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Betrieb machen: Digitalisierung – so geht´s!

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Chemnitz ist offiziell gestartet und bietet Industrie-4.0-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen und darüber hinaus

Im Förderschwerpunkt „Mittelstand-Digital – Strategien zur digitalen Transformation der Unternehmensprozesse“ zielt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit der Förderinitiative „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ auf eine breite und nachhaltige Unterstützung des Mittelstands und des Handwerks bei Digitalisierung, Vernetzung und Einführung von Industrie 4.0-Anwendungen ab. In diesem Rahmen werden deutschlandweit unter anderem zehn sogenannte „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren“ eingerichtet, die eine zentrale Anlaufstelle für diese Themen in der jeweiligen Region darstellen. „In Chemnitz entsteht eins dieser Zentren und unterstützt praxisnah vor allem kleine und mittlere Unternehmen in und um Sachsen bei der Digitalisierung, Vernetzung und Industrie 4.0“, sagt der Sprecher des Kompetenzzentrums Prof. Dr. Egon Müller vom Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme der Technischen Universität Chemnitz. Im Mittelpunkt stehen dabei Unternehmen der Zuliefererindustrie, des Maschinen- und Anlagenbaus sowie deren IT/IKT-Dienstleister. Laut Müller komme es darauf an, die Unternehmen zu informieren, zu qualifizieren und zu unterstützen. Insgesamt finanziert die Bundesregierung die Zentren in den nächsten drei Jahren mit 65 Millionen Euro, rund 5,1 Millionen Euro fließen nach Chemnitz.

Am 2. November 2016 fand an der TU Chemnitz im Projekthaus METEOR gemeinsam mit Vertretern des Fördergebers BMWi und des Projektträgers Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie unter Beteiligung von Vertretern der regionalen Politik und führender Wirtschaftsunternehmen der Region der offizielle Kick-off statt. Hier versicherte Ministerialdirigent Stefan Schnorr, Leiter der Abteilung Digital- und Innovationspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dass er einen guten Eindruck von dem habe, was in Chemnitz auf die Beine gestellt wurde und jetzt starte: „Das Kompetenzzentrum wird gut angenommen, weil die beteiligten Partner ihre Adressaten – die Unternehmen – vor Augen haben.“ Er sei sich sicher, dass die Projektmitarbeiter des neuen Kompetenzzentrums wirklich genau schauen, wie sie Unternehmen auf dem Weg der Digitalisierung praxisnah begleiten können.

Durchgeführt wird das auf vorerst drei Jahre angelegte Transferprojekt gemeinschaftlich von fünf Konsortialpartnern: die TU Chemnitz mit dem federführenden Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme mit der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb und der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement sowie der Professur für Privatrecht und Recht des geistigen Eigentums; das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU); das ICM – Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau e.V.; die TUCed – Institut für Weiterbildung GmbH mit dem Geschäftsbereich Chemnitz Automotive Institute (CATI) sowie die Industrie- und Handelskammer Chemnitz.

Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Rektor der Technischen Universität Chemnitz, hob beim Kick-off die besondere Strahlkraft dieses Kompetenzzentrums hervor, das auch viele Facetten der TU deutlich mache. „Es handelt sich um ein herausragendes Projekt, das Kooperationen und den Transfer der Wissenschaft in die Wirtschaft groß schreibt.“ Für Ministerialdirektor Harald Kuhne, Leiter der Zentralabteilung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, ist der Platz für das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum sehr gut gewählt: „Chemnitz ist ein deutschlandweit anerkannter Innovationsstandort.“ Beim Thema Digitalisierung dürfe der Mittelstand nicht den Anschluss verlieren. Das neue Zentrum setze genau hier an, denn es unterstütze und begleite kleine und mittlere Unternehmen dabei, die Chancen der Digitalisierung zu erkennen und zu nutzen.

Thomas Jurk, Mitglied des Deutschen Bundestages, verdeutlichte, wie wichtig es ist, die Menschen in unserer Gesellschaft zu Themen wie Industrie 4.0 oder die Arbeitswelt der Zukunft aufzuklären. „Kommunikation ist hier besonders wichtig“, so Jurk. Das Chemnitzer Kompetenzzentrum leiste hier künftig einen wichtigen Beitrag. Auch Stefan Brangs, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, hob hervor, dass die Wirtschaft im Zuge der Digitalisierung vor tiefgreifenden Veränderungen stehe, die letztendlich viele Arbeitnehmer erreichen. „Im Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Chemnitz kommt es darauf an, die in Wirtschaft und Wissenschaft vorhandenen Kompetenzen zu bündeln, den Netzwerk- und Kooperationsgedanken zu pflegen und dabei das große Ganze im Blick zu behalten“, so Brangs. Angesichts der Kleinteiligkeit der sächsischen Wirtschaft und der aktuell noch ungenügenden Breitbandanbindung vieler Unternehmen stehe der Freistaat vor großen Herausforderungen. „Für den Bereich Breitbandausbau hat Sachsen nun im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie wesentliche Schwerpunkte gesetzt“, so Brangs, der in diesem Zusammenhang dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Chemnitz auch die enge Kooperation mit dem Breitband-Kompetenzzentrum anbot.

Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Chemnitz, sagte: „Digitalisierung benötigt gemeinsame Lösungen!“ Die Chemnitzer Region sei dafür gut aufgestellt. „Hier kennt man sich, viele Akteure sind sehr praxisnah unterwegs, Wissenschaft, Wirtschaft und Kunden sind eng verzahnt“, so Wunderlich. Für ihn sei es logisch, dass gerade in Chemnitz das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum entstehe, zumal es mit der Experimentier- und Digitalfabrik der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb bereits eine starke Wurzel habe.

„Fokussiert werden in den kommenden Jahren digitale, vernetzte Fabrik- und Produktionssysteme, Produktentstehungsprozesse, virtuelle Geschäftsprozesse sowie Ergonomie, Usability und rechtliche Aspekte der Digitalisierung im Unternehmen“, so Müller. Dazu werde das Kompetenzzentrum verschiedene Formate wie Unternehmerforen, Thementage, Präsenztrainings oder Technologie-Erprobungen in den Bereichen Information, Qualifizierung und Unterstützung zum aktiven und nachhaltigen Wissens- und Technologietransfer für die Mittelständler anbieten. „Kundenorientierung steht dabei ganz weit oben“, versichert Müller und fügt hinzu: „Wir werden für jedes interessierte Unternehmen das passende Angebot finden.“

Projekt-Homepage (einschließlich kostenfreie Veranstaltungsangebote): http://www.betrieb-machen.de

Weitere Informationen erteilen Romy Kertzsch und Madlen Schwarzenberger, Telefon 0371 531-19935, E-Mail info@betrieb-machen.de

Ein themenbezogener TV-Beitrag des MDR (LexiTV) findet sich hier.

Mario Steinebach
02.11.2016

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Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

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