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MERGE-Außenstelle in Thailand gegründet

„Collaborative Centre“ an der King Mongkut’s University of Technology North Bangkok erforscht nachwachsende Rohstoffe für Leichtbaueinsatz

Die Forschungskooperation des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen“ (MERGE) an der Technischen Universität Chemnitz mit der King Mongkut’s University of Technology North Bangkok (KMUTNB) wird weiter vertieft. Nachdem in den letzten Jahren bereits der Austausch von Studierenden und Wissenschaftlerinnen sowie Wissenschaftlern erfolgreich vorangetrieben wurde, intensivieren die beiden Forschungseinrichtungen nun ihre Zusammenarbeit mit einem gemeinsamen Forschungszentrum – dem „Lightweight Structure Technologies Collaborative Center“ (LiST). Die feierliche Eröffnung fand am 8. August 2017 in Thailand statt. Eberhard Alles, Kanzler der TU Chemnitz, sprach von „einem wichtigen Schritt der internationalen Zusammenarbeit in der Schlüsseltechnologie Leichtbau“. Prof. Dr. Lothar Kroll, Sprecher des Clusters MERGE, sagte: „Das MERGE-Team freut sich auf eine weiterführende fruchtbare Kooperation im Rahmen des LiST. Vor allem die Erforschung von regionaltypischen Faserstoffen Thailands bietet eine einmalige Gelegenheit für die Erschließung neuer Anwendungsfelder im Sinne eines nachhaltigen Leichtbaus.“ Dr. Siritach Rojanaphruk, Vorsitzender des Hochschulrats und Prof. Suchart Siengchin, Rektor der KMUTNB, stellten in ihren Grußworten das Center und ihre Erwartungen an die Zusammenarbeit genauer vor.

MERGE-Außenstelle für internationale Forschung mit Nachhaltigkeit

Der Bundesexzellenzcluster MERGE der TU Chemnitz ist nicht nur Vorbild für die nun in Thailand gegründete Forschungseinrichtung, sondern betreibt im neu gegründeten LiST nun auch eine eigene Außenstelle. Neben einem Seminarraum speziell für Leichtbau-Workshops und einzelnen Technologiedemonstratoren sollen in gemeinsam betriebenen Labor- und Technikflächen regionalspezifische Faserverbundmaterialien erforscht und entwickelt werden. Zum Beispiel auf Basis nachwachsender und damit „grüner“ Rohstoffe wie Kokos, Flachs, Wasserhyazinthe oder Ananas. Auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen vor Ort und Zuliefererunternehmen der Automobilindustrie werden in die Forschung einbezogen. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Universitäten soll vorwiegend akademisch orientiert sein

Naturstoffe bieten hohes Forschungspotenzial

Insbesondere im Forschungsgebiet der faser- und textilbasierten Naturrohstoffe, das u. a. Gegenstand im Bundesexzellenzcluster MERGE ist, sind derartige internationale Kooperationen von hoher Bedeutung, da aufgrund der sehr guten Wachstumsbedingungen in subtropischen und tropischen Regionen vielfältige Fasermaterialien anfallen, die zur Verstärkung von Leichtbaustrukturen genutzt werden können. Meist liegen in diesen Ländern bisher aber nur wenige Erfahrungen zur Verarbeitung und Anwendung von Faserrohstoffen in technischen Bereichen vor. Genau an dieser Schnittstelle setzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Chemnitz an. So stand im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des LiST der Leichtbau unter dem Aspekt Industrie 4.0 im Mittelpunkt: Die Themen „Digitalisierung in der Produktion“, „Mensch-Technik-Interaktion“ sowie „Integration von Sensorik in Leichtbaustrukturen zur Bauteilüberwachung in Nutzung und Herstellung“ wurden in Workshops und Vorträgen beleuchtet. Erste Ergebnisse der bisherigen Zusammenarbeit stellen die thailändischen Partner bereits im Rahmen der 3rd International Merge Technologies Conference 2017 (IMTC) vom 21. bis 22. September an der TU Chemnitz vor.

Hintergrund: Schlüsseltechnologie Leichtbau im Bundesexzellenzcluster MERGE

Die weltweit zunehmende Mobilität, der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase und die daraus resultierende Erderwärmung machen ressourceneffiziente Produktionsprozesse sowie die Nutzung gewichtsoptimierter Bauteile notwendig. Diese zentrale Herausforderung der Forschung verlangt marktorientierte Lösungen und Anwendungen. Hier setzt der multifunktionale Leichtbau als eine Schlüsseltechnologie der Zukunft an. Er bedient sich fachübergreifender Strategien, indem er Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Disziplinen und Technologiefeldern miteinander verbindet.

Der Bundesexzellenzcluster „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen“ (MERGE) ist unter Führung der TU Chemnitz aus der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder hervorgegangen. In diesem bundesweit einzigartigen Projekt arbeiten seit 2012 etwa 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Technikerinnen und Techniker an einer Technologiefusion multifunktionaler Leichtbaustrukturen. Ziel ist es, heute noch getrennte Fertigungsprozesse bei der Verarbeitung unterschiedlicher Werkstoffgruppen wie Textilien, Kunststoffe und Metalle zusammenzuführen und mit Sensorik und Aktorik auszustatten. Mehrkomponentenbauteile können dann in Großserie kostengünstiger und energieeffizienter produziert werden. Im Bundesexzellenzcluster sind auch Großunternehmen und zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen eingebunden, die komplementär die Wertschöpfungskette „Vom Werkstoff zur Leichtbaustruktur“ abbilden. Die Projektergebnisse des Clusters bedienen führende Märkte der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, des Maschinenbaus und der Mikrosystemtechnik.

Weitere Informationen erteilen Prof. Lothar Kroll, Koordinator des Bundesexzellenzclusters MERGE, und Dr. Jürgen Tröltzsch, Wissenschaftliche Geschäftsführung des Bundesexzellenzclusters MERGE, Telefon +49 371 531-13910, E-Mail: merge@tu-chemnitz.de

Matthias Fejes
20.09.2017

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