ich ausschließlich Bio-Eigelb. Das alles wird mit einem traditionellen DDR-Rezept kombiniert.“ Um neue Geschmacksrichtungen zu kreieren, wird in Adlers Küche viel experimentiert. Der Eierlikör sei dabei eine dankbare Basis, da sich fast alles damit verarbeiten lässt. Seine Geschmacksrichtungen wählt der 35-Jährige auch saisonal: Im Sommer setze er eher auf fruchtige, im Winter auf weihnachtliche Sorten. Adler ist vom Einkauf bis zum Vertrieb für alle Bereiche des Unternehmens zuständig: „Ab und zu hilft ein Freund als Edelpraktikant aus. Es wird wohl aber noch in diesem Jahr jemand dazukommen. Allein stößt man doch schnell an Grenzen des Machbaren.“

Nicht nur für Rentnerinnen und Rentner: Comeback eines Klassikers

Dass Eierlikör nur ein Getränk für Rentner und Rentnerinnen ist, will Adler so nicht stehen lassen: „Noch vor ein paar Jahren hätte man das Gleiche über Gin sagen können. Da wäre mir auch nur Queen Mum als prominenter Vertreter eingefallen, jetzt trinkt es jeder über alle Altersklassen hinweg und es wird über Nuancen eines Wachholder-Schnaps gefachsimpelt.“ Der Vorteil des Eierlikörs sei, dass fast jeder einen Bezugspunkt dazu habe. Adlers erste Erfahrungen mit Eierlikör etwa liegen in seiner Kindheit: „Ich durfte früher immer Omas Waffelbecher essen, nachdem sie Eierlikör getrunken hatte. Es hat mir zwar nicht geschmeckt, aber ich erinnere mich trotzdem gern daran. Mit Eierlikörz kann man quasi dieses Kindheitstrauma überwinden und sich davon überzeugen, dass Eierlikör durchaus schmecken kann.“ Mittelfristiges Ziel ist die Manufaktur in Vollzeit zu betreiben. Ein weiterer wichtiger Schritt hierbei sei, dafür in größere Räume zu ziehen und einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin einzustellen. Wenn das mal nicht noch zu mehr Einladungen führt.

Podcast gibt persönlichen Einblick:

In einem Podcast berichtet Felix Adler detaillierter über die Entstehung seiner Eierlikör-Kreationen, seine Studienzeit sowie unternehmerischen Erfahrungen in Chemnitz: http://bit.ly/Podcast_Adler

Weitere Prodcasts mit persönlichen Eindrücken und Einblicken von Studierenden, Graduierten und Professorinnen und Professoren sind im YouTube-Kanal der TU Chemnitz verfügbar.

(Autorin: Nina Schreyer)

Matthias Fejes
11.06.2018

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Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

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