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Solidarische Landwirtschaft hautnah erleben

Studierende besuchten ökologisch produzierenden Demeter-Hof in Frankenberg (Sachsen)

Am 23. Juni nutzten Studierende der Technischen Universität Chemnitz die Gelegenheit, sich sowohl über die Hintergründe als auch die konkrete Umsetzung einer solidarischen Landwirtschaft zu informieren. Das Referat für Ökologie und Nachhaltigkeit des Student_innenrates der TU Chemnitz (NATUC) organisierte im Rahmen des „Go Next!“ Tages eine Exkursion auf den „Hof zur bunten Kuh“. Ein fast 200 Jahre alter Bauernhof in Frankenberg (Sachsen), der nach den strengen Bio-Vorschriften des Demeter-Verbandes produziert.

„Das Besondere in einer solidarischen Landwirtschaft ist die Direktheit zwischen Erzeugenden und Verbrauchenden. So kann jeder sehen, was mit seinem Geld passiert und erhält einen direkteren Bezug zu der benötigten Arbeit, um all die verschiedenen Lebensmittel ökologisch und nachhaltig anzubauen“, erklärt Chefin Ina Hoyer. Darüber hinaus: „Alle Verbraucher bzw. Ernteteiler können sich einmal pro Woche ihren Anteil an frisch geernteten Lebensmitteln in einem nahegelegenen Lagerraum abholen. Dafür bezahlen sie pro Monat einen festen Beitrag, über den sich der Hof finanziert.“ Besonders am Herzen liegt den Menschen auch die soziale Komponente. Deswegen lädt der Hof regelmäßig zu Veranstaltungen ein, angefangen von Arbeitseinsätzen zur Gartenpflege und Ernte bis hin zu geselligen Abenden bei einer Lesung oder mit musikalischer Unterhaltung.

Auf dem Hof werden viele natürliche Kreisläufe genutzt, unter anderem auch für die Tierhaltung. So produziert der Hof neben Eiern, Milch und Fleisch auch verarbeitete Produkte wie Marmelade, Sirup oder Quark. Dennoch liegt der Fokus auf dem Anbau von gesundem und vielfältigem Gemüse. Verantwortlich für die Koordinierung und Durchführung ist Gärtner Benjamin Schulz: „Die meiste Arbeit machen die Tomaten und Gurken. Diese müssen aufwendig vorgezogen, regelmäßig angebunden und im Gewächshaus täglich gegossen werden. Aber die Arbeit lohnt sich, denn das Gemüse schmeckt viel besser als aus konventionellem Anbau.“

Die Teilnehmer der Exkursion konnten sich den gesamten Hof anschauen, von der Schweinehaltung bis zu den Garten- und Ackerflächen. Dabei wurden in reger Diskussion alle Fragen beantwortet, z. B. warum der Hof Pferde für die Feldarbeit einsetzt. „Pferde haben den Vorteil, dass sie im Vergleich zu Traktoren den Boden kaum verdichten und eine Bearbeitung kleinerer Flächen ermöglichen. Das ist eine große Unterstützung, wenn man verschiedenes Gemüse zeilenweise anbaut“, erklärt Ina Hoyer.

Was den Studierenden nach der Besichtigung des Hofes am besten gefiel? Dass hier ein ganzheitliches Konzept für nachhaltige und soziale Landwirtschaft nicht nur vorgestellt, sondern auch gelebt wird: „Die Exkursion hat mir gezeigt, dass ökologisches Gärtnern nicht nur im Permakulturgarten auf dem TU-Campus, sondern auch im großen Stil möglich ist“, so Studentin Elisa Bieber.

Jeden ersten Sonntag im Monat findet auf dem Hof ein Infotag statt, an dem jeder die Möglichkeit hat, das Hofleben persönlich kennen zu lernen. (Autorin: Juliane Hädrich)

Weitere Informationen erteilt Ina Hoyer, Tel. 037206 885442, E-Mail post@diebuntekuh.info

Matthias Fejes
26.06.2017

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