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Wissenschaft schießt keine Tore, trägt aber zum Erfolg bei

Seit 2013 koordiniert TU-Absolvent Dr. Thomas Hauser die wissenschaftliche Forschung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB)

  • Thomas Hauser studierte an der TU Chemnitz Sportwissenschaften mit Nebenfach Psychologie und Pädagogik; anschließend promovierte und arbeitete er an der Professur Sportmedizin/-biologie. Seit 2013 arbeitet er beim Deutschen Fußball-Bund. Foto: Daniela Georgi

„Wissenschaftliche Forschung hilft dem Fußball als Spiel und auch als Organisation“, erklärt Dr. Thomas Hauser. Seit 2013 arbeitet der TU-Absolvent als Wissenschaftskoordinator beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Die Stelle ist erst neu geschaffen worden. Mit ihr möchte der DFB die Verknüpfung zwischen Forschung und Fußball noch weiter vertiefen, denn die Forschung nimmt einen immer höheren Stellenwert im Fußball ein“, so Hauser weiter.

An der Technischen Universität Chemnitz studierte der gebürtige Zwickauer von 2002 bis 2007 und schloss sein Studium mit einem Magister in Sportwissenschaften mit Nebenfach Psychologie und Pädagogik ab. Anschließend begann Hauser 2007 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Sportmedizin/-biologie unter Prof. Dr. Henry Schulz und war sowohl in der Lehre als auch in der Forschung tätig. „Unter Professor Schulz habe ich auch promoviert. Er hat mich während meiner Zeit an der Universität sehr gefördert“, erzählt Hauser. Während seiner Promotionszeit initiierte Thomas Hauser parallel ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Professur für Allgemeine Psychologie und Biopsychologie von Prof. Dr. Udo Rudolph. In diesem Projekt – das weiter andauert – wird erforscht, welche Möglichkeiten es gibt, Gewalt und Rechtsextremismus unter Fußballanhängern vorzubeugen und diesen zu begegnen. Insbesondere der Präventionsarbeit gilt hierbei große Aufmerksamkeit.

Aber nicht nur seine akademische Ausbildung war ausschlaggebend für die Anstellung beim DFB: Während seiner Studienzeit arbeitete Hauser als Inhaber der UEFA A-Trainer Lizenz nebenbei als Honorartrainer in der DFB-Talentförderung Zwickau, Chemnitz und Mittweida. 2010 wurde er Vorsitzender des Ausschusses „Qualifizierung“ und somit Vorstandsmitglied im Sächsischen Fußball-Verband. „Die detaillierten Kenntnisse über die Organisationsstruktur des deutschen Fußballs waren neben der akademischen Qualifikation eine der Grundvoraussetzungen im Anforderungsprofil der neuen Stelle des Wissenschaftskoordinators. Ohne mein extracurriculares Engagement als Fußballtrainer- und Funktionär hätte ich die Stelle als Wissenschaftskoordinator nicht bekommen“, sagt der TU-Absolvent.

Die Aufarbeitung der DDR-Fußballgeschichte und die Entwicklung neuer Konzepte

Als Wissenschaftskoordinator schlägt Thomas Hauser die Brücke zwischen dem DFB und mehreren Forschungseinrichtungen. „Es gibt zwei unterschiedliche Wege, die meine Arbeit ausmachen: Entweder der DFB verfolgt eine konkrete Forschungsfrage und ich trage diese über unser Netzwerk an die Universitäten und Forschungsinstitute heran. Oder die Wissenschaftler verfolgen eine fußballspezifische Forschung und fragen bei uns an, ob der DFB das Projekt mit Drittmitteln fördern möchte“, erklärt Hauser. Neben ihm als Wissenschaftskoordinator fungiert der ehrenamtlich tätige wissenschaftliche Beirat um Prof. Dr. Martin-Peter Büch und vier weiteren Professoren in beratender Funktion.

Hausers Aufgabe ist es auch, einen Überblick über die aktuellen Forschungsschwerpunkte und deren Qualität zu behalten und die Projekte des DFB zu begleiten. Dazu gehört nicht nur, wie allgemein vielleicht angenommen, die Entwicklung neuer Trainingsmethoden. Aktuell fördert der DFB zum Beispiel ein Projekt zur Aufarbeitung der DDR-Fußballgeschichte. Auch stellt der demographische Wandel die Strukturen des DFB vor neue Herausforderung. „Aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge werden wir in naher Zukunft vor allem im Amateur- und Jugendbereich Probleme bei der Aufrechterhaltung des Spielbetriebs bekommen. Dort müssen neue Konzepte und Wege gegangen werden“, berichtet Hauser.

„Wissenschaft schießt vielleicht keine Tore und die Trainer stehen auch beim DFB absolut zurecht an erster Stelle. Aber Wissenschaft kann durch ihre große Bandbreite einen erheblichen Beitrag zum Erfolg des deutschen Fußballs leisten. Sie schafft Transparenz und eine empirische Argumentationsgrundlagen für Entscheidungen“, erklärt Hauser. Deshalb solle in Zukunft das Netzwerk weiter ausgebaut und die Sensibilisierung für wissenschaftliche Expertise vorangetrieben werden. „Dazu organisieren wir in zwei Jahren unseren dritten DFB-Wissenschaftskongress“, erzählt Hauser.

Auch das nächste Großprojekt steht bereits fest: 2017/18 soll die neue DFB-Akademie eröffnet werden. „Es entsteht ein Zentrum, an dem sämtliche Kompetenzen des Fußballbundes gebündelt werden. Die Betreuung dieses Projektes ist eine großartige Sache und ich halte sie für den nächsten Meilenstein in der Strukturentwicklung des DFB. Wenn man sieht, was in den vergangenen Jahren in der Struktur und der Forschung im deutschen Fußball passiert ist, dann ist es nicht verwunderlich, dass dies jetzt Früchte trägt“, so der Wissenschaftskoordinator. Der Erfolg, auch bei der Weltmeisterschaft in Brasilien, komme nicht von ungefähr und er freue sich ganz besonders darüber, ein kleines Stück weit dazu beitragen zu können, dass „wir gemeinsam auch zukünftig weltmeisterlich aufgestellt sind.“

(Autor: Antonin Fischer)

Katharina Thehos
28.07.2014

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