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Neuer Rektor der TU Chemnitz gewählt

Erweiterter Senat der Technischen Universität stimmte für den Politikwissenschaftler Prof. Dr. Gerd Strohmeier

Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Inhaber der Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich, wurde am 14. Juni 2016 zum neuen Rektor der Technischen Universität Chemnitz gewählt. Von den 46 anwesenden der 51 stimmberechtigten Mitglieder des Erweiterten Senats der TU stimmten im ersten Wahlgang 29 für den Politikwissenschaftler. Prof. Strohmeier wird nach seiner Amtseinführung, deren Termin noch nicht feststeht, der 32. Rektor innerhalb der 180-jährigen Geschichte der TU Chemnitz sein. Prof. Strohmeier, der für fünf Jahre gewählt wurde, setzte sich gegen den Mitbewerber um das höchste Amt der Universität, Prof. Schubert, durch, der 17 Stimmen erhielt. Beide Kandidaten hatten sich bereits am Vormittag universitätsintern vorgestellt und haben dabei ihre Ansichten, Ziele und Strategien für die bevorstehende Amtszeit präsentiert.

Bis zur offiziellen Bestellung des neuen Rektors durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst wird die Universitätsleitung der TU Chemnitz von vier Mitgliedern repräsentiert: Neben dem Kommissarischen Rektor Prof. Dr. Andreas Schubert zählen dazu der Prorektor für Lehre, Studium und Weiterbildung, Prof. Dr. Christoph Fasbender, der Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Dr. Heinrich Lang, und der Kanzler Eberhard Alles. Prof. Schubert, im letzten Rektorat Prorektor für Wissens- und Technologietransfer der TU Chemnitz, hat bereits zum 1. Januar 2016 die Amtsgeschäfte des Rektors vertretungsweise übernommen. Dieser Schritt war notwendig, weil der bisherige Rektor Prof. Arnold van Zyl am 1. Februar 2016 Präsident der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart wurde.

Wenige Stunden vor seiner Wahl hatte Prof. Strohmeier beim hochschulöffentlichen Wahlhearing die Eckpunkte seiner Kandidatur vorgestellt.

Dabei betonte er im Rahmen seines Konzepts, das er unter das Motto „Gestalten, nicht verwalten“ stellte, insbesondere die politische Dimension des Rektorenamts. So gelte es, nachhaltig die Interessen der TU Chemnitz zu vertreten und aktiv Hochschulpolitik zu gestalten. „Es ist wichtig, der TU Chemnitz eine Wahrnehmung und Würdigung zu verschaffen, die ihr und der sie umgebenden Region angemessen ist – die nicht weniger ist als der Wachstumskern der Industrialisierung, die Wiege des Maschinenbaus und ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor des Freistaats Sachsen“, so Strohmeier. Daneben sei es wichtig, die Konkurrenzfähigkeit der TU Chemnitz zu stärken, die regionale Verankerung auszubauen sowie gleichzeitig die internationale Vernetzung voranzutreiben. In seiner „Agenda 2020“ formulierte Strohmeier noch weitere Punkte: So möchte er die interdisziplinäre Kommunikation und Vernetzung an der Universität unter anderem durch ein neuartiges Forschungsinformationssystem forcieren und dabei möglichst viele Synergien nutzen. Ein wichtiges Anliegen ist Strohmeier die Sicherung einer hohen Qualität der Lehre, dafür sollen künftig verstärkt neue Lehr- und Lernformen genutzt werden. Zudem möchte er an der TU Chemnitz die Transparenz erhöhen, die Mitgestaltung stärken und den Gedankenaustausch fördern.

Zur Person: Prof. Dr. Gerd Strohmeier

Gerd Strohmeier wurde am 22. April 1975 in Simbach am Inn geboren. Nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann und einem Redaktionsvolontariat studierte er an der Universität Passau Politikwissenschaft, Psychologie und Soziologie. Danach folgten Promotion und Habilitation an der Universität Passau. Strohmeier war als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent an der Universität Passau sowie als Lehrbeauftragter an der Universität der Bundeswehr München und an der Universität Salzburg tätig. Mehrere Forschungs- und Lehraufenthalte absolvierte er an den Universitäten Cambridge, Durham, Wroclaw und Cluj-Napoca. Im Februar 2009 wurde er auf die Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich an der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz berufen, die er seit 2008 bereits vertrat. Von 2012 bis 2015 war er geschäftsführender Direktor des Instituts für Politikwissenschaft. Strohmeier war mehrfach Sachverständiger, etwa im Deutschen Bundestag und im Sächsischen Landtag, sowie auch international, unter anderem in den Parlamenten Österreichs und Myanmars, beratend tätig. Als Auftragsforscher bzw. Politikberater arbeitete er zum Beispiel für die Deutsche Bundesregierung, die Sächsische Staatsregierung und politische Verbände. Zudem war er in vielfältiger Form journalistisch tätig, unter anderem für die Zeit, Spiegel Online, die Süddeutsche Zeitung sowie die Freie Presse, und bereits mehrfach war er Gast in der Bundespressekonferenz. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem politische Kommunikation, Regierbarkeit, Wahlen sowie Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Er erhielt diverse Stipendien, Forschungsförderungen und Auszeichnungen.

Ein TV-Beitrag von CHEMNITZ FERNSEHEN zur Rektorwahl findet sich im YouTube-Kanal der TU Chemnitz.

Mario Steinebach
14.06.2016

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