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Gleichstromübertragung als möglicher Beitrag zum Klimaschutz

Jan Wiesner, der Elektromobilität studiert, stellt am 10. Mai 2017 teilweise überraschende Ergebnisse seiner Untersuchungen vor

Stromnetzte sind das Rückgrat der Stromversorgung. Die  Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) geriet immer wieder  in den Fokus von Diskussionen. Zu den Umweltwirkungen von HGÜ-Systemen im Vergleich zu anderen Stromübertragungssystemen wurde an der TU Chemnitz kürzlich eine Untersuchung abgeschlossen. Jan Wiesner, der an der Technischen Universität Chemnitz Elektromobilität studiert, hat in seiner Bachelor-Arbeit eine Lebenszyklusanalyse der HGÜ erstellt. Das Projekt wurde gemeinsam mit einem weltweit führenden Technologieunternehmen und der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) aus München durchgeführt.

„Mit Hilfe einer Lebenszyklusanalyse können z.B. die CO2eq-Emissionen eines Systems bilanziert werden von der Gewinnung der verarbeiteten Rohstoffe über die Herstellung, den Betrieb und auch, sofern durchgeführt, die wiederverwerteten Rohstoffe durch Recycling“, erläutert Wiesner. Die Lebenszyklusanalyse sei ein flexibles Instrument und strukturiertes Vorgehen zur vergleichenden ökologischen Bewertung von Produkt- oder Handlungsalternativen. In der Bachelorarbeit wurden die derzeitige Technologie der Energieübertragung mit Drehstrom bei einer Spannung von 380 kV und die neue Technologien mit Hochspannungsgleichstromübertragung bei 500 kV verglichen. "Die HGÜ kann einen sehr großen Beitrag zur Energieeinsparung leisten", so Wiesner.

Ein Fazit: Es ergibt sich, abhängig von der Leitungslänge, ein Vorteil für die HGÜ in der Gesamtbilanz hinsichtlich Material- und Energiebedarf sowie daraus resultierenden Treibhausgasemissionen. Gleichstrom kann im Gegensatz zu Drehstrom auch über große Entfernungen in Erd- und Seekabeln übertragen werden. Der oft behauptete enorme Material- und Energie-Aufwand für die Erdverkabelung konnte in der Arbeit nicht nachvollzogen werden. Bei der Erdverkabelung bestehen Möglichkeiten der Verlegung mit Kabelpflug und der Einbettung von Kabeln in Bodenersatz, so dass eine anschließende Nutzung der Fläche für  Landwirtschaft möglich bleibt“, so Wiesner. Die im Standardfall geringen Material- und Energie-Aufwände für Erdverkabelung hätten auch die beteiligten Experten überrascht.

Am 10. Mai 2017 geht Wiesner ab 19 Uhr in einem öffentlichen Vortrag im Raum 2 des Hörsaalgebäudes, Reichenhainer Straße 90, auf die wesentliche Ergebnisse seiner Arbeit ein. Einleitend wird Prof. Dr. Josef Lutz, Inhaber der Professur Leistungselektronik und elektromagnetische Verträglichkeit an der TU Chemnitz, über Aspekte der elektromagnetischen Felder im Vergleich von Drehstrom und Gleichstrom sprechen. Die Veranstaltung wird unterstützt vom Umweltzentrum der Stadt Chemnitz sowie der Umweltgewerkschaft Chemnitz. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Josef Lutz, Telefon 0371 531-33618, E-Mail josef.lutz@etit.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
05.05.2017

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