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Untersuchung zur Dresdner Pegida-Demonstration

Wissenschaftler der TU Chemnitz sind an einer Untersuchung der Pegida-Bewegung beteiligt – erste Ergebnisse liegen vor

57 Sozialwissenschaftler und Helfer aus Berlin und Chemnitz um den Protestforscher Prof. Dr. Dieter Rucht (WZB) haben am 12. Januar 2015 die Pegida-Demonstration in Dresden beobachtet und die Demonstrierenden zur Teilnahme an einer Online-Befragung eingeladen. Von der Technischen Universität Chemnitz ist die Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas an dieser Untersuchung beteiligt. Erste Analysen der qualitativen und quantitativen Daten wurden am 19. Januar 2015 auf einer Pressekonferenz im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) vorgestellt.

Es konnten 670 Handzettel verteilt werden – unter schwierigen Bedingungen. Die Teams berichten übereinstimmend, dass die Mehrheit der Angesprochenen (ca. 1.800) die Annahme der Handzettel und Gespräche verweigerte. Bei bisherigen Befragungen von Demonstranten (unter anderem Stuttgart 21, Hartz IV) fanden Fragebögen problemlos Abnehmer. An der Online-Befragung beteiligten sich bis Mittwoch Mitternacht 123 Personen (davon 76 Prozent Männer). Im Unterschied zu anderen Befragungen bei politischen Demonstrationen ist das eine extrem geringe Rücklaufquote (18,4 Prozent).

An der Befragung haben überwiegend Männer aus der Region Dresden teilgenommen, die mehrheitlich älter als 40 sind, über ein hohes Bildungsniveau verfügen und im Berufsleben stehen. Auf Grund der geringen Rücklaufquote können die Forscher keine Aussage über den „typischen“ Pegida-Demonstranten treffen. „Die Befragten spiegeln den gut gebildeten, im Berufsleben integrierten offeneren Teil der Pegida-Demonstrierenden wieder. Wir vermuten, dass insbesondere die Radikaleren sich einer Befragung verweigert haben“, sagt Dieter Rucht.

Der Online-Fragebogen enthielt unter anderem Fragen zu politischen Aktivitäten, der politischen Selbsteinordnung, zu Einstellungen gegenüber dem Islam und Einwanderern sowie zu rechtsextremen Positionen. Auch die Sonntagsfrage wurde gestellt („Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?“).

Außerdem gab es eine umfangreiche Demonstrationsbeobachtung.

Die Untersuchung wurde gefördert von der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Otto-Brenner-Stiftung.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des WZB: http://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/untersuchung-zur-dresdner-pegida-demonstration
Dort können heruntergeladen werden: ein Handout zur Pressekonferenz, eine PowerPoint-Präsentation der Pressekonferenz, ein Fragebogen der Online-Befragung sowie eine Muster des auf der Demonstration verteilten Handzettels. Eine Langfassung der Ergebnisse steht ab Mittwochnachmittag (21. Januar) zum Download bereit.

Pressekontakt: Claudia Roth, WZB Pressestelle, E-Mail claudia.roth@wzb.eu, Telefon 030 25491-510

(Quelle: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung)

Lesen Sie auch: Die Universitätsleitung der TU Chemnitz ruft zu einem weltoffenen Miteinander und Toleranz auf und distanziert sich von Rassismus und Ausgrenzung

Katharina Thehos
19.01.2015

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