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Dem Fahrrad eine Stimme geben

Ideen für den Sound der Elektromobilität kommen aus Sachsen: TU-Forscher sind an Netzwerk beteiligt, das sich auf Einladung des Bundesforschungsministeriums zum Tag der Deutschen Einheit präsentierte

Elektrofahrräder sind schnell und leise – manchmal zu leise. Besonders im Stadtverkehr kann die geräuschlose Fahrt auf einem E-Bike riskant sein, weil es nicht oder zu spät wahrgenommen wird. Haben Pedelecs aber einen wertigen Sound, dann wird man von den schnellen Rädern nicht mehr unangenehm überrascht. Deshalb sind Wissenschaftler zweier Professuren der TU Chemnitz Partner eines Netzwerkes, bei dem das Sounddesign für Elektromobilität im Mittelpunkt steht. Initiator des Netzwerkes ist die sächsische Firma Synotec Psychoinformatik GmbH. Die Professur für Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik und die Professur für Fördertechnik bringen jeweils ihre besonderen Kompetenzen aus den Bereichen der 3D-Visualisierung und Sounderzeugung in die Gemeinschaft ein.

Wie brandaktuell das Thema bundesweit eingeschätzt wird, zeigt sich daran, dass die Forscher eingeladen wurden, es zum „Tag der Deutschen Einheit“ in Frankfurt/Main im Zelt der Bundesregierung auf dem Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu präsentieren. Neben Tausenden Frankfurter Bürgern informierte sich auch Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka am Messestand und wurde Zeugin der Uraufführung "Bildende Tonkunst", einem Werk der Künstlerin Gabriele Schlenz, bei dem Ingenieurwissenschaften und Kunst zu einer neuen digitalen Form verschmelzen.

Synotec-Geschäftsführer Dr. Friedrich Blutner fasst das Grundanliegen im Netzwerk zusammen: „Wir erforschen den Citysound der Zukunft – einen Wohlklang, der elektrisiert und vitalisiert, Orientierung und Sicherheit gibt, Vertrauen schafft und manchmal auch süchtig macht.“ An der TU Chemnitz nutzt man zur Umsetzung dieser Vision das Virtual-Reality-Labor. Wissenschaftler Eckhart Wittstock von der Professur für Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik erklärt: „Die virtuelle Umgebung bietet die Möglichkeit, eine 3D-Darstellung zukünftiger Produkte und Anwendungsszenarien mit dem dazugehörigen 3D-Sound zu simulieren und anhand von Nutzerstudien die Wirkung auf den Zuhörer zu testen.“ Sein Kollege Dr. Thomas Risch von der Professur Fördertechnik ergänzt: „Sounddesign gewinnt in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung und wird auch immer mehr ein fester Bestandteil des klassischen Maschinenbaus. Der gute Klang eines Produktes oder eines technischen Gerätes wird, wenn auch oft nur unterbewusst, als wichtiges Qualitätsmerkmal empfunden.“

(Autorin: Katja Klöden)

Katharina Thehos
14.10.2015

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